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Schönheitsoperation


Eine Schönheitsoperation oder kosmetische Operation ist ein chirurgischer Eingriff ohne medizinische Indikation. Die Schönheitsoperation dient damit einer oft nur subjektiv wahrgenommenen Verschönerung des menschlichen Körpers.

Schönheitschirurgie und kosmetische Chirurgie sind von den medizinischen Berufsverbänden nicht als Fachgebiete definiert und dürfen, laut Bundesdeutschem Verfassungsgericht, von allen in Deutschland tätigen Ärzten (außer reinen Zahnärzten) angeboten und ausgeführt werden.[1] „Kosmetische Operationen“ sind ästhetische Operationen. Die anerkannte Ästhetische Chirurgie ist in Deutschland Teil der Facharztkompetenz Plastische und Ästhetische Chirurgie zugeordnet, in der Schweiz dem Fachgebiet Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie in Österreich dem Sonderfach Plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie.

Methoden

Als Schönheitsoperationen werden bezeichnet:

Motive

Die Steigerung und Verbesserung des eigenen Aussehens stellt das Hauptmotiv für diese Formen der Chirurgie dar. In vielen extremen Fällen von mehrfachen plastischen Operationen, wie sie vor allem bei Prominenten zu beobachten sind, wird inzwischen von einer Dysmorphophobie als Ursache ausgegangen. Die betreffenden Personen haben dabei eine andere Wahrnehmung ihres Aussehens als ihre Umwelt. Sie finden sich ursprünglich hässlich (gar entstellt) und verfolgen mit den Operationen das Ziel der Herstellung ihres Idealbildes.

Risiken

Jede Operation ist mit Gefahren verbunden, somit auch Schönheitsoperationen. Allgemeine Risiken, wie Embolien, Thrombosen und Allergien werden zumeist durch die prophylaktische Gabe von speziellen Medikamenten behandelt. Gezielte Prä- und postoperative Maßnahmen können ebenfalls zum Heilungsprozess beitragen.[2]

Neben dem Risiko von Schwellungen, Blutergüssen, sichtbaren Narben und Infekten, können diese Operationen ebenfalls tödlich enden: Beispielsweise verstarb das argentinische Modell Solange Magnano im Jahr 2009 an einer Lungenembolie, nachdem sie sich zwei Tage zuvor eine Schönheitsoperation an ihrem Po hatte vornehmen lassen.[3] Im Jahr 2011 verstarb die Pornodarstellerin Sexy Cora an Komplikationen ihrer Brustvergrößerung.

Eine weitere Gefahr geht von den unrealistischen Erwartungen der Patienten aus.[4]

Ästhetische Chirurgie in der populären Kultur

„Schönheitsoperationen“ waren wiederholt Thema in Spielfilmen, z. B. in Die Rivalin (1973), Fedora (1978) und 200 Pounds Beauty (2006). Auch der Dokumentarfilm Modify (2005) befasst sich mit diesem Thema. Der deutsche Privatsender VOX (RTL Gruppe) widmete dem Thema eine Serie im Doku-Soap Format mit dem Namen Spieglein Spieglein.[5] Der österreichische Privatsender ATV widmete dem Thema eine Serie im Doku-Soap Format mit dem Namen Ein Leben für die Schönheit.[6]

  • Chanson "Die Schöne aus der Neuen Welt" des Liedermachers Max Biundo [7]

Literatur

  • Angelica Ensel, Nach seinem Bilde. Schönheitschirurgie und Schöpfungsphantasien in der westlichen Medizin, eFeF 1996, ISBN 3905561026
  • Sander L. Gilman, Creating Beauty to Cure the Soul: Race and Psychology in the Shaping of Aesthetic Surgery, Duke University Press 2005, ISBN 0822321440
  • Elizabeth Haiken, Venus Envy: A History of Cosmetic Surgery, Johns Hopkins University Press 1997, ISBN 0801857635
  • Wolfgang Kümpel, "Ratgeber Schönheitsoperationen: Chancen nutzen, Risiken meiden", Fotzick Verlag 2003, München, ISBN 3-929338-18-1
  • Annelie Ramsbrock: Korrigierte Körper. Eine Geschichte künstlicher Schönheit in der Moderne, Wallstein Verlag, Göttingen 2011 ISBN 978-3-8031-2656-6
  • Katharina Westerhorstmann, Auf dem Weg zu einem Maß-geschneiderten Körper? Ethische Reflexionen zur ästhetischen Chirurgie, In: ETHICA 17 (2009), 311-334.

Kostenübernahme

Es erfolgt in Deutschland keine Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenversicherung bei Eingriffen der Schönheitschirurgie, die auf Wunsch des Patienten zur ästhetischen Verbesserung durchgeführt werden. In diesen Fällen sind die Gesamtkosten durch den Patienten zu tragen, einschließlich des Verdienstausfalls. Gesetzlich Versicherte, die sich einer medizinisch nicht indizierten Maßnahme, wie einer Schönheitsoperation, einer Tätowierung oder einem Piercing unterzogen haben, haben sich auch an den Kosten einer dadurch entstandenen Komplikation, einschließlich des Krankentagegeldes angemessen zu beteiligen. Ärzte und Krankenhäuser unterliegen dabei einer Anzeigepflicht von Folgeerkrankungen medizinisch nicht notwendiger Behandlungen. Außerdem besteht bei Arbeitsunfähigkeit kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung, denn der Arbeitgeber hat nur das normale Krankheitsrisiko des Arbeitnehmers zu tragen.[8][9]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. BVerfG, 1 BvR 2383/10 vom 1. Februar 2011, Absatz-Nr. (1 - 33).
  2. Klinik am Rosental Leipzig: Behandlungsablauf von A bis Z | Abschnitt Risiko , Dr. med Thomas Nitzsche, Zugriff am 17. Mai 2013.
  3. timesonline.co.uk: Beauty queen Solange Magnano 'died for a firmer behind' , Times Online, 1. Dezember 2009, Zugriff am 9. August 2011.
  4. Interview von Nina Bublitz mit Jürgen Margraf: Langzeitstudie: Well-being from the knife? Psychological effects of aesthetic surgery , Dr-tacke.com (PDF; 45 kB), Zugriff am 17. Mai 2013.
  5. https://www.youtube.com/channel/UCNxBvSvfFg61FR2HULfrOrA .
  6. http://atv.at/contentset/672239 .
  7. Chanson „Die Schöne aus der Neuen Welt“ des Liedermachers Max Biundo .
  8. Manfred Löwisch, Alexander Beck, Betriebsberater 2007, S. 1960–1961.
  9. Bei gesetzlich Krankenversicherten kann die Krankenkasse in diesen Fällen nach § 52 Abs. 2 SGB V die Leistung einschränken oder versagen.

Weblinks

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