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Ruth Dreifuss


Ruth Dreifuss (* 9. Januar 1940 in St. Gallen; heimatberechtigt in Endingen) ist eine Schweizer Politikerin (SP) und Alt-Bundesrätin.

Leben

Ruth Dreifuss kam als zweites Kind des Ehepaares Sidney Dreifuss (1899–1956) und Jeanne Bicard (1905–1962) nach ihrem Bruder Hans Jakob (* 1936) zur Welt. Die Eltern hatten sich in St. Gallen auf einem Ball der jüdischen Gemeinde kennengelernt. Ihr Vater war ursprünglich in der Textilbranche tätig[1], später arbeitete er im Kriegsernährungsamt, weswegen die Familie den Wohnsitz 1942 nach Bern verlegte. Mit Kriegsende wurde Sidney Dreifuss' Anstellung beim Bund überflüssig und im September 1945 stieg er in eine neue Branche ein: Er gründete ein Unternehmen für Import und Export von Früchten.[2] Die Familie zog nach Genf um, wo Ruth Dreifuss 1945 zum ersten Mal den Kindergarten besuchte, bis sie 1947 in der "Ecole de Sécheron" eingeschult wurde. Anschliessend besuchte sie die erste Mädchensekundarklasse an der Rue Neckar, daraufhin schloss sie eine Handelsschule ab. Ihr Plan war, eine Ausbildung zur Sozialarbeiterin zu absolvieren. Da sie mit 18 Jahren noch zu jung dafür war - die Genfer Ecole d' études sociales verlangte ein Minimalalter von 19 Jahren - beschloss sie, ein Jahr lang arbeiten zu gehen. Am 29. August 1958 nahm sie eine Tätigkeit als Hotelrezeptionistin im Kurhaus Cademario im Tessin auf.[3] Im Frühjahr 1959 kehrte sie nach Genf zurück und schrieb sich an der Sozialarbeiterschule ein. Daneben hörte sie an der Universität Genf Vorlesungen in den Fächern Psychiatrie und Philosophie, unter anderem bei Jeanne Hersch.1961–1964 war Ruth Dreifuss journalistisch tätig, bevor sie 1967 die Maturitätsprüfiung ablegte[4].

Anschliessend studierte Ruth Dreifuss Wirtschaftswissenschaften in Genf. Von 1972 bis 1991 war sie für die Direktion für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe (DEH) (heute: Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, DEZA) tätig, danach als Referentin beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund.

Arbeit als Bundesrätin

Sie wurde am 10. März 1993 in den Bundesrat gewählt. Ihrer Wahl ging die Nichtwahl der offiziellen Kandidatin Christiane Brunner und ein heftiger Frauenprotest gegen die Wahl von Francis Matthey voraus (siehe dazu auch Brunner-Effekt). Damals nahm der von der Vereinigten Bundesversammlung bereits zum Bundesrat gewählte Francis Matthey die Wahl nicht an. Matthey hätte sonst womöglich ein Parteiausschluss gedroht. Dreifuss stand dem Eidgenössischen Departement des Innern vor. 1999 war sie Bundespräsidentin. Am 31. Dezember 2002 trat Ruth Dreifuss zurück.

Ruth Dreifuss war nach Elisabeth Kopp die zweite Frau und die erste Person mit jüdischem Hintergrund, die in den Bundesrat gewählt wurde[5]. Sie war zudem die erste Frau, die zur Bundespräsidentin gewählt wurde.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

 Commons: Ruth Dreifuss  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Isabella Fischli: Dreifuss ist unser Name. Eine Politikerin, eine Familie, ein Land. Pendo Verlag, Zürich 2003, ISBN 3-86612-006-0, S. 88
  2. Isabella Fischli: Dreifuss ist unser Name. Eine Politikerin, eine Familie, ein Land. Pendo Verlag, Zürich 2003, ISBN 3-86612-006-0, S. 112
  3. Isabella Fischli: Dreifuss ist unser Name. Eine Politikerin, eine Familie, ein Land. Pendo Verlag, Zürich 2003, ISBN 3-86612-006-0, S. 179
  4. Isabella Fischli: Dreifuss ist unser Name. Eine Politikerin, eine Familie, ein Land. Pendo Verlag, Zürich 2003, ISBN 3-86612-006-0, S. 261
  5. Isabella Fischli: Dreifuss ist unser Name. Eine Politikerin, eine Familie, ein Land. Pendo Verlag, Zürich 2003, ISBN 3-86612-006-0, S. 11
VorgängerAmtNachfolgerin
René FelberMitglied im Schweizer Bundesrat
1993–2002
Micheline Calmy-Rey


Kategorien: Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern | Bundespräsident (Schweiz) | Geboren 1940 | SP-Mitglied | Schweizer | Frau

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ruth Dreifuss (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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