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Sanggye Gyatsho


Tibetische Bezeichnung
Tibetische Schrift:
སྡེ་སྲིད་སངས་རྒྱས་རྒྱ་མཚོ་
Wylie-Transliteration:
sde srid sangs rgyas rgya mtsho

Desi Sanggye Gyatsho (tibetisch: sde srid sangs rgyas rgya mtsho; * 1653 nähe Lhasa; † 1705[1]) war ein bedeutender Gelehrter der Gelug-Tradition des Buddhismus in Tibet, Autor, Staatsmann und tibetischer Arzt.

Leben

Sanggye Gyatsho wurde als Sohn des Drongmepa Asug (tibetisch: grong smad pa a sug) und der Buthri Gyelmo (tibetisch: bu khrid rgyal mo) im Jahre 1653 geboren. Schon im Alter von acht Jahren erhielt er Unterweisungen in Sutra und Tantra vom 5. Dalai Lama (1617–1682). Ferner wurde er in Astrologie, Grammatik und Medizin von den besten Lehrern seiner Zeit ausgebildet.[2]

1679 wurde Sanggye Gyatsho „Desi“ (tibetisch: sde srid; Regent) des 5. Dalai Lama. Nach dem Tod des 5. Dalai Lama hielt er dessen Ableben auf Wunsch des Verstorbenen geheim, bis der 6. Dalai Lama sein 13. Lebensjahr erreicht hatte und der „Rote Palast“ (tibetisch: thog khang dmar po) des Potala fertiggestellt war (1694). Dies führte zu Unstimmigkeiten mit Kaiser Kangxi. 1696 gründete er die erste Schule für tibetische Medizin in Tibet[3] auf dem Cagpori (tibetisch: lcags po ri; der „Eiserne Berg“, südlich des Potala). 1702 trat Desi Sanggye Gyatsho auf Grund unüberwindbarer Differenzen mit Lhabsang Khan als Regent und Minister zurück. 1705 ließ ihn Lhabsang Khans Frau ermorden.

Werke

Zu den bekanntesten Werken Sanggye Gyatshos zählen sein Kommentar zum „Gyüshi“ (tib.: rgyud bzhi) genannt „Der blaue Beryll“ (1688 fertiggestellt[4]; Sanskrit/tibetisch: Vaidurya sngon po) – ein erstmals zu medizinischen Ausbildungszwecken illustriertes Lehrbuch der tibetischen Medizin[5] – und der „Gelbe Beryll“ (1698; Sanskrit/tibetisch: Vaidurya ser po) – eine Geschichte der Gelug-Tradition[6].

Weitere bekannte Werke sind das khog 'bugs – eine Geschichte der Medizin in der er in 36 Kapiteln die Entwicklung zweier unterschiedlicher Traditionen tibetischer Medizin (byang lugs und zur lugs) im Kontext tibetischer Geschichte beschreibt sowie ein Werk mit dem Titel sman ngag lhan thabs für praktizierende Ärzte, in dem er sich in 133 Kapiteln nur auf den 3. Teil des Gyüshi bezieht[7] und der „Weiße Beryll“ (Sanskrit/tibetisch: Vaiḍūrya dkar po), das bedeutendste tibetische Standardwerk zur tibetischen Kalenderrechnung, Astronomie, Astrologie und über Sinotibetische Divinationskalkulationen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. sangs rgyas rgya mtsho/
  2. men-tsee-khang.org: History: Regent Sangye Gyatso (1653-1705 A. D.) (Memento vom 28. Januar 2010 im Internet Archive)
  3. chagpori.nl: Chagpori - Lhasa
  4. asianmedcom.site.securepod.com: A brief history of Tibetan Medicine (Memento vom 13. Oktober 2008 im Internet Archive)
  5. Dharmapala Thangka Centre: 1000 Jahre tibetische Medizin auf Rollbildern
  6. thdl.org: The Yellow Beryl: History of the Gelukpa (Memento vom 11. Juni 2007 im Internet Archive)
  7. International Trust for Traditional Medicine (ITTM)
Sanggye Gyatsho (Alternativbezeichnungen des Lemmas)
Disi Sangjie Jiacuo 第司·桑结嘉措; Disi Sangji Jiacuo 第司·桑吉嘉措; Sangjie Jiacuo 桑杰嘉措; Drongmepa Sanggye Gyatsho; grong smad pa sangs rgyas rgya mtsho; Desi Sangyé Gyatso


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Sanggye Gyatsho (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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