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Sandhausen


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Sandhausen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rhein-Neckar-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 107 m ü. NHN
Fläche: 14,55 km²
Einwohner: 14.672 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 1008 Einwohner je km²
Postleitzahl: 69207
Vorwahl: 06224
Kfz-Kennzeichen: HD
Gemeindeschlüssel: 08 2 26 076
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 10
69207 Sandhausen
Webpräsenz: www.sandhausen.de
Bürgermeister: Georg Kletti (CDU)
}

Sandhausen ist eine Gemeinde im nordwestlichen Baden-Württemberg. Sie gehört zum Rhein-Neckar-Kreis und liegt etwa acht Kilometer südlich von Heidelberg.

Geographie

Lage

Sandhausen gehört zur Metropolregion Rhein-Neckar und liegt in der Oberrheinischen Tiefebene zwischen dem Hardtwald und dem Kraichgau. Der Hardtbach, der Leimbach sowie der Landgraben durchfließen die Gemarkung, die zu 47 Prozent bewaldet ist. Im Süden der Gemeinde befindet sich eine unter Naturschutz stehende Binnendünenlandschaft, die Sandhausener Dünen. Ebenfalls südlich von Sandhausen befindet sich das Naturschutzgebiet Zugmantel-Bandholz.

Nachbargemeinden

Im Norden grenzt die Gemeinde an den Heidelberger Stadtteil Kirchheim, im Osten an den Leimener Stadtteil St. Ilgen, im Süden an Walldorf, im Südwesten an eine zu Leimen gehörende unbewohnte Exklave und im Westen an die Gemeinde Oftersheim.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Sandhausen gehören der Ort Sandhausen, der Weiler Bruchhausen im Nordwesten, das Försterhaus und die Sandhäuser Aussiedlerhöfe. Im Gemeindegebiet liegt die Wüstung Lochheim.[2]

Geschichte

Sandhausen wurde 1262 unter dem Namen „Santhusen“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Name kommt von den eiszeitlichen Sanddünen, die an den Ort angrenzen. Schon zu Zeiten des Römischen Reiches existierte auf dem Gebiet der Gemeinde eine Siedlung namens Lochheim. Westlich von Sandhausen befand sich eine Tiefburg, deren Herren die Edelfreien von Bruch waren. Später wurde die Ortsherrschaft von den Edelfreien von Bruchsal ausgeübt. Otto von Bruchsal übertrug das Lehen 1262 an Pfalzgraf Ludwig.

1351 kaufte die Kurpfalz die Herrschaft über Sandhausen und gliederte den Ort zur Kirchheimer Zent und später an das Oberamt Heidelberg. Während der Mainzer Stiftsfehde 1462, im Dreißigjährigen Krieg und 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde Sandhausen zerstört. Nach der Französischen Revolution wurde die Kurpfalz im Rahmen der Koalitionskriege besetzt und Sandhausen wurde badisch, was 1803 im Reichsdeputationshauptschluss bestätigt wurde.

Eingemeindungen

Bruchhausen wurde 1928 nach Sandhausen eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

Jahr 1727 1777 1818 1852 1905 1939 1965 2010 2015
Einwohner 293 620 1075 1693 3556 4820 8925 14542 14.767

Politik

Gemeinderat

Seit der vorletzten Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 gehören dem Gemeinderat von Sandhausen 22 Mitglieder an. Die folgende Sitzverteilung wurde bei der letzten Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 bestätigt:

Bürgermeister

  • 1954–1981: Walter Reinhard
  • 1981–2005: Erich Bertsch
  • 2005: Georg Kletti (CDU).

Wappen

Das Wappen von Sandhausen zeigt einen gespaltenen Schild, dessen rechte Hälfte blaue und weiße Rauten aufweist, die an die Herrschaft der Kurfürsten von der Pfalz erinnern. Die linke Hälfte zeigt auf silbernem Hintergrund drei Laubbäume, Symbol für Sandhausen als Hardtgemeinde. Das Wappen geht zurück auf ein Siegel von 1698 und wurde 1900 vom badischen Generallandesarchiv genehmigt. Die Flagge ist Weiß-Blau.[3]

Partnerschaften

Die Gemeinde Sandhausen unterhält seit 1980 eine Städtepartnerschaft zu Lège-Cap-Ferret an der französischen Atlantik-Küste sowie seit 2000 eine freundschaftliche Beziehung zu Königswartha in der Oberlausitz in Sachsen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Im Ortskern befindet sich der Lège-Cap-Ferret-Platz mit der 1909 im Jugendstil errichteten Theodor-Heuss-Schule. Das alte Rathaus von 1742 beherbergt ein Heimatmuseum.

Im Jahre 1757 wurde eine Kirche für die Reformierten errichtet. Nachdem sie zu klein geworden war, wurde sie an die Jüdische Gemeinde verkauft und als Synagoge genutzt. Nach 1875 verlor die Jüdische Gemeinde durch Abwanderung in die Städte viele Mitglieder, sodass die Synagoge als Abstellraum genutzt wurde. Dadurch entging sie der Zerstörung durch die NS-Machthaber. Das Gebäude wird heute als „Alte Kirche/Synagoge“ für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Ein Gedenkstein aus dem Jahre 1961 am Haus Hauptstraße 115 erinnert an diese Geschichte.[4]

Die evangelische Christuskirche wurde auf der zweithöchsten Erhebung in Sandhausen erbaut und 1866 geweiht.

Das Langhaus der katholischen St.-Bartholomäus-Kirche stammt von 1767. Das Querschiff und der Glockenturm wurden bei der Erweiterung 1896 erbaut. Die Dreifaltigkeitskirche, die katholische Hauptkirche, wurde 1968 in modernem Stil errichtet.

Sport

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Früher war Sandhausen eine bekannte Hopfengemeinde. Heute existiert nur noch eine Hopfendemonstrationsanlage, aus deren Hopfen jedes Jahr zusammen mit der Welde-Brauerei Plankstadt das Sandhäuser Spezialbier gebraut wird. Ebenso ist vom einst bedeutenden tabakproduzierenden und -verarbeitenden Gewerbe nur der Tabakanbau rund um den dörflichen Ortsteil Bruchhausen geblieben.

Fast 89 Prozent der berufstätigen Einwohner Sandhausens arbeiten heute außerhalb der Gemeinde und pendeln täglich an ihren Arbeitsplatz.[5]

Verkehr

Westlich von Sandhausen verläuft die Bundesautobahn 5, östlich die Bundesstraße 3. In St. Ilgen befindet sich der Bahnhof St. Ilgen/Sandhausen, ein Haltepunkt der S-Bahn RheinNeckar. Buslinien verkehren nach Heidelberg, Leimen und Walldorf. Sandhausen gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar und wird derzeit von der BRN (Busverkehr Rhein Neckar) und der SWEG angefahren.

Schulen

Sandhausen bietet die 1909 erbaute heutige Theodor-Heuss-Grundschule,[6] das 1972 erbaute Friedrich-Ebert-Schulzentrum mit Gymnasium[7] und Werkrealschule[8], die Pestalozzi-Förderschule[9] sowie die Musikschule „Südliche Bergstraße“[10].

Medien

Als Tageszeitung erscheint die Heidelberger Rhein-Neckar-Zeitung. Das Amtsblatt der Gemeinde Sandhausen erscheint wöchentlich und wird vom Verlag Nussbaum Medien herausgegeben. Außerdem gibt es lokale Berichte in der Badischen Anzeigen Zeitung (BAZ) sowie im Wochen-Kurier.

Persönlichkeiten

  • Markus Friedrich Wendelin (1584–1682), Theologe und Philosoph
  • Andreas Brettle (1815-1884), Lehrer und Organist, Ehrenbürger von Sandhausen seit 17.8.1871
  • Dr. h.c. Augustin Brettle (1851-1925), Domkapitular, päpstlicher Prälat und Referent für Kirchenmusik in der Leitung des Erzbistums Freiburg/Breisgau
  • Edmund Kaufmann (1893–1953), Politiker (CDU bzw. FDP, Staatssekretär in Baden-Württemberg)
  • Rudolf Lehr (1924–1999), Journalist und Mundartforscher und -dichter
  • Dieter B. Kabus (1941–1993), Theologe und Schriftsteller, war Pfarrer in Sandhausen

Der amerikanische „Bauerngeneral“ Nicholas Herkimer (Nikolaus Herchheimer) ist der Sohn des um 1720 ausgewanderten Bürgers Hans Jost Herchheimer.

In Sandhausen vollendete der deutsch-russische Komponist Georg von Albrecht (1891–1976) zahlreiche Werke, u. a. ein Streichtrio, seine vierte Klaviersonate und große geistliche Kompositionen: Requiem (opus 84), Te Deum (opus 85) und der Sonnengesang des Hl. Franziskus (opus 86).

1891 wurde hier der jüdische Lehrer und Lyriker Ludwig Marx geboren.

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 394–395 (aktualisiert)
  3. Herwig John, Gabriele Wüst: Wappenbuch Rhein-Neckar-Kreis. Ubstadt-Weiher 1996, ISBN 3-929366-27-4, S. 100
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 74, ISBN 3-89331-208-0
  5. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stand: 30. Juni 2006
  6. Theodor-Heuss-Grundschule , abgerufen am 22. Mai 2012
  7. Friedrich-Ebert-Gymnasium (FEG) , abgerufen am 22. Mai 2012
  8. Friedrich-Ebert-Werkrealschule (FEWRS) , abgerufen am 22. Mai 2012
  9. Pestalozzi-Förderschule , abgerufen am 22. Mai 2012
  10. Musikschule Südliche Bergstraße , abgerufen am 22. Mai 2012

Literatur

  • Staatl. Archivverwaltung Baden-Württemberg in Verbindung mit d. Städten u.d. Landkreisen Heidelberg u. Mannheim (Hg.): Die Stadt- und die Landkreise Heidelberg und Mannheim: Amtliche Kreisbeschreibung.
    • Bd 1: Allgemeiner Teil. Karlsruhe 1966
    • Bd 2: Die Stadt Heidelberg und die Gemeinden des Landkreises Heidelberg. Karlsruhe 1968
  • Erich Bertsch: Heimatbuch der Gemeinde Sandhausen. Sandhausen 1986, ISBN 3-920431-56-1
  • Hans Horn: Die Naturschutzgebiete auf Sandhausener Gemarkung. Heimatbuch der Gemeinde Sandhausen. 1986.

Weblinks

 Commons: Sandhausen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Sandhausen – Reiseführer

Kategorien: Binnendüne | Ort im Rhein-Neckar-Kreis | Sandhausen | Gemeinde in Baden-Württemberg

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Sandhausen (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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