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Südfall


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Forschungskutter siehe Südfall (Schiff)
Südfall
Gewässer Deutsche Bucht, Nordsee
Inselgruppe Nordfriesische Inseln
 
Länge 1,2 km
Breite 620 m
Fläche 56 ha
Höchste Erhebung (Warft)
m
Einwohner 2
3,6 Einw./km²
Hauptort Südfall
Die Inseln und Halligen im Nordfriesischen Wattenmeer

Südfall (dänisch: Sydfald) ist eine von drei Personen ganzjährig bewohnte und gepachtete Hallig im Wattenmeer an der Nordseeküste im Westen von Schleswig-Holstein. Sie hat eine Größe von 0,56 km² und gehört verwaltungsmäßig zur Gemeinde und Gemarkung Pellworm.

Geschichte

Vor der 1. Groten Mandränke 1362 gehörte das Gebiet der heutigen Hallig zur Edomsharde in der damaligen Landschaft Strand. Durch diese Flut entstanden die Halligen Südfall, Nübell (oder Nubel) und Nielandt. 1633 wurde Südfall vermessen, da man plante, die Halligen in die Abdämmung der Norderhever einzubeziehen. Südfall war damals etwa 4 km lang und 600 ha groß.[1] Die Burchardiflut 1634, die Strand vernichtete, machte auch diese Pläne zunichte und verkleinerte die Hallig stark. Nübell ging in der Flut unter, Südfall blieb aber weiterhin bewohnt. Nachdem nun Südfall immer kleiner wurde, zogen die Bewohner nach Nielandt und nannten es Südfall.[2] Die Bewohner lebten von Landwirtschaft, Fischerei, Salztorfabbau und gelegentlichem Strandraub.

Am 3. und 4. Februar 1825 wurde die nahezu gesamte damalige Bewohnerschaft von noch zwölf Familien in der sogenannten Halligflut ausgelöscht. Die drei Warften im Westen versanken und die Fläche der Hallig wurde um die Hälfte reduziert. Die heutige Warft wurde 1828 errichtet. In der Folgezeit wechselte die Hallig mehrfach den Besitzer.

1910 erwarb die Gräfin Diana von Reventlow-Criminil († 1953) die Insel, um dort ihren Lebensabend zu verbringen. Danach lief eine 50-jährige Pacht unter der Familie Dethleffsen. 1921 entdeckte der Nordstrander Andreas Busch Reste von Schleusenanlagen in der Nähe von Südfall im Watt. Er kartierte das Gebiet und fand viele Kulturspuren wie Brunnen, Äcker, Wege und Gräben. Auf Grund dieser Funde wird vermutet, dass Rungholt vom 13. bis zum 14. Jahrhundert an der Stelle von Südfall gelegen hat. Seit 1960 ist die durchschnittliche Zahl der Überflutungen im Jahr von rund 30 auf etwa 70 angestiegen.

Gegenwart

Heute gehört Südfall dem Land Schleswig-Holstein und wird seit 1957 vom Verein Jordsand betreut. Die Hallig steht seit 1959 unter Naturschutz und gehört heute zum Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Auf der einzigen Warft im Westen der Hallig befindet sich ein Wohnhaus mit Nebengebäuden, in denen eine Vogelschutzstation und die SAR-Wache/Funkstation der DGzRS Südfall untergebracht sind.

Die Bewirtschaftung erfolgt durch einen Wasserwart und seine Ehefrau.

Verkehr

Südfall kann von Nordstrand aus zu Fuß oder per Pferdekutsche im Rahmen der vom Nationalparkamt genehmigten Führungen übers Watt erreicht werden. Im Sommer ist die Hallig bis zu drei Mal in der Woche von Pellworm per Schiff erreichbar. Da Südfall in der Schutzzone 1 des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer liegt, ist das Betreten der Hallig ansonsten nicht erlaubt.

Natur

Die Hallig hat einen Hauptpriel, der im Westen beginnt und in eine breite Mündung im Osten endet. Die Salzwiesen der Hallig werden nur teilweise beweidet. Daher gibt es dort große Vorkommen an Salzpflanzen wie Strand-Grasnelke, Strand-Beifuß, Strandflieder und Strand-Aster. Viele Vogelarten nutzen die Hallig zum Brüten. Hervorzuheben sind hier z.B. die Löffler, Zwergseeschwalben und Mantelmöwen.

Das Watt um Südfall ist Grabungsschutzgebiet, um ein Zerstören von Kulturspuren zu verhindern.

Weblinks

 Commons: Südfall  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Dirk Meier, Hans Joachim Kühn, Guus J. Borger: Der Küstenatlas. Das schleswig-holsteinische Wattenmeer in Vergangenheit und Gegenwart. Boyens, Heide 2013, S. 134
  2. Südfall und Rungholt , abgerufen am 22. November 2010

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Südfall (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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