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Südrhodesien


Südrhodesien (englisch: Southern Rhodesia) ist der Name der früheren britischen Kronkolonie im südlichen Afrika, die sich 1965 als Republik Rhodesien (Republic of Rhodesia) unter einer weißen Minderheits-Regierung einseitig für unabhängig erklärte und 1980 nach Wahlen unter Beteiligung aller politischen Gruppen als Republik Simbabwe (englisch: Zimbabwe) eine schwarze Mehrheits-Regierung erhielt. Die de jure weiter bestehende Kronkolonie wurde dann am 18. April 1980 endgültig in die Unabhängigkeit entlassen.

Das 390.757 km² große Land (1,1-fache Größe Deutschlands) mit heute 12 Millionen Einwohnern liegt zwischen Sambia (bis 1964 Nordrhodesien, Grenze ist der Sambesi) und der Republik Südafrika. Um 1100 baute ein Bantu-Volk, das sich auf Erz- und Metallgewinnung verstand, in der um 800 gegründeten Stadt Simbabwe die ersten Steinhäuser. Die schnell wachsende Stadt wurde zum Mittelpunkt des Bantu-Großreiches Monomotapa, das weit in das heutige Mosambik reichte und durch Goldbergwerke zu großer Macht gelangte.

Europäer kamen erst nach David Livingstone (1855) ins Land. Der König der Ndebele erteilte 1888 Cecil Rhodes eine Land-Konzession zur Ausbeutung der Erzvorkommen, worauf sich viele Europäer ansiedelten. Gegen deutsche und portugiesische Ansprüche erklärte Großbritannien 1891 das Land zum Protektorat.

Später kam Südrhodesien in weiße Selbstverwaltung und wurde 1930 in Siedlungsgebiete für Weiße und Schwarze aufgeteilt, denn es war als Siedlungskolonie vorgesehen. Von 1953 bis 1963 bildete es mit seinem nördlichen Nachbarn und Njassaland (Malawi) die Zentralafrikanische Föderation, die sich aber unter anderem durch den Widerstand des African National Congress (ANC) 1963 auflöste.

Im Gegensatz zu den zwei Nachbarländern verwehrte Großbritannien Südrhodesien 1964 die Unabhängigkeit, da sich die weiße Bevölkerungsgruppe (weniger als 4 %) unter Ian Smith mehrheitlich weigerte, die schwarze Mehrheit an der Regierung zu beteiligen. Die Regierung Smith wies auf den Zusammenbruch der ehemaligen Kolonien hin, in denen die Übertragung politischer Macht an Vertreter der Bantu-Bevölkerung verzugslos erfolgt war.[1] Die einseitig am 11. November 1965 erklärte Unabhängigkeit wurde international mit einem Embargo und anderen Sanktionen bestraft (siehe auch UN-Resolutionen 216 und 217). Parallel dazu begannen von der UdSSR und China unterstützte kommunistische Organisationen mit einem Guerillakrieg gegen die Regierung und Anschlägen gegen Weiße und Schwarze, die mit der Regierung zusammenarbeiteten. Etwa 250.000 Weiße hatten die Macht über rund 5 Millionen Schwarze inne. Die UNO beschloss Boykottierungen gegenüber Südrhodesien, um die Regierung zum Einlenken zu bewegen. Verhandlungen zwischen der Regierung und der Guerilla scheiterten 1976. Um Guerillakämpfe zu beenden, begann 1976 in Genf die Rhodesien-Konferenz. 1978 erhielten die Schwarzen die Parlamentsmehrheit und stellten den Ministerpräsidenten. Dennoch blieben die Sanktionen bestehen, da die schwarzen, teilweise kommunistisch beeinflussten Guerillabewegungen ZANU und ZAPU nicht beteiligt wurden.

1979 vereinbarte Regierungschef Ian Smith mit den Befreiungsbewegungen einen Waffenstillstand. Ende 1979 gelang der Konferenz mit dem Lancaster-House-Abkommen ein Durchbruch. Im März 1980 fanden Wahlen unter Beteiligung aller politischen Gruppen statt, welche die ZANU-Partei von Robert Mugabe gewann.

Am 18. April 1980 wurde das unabhängige Simbabwe proklamiert. Mugabe übernahm von seinen Vorgängern ein Land, das wegen seiner hohen landwirtschaftlichen Produktivität als „Kornkammer Afrikas“ bezeichnet wurde und unter anderem wegen einer hohen Alphabetisierungsrate und gut ausgebauter Infrastruktur relativ gute Bedingungen für eine erfolgreiche weitere Entwicklung aufwies, die in den nachfolgenden Jahren mehr und mehr verspielt wurden.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Ian Smith: The Great Betrayal. London 1997.

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