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Rybnoje (Kaliningrad, Gurjewsk)


Siedlung
Rybnoje/Steinbeck
Рыбное
Flagge Wappen
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Gurjewsk
Gegründet 1379
Bevölkerung 433 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40157
Postleitzahl 238355
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 209 816 003
Geographische Lage
Koordinaten }

Rybnoje (russisch Рыбное, deutsch Steinbeck, litauisch Šteinbekas ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Lugowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Lugowoje (Gutenfeld)) im Rajon Gurjewsk (Kreis Neuhausen).

Geographische Lage

Rybnoje liegt zwölf Kilometer südöstlich der Oblasthauptstadt Kaliningrad (Königsberg) an der russischen Fernstraße R 508, die hier von Lugowoje (Gutenfeld) in Richtung Gwardeisk (Tapiau) und Snamensk (Wehlau) verläuft. Die nächste Bahnstation ist Lugowoje an der Strecke von Kaliningrad nach Tschernjachowsk (Insterburg) und Gussew (Gumbinnen) zur Weiterfahrt nach Litauen (ehemalige Preußische Ostbahn).

Geschichte

Rauschen wurde 1258 als Rusemoter im Urkundenbuch des Bistums Ermland urkundlich erwähnt. Das früher Steinbeck[2] genannte Dorf wurde im Jahre 1379 gegründet. Der mit drei Gütern versehene Ort wurde am 30. April 1874 Amtsdorf und damit namensgebend für den Amtsbezirk Steinbeck[3] im Landkreis Königsberg (Preußen) (1939 bis 1945 Landkreis Samland) im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 zählte die Landgemeinde Steinbeck 440 Einwohner, im Gutsbezirk (Adlig) Steinbeck[4] lebten 94, in Steinbeck-Anker[5] 7 und in Steinbeckellen[6] 73 Menschen.[7]

Im Jahre 1923 wurde Steinbeck-Anker in die Landgemeinde Steinbeckellen eingegliedert, und der Gutsbezirk Steinbeck kam 1928 zur Landgemeinde Steinbeck. Schließlich wurde die Landgemeinde Steinbeckellen 1935 in die Landgemeinde Horst (heute nicht mehr existent) im Amtsbezirk Löwenhagen[8] (heute russisch: Komsomolsk) überführt. Die „Restgemeinde“ Steinbeck zählte 1939 insgesamt 815 Einwohner.[9]

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam das nördliche Ostpreußen und mit ihm Steinbeck zur Sowjetunion und erhielt 1947 den russischen Namen Rybnoje.[10] Bis zum Jahre 2009 war der Ort in den Lugowskoi selski sowjet (Dorfsowjet Lugopwoje (Gutenfeld)) eingegliedert und ist seither aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[11] eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) eingestufte Ortschaft innerhalb der Lugowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Lugowoje) im Rajon Gurjewsk. Hier leben jetzt gut 400 Menschen.

Amtsbezirk Steinbeck (1874–1945)

Der im Jahre 1874 neu errichtete Amtsbezirk Steinbeck bildete sich anfangs aus acht Landgemeinden bzw. Gutsbezirken:[3]

Name Russischer Name Bemerkungen
Landgemeinden:
Kraussen Borissowo
Gutenfeld Lugowoje
Steinbeck Rybnoje
Steinbeckellen 1935 in die Landgemeinde Horst (Amtsbezirk Löwenhagen) eingegliedert
Gutsbezirke:
Kaveling Sosnowka 1928 in die Landgemeinde Steinbeck eingegliedert
Kraussenhof 1920 in die Landgemeinde Kraussen eingegliedert
Steinbeck Rybnoje 1928 in die Landgemeinde Steinbeck eingegliedert
Steinbeck-Anker 1924 in die Landgemeinde Steinbeckellen eingegliedert

Am 1. Januar 1945 gehörten aufgrund der vorhergehenden Umstrukturierungen noch drei Gemeinden zum Steinbecker Amtsbezirk: Gutenfeld, Kraussen und Steinbeck.

Kirche

Steinbeck ist ein altes Kirchdorf. Schon recht früh hielt hier die Reformation Einzug. War anfangs das Nachbardorf (Adlig) Neuendorf (heute im Moskauer Rajon der Stadt Kaliningrad gelegen) eine Filialgemeinde, so wurden beide Orte dann zu einem Pfarrsprengel vereinigt. Früher unterstand die evangelische Pfarrei mit Sitz in Steinbeck dem Patronat von Altstadt (Königsberg) und gehörte zur Inspektion Altstadt. Im Dezember 1542 führte Herzog Albrecht (Preußen) eine Visitation im Kirchspiel Steinbeck-Neuendorf durch.

Bis 1945 war Steinbeck-Neuendorf ein Kirchspiel im Kirchenkreis Königsberg-Land I innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Heute ist Rybnoje kein Kirchdorf mehr. Der Ort liegt im Einzugsgebiet der evangelisch-lutherischen Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) innerhalb der Propstei Kaliningrad[12] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).

Kirchspielorte (bis 1945)

Zum Kirchspiel Steinbeck-Neuendorf gehörten bis 1945 die Ortschaften:

Name Russischer Name Name Russischer Name
Gutenfeld Lugowoje (Adlig) Neuendorf Rschewskoje
Kaveling Sosnowka Steinbeck Rybnoje
Kraussen Borissowo Steinbeck-Anker
Kraussenhof Steinbeckellen

Pfarrer (bis 1945)

In der Pfarrei Steinbeck-Neuendorf waren von der Reformation bis zum Jahr 1945 24 evangelische Geistliche tätig:[13]

  • NN., 1525.
  • Christoph Praal, 1528–1568
  • Bartholomäus Haufler, 1568–1571
  • Justus Hedio, 1575–1577
  • Salomo Metzdorf (30 Jahre)
  • Fabian Radewaldt, 1607–1634
  • Joahnnes Radealdt, 1639.
  • Georg Radewaldt, 1649.
  • Fabian Radewaldt, bis 1653.
  • Friedrich Funck, 1653–1654
  • Johann Groß, 1654–1687
  • Christoph Wilhelm Quandt, 1688–1704
  • Christian Bedau, 1704–1708
  • Johann Friedrich Stoltzenberg, 1709–1749
  • Martin Friedrich Siebert, 1749–1781
  • Otto Ferdinand Hoffmann, 1781–1811
  • Carl Gottfried Vierling, 1811–1823
  • Gustav Adolf Ed. Th. Steinorth, ab 1823.
  • Hieronymus von Duisburg, 1845–1869
  • Theodor Adolf A. L. Pastenaci, 1869–1873
  • Leopold Eugen Muellner, 1873–1882
  • Carl Louis Franz Sommer, 1883–1911
  • Hans Rohde, 1911–1925
  • Viktor Felix Reiß, 1926–1945

Kirchenbücher

Von den Kirchenbüchern des Kirchspiels Steinbeck-Neuendorf haben einige den Krieg überstanden und werden heute im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin-Kreuzberg aufbewahrt:[14]

  • Taufen: 1872 bis 1944.
  • Trauungen: 1842 bis 1944.
  • Beerdigungen: 1842 bis 1944.

Außerdem liegen Namensverzeichnisse bereits ab 1749 vor.

Söhne und Töchter des Ortes

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1 , Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Steinbeck
  3. 3,0 3,1 Rolf Jehke: Amtsbezirk Steinbeck. auf: territorial.de
  4. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Adlig Steinbeck
  5. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Steinbeck-Anker
  6. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Steinbeckellen
  7. Uli Schubert: Gemeindeverzeichnis, Landkreis Königsberg.
  8. Rolf Jehke: Amtsbezirk Löwenhagen. auf: territorial.de
  9. Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsbuch, Landkreis Samland
  10. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947)
  11. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 254 vom 30. Juni 2008, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009.
  12. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad
  13. Friedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945. Hamburg 1968, S. 139.
  14. Christa Stache: Verzeichnis der Kirchenbücher im Evangelischen Zentralarchiv in Berlin. Teil 1: Die östlichen Kirchenprovinzen der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union. 3. Auflage. Berlin 1992, S. 110.

Kategorien: Ort im Rajon Gurjewsk (Kaliningrad)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Rybnoje (Kaliningrad, Gurjewsk) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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