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Schänis


Schänis
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen SG
Wahlkreis: See-Gaster
BFS-Nr.: 3315
Postleitzahl: 8718
Koordinaten:
Höhe: 420 m ü. M.
Fläche: 39,90 km²
Einwohner: 3715 (31. Dezember 2014)[1]
Einwohnerdichte: 93 Einw. pro km²
Website: www.schaenis.ch
Karte

Schänis ist eine politische Gemeinde im Kanton St. Gallen. Sie liegt im Wahlkreis See-Gaster in der Linthebene auf der rechten Seite des Linthkanals, westlich des Walensees in der Landschaft Gaster. Die Geschichte des Dorfes wurde bis 1811 durch das adlige Damenstift Schänis geprägt.

Geschichte

Scamnum ist lateinisch für Sandbank. Wahrscheinlich war eine Sandbank im Tuggenersee für Schänis namensgebend. In alten Dokumenten ist der Ort als Skennines, Scandensis und Scennies aufgeführt. Die Geschichte des Dorfes ist eng mit derjenigen des adligen Damenstifts verbunden. 1438 ging die Hohe Gerichtsbarkeit über Schänis mit dem Stift in die Hände von Schwyz und Glarus über. Das Dorf bildete eine der sechs Tagwen in der Vogtei Gaster und bildete dessen Hauptort, da hier die Landsgemeinden stattfanden und sich das Amtshaus befand. Am 29. April 1610 wurde das Dorf mit Kirche und Stift durch ein verheerendes Feuer zerstört. 1798 gingen die Herrschaftsrechte des Stifts an die Gemeinde über. Die Stiftskirche ging an die Kirchgemeinde Schänis. Während der Helvetik wurde die heutige Gemeinde Schänis innerhalb des Kantons Linth geschaffen, indem die Ortsgemeinden Schänis, Rütiberg, Dorf, Rufi und Maseltrangen zusammengefasst wurden. Das ehemalige Amtshaus und Rathaus von Schänis ging wie die Stiftsgebäude an die im Ort tonangebende Familie Gmür. Während der napoleonischen Kriege fand 1799 bei Schänis ein Gefecht zwischen österreichischen und französischen Truppen statt, bei dem der österreichische General Friedrich von Hotze den Tod fand. Seit 1831 war Schänis Hauptort des Bezirkes Gaster im Kanton St. Gallen.

Am 2. Mai 1847 verhalfen Oberst Dominik Gmür und Bezirksgerichtsschreiber Johannes Zweifel an der Bezirkslandsgemeinde der liberalen Partei zur Mehrheit, wodurch im Grossen Rat des Kantons St. Gallen eine liberale Mehrheit resultierte und der Kanton zum «Schicksalskanton» beim Ausbruch des Sonderbundskrieges wurde.1859 wurde die Bahnlinie zwischen Ziegelbrücke und Uznach eröffnet.

Wappen

Seit 1946 besteht das Gemeindewappen aus einer Kombination des Wappens der Kyburger und des Damenstifts Schänis. Geteilt, im obern silbernen Feld ein roter schreitender Löwe, begleitet von einem goldenen Kreuz im rechten Obereck, im unteren roten Feld eine goldene Krone mit Blattzinken.[2] Gemäss einer alten Fahne von 1786 aus dem Besitz der Familie Gmür (heute im Historischen Museum St. Gallen) zeigte das Wappen früher in Blau über einem grünen Dreiberg zwei liegende, einander tangential abgekehrte Halbmonde von Gold, überhöht von einem goldenen Tatzenkreuz.[3]

Geographie

Zur politischen Gemeinde Schänis gehören die Weiler Dorf, Rufi, Maseltrangen, Rüttiberg und Ziegelbrücke. Mit Ausnahme von Ziegelbrücke werden die Hauptsiedlung und die Weiler von je einer Ortsgemeinde verwaltet, nicht zu verwechseln mit den noch bis 2011 existierenden eigenständigen als Ortsgemeinden bezeichneten politischen Gemeinden des Kantons Glarus.

Die höchste Erhebung der Gemeinde Schänis ist der Speer mit einer Höhe von 1950 m.ü.M. Ebenfalls auf dem Gebiet von Schänis liegt die Federispitze, deren westliche Flanke als Schänner Berg bezeichnet wird. Eine weitere markante Erhebung ist der Biberlichopf an der Grenze zu Weesen, auf dem die Ruine eines römischen Wachturms und ein Fernsehturm steht. Der Benkner Büchel trennt Schänis von der Nachbargemeinde Benken.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 1'917
1900 1'876
1950 2'223
1980 2'426
2000 3'573
2010 3'530

Wirtschaft

Bedeutende Arbeitgeber sind unter anderem die Bico AG (früher Matratzenfabrik Birchler & Co.), die Systemtechnik Schänis GmbH und der Spar Schänis (im Einkaufszentrum Schänis).

Verkehr

Bei Ziegelbrücke kreuzen sich die Eisenbahnlinien RapperswilGlarusLinthal und ZürichChur. Der Bahnhof umfasst mehr als zehn Geleise und wird auch von internationalen Schnellzügen bedient. Der Dorfkern wird von den Regionalzügen der Linie Rapperswil–Glarus–Linthal und der Postautolinie Ziegelbrücke–Uznach bedient.

Etwas abseits des Dorfes Schänis liegt der kleine Segelflugplatz Schänis.

Sehenswürdigkeiten

Auf dem Gemeindegebiet gibt es einige denkmalgeschützte Bauwerke.

  • Die ehemalige Stiftskirche des Klosters Schänis. Heute die Pfarrkirche St. Bastian. (Nationales Baudenkmal)
  • Das ehemalige Konventgebäude des Klosters Schänis.
  • Der Gallusturm aus dem 12. Jahrhundert, der Rest der im 19. Jahrhundert ausgebrannten Pfarrkirche. (Nationales Baudenkmal)
  • Die Stifts- und Pfarrkirche St. Sebastian[4].
  • Die Überreste des römischen Wachturms auf dem Biberlichopf. (Nationales Baudenkmal)
  • Die Burgruine Niederwindegg
  • Das ehemalige Rathaus von Schänis.
  • Das Selinerhaus mit seiner Platzfront und dem Louis-XVI-Portal.
  • Das Steinerhaus mit seinem südlichen Dachgiebel mit den geschnitzten Köpfen.
  • Das neoklassizistische Schulhaus von 1878.

Weblinks

 Commons: Schänis  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Bernhard Anderes: Die Kunstdenkmäler des Kantons St. Gallen, Bd. V, Der Bezirk Gaster. In: Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Bd. 59. Birkhäuser, Basel 1970, S. 156.
  3. Bernhard Anderes: Die Kunstdenkmäler des Kantons St. Gallen, Bd. V, Der Bezirk Gaster. In: Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Bd. 59. Birkhäuser, Basel 1970, S. 270–271.
  4. Moritz Flury-Rova: Die Stifts- und Pfarrkirche St. Sebastian in Schänis. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 792, Serie 80). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2006, ISBN 978-3-85782-792-1.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Schänis (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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