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Saal an der Donau


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: KelheimVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Saal an der Donau
Höhe: 346 m ü. NHN
Fläche: 44,11 km²
Einwohner: 5366 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 122 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93342
Vorwahlen: 09441 09448
Kfz-Kennzeichen: KEH, MAI, PAR, RID, ROL
Gemeindeschlüssel: 09 2 73 166
Gemeindegliederung: 15 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 4
93342 Saal a.d.Donau
Webpräsenz: www.saal-donau.de
Bürgermeister: Christian Nerb (Freie Wähler Bayern)
}

Saal an der Donau (amtlich: Saal a.d.Donau) ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Kelheim und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Saal a.d.Donau.

Geographie

Saal a.d.Donau liegt im Tal der Donau an der Bundesstraße 16 zwischen Regensburg und Ingolstadt.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Saal besteht aus folgenden 15 Ortsteilen:

  • Buchhofen
  • Einmuß
  • Gstreifet
  • Kleinberghofen
  • Kleingiersdorf
  • Mitterfecking
  • Oberfecking
  • Oberschambach
  • Oberteuerting
  • Peterfecking
  • Reißing
  • Saal a. d. Donau
  • Seilbach
  • Unterschambach
  • Unterteuerting

Geschichte

Vor- und Frühgeschichte

Das leicht kultivierbare Tal der Donau ist uralter Siedlungsboden. So haben bereits die Neandertaler hier gelebt. Davon zeugen Faustkeile, die gefunden wurden. Auch in den späteren vorchristlichen Jahrhunderten lebten wohl immer Menschen hier, was Gräber und Reste von Siedlungen beweisen.

Durch den Abbau von Eisen war die Gegend um Saal von zirka 400 bis 100 vor Christus Teil eines dichtbesiedelten Zentrums der Kelten. Noch heute lassen sich Spuren dieser Keltenschanzen (befestigte Schutzanlagen) finden. Der Wall dieser Befestigung am Ringberg bei Untersaal ist 2,2 Kilometer lang. Ähnliche Anlagen findet man in Kleingiersdorf und Unterschambach.

Den vordringenden Römern hatten die Kelten nichts entgegenzusetzen. Die Donau wurde nun Teil des Limes, der das römische Reich schützen sollte. Auch die Römer errichteten befestigte Anlagen zum Schutz. So wurde etwa um 350 nach Christus in Untersaal ein Burgus errichtet.

Der Feckinger Bach, die damalige Sala wurde ab 400 nach Christus zum Namensgeber von Saal. Aus der Zeit der Völkerwanderung sind wenig historische Fakten bekannt. Wahrscheinlich bot der Kelheimer Raum auch in dieser kriegerischen Zeit Menschen immer geeigneten Siedlungsboden. So sind Gräber der Bajuwaren nachgewiesen.

Mittelalter

Im Jahre 1002 wurden dem Reichsstift Niedermünster in Regensburg von König Heinrich II. schriftlich Königsschutz, Immunität und Wahlrecht verliehen. Somit gingen Besitz und Rechte an einem Gebiet, das von Kelheim bis Einmuß reichte an das Reichsstift Niedermünster. Jetzt findet auch die erstmalige, urkundliche Erwähnung der späteren Gemeinde statt. Unter dem Stift Niedermünster war Saal auch Sitz eines Schrannengerichtes.

Neuzeit

Nach der Säkularisation im Jahr 1803 wurde Saal Teil des bayerischen Staates. In der Folge wurde mit dem Bau einer Poststraße und der Anbindung an die Eisenbahn begonnen, was den Grundstein für die wirtschaftliche Entwicklung Saals bedeutete.

Vom 30. November 1944 bis 18. oder 19. April 1945 war bei Saal - an der Straße nach Teugn - ein Außenlager des KZ Flossenbürg mit dem Tarnname: Me-Ringberg. Hier sollten Stollen für eine unterirdische Flugzeugproduktion der Messerschmittwerke in Regensburg angelegt werden, da diese seit 1943 Luftangriffen der Alliierten ausgesetzt war. Zeitweise bis 671 Häftlinge lebten dort unter mörderischen Arbeits- und Lebensbedingungen. Mindestens 236 Männer kamen in Saal ums Leben. Bei der Lagerauflösung sterben weitere 16 Häftlinge, als die SS die Krankenbaracke anzündete.[2] Das Lager bei Saal war eine von vielen „versteckten“ Produktionsstätten in Süddeutschland. Im Friedhof Saal weist ein Gedenkstein auf die Opfer der Zwangsarbeiter hin.

Im Jahr 2002 konnte Saal seine erste urkundliche Erwähnung vor 1000 Jahren feiern. Das ganze Jahr über wurden Veranstaltungen durchgeführt. Eine Ausstellung im Rathaus mit Bildern aus der Saaler Historie von Februar bis November, ein Jubiläumsfestakt im April und ein Jugendfest im November als Ausklang des Jubeljahres. Den Höhepunkt fanden die Feierlichkeiten aber vom 19. bis 21. Juli zum Auftakt mit einem bayerischen Heimatabend in Untersaal und einem gigantischen historischen Fest die beiden weiteren Tage an verschiedenen Plätzen in Obersaal. An vier Plätzen war die lebendige Geschichte von Saal zu bewundern. Ein durchgehendes Programm auf drei Bühnen diente der Unterhaltung mit Aufführungen, musikalischen Darbietungen und Vorführungen von historischen Handwerken und Geräten. Der Höhepunkt war der große historische Festumzug „von der Steinzeit bis zur Industriegemeinde“ mit 109 Gruppen und etwa 2100 Teilnehmern. Das historische Spektakel zählte über 20.000 Besucher.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Reißing (mit Ober- und Unterteuerting, Buchhofen, Gstreifet) eingegliedert, am 1. Juli 1972 kam Einmuß (mit Ober- und Unterschambach, Kleinberghofen, Kleingiersdorf) hinzu, am 1. Mai 1978 schließlich Mitterfecking (mit Peter- und Oberfecking, Seilbach).[3]

Politik

Gemeinderat

Wahl des Gemeinderats (Stand: 16. März 2014):

  • Christlich-Soziale Union (CSU): 5 Sitze
  • Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD): 3 Sitze
  • Unabhängige Wähler (UW): 4 Sitze
  • Freie Wähler Saal (FW): 6 Sitze
  • WfW (Wähler für Wähler): 2 Sitze

Bürgermeister

Von 1990 bis 2014 war Peter Buberger (UW) Bürgermeister. Er übernahm das Amt von Johann Schlachtmeier (FW), der von 1966 bis 1990 das Amt innehatte. Von 1945 bis 1966 führte Joseph Hacker (SPD) als Gemeindeoberhaupt die Gemeinde an.[4] Seit dem 1. Mai 2014 hat Christian Nerb (FW) das Amt des Bürgermeisters als Nachfolger von Herrn Buberger offiziell übernommen.

Wappen

Das Wappen von Saal ist blau. Von links oben nach rechts unten verlaufen drei silberne Balken. Rechts oben findet sich ein goldenes Posthorn. Das Posthorn weist auf die in Saal damals ansässige Poststation des Hauses Thurn und Taxis hin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Alte Pfarrkirche, die bis auf das Jahr um 1480 zurückreicht
  • Christ-König-Kirche, mit einem eindrucksvollen sechsstimmigen Geläut
  • Pestkapelle, errichtet zur Abwendung der Pest

Wirtschaft und Infrastruktur

Mit seinen Handwerks- und Industriebetrieben weist Saal a.d.Donau eine stabile wirtschaftliche Grundlage auf. Der Hafen Kelheim-Saal, der an das Industriegebiet angrenzt, bildet die ideale Basis für wirtschaftliches Wachstum.

Verkehr

Der Bahnhof Saal liegt an der Donautalbahn Ingolstadt-Regensburg. Der Personenverkehr auf der hier abzweigenden Strecke nach Kelheim endete im Mai 1988. Die Bundesstraße 16 und der nahe Autobahnanschluss zur Bundesautobahn 93 bilden eine ideale Verkehrsanbindung. Der Industriehafen Kelheim-Saal und ein Yachthafen schließen Saal an das Wassernetz der Donau an.

Langjährig ansässige Unternehmen

Das Kalkwerk prägt seit Jahrzehnten große Teile von Saal. Mittlerweile gehört es zur Firma Fels. Die Cetto Group ist seit 1960 in der Kunststoffverarbeitung tätig. Die Firma Mahlo, welche seit den 1940er Jahren existiert, hat ihren Hauptsitz ebenfalls in Saal. Der Hafen Kelheim-Saal entwickelte sich zum Güterverkehrszentrum. Viele Firmen haben sich hier angesiedelt.

Öffentliche Einrichtungen

Im Bereich der Gemeinde Saal gibt es zwei Kindergärten (Fröhliche Heide, Zwergerlhaus in Mitterfecking), eine Kinderkrippe und eine Volksschule (Grund- und Mittelschule) mit Hallenbad. Das Hallenbad ist im Winter öffentlich zugänglich.

Das Freibad mit seinen drei Becken zieht im Sommer viele Besucher, auch aus den benachbarten Gemeinden an.

Bildung

Die Volksschule Saal vereint Grund- und Mittelschule. Eine Musikschule ergänzt die schulischen Möglichkeiten.

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Webseite KZ-Gedenkstätte Flossenbürg Abgerufen am 6. Juli 2016
  3. Gemeinde Saal a. d. Donau: Eingemeindungen der Ortsteile . Online auf www.saal-donau.de. Abgerufen am 10. Oktober 2015.
  4. Gemeinde Saal a. d. Donau: Alle Bürgermeister von 1846 bis heute . Online auf www.saal-donau.de. Abgerufen am 10. Oktober 2015.

Weblinks

 Commons: Saal an der Donau  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort in der Hallertau | Ort im Landkreis Kelheim | Saal an der Donau | Gemeinde in Bayern | Ort an der Donau

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Saal an der Donau (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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