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Sankt Paul im Lavanttal


St. Paul im Lavanttal
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Wolfsberg
Kfz-Kennzeichen: WO
Fläche: 47,46 km²
 :
Höhe: 412 m ü. A.
Einwohner: 3.369 (1. Jän. 2016)
Bevölkerungsdichte: 71 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9470
Vorwahl: 0 43 57
Gemeindekennziffer: 2 09 18
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Platz St. Blasien 1
9470 St. Paul im Lavanttal
Website: www.sanktpaul.at
Politik
Bürgermeister: Hermann Primus (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(23 Mitglieder)
11 SPÖ, 7 ZAS, 3 FPÖ, 2 ÖVP
Lage der Marktgemeinde St. Paul im Lavanttal im Bezirk Wolfsberg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Sankt Paul im Lavanttal, amtlich St. Paul im Lavanttal, ist eine Marktgemeinde mit 3369 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016 ) im Bezirk Wolfsberg in Kärnten.

Geographie

Geographische Lage

Der Markt St. Paul liegt im Lavanttal nahe der Einmündung des Granitzbachs in die Lavant. Ein Großteil des Gemeindegebietes liegt im Granitztal und an den Ausläufern der Saualpe.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde ist in die acht Katastralgemeinden Granitztal-St. Paul, Granitztal-Weissenegg, Johannesberg, Legerbuch, Kollnitz, Sankt Paul, Loschental und Weinberg gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 21 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Deutsch-Grutschen (142)
  • Gönitz (61)
  • Granitztal-Sankt Paul (86)
  • Granitztal-Weißenegg (443)
  • Hundsdorf (78)
  • Johannesberg (24)
  • Kampach (78)
  • Kollnitzgreuth (73)
  • Legerbuch (148)
  • Loschental (52)
  • Sankt Margarethen (28)
  • Sankt Martin (27)
  • Sankt Paul im Lavanttal (1.803)
  • Schildberg (54)
  • Stadling (95)
  • Unterhaus (6)
  • Unterholz (8)
  • Weinberg (15)
  • Windisch-Grutschen (37)
  • Winkling (36)
  • Zellbach (94)

Geschichte

Aus der römischen Zeit (Provinz Noricum) wurden zwei Weiheinschriften für den keltischen Gott Latobius gefunden. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes als villula Brugga stammt aus einer Urkunde aus dem Jahr 1091: Graf Engelbert von Spanheim stiftete anstelle einer Burg Lavant ein Benediktinerkloster bei einer schon bestehenden Paulskirche. Dieses Dorf Brugga an einer Brücke über den Granitzbach war eine Gewerbe- und Händlersiedlung, die 1184 in einer Urkunde Papst Lucius III. erstmals auch als Markt (villam, quod forum dicitur) bezeichnet wurde. 1289 wird der Ort im Klosterurbar erstmals ausdrücklich als Markt St. Paul bezeichnet (in foro sancti Pauli); zuvor (1255) hatte Bernhard von Spanheim den Bewohnern die entsprechenden Rechte zugesprochen. Der Markt stand stets unter dem Einfluss des Klosters, das auch heute ein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor ist.

Die 1850 neu konstituierte Marktgemeinde wurde 1941 in Spanheim umbenannt, was 1946 rückgängig gemacht wurde. 1957 wurde das Gemeindegebiet um die sogenannte „Teufelsinsel“ im Osten sowie um einen Teil der aufgelösten Ortsgemeinde Legerbuch vergrößert. Weitere Gebietszuwächse folgten durch Eingemeindungen anlässlich der Gemeindestrukturreform 1973, die allerdings teilweise durch die Wieder-Verselbständigung von St. Georgen 1991 rückgängig gemacht wurden.

Bevölkerung

Laut Volkszählung 2001 hat Sankt Paul 3.680 Einwohner, davon sind 95,5 % österreichische und 1,5 % bosnische Staatsbürger. 92,7 % bekennen sich zur römisch-katholischen, 1,3 % zur evangelischen Kirche und 2,0 % zum Islam. 2,7 % der Bevölkerung sind ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sankt Paul im Lavanttal

Bauwerke

Benediktinerabtei

Das 1091 gegründete Benediktinerstift St. Paul ist eine Burganlage, die den Herzögen von Kärnten als Stammburg diente. Heute ist das Stift das älteste noch aktive Kloster in Kärnten und besitzt eine der größten Kunstsammlungen Europas sowie eine umfangreiche und bedeutende Bibliothek. Innerhalb der Anlage befindet sich eine romanische Basilika, die Ende des 12. Jahrhunderts erbaut wurde.

Burg Rabenstein

Die Burg wurde auch 1091 zum Schutz des Klosters als Burg Ramestein erbaut. Sie wurde 1307 zerstört, wieder aufgebaut und wurde 1636 ein weiteres Mal durch einen Brand zerstört.

Gymnasium und Konvikt

Das Gebäude für das Konvikt des Stiftsgymnasiums wurde 1889 im neogotischen Stil erbaut und 1909 erweitert; es war damals mit 200 Plätzen eines der größten und mit Zentralheizung und Hallenbad eines der modernsten Internate der österreichisch-ungarischen Monarchie. Das Gebäude des Stiftsgymnasiums wurde 1900 im Ringstraßenstil erbaut und beherbergt, wie auch das 1976 aufgelassene Internatsgebäude, die Klassen des Stiftsgymnasiums St. Paul.

Museen

  • Stiftsmuseum
  • Obstbaumuseum

Regelmäßige Veranstaltungen

  • St. Pauler Kultursommer
  • St. Pauler Oktoberfest
  • St. Pauler Kirchtag
  • St. Pauler Fellner - Event
  • Hugo Wolf-Tage
  • St. Pauler Mostlandlauf
  • Schneidbrettturnier des TTC St. Paul

Das Ölbründl

Dietrich von Spanheim (1253–1303), aus dem Hause der Gründer des Benediktinerstiftes Sankt Paul, lebte als Einsiedler in einer Höhle im Wald nördlich des Johannesberges. In der Nähe seiner Behausung sprudelte diese Quelle aus dem Berg. Viele Kranke pilgerten zu dem Einsiedler, von dem der Ruf ausging, dass er Kranke heilen könne. Dazu schöpfte er mit der Hand Wasser aus dieser Quelle, das sich sogleich in Öl verwandelte. Damit rieb er die Kranken ein und heilte sie. Als er starb, wurde er auf dem Hügel unter einer Kapelle begraben. Später wurde darauf die Johanneskirche errichtet.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von St. Paul besteht aus 23 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen:[2]

Direkt gewählter Bürgermeister ist Hermann Primus (SPÖ).

Wappen

Das heutige Wappen geht auf ein Marktsiegel zurück, das für den 1. Oktober 1665 überliefert ist und vermutlich unter Abt Philipp Rottenhäuser (reg. 1661–1677) verliehen wurde. Es ist aus Heroldsstücken zusammengesetzt, was für diese Zeit eher untypisch ist.

Die amtliche Blasonierung des Wappens lautet: „Geteilter Schild; vorne in Schwarz drei Reihen silberner Keile, hinten in Rot drei silberne Balken.“ Diese Wappenbeschreibung ist in Teilen heraldisch unkorrekt, insbesondere handelt es sich um einen gespaltenen, nicht geteilten Wappenschild. 2006 wurde daher folgender Vorschlag eingereicht: „Gespaltener Schild; vorne in Schwarz drei Reihen silberne gestürzte Spickel unter verringertem Schildhaupt, hinten von Rot und Silberne sechsmal geteilt.“[3]

Die Führung des Wappens wurde der Gemeinde am 22. Oktober 1973 bescheinigt, gleichzeitig wurde ihr eine Fahne verliehen, die die Farben Rot-Weiß-Schwarz mit eingearbeitetem Wappen trägt.

Städtepartnerschaften

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Wappenringträger

  • Gerfried Sitar (* 1968), Bischofsvikar der Diözese Gurk, Direktor des Stiftsmuseums St. Paul und Dechant von St. Andrä, Buchautor und Ausstellungsmacher

Weblinks

 Commons: Sankt Paul im Lavanttal  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Amt der Kärntner Landesregierung
  3. Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 252

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Sankt Paul im Lavanttal (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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