Rudersdorf (Wilnsdorf) - LinkFang.de





Rudersdorf (Wilnsdorf)


Rudersdorf
Gemeinde Wilnsdorf
Höhe: 326 m
Fläche: 7,57 km²
Einwohner: 2553 (31. Dez. 2012)
Bevölkerungsdichte: 337 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1969
Postleitzahl: 57234
Vorwahl: 02737

Lage des Ortes Rudersdorf innerhalb der Gemeinde Wilnsdorf.

Rudersdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Wilnsdorf im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen.

Geographische Lage

Rudersdorf liegt im Siegerland im waldreichen Rothaargebirge. Die höchste Erhebung im Ortsgebiet ist der Ziegenberg mit 450 m ü. NHN . Das Dorf liegt zwischen 330 und 400 m Höhe. Hindurch fließen der Mühlenbach und der Wahlbach, die beide in den Bichelbach münden. Dieser mündet kurz nach der Ortschaft in die von Südosten kommende Weiß. Rudersdorf hat eine Gemarkungsfläche von 7,57 km².

Nachbarorte

Nachbarorte von Rudersdorf sind Salchendorf im Norden, Helgersdorf (beide zu Netphen) im Nordosten, Gernsdorf im Osten, Dillbrecht (zu Haiger) im Südosten, Wilgersdorf im Süden, Wilnsdorf im Südwesten, Oberdielfen im Westen, Niederdielfen und Anzhausen im Nordwesten.

Geschichte

Um 1300 wurde Rudersdorf erstmals urkundlich als „Rindenstorff“ erwähnt. Am 23. September 1337 wurde der Ort dann als „Rutirsdorf“ in einer Zusammenfassung von Ortschaften innerhalb eines Einkünfteverkaufs durch Heinrich Kolbe von Wilnsdorf erwähnt.[1] 1621 fiel die Kirche Netphen und damit auch Rudersdorf an den Fürsten Johann von Nassau. 1766 gab es in Rudersdorf eine Brandkatastrophe, die nur wenige Häuser verschonte, schon 1790 gab es den nächsten Brand, die Lebensgrundlage wurde nur durch die Kollekte aus Siegen gesichert. Bereits 1796 zerstörte der zweite Großbrand bis auf wenige Häuser den Ort vollständig. 1816 wurde der Ort preußisch. Starke Regenfälle vernichteten 1847 die Ernte, eine Hungersnot war die Folge.

Ab 1884 wurde durch die Gemeinden Flammersbach und Rudersdorf die Weißtalstraße gebaut.[2] Ab 1910 wurde mit Hilfe von Wasserkraft eine Elektroanlage angetrieben und erzeugte Strom. 1933 wurde das letzte Strohdach im Ort abgebrochen und ersetzt. Bis zur kommunalen Neugliederung gehörte der Ort dem Amt Netphen an. Am 1. Januar 1969 wurde Rudersdorf in die neue Großgemeinde Wilnsdorf eingegliedert.[3] Der Ort feierte im Jahr 1986 sein 650-jähriges Bestehen.

Einwohnerzahlen

Einwohnerzahlen des Ortes:[4]

Jahr Einwohner
1818 411
1885[5] 431
1895[6] 477
1905 507
1910[7] 504
1925[8] 823
1933[9] 873
1939[9] 941
Jahr Einwohner
1950 1213
1961[10] 1682
1967 1952
1969 2070
1991[11] 2566
1994[12] 2706
2002 2620
2005 2625
Jahr Einwohner
2006 2638
2007 2651
2008 2657
2009 2531
2010 2587
2011[13] 2574
2012 2553

Anmerkungen: Zahlen 1969 / ab 1994 jeweils am 31. Dezember; 1991 am 31. März; 2002 im September.

Ehemalige Bürgermeister

  • 1967–1968: Richard Weber (CDU) († 1998)[14]

Infrastruktur und Verkehrsanbindung

Eine größere Industrieansammlung gibt es in Richtung Anzhausen im Gebiet Anzhäuser Mühle.

Verkehr

Der Bahnhof Wilnsdorf-Rudersdorf liegt an der Dillstrecke der Deutschen Bahn, die von Dillenburg über die Wilnsdorfer Ortsteile Rudersdorf und Niederdielfen nach Siegen führt. In der Nähe dieses Bahnhofes befindet sich außerdem ein Unterwerk, durch das die Bahnstrom-Versorgung im Raum Siegen über Bahnstromleitungen gewährleistet wird. Dieses Werk ist an die Werke Finnentrop und Fronhausen angeschlossen.

Rudersdorf liegt an der Landstraße 722, die von Wilnsdorf nach Gernsdorf und Irmgarteichen führt. Westlich vom Ort zweigt diese in Richtung Wilnsdorf ab. Die Vorfahrtsstraße wird hier zur L 893. Ebenfalls westlich zweigt die Kreisstraße 11 in ein kleines Seitental in Richtung Salchendorf ab. Mitten im Ort führt die L 904 über die Höhe ins Weißtal nach Wilgersdorf.

Schule und Sport

Rudersdorf hat eine eigene Grundschule und beherbergt seit Anfang der 1990er Jahre die Hauptschule der Gemeinde Wilnsdorf. Zudem gibt es eine Freie christliche Grundschule und zwei Kindergärten. Des Weiteren gibt es einen Bolzplatz, einen Sportplatz und drei Turnhallen und ein Beachvolleyballfeld im Ort. Es gibt eine Bücherei der Katholischen Kirchengemeinde.

Laurentiuskirche

Die katholische Pfarrkirche St. Laurentius ist ein ortsbildprägendes Kirchengebäude, sie steht wirkungsvoll auf einer Anhöhe.[15]

Geschichte und Architektur

Rudersdorf gehörte bis 1896 zum Kirchspiel Irmgarteichen. Eine Kapelle, die dem hl. Laurentius geweiht war, brannte 1790 nieder. Durch den Umbau eines vorhandenen Wohnhauses wurde eine kleine Kapelle eingerichtet. Rudersdorf erhielt 1868 den Status einer Vikarie und wurde 1896 zur Filialgemeinde erhoben. Die Einwohner begannen 1897 mit einer Spendensammlung zum Bau einer Kirche und gewannen in Eigenleistung Baumaterial aus dem ortseigenen Steinbruch. Der Dortmunder Architekt Johann Franz Klomp fertigte die Entwürfe für eine Kirche im neugotischen Stil an, mit deren Bau 1909 begonnen wurde.[16] Der Weihbischof Heinrich Haehling von Lanzenauer aus Paderborn konsekrierte das Gebäude 1921, erster Pfarrer wurde der bisherige Vikar Eickhoff. Da der Dachreiter für das Gewicht der Glocken zu schwach ausgelegt war, musste er 1932 abgerissen werden, nach Plänen des Architekten Wilhelm Hafeneger[17] wurde der heutige Kirchturm gebaut, über den durch das Westportal der Kirchenraum erschlossen war. Über diesem Portal fand ein Bildwerk des hl. Laurentius seinen Platz. Drei Turmuhren wurden 2001 in die seit Baubeginn vorgesehenen Öffnungen eingebaut.[18] Bei dem Anbau im Jahr 1973 mit einer Erweiterungsfläche von etwa 250 m² wurde der Innenraum neu strukturiert. Die dreischiffige Stufenhalle gehört zum Typ der Hallenkirchen ohne Querschiff, der seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg üblich war. Kirchen dieser Bauart sind konsequent symmetrisch gegliedert und gut proportioniert. Durch die als Baumaterial verwendete Grauwacke passt sich der Bau, ebenso wie der später angefügte Westturm, gut in das Landschaftsbild ein. Das Satteldach des Schiffs ist durch Aufschieblinge stark abgeflacht. Das Zeltdach des Turmes ist mit einem achteckigen Helm bekrönt. Die Mauern des Kirchengebäudes sind durch abgestufte Strebepfeiler verstärkt. Die Gewände der Türen und Fenster, sowie das Maßwerk sind in neugotischer Art aus Werkstein gefertigt. Die Fenster im polygonen Chor zeigen Szenen aus dem Neuen Testament, sie wurden nach Entwürfen von Wilhelm Buschulte von der Werkstatt Oidtmann in Linnich ausgeführt. Das Gewände des Eingangs im ersten Joch der Nordseite ist aus Sandstein gefertigt und geht in eine rechteckige Form über. Von der Sakristei aus ist der Innenraum über den Eingang auf der Südseite begehbar. Das Mittelschiff und die schmalen Seitenschiffe werden von kräftigen Rundpfeilern mit runden Kapitellen abgetrennt, das Kreuzrippengewölbe ist steil geführt.[19]

Ausstattung

  • Das Retabel des ehemaligen Hochaltares stammt noch von der ehemaligen Laurentiuskapelle, es zeigt in einem aufwändigen Rahmen mit Säulen und Rankenwerk ein Relief des Patrons. Diese wohl ländliche Arbeit wurde der Gemeinde 1797 geschenkt, sie stand zuvor in der Schloßkapelle. Eine umfangreiche Restaurierung erfolgte 2002, seitdem steht der Altar im alten Chor.
  • Die Muttergottes von 1958 ist eine Figur, die von Erich Jeckle aus Frankfurt geschaffen wurde.
  • Der Tabernakel aus den 1960er Jahren ist eine Arbeit von Arbeit von Josef Jost aus Hattersheim, er zeigt die vier Evangelisten.
  • Den Versus-Populum-Altar, die Stele des Tabernakels und die Sedilien wurden nach Entwürfen von Aloyis Sonntag aus Siegen angefertigt. Sonntag erstellte auch die Pläne für den Anbau.
  • Die vier Glocken aus Bronze wurden 1978 gegossen.[20]

Persönlichkeiten

Literatur

  • Heinrich Otten: Der Kirchenbau im Erzbistum Paderborn 1930 bis 1975. Bonifatius Verlag, Paderborn 2009, ISBN 978-3-89710-403-7

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Friedrich Philippi (Hrsg.): Siegener Urkundenbuch. Band 1: Bis 1350. Kogler, Siegen, 1887, S. 131–132, Nr. 216.
  2. Dieter Krumm: Wilnsdorf in alten Ansichten aus der Zeit zwischen 1880 und 1925. Verlag Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1976.
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 72.
  4. Otto Schaefer: Der Kreis Siegen. Siegen 1968.
  5. Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen. Verlag des Königlich Statistischen Bureaus, Berlin 1887, ZDB-ID 1458761-0 , S. 112/113.
  6. Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen. Verlag des Königlich Statistischen Bureaus, Berlin 1897, S. 114/115.
  7. gemeindeverzeichnis.de: Landkreis Siegen
  8. genealogy.net: Amt Netphen
  9. 9,0 9,1 verwaltungsgeschichte.de: Stadt und Landkreis Siegen
  10. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 243.
  11. WILNSDORF Aktuell – Bürgerinformationen aus der Gemeinde, Ausgabe 1992/93
  12. Rolf Betz: Wilnsdorf (PDF; 7,0 MB), ca. 1995
  13. wilnsdorf.de: Jahresbericht 2011 (PDF; 2,8 MB), Seite 6
  14. Den Toten ein ehrendes Gedenken. In: Siegerländer Heimatkalender. 74. Ausgabe, 1999, ZDB-ID 529717-5 , S. 42.
  15. Heinrich Otten: Der Kirchenbau im Erzbistum Paderborn 1930 bis 1975. Bonifatius Verlag, Paderborn 2009, ISBN 978-3-89710-403-7 Seite 410
  16. Vorgeschichte
  17. Heinrich Otten: Der Kirchenbau im Erzbistum Paderborn 1930 bis 1975. Bonifatius Verlag, Paderborn 2009, ISBN 978-3-89710-403-7, Seite 410.
  18. Baugeschichte
  19. Baubeschreibung
  20. Ausstattung

Weblinks

 Commons: Rudersdorf  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ehemalige Gemeinde (Kreis Siegen-Wittgenstein) | Ort im Kreis Siegen-Wittgenstein | Wilnsdorf

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Rudersdorf (Wilnsdorf) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.