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Schachblumenwiesen


Die Schachblumenwiesen sind ein Naturschutzgebiet im Stadtgebiet von Sassenberg im Münsterland in Nordrhein-Westfalen. Es handelt sich um eines der wenigen Gebiete in Deutschland, in denen die streng geschützte Schachblume (Fritillaria meleagris) noch vorkommt.

Ein Teil des an der Hessel gelegenen Wiesengeländes wurde 1956 auf einer Fläche von 1,8 Hektar als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Im Jahr 1957 wurden etwa 55.000 Schachblumen gezählt. In den 1960er-Jahren ging die Zahl der blühenden Pflanzen zurück. 1977 ließ die Stadtverwaltung des Ortes über 3.000 Schachblumen aus einem Privatgarten ausgraben und in ein anderes Wiesenareal verpflanzen. Inzwischen wurde ein großer Teil dieses Gebietes von insgesamt rund 91 Hektar zusammen mit dem Waldgebiet „Sassenberger Tiergarten“ unter Naturschutz gestellt. In den Wochen der Schachblumenblüte werden die Standorte intensiv überwacht. 2014 wurden nur noch rund tausend Blumen gezählt.[1]

Während man meistens vor allem die rot blühende, also normale Form der Schachblume in den Vorkommen antrifft, dominiert in Sassenberg immer noch eine weiß blühende Variante. Ursprünglich waren nicht weiße Schachblumen die Ausnahme. Bei den Sassenberger Schachblumenwiesen handelt es sich wohl nicht um ein natürliches Vorkommen. Die Pflanzen sind wahrscheinlich Gartenflüchtlinge aus dem ehemaligen Sassenberger Schlossgarten, die im Laufe der Zeit auf den Hesselwiesen verwilderten. Dafür spricht vor allem, dass hier ursprünglich eine beinahe weißblütige Population anzutreffen war. Man kann dies als gutes Indiz für einen sogenannten genetischen Flaschenhals ansehen. Hier waren wohl nur ganz wenige rein weißblütige Exemplare (möglicherweise sogar nur ein einziges Exemplar) Stammeltern eines ganzen Vorkommens von vielen tausend Individuen. Während der 1960er- und 1970er-Jahre aber sind mutmaßlich auch „fremde“ Schachblumen in diese isolierte, fast rein weißblütige Population eingebracht worden, die dem „weiße Wunder“ von Sassenberg zunehmend die Einmaligkeit nehmen.

Literatur

  • Fritz Runge: Das „weiße Wunder von Sassenberg“. In: Natur und Landschaft. 34. Jg., H. 1. Mainz 1959, S. 9–10
  • Fritz Runge: Die Schachblumenwiesen bei Sassenberg. In: An Ems und Lippe - Heimatkalender für den Kreis Warendorf. 1979, S. 47–48
  • Fritz Runge: Die Naturschutzgebiete Westfalens und des früheren Regierungsbezirks Osnabrück. 4. Auflage, Münster 1982, S. 253–54
  • Volker Scherfose: Bestandsentwicklung und Vergesellschaftung der Schachblume (Fritillaria meleagris L.) im NSG Tiergarten (Erweiterung Schachblumenwiesen; Kreis Warendorf). In: Berichte des Naturwissenschaftlichen Vereins Bielefeld. Band 34 (1993), S. 263–272

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Nienberge schlägt Sassenberg... - doch nicht! Großer Bestand der Schachblume in Münster. NABU Münsterland, abgerufen am 28. März 2016.

Kategorien: Naturschutzgebiet im Kreis Warendorf | Sassenberg | Naturschutzgebiet in Europa

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schachblumenwiesen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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