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Rückung


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Unter einer Rückung versteht man in der Harmonielehre die unvermittelte Verschiebung des tonalen Zentrums (Tonika), anders als bei der vermittelnden Modulation, bei welcher der Wechsel der Tonart durch Fortschreitungen vollzogen wird.

Eine Rückung ist daher keine Progression, denn dieser Begriff erfasst die Grundton-Intervalle zwischen verschiedenen harmonischen Funktionen, sondern eine direkte Verschiebung Tonika zu Tonika. Rückung bedeutet also weder ein harmonisches Schließen (nontonikal zu tonikal, Kadenz) noch harmonisches Eröffnen (tonikal zu nontonikal, Askenz), daher der Begriff des Rückens im Sinne von Verschieben.

Klassische Musik

In der klassischen Musik hat die Rückung eine obligate Stellung im Expositionsteil des sogenannten Sonatenhauptsatzes (auch schon zuvor im barocken sogenannten Suitensatz-Typus). Dort ist das Rückungsereignis nach dem Wiederholungszeichen (Fermate mit Tonika der Seitentonart zurück zum erneuten Einsatz in der Tonika der Satztonart) ein obligates und durchaus zentrales Stilmittel:

//: 1. Thema Satztonart - (Modulation) 2. Thema Seitentonart (Rückung) ://

Als ein Beispiel für eine Rückung am Satzschluss ist demgegenüber Maurice Ravels Komposition Boléro zu nennen, in dem kurz vor Schluss des Stückes überraschend nach E-Dur gerückt wird, nach dem der Satz ausgesprochen lange statisch in C-Dur verharrt.

Popmusik

Besonders häufig ist die Rückung in der heutigen U-Musik, die in der Regel auf Moduliervorgänge verzichtet, was mit dem rudimentären Charakter ihrer melodischen Phrasierung in der Popmusik zusammenhängt.

Die Pop-Gruppe Kraftwerk erhebt die Rückung geradezu zu einem zentralen harmonischen Stilprinzip, was vermutlich mit der Verwendung von analogen Sequencern der ersten Generation zusammenhängt, da diese die mühelose Transposition eines einprogrammierten melodischen Patterns per Knopfdruck ermöglichten.

Ein weiteres bekanntes Beispiel für die Rückung in der Popmusik ist Mull of Kintyre. Das Lied beginnt in E-Dur und rückt nach dem zweiten Refrain eine Quarte hinauf nach A-Dur. Dabei wird die exakt gleiche Melodie wie zuvor, nur in der neuen Tonart A-Dur, gespielt. Nach einer Refrain-Strophe-Refrain-Folge in A-Dur wird wieder zur ursprünglichen Tonart E-Dur hinuntergerückt. Das kann jedoch auch als Modulation gedeutet werden: Der E-Dur-Tonikaklang wird zum Dominantklang der Tonalität A-Dur umgedeutet.

Ein anderes Beispiel der Rückung in der Popmusik ist To be with you von David Grahame und Eric Martin (Mr. Big). Der erste und der zweite Refrain ("I'm the one who wants ...") stehen in A-Dur. Nach der Bridge und der Wiederholung des Strophenendes "When it's through (...) let me be the one to show you" folgt der Refrain unvermittelt eine kleine Terz höher, also in C-Dur. Danach wird der Refrain ein weiteres Mal in der ursprünglichen Tonart A-Dur gespielt, in der das Lied auch endet.

Eine in der U-Musik sehr beliebte Anwendung ist die chromatische Rückung bei einer der letzten Wiederholungen des Refrains um das kleinstmögliche Intervall, einen Halbton, nach oben.

Dieses musikalische Mittel wird Sequenzierung genannt. Es dient dazu - wie auch bei den obigen Beispielen - eine psychologische "Steigerungswirkung" zu erzeugen. Ein Beispiel unter vielen ist Michael Jacksons Song History auf dem gleichnamigen Album. Der Übergang wird zuweilen durch die große Untermediante eingeleitet, die als Zwischendominante zur Zieltonart fungiert - in C-Dur z. B. As-Dur als Zwischendominante zu Des-Dur. Gut zu hören ist dieses Phänomen in Udo Jürgens’ Hit Ein Ehrenwertes Haus, in dem jede Strophe einen Halbton höher als die vorherige beginnt und dies jeweils durch die Untermediante der vorherigen Tonart angekündigt wird. Eines der bekanntesten Beispiele für diese Technik ist der Klassiker des Neuen Geistlichen Lieds Danke für diesen guten Morgen (1961), das seit der Ersteinspielung durch den Botho-Lucas-Chor regelmäßig mit einer Halbtonrückung beim Strophenwechsel aufgeführt wird.

Ein Beispiel für die chromatische Rückung im Jazz ist das Stück So What, in dem das Thema identisch von d-Moll einen Halbton höher gerückt in es-Moll gespielt wird.

Extrem häufig in der U-Musik und leicht herauszuhören ist die Rückung um einen Ganzton (man kann sie dann diatonisch nennen) nach oben. Auch sie wird oft zur Steigerung des letzten Refrains benutzt. Ein Beispiel ist John Lennons Woman.


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Rückung (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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