Schönegg (Oberösterreich) - LinkFang.de





Schönegg (Oberösterreich)


Schönegg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Rohrbach
Kfz-Kennzeichen: RO
Fläche: 10,21 km²
 :
Höhe: 852 m ü. A.
Einwohner: 547 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 54 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4184
Vorwahl: 07216
Gemeindekennziffer: 4 13 40
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Köckendorf 40
4184 Schönegg
Website: www.schoenegg.ooe.gv.at
Politik
Bürgermeister: Peter Pagitsch (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(13 Mitglieder)
8
3
2
Lage der Gemeinde Schönegg im Bezirk Rohrbach
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Schönegg ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Rohrbach im oberen Mühlviertel mit 547 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ). Der zuständige Gerichtsbezirk ist Rohrbach in Oberösterreich.

Geographie

Schönegg liegt auf einer Höhe von 852 m ü. A. im Nordosten des Bezirks Rohrbach im oberen Mühlviertel. Die Gemeinde liegt an der Steinernen Mühl am Südrand des Böhmerwaldes. Bezogen auf die naturschutzfachliche Raumgliederung gehört erstreckt sich die Raumeinheit Südliche Böhmerwaldausläufer nahezu über das gesamte Gemeindegebiet. Im Nordosten sowie mit kleinen Anteilen im Nordwesten hat das Gemeindegebiet auch Anteil an der Raumeinheit Böhmerwald. Im äußersten Süden tangiert die Gemeinde die Raumeinheit Zentralmühlviertler Hochland. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 4,8 km, von West nach Ost 5,6 km, die Gesamtfläche umfasst 10,21 km². Schönegg ist damit die achtkleinste Gemeinde des Bezirks. 2001 waren 33,1 Prozent der Gemeindefläche bewaldet, 63,1 Prozent der Fläche wurden landwirtschaftlich genutzt. Im Vergleich mit dem Bundesland Oberösterreich ist Schönegg damit etwas weniger bewaldet als der Landesschnitt (Oberösterreich: 36,9 Prozent) bzw. besteht deutlich mehr landwirtschaftliche Nutzfläche (Oberösterreich: 49,3 Prozent). Der Anteil sonstiger Nutzungen (Bauflächen, Gärten, Gewässer und anderes) liegt mit 5,8 Prozent hinter dem Oberösterreichischen Durchschnitt von 13,8 Prozent.[1] Nachbargemeinden sind Vorderweißenbach (Bezirk Urfahr-Umgebung) im Osten, Helfenberg im Süden und Afiesl im Westen. Im Norden bildet die Gemeindegrenze gleichzeitig die Staatsgrenze zu Tschechien.

Geologie und Böden

Die Landschaft des Gemeindegebietes ist ein Teil der Böhmischen Masse die auf ein sehr altes Gebirge zurückgeht, das durch die Variszische Gebirgsbildung im Paläozoikum (Karbon) entstand. Nach der starken Erodierung des ehemaligen Hochgebirges kam es während der alpidischen Gebirgsbildung im Tertiär zur Aufhebung des kristallinen Grundgebirges um mehrere 100 Meter, wodurch Brüchen und Störungen entstanden. In weiterer Folge kam es im Tertiär und Quartär zur Ablagerung von Sedimenten. Im engeren Sinn ist das Gemeindegebiet Teil des Granit- und Gneishochlandes, das am aufgewölbten Südrand des Böhmischen Felsmassives liegt.

Als Bodentypen kommen im Gemeindegebiet insbesondere Silkiatbraunerden (saure Braun- und Bleicherdeböden) über mächtigen bis weniger mächtigen Lehmdecken vor. Diese weisen mit zunehmender Höhe eine zunehmende Podsolierung auf und werden bei Staunässe zu Gley-, Anmoor- und Moorböden umgewandelt. Im Falle stärkerer Bodenabtragung kommt anstehender Fels oder der typische grusige Zersatz, welcher im Volksmund als „Flinz“ bekannt ist, zum Vorschein. Dabei handelt es sich um eine Verwitterungsschicht von lehmig-grusiger Konsistenz.[1]

Landschaft und Vegetation

Das Gemeindegebiet von Schönegg ist eine sanft kuppierte Hügellandschaft mit verschiedenen Hangneigungen und Expositionen, wobei die Steinerne Mühl einen markanten Taleinschnitt darstellt. Der tiefste Punkt der Gemeinde mit rund 650 Metern befindet sich am Talboden der Steinernen Mühl nahe der Ortschaft Mühlholz, der höchste mit 975 Metern am Waldhang nahe Schönegg, wobei die Hänge dazwischen terrassenähnlich bewirtschaften werden. Die Waldgebiete in der Gemeinde sind diffus über das Gemeindegebiet verteilt, wobei es sich überwiegend um Nadelwälder und -forste mit dominanter Fichte und säureliebendem Unterwuchs (Drahtschmiele, Heidelbeere) handelt. Reine Laubwälder bestehen kaum, wobei Laubhölzer vor allem an den Waldrändern (Buchen, vereinzelt Stieleichen und an feuchten Standorten Eschen, Schwarzerlen und Bergahorn) vorkommen. Die Landwirtschaft ist auf die Grünlandwirtschaft konzentriert, Ackerbau wird nur noch vereinzelt betrieben. Extensives Magergrünland besteht hingegen kaum noch, wobei es sich überwiegend um Feuchtwiesen sowie vereinzelte Streuobstwiesen handelt. Dafür weist das Gemeindegebiet einen hohen Anteil an Strukturelementen wie Steinmauern und Hecken auf, während die Fließgewässer teils durchgehend und beidufrige Ufergehölze aufweisen.[1]

Gewässer

Das Hauptgewässer im Gemeindegebiet ist die Steinerne Mühl, deren Einzugsgebiet den Großteil der Fließgewässer von Schönegg miteinschließt. befindet sich im Einzugsgebiet der Steinernen Mühl, die von Nordwesten nach Südosten verläuft und im Anschluss die Gemeinde in westlicher Richtung wieder verlässt. Bei den anderen Gewässern handelt es sich überwiegend um kleinere Wald- bzw. Wiesenbäche, welche abgesehen von einigen lokalen Verrohrungen bzw. Verbauungen Großteil naturnah verlaufen. Hinzu kommen zahlreiche Teiche unterschiedlicher Größe und Ausbildung die eine naturnahe bis naturferne Ausgestaltung ausweisen.[1]

Gemeindegliederung

Einwohnerzahlen der Ortsteile
Ortsteil 2001 2011
Guglwald 091 083
Köckendorf 048 055
Mühlholz 044 040
Piberschlag 318 289
Schönegg 053 051

Das Gemeindegebiet ist deckungsgleich mit der Katastralgemeinde Schönegg, wobei in der Gemeinde bzw. Katastralgemeinde fünf Ortsteile unterschieden werden. Hauptort der Gemeinde ist die Rotte Schönegg (852 m ü. A. ), die sich im Nordosten des Gemeindegebietes entlang einer Straße erstreckt. Schönegg umfasst 2001 jedoch nur 24 Gebäude mit einer Arbeitsstätte und 12 land- und forstwirtschaftlichen Betriebsstätten, wobei gerade einmal rund 10 Prozent der Bevölkerung hier lebten. Zu Schönegg wird dabei auch die Weiler Grubhäusl und Sternhäusl an der tschechischen Grenze sowie die Einöde Gugler westlich von Schönegg gezählt. Größte Siedlung der Gemeinde ist hingegen die Rotte Piberschlag (700 m ü. A. ). Die Rotte liegt im Südosten des Gemeindegebiets, wobei sich die Rotte entlang der Rohrbacher Straße (B 38) sowie nördlich davon erstreckt. Zu Piberschlag gehört auch der Weiler Plankenmauer im äußersten Südosten der Gemeinde, der Weiler Hintermühl nördlich von Piberschlag und die Reifmühle östlich von Piberschlag. Piberschlag wies 2001 115 Gebäude, sieben Arbeitsstätten und 41 land- und forstwirtschaftliche Betriebsstätten auf. Zudem lebte mehr als die Hälfte der Gemeindebewohner hier. Im Südosten der Gemeinde liegt die Rotte Mühlholz (720 m ü. A. ), die 2001 aus 16 Gebäuden mit 11 land- und forstwirtschaftlichen Betriebsstätten bestand. An der westlichen Gemeindegrenze liegt die Rotte Köckendorf, die zwischen der Gemeinde Afiesl und Schönegg geteilt ist und auch die Rotte Kollerhäuser umfasst. Köckendorf beherbergte in der Gemeinde 2001 23 Gebäude mit je drei Arbeitsstätten und land- und forstwirtschaftliche Betriebsstätten. Im Nordwesten liegt mit der Streusiedlung Guglwald (750 m ü. A. ) der fünfte Ortsteil. Die Ortschaft an der tschechischen Grenze beherbergte 2001 34 Gebäude mit drei Arbeitsstätten und 16 land- und forstwirtschaftlichen Betriebsstätten.[2]

Geschichte

Der Ort wurde während der Napoleonischen Kriege mehrfach u.a. von Bayern besetzt. Seit 1814 gehört der Ort endgültig zu Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum „Gau Oberdonau“. 1938 kam es zu Grenzgefechten in Guglwald zwischen Freikorps und dem tschechischen Militär. Nach dem Münchner Abkommen wurde die Grenze zur CSR aufgehoben, ein Jahr später die Gemeinde Schönegg mit den Gemeinden Helfenberg, Afiesl und Ahorn zusammengelegt. 1945 kam es zur erneuten Grenzziehung zur CSR und Wiedererrichtung des Zollamtes in Guglwald, 1949 zur Wiedererrichtung der Gemeinde Schönegg und Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft mit Afiesl.

1950 begann die Errichtung des Eisernen Vorhangs durch die Tschechen, erst 1989 wurde der Stacheldrahtzaun in Guglwald abgebaut. 1992 wurde dann der Grenzübergang Guglwald – Přední Výtoň (Vorder Heuraffl) für Fußgänger und Radfahrer geöffnet, 1994 auch für den PKW-Verkehr. Seit 2004 sind die Gebiete diesseits und jenseits der Grenze Partner in der EU.

Bevölkerung

Bevölkerungsstruktur

2013 lebten in der Gemeinde Schönegg 528 Menschen, womit die Gemeinde die siebentkleinste der 42 Gemeinden des Bezirks war. Mit 52 Einwohnern pro km² lag Schönegg bezüglich der Besiedelungsdichte im unteren Mittelfeld der Gemeinden im Bezirk. Ende 2001 waren 94,8 Prozent der Bevölkerung österreichische Staatsbürger (Oberösterreich 92,8 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 Prozent[3]), bis zum Jahresbeginn 2013 stieg der Wert auf 98,1 Prozent (Oberösterreich 91,1 Prozent, Bezirk Rohrbach 96,9 Prozent[3]) an. Insgesamt wurden 2013 in der Gemeinde nur 10 Ausländer gezählt, die zu 90 Prozent aus Europa stammten. Insgesamt 18 Gemeindebewohner waren im Ausland geboren worden. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 2001 94,2 Prozent der Einwohner (Oberösterreich: 79,4 Prozent[4]), 2,0 Prozent waren ohne Bekenntnis und 1,5 Prozent evangelisch.[5]

Der Altersdurchschnitt der Gemeindebevölkerung lag 2001 etwa im Landesdurchschnitt. 18,8 Prozent der Einwohner von Schönegg waren jünger als 15 Jahre (Oberösterreich: 18,8 Prozent[6]), 62,8 Prozent zwischen 15 und 59 Jahre alt (Oberösterreich: 61,6 Prozent[6]). Der Anteil der Einwohner über 59 Jahre lag mit 18,4 Prozent unter dem Landesdurchschnitt von 20,2 Prozent. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung von Schönegg veränderte sich in der Folge in allen Segmenten. Der Anteil der unter 15-jährigen sank per 1. Jänner 2013 auf 13,8 Prozent, während sich der Anteil der Menschen zwischen 15 und 59 Jahren auf 70,6 Prozent deutlich erhöhte. Der Anteil der über 59-jährigen sank hingegen auf 15,5 Prozent. Nach dem Familienstand waren 2001 46,6 Prozent der Einwohner von Schönegg ledig, 46,4 Prozent verheiratet, 6,1 Prozent verwitwet und 0,9 Prozent geschieden.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Das heutige Gemeindegebiet von Schönegg erlebte seit dem späten 19. Jahrhundert verglichen mit dem Bundesland Oberösterreich und dem Bezirk Rohrbach eine stark unterdurchschnittliches Bevölkerungswachstum. Verdoppelte sich die Einwohnerzahl von 1869 bis 2013 in Oberösterreich nahezu bzw. blieb im Bezirk Rohrbach praktisch gleich, so schrumpfte die Einwohnerzahl von Schönegg in diesem Zeitraum fast um die Hälfte. Bereits zwischen 1869 und 1900 war die Bevölkerungszahl der Gemeinde um ein Viertel von rund 950 auf 700 Einwohner zurückgegangen. Danach stagnierte die Einwohnerzahl bis 1939 und ging danach bis 1971 erneut um 30 Prozent zurück. 1971 wurde mit 496 Einwohnern die bisher geringste Einwohnerzahl gemessen. Danach ging die Einwohnerzahl leicht nach oben bzw. stagnierte. In den 1970er und 1980er Jahren wies die Gemeinde noch einen Geburtenüberschuss auf, der jedoch in den 1990er Jahren auf null sank. Die Wanderungsbilanz war in den 1970er Jahren leicht negativ und war danach wieder ausgeglichen. Seit der Jahrtausendwende weist die Gemeinde wieder einen Geburtenüberschuss auf, der jedoch die stärkere, negative Wanderungsbilanz nicht ausgleichen kann.[5]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat als oberstes Gremium der Gemeinde umfasst 13 Sitze und wird alle sechs Jahre im Zuge oberösterreichweiter Gemeinderatswahlen gewählt. Der Gemeindevorstand setzt sich aus drei Mitgliedern zusammen, wobei die Österreichische Volkspartei (ÖVP) nach der Gemeinderatswahl 2009 mit dem Bürgermeister und dem Vizebürgermeister vertreten ist und damit in diesem Gremium die absolute Mehrheit stellt. Die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) entsendet ein weiteres Mitglieder.

Stärkste Fraktion im Gemeinderat von Schönegg ist seit jeher die ÖVP, die in der Zeit seit 1945 immer die absolute Stimmen- und Mandatsmehrheit erzielte bzw. mit einer Ausnahme auch immer über eine Zweidrittelmehrheit verfügte. 1949 kam die ÖVP mit 83,0 Prozent auf ihr bisher bestes Ergebnis, 2003 verzeichnete sie mit 61,9 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis. Zweitstärkste Partei im Gemeinderat von Schönegg war immer die SPÖ, die seit 1945 auf Ergebnisse zwischen 17,0 und 38,1 Prozent kam. Ihr bestes Ergebnis hatte die SPÖ dabei 2003, ihr schlechtestes 1949. abgesehen von ÖVP und SPÖ kandidierte bei Gemeinderatswahlen ab 1945 keine weitere Partei. Bei der letzten Gemeinderatswahl 2009 erreichte die ÖVP 70,7 Prozent bzw. neun Mandate, die SPÖ kam auf 29,3 Prozent bzw. vier Mandate und musste damit rund neun Prozent abgeben.[7]

Bürgermeister

Der Bürgermeister wird seit 1997 in einer Direktwahl bestimmt, wobei es bei keiner absoluten Mehrheit für einen Kandidaten zu einer Stichwahl kommt. Die erste Direktwahl konnte der seit 1991 Johann Grünzweil (ÖVP) mit 77,3 Prozent im ersten Wahlgang gegen den Kandidaten der SPÖ für sich entscheiden. Grünzweil wurde in der Folge 2003 mit 64,4 Prozent im Amt bestätigt. Er übergab das Amt 2009 an Peter Pagitsch (ÖVP), der bei der Bürgermeisterdirektwahl 2009 mit 88,2 Prozent gewählt wurde. 2009 trat er jedoch ohne Gegenkandidaten an.[8]

Bürgermeister seit 1850:[9]

Amtszeit Name Amtszeit Name
1850–1855 Johann Steinecker 1909–1919 Franz Leitgöb
1855–1867 Johann Wimmer 1919–1929 Leopold Preining
1867–1870 Franz Leitgeb 1929–1942 Leopold Preining
1870–1873 Josef Traxler 1942–1949 Franz Oberhamberger
1873–1879 Josef Mittermüller 1949–1957 Leopold Preining
1879–1885 Johann Igelsböck 1957–1973 Andreas Kitzmüller
1885–1894 Georg Preining 1973–1991 Friedrich Winkler
1894–1897 Anton Pils 1991–2009 Johann Grünzweil
1897–1900 Franz Hauzeneder seit 2009 Peter Pagitsch
1900- Anton Keplinger
1903–1906 Franz Leitgöb
1906–1909 Georg Preining

Sonstige Wahlen

Wie bei Gemeinderatswahlen dominiert die ÖVP auch bei Landtagswahlen in der Gemeinde, wobei die Dominanz der ÖVP seit 1945 jedoch deutlich zurückging. Dennoch konnte die ÖVP bei jeder Landtagswahl die absolute Stimmenmehrheit in Schönegg erreichen. Zwischen 1945 und 1985 kam die ÖVP auf Ergebnisse zwischen 68,4 und 81,9 Prozent, wobei sie 1961 ihr bestes Ergebnis erzielte. Nachdem sie 1985 noch auf 74,3 Prozent gekommen war erreichte sie in den 1990er Jahren nur mehr um die 65 Prozent und sank in der Folge 2003 auf 59,6 Prozent. Die SPÖ kam in Schönegg in der Regel auf Ergebnisse um 20 Prozent, wobei sie 1961 mit 17,7 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis verbuchte. Ihre besten Wahlergebnisse erreichte die SPÖ 1967 mit 30,9 und 2003 mit 35,0 Prozent. Die FPÖ kam erst 1985 mit 1,2 Prozent auf ein einstelliges Ergebnis, konnte sich jedoch bereits 1991 auf 10,5 Prozent steigern. In der Folge sank ihr Ergebnis bis 2003 aber wieder auf 4,1 Prozent ab. Bei der letzten Landtagswahl 2009 kam die ÖVP mit 57,3 Prozent erneut auf den ersten Platz, musste jedoch ihr bisher schlechtestes Ergebnis hinnehmen. Die SPÖ kam mit 23 Prozent auf ein durchschnittliches Ergebnis, die FPÖ erreichte mit 9,5 Prozent ihr zweitbestes Wahlergebnis. Die Grünen konnten mit massiven Zugewinnen und 6,9 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis in Schönegg verzeichnen.[10]

Wappen

Die Gemeinde Schönegg bestimmte mit Beschluss des Gemeinderats am 31. August 1969 die Gestaltung des Gemeindewappens sowie die Gemeindefarben (Rot-Gelb). Das Wappen wurde in der Folge durch Beschluss der oberösterreichischen Landesregierung vom 19. Jänner 1970 verliehen bzw. die Gemeindefarben genehmigt. Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Gold ein schwarzer, aufgerichteter, rot bezungter und bewehrter Biber.“ Das Wappen geht auf das „sprechende“ Wappen der Piber zu Piberstein zurück, die die im 13. Jahrhundert als Dienstleute der Herren von Wilhering-Waxenberg das Gebiet rodeten und besiedelten. Das Wappen wurde von Friedrich Winkler aus Schönegg entworfen.[11]

Wirtschaft und Infrastruktur

Arbeitsstätten und Beschäftigte

Schönegg beherbergte 2001 einen Betriebe mit 20 oder mehr Beschäftigten. Insgesamt ergab die im Rahmen der Volkszählung durchgeführte Arbeitsstättenzählung nur 14 Arbeitsstätten mit lediglich 71 Beschäftigten (ohne Landwirtschaft), wobei 83 Prozent unselbständig Beschäftigte waren. Die Anzahl der Arbeitsstätten war dabei gegenüber dem Jahr 1991 um gleich geblieben, die Anzahl der Beschäftigten war um 30 Personen (plus 73 Prozent) gestiegen. Wichtigster Wirtschaftszweig war 2001 der Bereich des Beherbergungs- und Gaststättenwesen mit drei Betrieben und 25 Beschäftigten (35 Prozent aller Beschäftigten) vor der Sachgütererzeugung mit drei Arbeitsstätten und 15 Beschäftigten (21 Prozent) und dem Bauwesen mit zwei Arbeitsstätten und 14 Beschäftigten (20 Prozent). Dahinter folgten das Unterrichtswesen und das Verkehrswesen. 23 Prozent der in Schönegg Beschäftigten waren Angestellte oder Beamte, 41 Prozent Arbeiter, 20 Prozent Lehrlinge und 15 Prozent Betriebsinhaber.[5]

Von den in Schönegg 2010 lebenden 302 Erwerbspersonen waren nur 2,3 Prozent arbeitslos. Von den 295 Erwerbstätigen waren 68 in der Sachgütererzeugung (23 Prozent), 42 in der Land- und Forstwirtschaft (14 Prozent), 28 im Bauwesen (10 Prozent) und 27 im Gesundheits- und Sozialwesen (9 Prozent) beschäftigt. Weitere wichtige Branchen waren der Handel und der Bereich Beherbergung und Gastronomie. Von den 289 Erwerbstätigen aus Schönegg (ohne temporär von der Arbeit abwesende Personen erwerbstätigen Einwohnern) gingen 2010 nur 73 Personen in Schönegg ihrer Beschäftigung nach. 216 bzw. 75 Prozent mussten zur Arbeit auspendeln. Von den Auspendlern hatten 46 Prozent ihre Arbeitsstätte in der Landeshauptstadt Linz, 21 Prozent im Bezirk Rohrbach und 18 Prozent im Bezirk Urfahr-Umgebung. Im Gegenzug pendelten 84 Menschen nach Schönegg ein.[5]

Land- und Forstwirtschaft

Die Statistik wies für die Gemeinde Schönegg 2010 46 land- und forstwirtschaftliche Betriebe aus. Darunter befanden sich 17 Haupterwerbsbetriebe, 25 Nebenerwerbsbetriebe und vier Personengemeinschaften. Die Gesamtbetriebszahl war gegenüber 1999 um 24 Betriebe bzw. 34 Prozent stark gesunken, wobei insbesondere die Anzahl der Nebenerwerbsbetriebe stark rückläufig war. Gemeinsam bewirtschafteten die Betriebe 2010 insgesamt 797 Hektar Fläche, wobei 63 Prozent der Fläche von Vollerwerbsbauern und 21 Prozent von Nebenerwerbslandwirten bewirtschaftet wurden. Die Durchschnittsfläche der Vollerwerbsbauern lag dabei mit 279,4 Hektar niedriger als der oberösterreichische Durchschnitt (33,8 Hektar) bzw. der Bezirksschnitt (34,7 Hektar).[5]

Verkehr und Infrastruktur

Schönegg wird durch die Böhmerwald Straße (B 38), die das Gemeindegebiet im Süden von Osten nach Westen quert. Die Böhmerwald Straße bindet dabei Schönegg an Vorderweißenbach im Osten und Helfenberg im Westen an. Die gemeindeeigene Wasserversorgung versorgt die Ortschaften Piberschlag, Guglwald und Köckendorf mit Wasser, während in den Ortschaften Schönegg und Mühlholz Einzelwasserversorgungen bzw. von der Gemeinde unabhängige Wassergenossenschaften bestehen. Von den Einwohnern sind rund 87 Prozent an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. Die Entsorgung des in der Gemeinde anfallenden Abwassers erfolgt überwiegend über den Reinhalteverband Mühltal, in dem Schönegg gemeinsam mit 14 weiteren Gemeinden Mitglied ist. Der Reinhalteverband Mühltal betreibt mit der Kläranlage in Iglbach die größte Abwasserbeseitigungsanlage im Bezirk Rohrbach, wobei 2011 in Schönegg ein Anschlussgrad von rund 80 Prozent an die Kläranlage erreicht wurde. Zu diesem Zeitpunkt war das Kanalbauprogramm der Gemeinde abgeschlossen. Die Restmüllabfuhr und die Bio-Abfuhr wurden mit Beginn des Jahres 2004 an den Bezirksabfallverband Rohrbach übertragen, der seitdem die Abfallabfuhr organisiert und durchführt. Des Weiteren besteht in der Nachbargemeinde Helfenberg ein Altstoffsammelzentrum.[12]

Gemeindefinanzen

Die Gemeinde Schönegg ist eine sogenannte „Dauerabgangsgemeinde“, d.h. sie kann ihren Haushalt bereits seit Jahrzehnten aus eigener Kraft nicht ausgleichen. So lag der Haushaltsabgang in den Jahren 2009 und 2010 bei rund 193.000 bzw. 196.000 Euro, 2011 bei rund 92.000 Euro. Der Voranschlag für 2012 wies Abgänge von rund 217.000 Euro auf. Zum Ausgleich ihrer Defizite erhielt Schönegg zwischen 2009 und 2011 Bedarfszuweisungsmittel in Höhe von insgesamt 442.000 Euro. Die Steuerkraft der Gemeinde setzte sich im Finanzjahr 2011 dabei zu 19 % aus den gemeindeeigenen Steuern und zu 81 % aus Ertragsanteilen und Strukturhilfen zusammen. Haupteinnahmequellen der Gemeinde waren bei den gemeindeeigenen Steuern im Jahr 2011 die Kommunalsteuer mit rund 49.000 Euro sowie die Grundsteuer B mit rund 37.000 Euro. Der Gesamtschuldenstand betrug am Ende des Jahres 2011 rund 2,9 Mio. Euro. Damit rangierte Schönegg mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 5.308 Euro auf Basis der Ergebnisse 2011 im Vergleich mit allen 444 oberösterreichischen Gemeinden an 12. Stelle und nahm innerhalb der Gemeinden des Bezirkes Rohrbach den 4. Rang ein. Damit wiesen lediglich 11 Gemeinden in Oberösterreich eine höhere Pro-Kopf-Verschuldung als Schönegg auf.[12]

Sicherheit und Gesundheitswesen

Die Freiwillige Feuerwehr Schönegg wurde am 7. Februar 1929 gegründet, wobei noch im selben Jahr der Ankauf einer Motorspritze erfolgte. 1930 kam es bei einem Gründungsfest zur Spritzen- und Depotweihe. Auf dem Gemeindegebiet von Schönegg wurde am 1. Oktober 1951 zudem der Löschzug Piberschlag gegründet, der bereits am 1. Juni 1952 in eine selbstständige Feuerwehr umgewandelt wurde. Die FF Piberschlag erhielt noch 1951 eine Tragkraftspritze und konnte 1958 ihr Zeughaus und eine neue Motorspritze in Betrieb nehmen. Die FF Schönegg errichtete 1977 ein neues Feuerwehrhaus, das 1998 umgebaut bzw. neugebaut wurde. Auch die FF Piberschlag ließ zwischen 1993 und 1995 ein neues Feuerwehrhaus errichten.

Nächstgelegene Polizeidienststelle ist die Polizeiinspektion in Helfenberg, nächstgelegenes Krankenhaus das Landeskrankenhaus Rohrbach. Auch für einen Arztbesuch muss in die Nachbargemeinde Helfenberg ausgewichen werden.

Bildung

In Schönegg gab es bis Ende des Schuljahres 2011/2012 eine einklassige Volksschule, die jedoch im Herbst 2012 nach einem Auftrag des Landes Oberösterreich vorläufig stillgelegt wurde. Die Gemeinden Afiesl und Schönegg betreiben gemeinsam einen Kindergarten in der Gemeinde Afiesl.[12]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Schönegg (Oberösterreich)

Literatur

  • Mühlviertel - Zwischen Donau und Böhmerwald - Der Bezirk Rohrbach. Rohrbach 2001

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Land Oberösterreich: Naturraumkartierung Oberösterreich. Landschaftserhebung Gemeinde Schönegg. Endbericht. Kirchdorf an der Krems, Uttendorf 2006
  2. Statistik Austria: Ortsverzeichnis Oberösterreich 2005 S. 280
  3. 3,0 3,1 Land Oberösterreich Bevölkerungsstände in Oberösterreich im Vergleich nach Staatsbürgerschaft
  4. Statistik Austria: Bevölkerung nach dem Religionsbekenntnis und Bundesländern 1951 bis 2001 (abgerufen am 2. Oktober 2013)
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 5,4 5,5 Statistik Austria Gemeindedaten von Schönegg
  6. 6,0 6,1 Land Oberösterreich Wohnbevölkerung in Oberösterreich im Vergleich nach Altersgruppen
  7. Land Oberösterreich Gemeinderatswahlen in Schönegg ab 1945
  8. Land Oberösterreich Wahlergebnis bei Bürgermeisterwahlen
  9. Land Oberösterreich Bürgermeister der Gemeinde Schönegg seit 1850
  10. Land Oberösterreich Landtagswahlergebnisse in Schönegg ab 1945
  11. Land Oberösterreich Wappen der Gemeinde Schönegg
  12. 12,0 12,1 12,2 Amt der Oberösterreichischen Landesregierung (Hrsg.): Prüfungsbericht der Bezirkshauptmannschaft Rohrbach über die Einschau in die Gebarung der Gemeinde Schönegg . Linz 2012

Weblinks

 Commons: Schönegg, Upper Austria  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Keine Kategorien vorhanden!

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schönegg (Oberösterreich) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.