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Sankt Salvator (Wien)


Die Salvatorkirche (auch: Salvatorkapelle) im Komplex des Alten Rathauses in Wien wurde im 14. Jahrhundert erbaut. 1871 wurde sie der altkatholischen Kirche übergeben und ist seither Bischofskirche der Altkatholischen Kirche Österreichs. Bis dahin diente sie als Hauskapelle des Rathauses.

Salvatorkirche

Mit dem Eingang von der Salvatorgasse, einem prächtigen Renaissanceportal, kann man eines der wenigen in Wien heute noch bestehenden architektonischen Denkmäler aus der Renaissancezeit besichtigen.

In den Jahren 1971 und 1972 erfolgte eine umfassende Innenrenovierung, dabei wurde auch der Hochaltar zurückversetzt und ein Volksaltar aufgestellt.[1]

Die Orgel der Salvatorkirche stammt aus dem Jahre 1750 und wurde vermutlich von dem Orgelbauer Gottfried Sonnholz errichtet. Das Instrument verfügt über sieben Register auf einem Manual (Copula 8′, Principal 4′, Flöte 4′, Oktav 2′, Sedecima 1′) und Pedal (Basso 8′, Flauto 8′). Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch.[2]

Altkatholische Kirchengemeinde Sankt Salvator

Die altkatholische Kirchengemeinde St. Salvator (Wien-Innen) lässt sich auf das Jahr 1871 zurückführen.[3] Die staatliche Anerkennung dieser Pfarrgemeinde sprach die kaiserlich-königliche Regierung 1877 aus. Ab 1879 kam es zur Einführung der deutschen Sprache an Stelle der lateinischen Liturgie sowie zur Kommunion in beiderlei Gestalt.[4] Anlässlich des 80. Jahrestages der staatlichen Anerkennung fand 1957 ein Festgottesdienst statt, an dem Bundespräsident Adolf Schärf und weitere Politiker teilnahmen.[5] Im November 1969 hob Franz Kardinal König das 1871 über St. Salvator verhängte Interdikt auf.[5] 1998 spendete Bischof Bernhard Heitz erstmals einer Frau die Priesterweihe in der Salvatorkirche.[5] Im Jahr 2003 besuchte Joris Vercammen, in seiner Funktion als altkatholischer Erzbischof von Utrecht und Ehrenprimas der Altkatholischen Kirchengemeinschaft, erstmals die Salvatorkirche und weitere österreichische Kirchengemeinden.[6]

Die Programmvorstellung zur neunten Lange Nacht der Kirchen im Jahr 2013 erfolgte gemeinsam in St. Salvator durch den seit 2008 amtierenden altkatholischen Bischof Johannes Okoro, den evangelischen Superintendenten Hansjörg Lein und den römisch-katholischen Bischofsvikar Dariusz Schutzki.[7] Im Rahmen der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen fand am 13. Jänner 2016 eine ökumenische Vesper in der Salvatorkirche statt. Unter den anwesenden Repräsentanten der Ökumene waren unter anderem der emeritierte altkatholische Bischof John Okoro und der katholische Erzbischof von Wien Christoph Kardinal Schönborn.[8]

Das Seelsorgegebiet des altkatholischen Pfarramtes St. Salvator umfasst Teile von Wien, des Burgenlandes und eine Diasporagemeinde in Baden bei Wien in der St. Anna-Kapelle.

Literatur

  • Alois Groppenberger von Bergenstamm: Ursprung und Geschichte der Kirche St. Salvator nächst dem Rathaus der k.k. Haupt- und Residenzstadt Wien, Joseph Tendler, Wien 1812 (Online-Version )

Weblinks

 Commons: Sankt Salvator (Wien)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Christian Halama: Altkatholiken in Österreich. Böhlau, Wien 2004, ISBN 3-205-77224-5, S. 780.
  2. Nähere Informationen zur Orgel
  3. Urs Küry: Die Altkatholische Kirche. Ihre Geschichte, ihre Lehre, ihr Anliegen. 3. Auflage. Evangelisches Verlagswerk, Frankfurt am Main 1982, ISBN 3-7715-0190-3, S. 92.
  4. Karl Vocelka: Multikonfessionelles Österreich. Styria, Wien-Graz-Klagenfurt 2013, ISBN 978-3-222-13392-3, S. 159.
  5. 5,0 5,1 5,2 Christian Halama: Altkatholiken in Österreich. Böhlau, Wien 2004, ISBN 3-205-77224-5, S. 765,777,815.
  6. Altkatholischer Primas besucht Österreich Homepage ORF - Österreichischer Rundfunk, abgerufen am 11. Mai 2014
  7. Lange Nacht der Kirchen Homepage der Evangelischen Kirche A.B., abgerufen am 11. Mai 2014
  8. Weltgebetswochen für die Einheit der Christen. röm.-kath. Erzdiözese Wien, 12. Januar 2016, abgerufen am 24. Januar 2016.

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Sankt Salvator (Wien) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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