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Südsteiermark


Als Südsteiermark wird heute der südliche Teil des österreichischen Bundeslandes Steiermark bezeichnet.

Die Südsteiermark ist nicht zu verwechseln mit dem südlichen Teil der historischen Steiermark, der heute zu Slowenien gehörigen Untersteiermark.

Geografie

Die Südsteiermark wird nach Norden hin ungefähr durch die Linie Deutschlandsberg-Wildon-Bad Gleichenberg von der übrigen Mittelsteiermark abgegrenzt. Die westlich und östlich der Mur gelegenen Teile der Südsteiermark werden entsprechend der Unterteilung in West- und Oststeiermark als Südwest- und Südoststeiermark bezeichnet.

Im politisch-raumplanerischen Sinne umfasst die Südsteiermark also:

Klima

Der südliche Teil der Steiermark liegt klimatisch im Einflussgebiet des Mittelmeers in der illyrischen Klimazone. Diese Klimaprovinz zieht sich vom südlichen Teil Kärntens bis in den Südosten Österreichs. Insbesondere im Herbst bewirken vom Adriatischen Meer herkommende Hochdruckgebiete (Adriahochs), dass das Wetter merklich milder ist als in den nördlicher gelegenen Gebieten der Mittelsteiermark oder in der Obersteiermark. Auch die Sommer sind etwas wärmer, weshalb Leibnitz oder andere Orte der Südsteiermark gelegentlich den Hitzepol Österreichs bilden. Die durchschnittliche Temperatur im Jänner beträgt um 0 °C und im Juli um 22 °C. Im Hochsommer sind Tage mit über 30 °C keine Seltenheit und manchmal kommt es auch vor, dass die Temperaturen auf bis zu 35 °C steigen. Im Frühjahr beziehungsweise Frühsommer kann man am Wachstum von Getreide, insbesondere von Mais, beobachten, wie das Klima gegen Süden Richtung Slowenien oder gegen Südosten Richtung Bad Radkersburg merklich milder wird.

Kultur

Regionale Spezialitäten

Die Südsteiermark hat eine hügelige Landschaft und gilt als Anbaugebiet für hervorragenden Wein. Drei Viertel der für den Weinbau genutzten Hänge weisen ein Gefälle von mehr als 26 % auf, womit diese zum Bergweinbau gezählt werden. Das Tor zur Südsteiermark bildet die Bezirkshauptstadt Leibnitz, die mit einem alljährlichen Weinfest die Rebkultur feiert. Obwohl die Südsteiermark für ihre weißen Weine bekannt ist, gibt es auch hervorragende rote Weine wie den Zweigelt oder Blauburgunder. Im Herbst kann man in den zahlreichen Buschenschankbetrieben auch eine weitere regionale Spezialität verkosten: den Sturm (roter oder weißerTraubenmost der gerade begonnen hat zu gären).

Ein weiterer kulinarischer Höhepunkt der Südsteiermark ist das steirische Kernöl. Das Kernöl wird aus den Kernen des Kürbisses gewonnen. Der in Europa erst seit dem 19. Jahrhundert kultivierte Kürbis wird mit Maschinen oder von Menschenhand geerntet und entkernt. Die Kerne werden getrocknet, geröstet und schließlich zu Öl gepresst. Das „grüne Gold“ wird zum Verfeinern von Salaten verwendet, es gibt aber auch sehr gute warme und kalte Speisen mit Kernöl.

Geschichte

Die Südsteiermark gehört bis 15 n. Chr. zum keltischen Reich Noricum, das sich lange seine Unabhängigkeit bewahrt. Wirtschaftliche Bedeutung liegt insbesondere in der hier durchlaufenden Bernsteinstraße.

Bereits in der Antike entsteht im südsteirischen Sulmtal die römische Siedlung Flavia Solva (Flavia von Flavius und Solva für Sulm). Um 70 nach Chr. erhebt der römische Kaiser Titus dieses Zentrum römischen Lebens in der Südsteiermark zur Stadt.

An der Stelle der antiken Siedlung steht heute die Marktgemeinde Wagna. Am Rand von Wagna wurden einige Fundamente freigelegt, die neben Bodenstücken (in einer Ausstellung) besichtigt werden können. Im Jahr 2004 fand rund um diese Ausgrabungsstätten die steirische Landesausstellung statt.

Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele und Veranstaltungen

  • zahlreiche Aussichtswarten mit Ausblick über das südsteirische Hügelland
  • Thermen z. B. in Bad Radkersburg
  • Wallfahrtskirche Frauenberg (ca. 3 km von Leibnitz entfernt)
    • das Gräberfeld am Frauenberg und das Keltenmuseum neben der Wallfahrtskirche
  • das Schloss Seggau, das heute ein modernstes Kongress-, Tagungs- und Seminarzentrum ist, das auch Urlaubsgäste beherbergt und ein beliebtes Ausflugsziel mit Besichtigungsmöglichkeit ist - z. B. der über 300 Jahre alte Weinkeller (Weinverkostungen) oder die "Seggauer Liesl", eine Kirchenglocke die an Sonn- und Feiertagen von 4 Männern händisch geleutet wird (Teil der Schlossführung), uvm.
  • der Römersteinbruch bei Wagna im Ortsteil Aflenz.
  • der unter dem Schloss Seggau liegende Sulmsee
  • großes Herbstfest mit Erntedankumzug (z. B. in Leibnitz); Weinleseumzüge (z. B. in Gamlitz oder Leutschach)
  • Angerdorf Oberrakitsch
  • die Schlösser Weinburg und Brunnsee
  • Straden (Markt mit drei Kirchen auf einem magischen Bergkegel)
  • Bad Radkersburg, Klöch und die Murauen von Spielfeld über Mureck bis Bad Radkersburg, die am besten mit dem Fahrrad erkundet werden.

Weblinks


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