Rumia - LinkFang.de





Rumia


Rumia

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Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Wejherowo
Fläche: 30,08[1] km²
Geographische Lage:
Einwohner: 47.728
(30. Jun. 2015)[2]
Postleitzahl: 84-230
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GWE
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 6/E 28 DanzigKoszalinStettin (–Berlin)
DW 100 Rumia–Kosakowo
Schienenweg: PKP-Linie 202 Gdynia–Stargard Szczeciński
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Einwohner: 47.728
(30. Jun. 2015)[2]
Gemeindenummer (GUS): 2215021
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeisterin: Elżbieta Rogala-Kończak
Adresse: ul. Sobieskiego 7
84-230 Rumia
Webpräsenz: www.rumia.eu

Rumia [ˈrumʲa] (deutsch Rahmel, kaschubisch Rëmiô) ist eine Stadt in der Kaschubei im Powiat Wejherowski (Neustädter Distrikt) der polnischen Woiwodschaft Pommern mit etwa 45.000 Einwohnern.

Geographische Lage

Die Stadt liegt in der historischen Landschaft Westpreußen, in der Nähe des Westufers der Danziger Bucht, etwa zehn Kilometer nordwestlich von Gdingen (Gdynia) und etwa 30 Kilometer nordwestlich von Danzig.

Geschichte

Der Ort in Pommerellen war von 1215 bis 1220 eine Eigentumsortschaft des Klosters Oliva gewesen, die gegenüber Danzig zum Burgdienst pflichtig war. Der pomerellische Fürst Subislaus (auch Subislaw), ein Sohn von Sambor I., hatte das Dorf unter dem Namen Rumna 1215 neben dem Dorf Zarnowitz und anderen Gütern dem Kloster geschenkt.[3] Als Rumina wurde der Ort 1220 erstmals in einem Dokument des Fürsten Swantopolk II. von Danzig urkundlich erwähnt. 1309 kam das Dorf zusammen mit Pommerellen durch den Vertrag von Soldin an den Deutschordensstaat Preußen.

Bereits während der Zeit des Deutschordensstaats war die Region um Neustadt und Putzig von Danzig aus verwaltet worden, das sich 1440 dem gegen den Orden opponierenden Preußischen Bund und 1466 freiwillig dem autonomen, unter der Schirmherrschaft der polnischen Krone stehenden Preußen Königlichen Anteils angeschlossen hatte. Für Rahmel unmittelbar administrativ zuständig war während dieser Zeit die königliche Starostei in Putzig.

Durch sein Dekret vom 16. März 1569 auf dem Lubliner Reichstag kündigte König Sigismund II. August die Autonomie Westpreußens jedoch unter Androhung herber Strafen einseitig auf,[4][5] weshalb die Oberhoheit des polnischen Königs in diesem Teil des ehemaligen Gebiets des Deutschen Ordens von 1569 bis 1772 als Fremdherrschaft empfunden wurde.[6]

1627 wurde Rumia von den Schweden stark zerstört.

Durch die Erste Teilung Polen-Litauens 1772 wurde das westliche Preußen mit dem Gebiet um Putzig und Neustadt unter Friedrich II. von Preußen mit dem östlichen Teil des Königreichs Preußen in dem Maße wiedervereinigt, wie diese Teile zur Zeit des Deutschordensstaats miteinander verbunden gewesen waren, und so von der polnischen Fremdherrschaft befreit. Rahmel, das zuletzt zum Kloster Oliva gehört hatte[7], war nunmehr Teil des Königreichs Preußen.

Um 1789 war das Kirchdorf Rahmel ein Amtsort des Königlichen Domänen-Amtes Brück im Kreis Dirschau.[8] Nach der Neuordnung des preußischen Staates 1815 gehörte Rahmel zum Kreis Neustadt i. Westpr. im Regierungsbezirk Danzig der Provinz Westpreußen.[9] Im 18. und 19. Jahrhundert verfügte das Dorf über einen Stahlhammer,[8][10] um 1835 außerdem über eine Schneidemühle.[11] 1849 hatte das Dorf Rahmel 468 Einwohner, die in 53 Wohnhäusern lebten.[12]

1870 wurde die Eisenbahnstrecke StettinDanzig eröffnet. Mit der Einführung der Amtsbezirke in Preußen wurde zum 21. Mai 1874 im Kreis Neustadt i. Westpr. der Amtsbezirk Rahmel Nr. 7 gebildet. Er umfasste die Landgemeinden Rahmel, Sagorsch und Schmelz und die Gutsbezirke Johannisdorf und Rahmel. Am 3. Oktober 1889 stellte der Kreisausschuss fest, dass die Landgemeinde Sagorsch auch die Ortschaft Schmelz umfasse und daher eine selbstständige Landgemeinde Schmelz nicht bestehe. Zum 29. Januar 1912 erfolgte die Eingliederung des Gutsbezirks Johannisdorf in die Landgemeinde Rahmel.

Bis 1920 gehörte Rahmel zum Kreis Neustadt im Regierungsbezirk Danzig der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs musste 1920 der Kreis Neustadt i. Westpr. – und mit ihm der Amtsbezirk Rahmel mit den Landgemeinden Rahmel und Sagorsch sowie dem Gutsbezirk Rahmel – aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags zum Zweck der Einrichtung des Polnischen Korridors an Polen abgetreten werden, mit Wirkung zum 20. Januar 1920 und ohne Volksabstimmung.

1935 wurde bei Rumia ein Flughafen eröffnet, es bestand Passagierflugbetrieb mit der Hauptstadt Warschau.

Durch den Polenfeldzug 1939 kam das entnommene Territorium des Polnischen Korridors an das Reichsgebiet zurück. Das umorganisierte Kreisgebiet wurde am 26. Oktober 1939 zunächst dem Reichsgau Westpreußen, später dem Reichsgau Danzig-Westpreußen eingegliedert, zu dem Rahmel bis 1945 gehörte.

Während der nationalsozialistischen Herrschaft existierten mehrere Kriegsgefangenen- und Arbeitslager bei Rahmel, u. a. das Gemeinschaftslager-Flugzeugwerk-Kurt-Kannenberg und das Ostarbeiterlager der Firma Apparatenbau Gotenhafen GmbH in Rahmel-Sagorsch.

Zum 24. Oktober 1940 wurden neue Amtsbezirke gebildet. Danach wurde der Amtsbezirk Rahmel wieder errichtet. Er umfasste nunmehr die Gemeinden Kasimir, Lensitz, Rahmel und Sagorsch. Am 25. Juni 1942 wurden zwei Gemeinden umbenannt, und zwar:

  • Kasimir in Bruchwinkel und
  • Sagorsch in Schmelztal.

Am 1. Januar 1945 bestand daher der Amtsbezirk Rahmel mit den Gemeinden Bruchwinkel, Lensitz, Rahmel und Schmelztal. Er wurde zuletzt verwaltet vom Amtskommissar in Rahmel.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Rahmel im März 1945 von der Roten Armee besetzt. Bald nach Kriegsende wurde der Kreis Neustadt zusammen mit Westpreußen und der südlichen Hälfte Ostpreußens von der Sowjetunion unter polnische Verwaltung gestellt. In Rahmel begann nun die Zuwanderung polnischer Zivilisten, die sich der Behausungen und Anwesen der eingesessenen deutschen Bevölkerung bemächtigten und die Einwohner daraus verdrängten. Der Ortsname Rumia wurde eingeführt. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Die heutige Stadt wurde 1954 aus dem Dorf Rumia und den angrenzenden Dörfern Zagórze, Biala Rzeka, Szmelta und Janowo neu geschaffen; sie bildet zusammen mit Reda (Rheda) und Wejherowo (Neustadt) die Wirtschaftsregion „Kleine kaschubische Dreistadt“ (Małe Trójmiasto Kaszubskie), neben der „großen Dreistadt“ (Danzig, Zoppot und Gdingen).

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner Anmerkungen
1816 383 in 45 Häusern[13]
1823 446 mit dem Vorwerk (63 Personen)[14]
1849 468 in 53 Wohnhäusern[12]
1867 768 Stand vom 3. Dezember 1867[15]
1871 818 in 76 bewohnten Häusern[16]
1905 827 Landgemeinde 760, Gutsbezirk 67[17]
2012 47.148 Stand vom 30. Juni 2012[18]

Ortsteile

Die Gemeinde Rumia besteht aus folgenden Ortsteilen:

Polnischer Name Kaschubischer Name Deutscher Name (bis 1920 und 1939-45)
Biała Rzeka Kanié Bùdë Weißfluß
Janowo Rëmiô Janowò Johannisdorf
Lotnisko
Stara Piła Starô Piła Staravilla
Stara Rumia Alt-Rahmel
Szmelta Rëmiô Szmelta Schmelz
Zagórze Sagorsch (1942-45 Schmelztal)

Kirchspiel

Die vor 1945 in Rahmel anwesende Bevölkerung war teils römisch-katholisch, teils evangelisch. Den Katholiken stand in Rahmel eine katholische Parochialkirche zur Verfügung.

Um 1860 wurde in Rahmel eine neue evangelische Kirche erbaut. 1861 wurde das evangelische Kirchspiel Rahmel gebildet, in das insgesamt 34 Ortschaften eingepfarrt waren.[19]

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

Weblinks

 Commons: Rumia  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Informationen auf der stadteigenen Homepage
  2. 2,0 2,1 Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  3. Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreußen. Danzig 1872, S. 16 .
  4. Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreußen. Danzig 1872, S. 104 .
  5. A. Reusch: Westpreussen unter polnischem Scepter. Festrede gehalten am Elbinger Gymnasium am 13. Spt. 1872. In: Altpreußieche Monatsschrift, NF, Band 10, Königsberg 1873, S. 140–154, insbesondere S. 146 .
  6. Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreußen. Danzig 1872, S. 104 ff. .
  7. Vgl. zum Beispiel Staatsarchiv Danzig - Wegweiser durch die Bestände bis zum Jahr 1945 (Czeław Biernat, Hrsg.), Oldenbourg, München 2000, S. 248 .
  8. 8,0 8,1 Johann Friedrich Goldbeck: Vollständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 57, Nr. 2.)
  9. Eintrag bei www.verwaltungsgeschichte.de
  10. August Karl von Holscher: Geographie und Statistik von West-, Süd- und Neu-Ostpreußnen - Nebst einer kurzen Geschichte des Königreichs Polen bis zu dessen Zerteilung, 3. Band, Berlin 1807, S. 105.
  11. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 411, Nr. 26.
  12. 12,0 12,1 Eugen Huhn: Topographisch-statistisch-historisches Lexikon von Deutschland. Band V, Hildburghausen 1849, S.374.
  13. Johann Daniel Friedrich Rumpf und Heinrich Friedrich Rumpf: Vollständiges topographisches Wörterbuch des preußischen Staats. Band 2, Berlin 1820, S. 435 .
  14. Alexander August Mützell: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des Preussischen Staats, Band 4, Halle 1823, S. 110, Nr. 308 & 309 .
  15. Kgl. Statistisches Bureau Berlin: Preußische Statistik. Berlin 1871, 185.
  16. Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreußen. Danzig 1872, S. 228–229, Nr. 157 .
  17. http://gov.genealogy.net/item/show/RUMMIAJO94EN
  18. http://www.stat.gov.pl/cps/rde/xbcr/gus/l_ludnosc_stan_struktura_30062012.pdf
  19. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Danzig, Nr. 16, vom 17. April 1861, S. 44-45

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Rumia (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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