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Süntel


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zu der zur Stadt Hessisch Oldendorf gehörenden Ortschaft Süntel siehe Hessisch Oldendorf.
Süntel
Höchster Gipfel Hohe Egge (440 m ü. NHN )
Lage Niedersachsen
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Besonderheiten Ausgeprägteste Schichtstufe des Niedersächsischen Berglandes
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Der Süntel ist ein gut 440 m ü. NHN [1] hoher Mittelgebirgsstock im Calenberger Bergland (Teil des Weserberglandes) in Niedersachsen südwestlich von Hannover, nördlich von Hameln und westlich von Bad Münder.

Geographie

Der Süntel ist einer der typischen kompakten Bergstöcke des Weserberglandes, die diesem Landschaftsraum neben schmalen Schichtkämmen sein Gepräge geben. In einer Entfernung von rund 15 Kilometern nördlich der Stadt Hameln erstreckt sich der Süntel von Nordwesten nach Südosten über etwa 12 km als östliche Fortsetzung des Wesergebirges und ist umgeben vom Auetal im Norden, dem Deister-Süntel-Tal im Nordosten und dem oberen Wesertal im Südwesten. Die höchste Erhebung liegt im Südosten mit dem sanft ansteigenden Doppelgipfel der Hohen Egge. Im mittleren Teil stellt der Süntel eine von gewundenen, nach Südwesten gerichteten Tälern stark zerlappte Schichtstufe dar, eine im Leine- und Weserbergland eher seltene Gebirgsform (neben Osterwald, südlichem Deister und den Sieben Bergen). Hier prägen lange, senkrechte, und am Hohenstein bis zu 60 m hohe Wandfluchten das Landschaftsbild, sowie zahlreiche Besonderheiten wie Wasserfälle, Hangrutschungen, schluchtartige Kerben, Zerrspalten und Höhlen. Am Pass von Rohden geht der Süntel nach Westen in die schmale Gipfelkette des Wesergebirges über.

Der Süntel gehört zum Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln. Der Hohenstein mit seiner engeren Umgebung ist ein Naturschutzgebiet, für das oberhalb der höchsten Klippen ein Betretungsverbot besteht.

In älterer Zeit galt die Bezeichnung Süntel auch offiziell für ein größeres Gebiet, das vom Wiehengebirge über das Wesergebirge zum Süntel reicht[2]. Auch aus geomorphologischer Sicht ist es nicht abwegig, diese Teile als Einheit zu behandeln.

Geologie

Allgemeines

Der südöstliche Teil des Süntels mit der Hohen Egge besteht vorwiegend aus Wealdensandsteinen der unteren Kreidezeit mit geringen Steinkohle-Einlagerungen. Der nordwestliche Bereich mit dem Hohenstein und seiner 350 m langen und 50 bis 60 m hohen Felssteilwand besteht aus Kalkstein des oberen Jura, dem Korallenoolith. Die unteren Hänge bestehen aus wenig standfesten Heersumer Schichten, die verbreitet überdeckt sind von Schottern des Inlandeises der Saale-Eiszeit.[3]

Besonderheiten

Geologische Besonderheiten des Süntels sind:

Geschichte

Sagen

Wie auch viele andere Waldgebiete gibt es für den Süntel zahlreiche Sagen. Eine der bekanntesten ist die Sage vom Baxmann, nach der sich der Bösewicht immer noch an der Baxmannquelle in der Nähe der Baxmann-Baude aufhält, wohin er verbannt wurde, um die Quelle mit einem Fingerhut auszuschöpfen.

Flora und Fauna

Der Süntel ist ein Buchenmischwald, in dem es neben der dominierenden Buche noch viele andere Baumarten gibt wie Eiche, Fichten, Hainbuche und Douglasie sowie seltene wie Eibe und Elsbeere. Eine botanische Rarität stellen die Süntelbuchen dar, von denen es im Süntel (Dachtelfeld und Bleeksgrund) noch knapp ein Dutzend älterer Exemplare gibt. Der letzte große Süntelbuchenwald auf der Westeregge wurde 1843 fast vollständig gerodet. Darüber hinaus findet man noch zahlreiche selten gewordene Blumenarten wie Schlüsselblume, Märzenbecher, Hufeisenklee, Hirschzungenfarn, Streifenfarn, Frauenschuh und Geflecktes Knabenkraut etc.

Neben Reh- und Schwarzwild gibt es im Süntel auch Muffelwild. Selten zeigen sich Schleiereule, Turmfalke, Schwarzspecht und Edelmarder. Am Südhang wird gelegentlich der Schwarzstorch gesichtet.

Wirtschaft und Tourismus

Neben der Forstwirtschaft und dem Tourismus nimmt im Süntel der Gesteinsabbau eine wichtige Stellung ein.

Der Süntelsandstein wurde für viele bekannte Bauten der Umgebung verwendet, wie z. B. beim Rattenfängerhaus in Hameln, Schloss Barntrup, Schloss Schwöbber und Schloss Hämelschenburg. Der Kalkstein wird in Steinbrüchen bei Pötzen, Segelhorst, Langenfeld und Hamelspringe für den Straßenbau genutzt.

Die Stadt Münder hat von 1809 an etwa ein halbes Jahrhundert lang Kohlebergbau im Süntel betrieben.

Im Süntel gibt es sowohl Wanderwege mit Ausblicken in die Täler als auch lange gerade, etwas eintönige Wirtschaftswege ohne Beschilderung. Der Hohensteinfelsen dient Kletterern und Alpinisten als Trainingsgelände.

In Hülsede ist ein Skilift am Kehen Brink.

Berge und Täler

Berge

Berge und Erhebungen des Süntels sind − mit Höhe in Metern über Normalhöhennull (NHN):

  • Hohe Egge (ca. 440 m) mit Süntelturm (Süden) und Sendemast (Norden, 435,2 m); im Süntel-Zentrum
  • Bakeder Berg (etwa 375 m); südwestlich von Bakede
  • Hoher Nacken (oder: Hohenacken; etwa 375 m); nordöstlich von Pötzen
  • Dachtelfeld (356,0 m); im Süntel-Zentrum
  • Katzennase (352,7 m); nordöstlich von Hessisch Oldendorf-Haddessen
  • Südwehe (etwa 350 m)
  • Hohenstein (340,5 m); mit „Grünem Altar“, „Teufelskanzel“, „Hirschsprung“ und nahem „Kreuzstein“; zwischen Langenfeld und Zersen
  • Amelungsberg (etwa 325 m); nordöstlich Segelhorsts
  • Borberg (etwa 320 m), mit Felsklippe Roter Stein; nord-nordöstlich von Hessisch Oldendorf-Bensen
  • Ramsnacken (etwa 320 m), mit „Moosköpfeklippen“; südwestlich Langenfelds
  • Riesenberg (etwa 310 m), mit einem Steinbruch; südlich Langenfelds
  • Schrabstein („Schrabst“, 300,2 m); zwischen Rohdental und Langenfeld
  • Iberg (etwa 300 m); zwischen Auetal-Rannenberg und Hessisch Oldendorf-Langenfeld
  • Moosköpfe (etwa 300 m); südöstlich Langenfelds
  • Mittelberg (297,0 m); nördlich von Hessisch-Oldendorf-Barksen
  • Mattenberg (288,6 m); westlich von Hamelspringe
  • Hasseln (286,5 m)
  • Osterberg (260,1 m); nordöstlich von Hessisch Oldendorf-Bensen
  • Hünenburg (251,7 m); zwischen Rohdental und Rannenberg
  • Westerberg (249,2 m); nördlich von Hessisch Oldendorf-Bensen
  • Baumgartenberg (232,1 m); nördlich von Hessisch Oldendorf-Segelhorst
  • Hülsebrink (227,2 m); nördlich von Klein Süntel
  • Wendgeberg (oder: „Wenchenberg“, etwa 223 m), nord-nordöstlich Hessisch Oldendorf-Zersens

Täler

Zu den Tälern des Süntels gehören:

  • Bleeksgrund
  • Höllengrund
  • Langes Föhrtal
  • Schneegrund
  • Totental
  • Wellergrund
  • Fischertal

Ortschaften

Gemeinden und Städte am Süntel sind:

Gaststätten

Zu den Waldgaststätten im und am Süntel gehören:

  • Krackes Ruh, bei Hülsede
  • Bergschmiede, bei Bad Münder am Deister
  • Süntelturm auf der Hohen Egge, bei Bad Münder am Deister
  • Pappmühle, bei Zersen
  • Baxmann-Baude, bei Zersen
  • Weinschänke, in Rohdental

Literatur

  • Fritz Holstein: Das Statut der Süntelwaldgenossenschaft Bensen. Die forstliche Bewirtschaftung des Süntelwaldes. O. J.
  • Christoph Kaiser: Einführung in die Geologie des Naturschutzgebietes Hohenstein. Hrsg.: Niedersächsische Landesforstverwaltung, Staatl. Forstamt Oldendorf, Hessisch-Oldendorf 1979
  • Helga Knoke: Wald und Besiedlung im Süntel. Schaumburger Studien, Heft 22. Verlag C. Bösendahl, Rinteln 1968
  • Friedrich Kölling: Die Süntelwaldgenossenschaft. Ein Beitrag zur Rechts- und Wirtschaftsgeschichte einer Schaumburger Markgenossenschaft
  • Martin Scheide: Die Jagd im Süntel. Schaumburger Heimathefte, Heft 10. Verlag C. Bösendahl, Rinteln 1962

Weblinks

 Commons: Süntel  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. „(...) Weser und Wiehengebirge wurden damals [im Jahre 991] noch Süntel genannt“. Vgl. Rüthing, Heinrich: Die Anfänge des religiösen Lebens auf dem Wittekindsberg nach den schriftlichen Quellen, S. 45 hier .
  3. Geologische Karte Niedersachsen, Blatt 2018 Kathrinhagen

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Süntel (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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