Rottenacker - LinkFang.de





Rottenacker


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Alb-Donau-KreisVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 530 m ü. NHN
Fläche: 10,29 km²
Einwohner: 2111 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 205 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89616
Vorwahl: 07393
Kfz-Kennzeichen: UL
Gemeindeschlüssel: 08 4 25 104
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bühlstraße 7
89616 Rottenacker
Webpräsenz: www.rottenacker.de
Bürgermeister: Karl Hauler
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Rottenacker ist eine Gemeinde im Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg.

Die Gemeinde gehört der Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen an.

Geografie

Geografische Lage

Rottenacker liegt am Rand der Schwäbischen Alb sieben Kilometer südwestlich von Ehingen (Donau) direkt an der Donau.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt im Norden und Osten an die Stadt Ehingen, im Süden an Unterstadion und im Westen an die Stadt Munderkingen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Rottenacker liegt an der Donautalbahn von Donaueschingen nach Ulm. Seit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2014 wird Rottenacker wieder regelmäßig von Regionalbahnen bedient.

Geschichte

Die Separatisten

Im späten 18. Jahrhundert erlebte der Radikale Pietismus wieder einen Aufschwung, denn viele Pietisten trennten sich aus religiösen Gründen von der Kirche. In Württemberg nannte man sie allgemein Separatisten. Seit 1785 stieg der Leinenweber Johann Georg Rapp aus Iptingen zum Anführer der württembergischen Separatisten auf und versammelte etwa 2000 Anhängerinnen und Anhänger. Als Rapp 1803 in die Vereinigten Staaten auswanderte, übernahm die Separatistengruppe aus Rottenacker die Führungsrolle im württembergischen Radikalpietismus. Sie war 1800 auf Anregung der Magd Barbara Grubenmann aus Teufen im schweizerischen Kanton Appenzell Ausserrhoden entstanden, die sich in Rottenacker aufhielt. Etwa 70 Personen separierten sich von der Kirche. Von Anfang an spielten politische Motive eine wichtige Rolle; so beschimpften die Separatisten den württembergischen Kurfürsten Friedrich und die herrschaftlichen Beamten. Im Mai 1804 ließ der Kurfürst 14 der radikalsten Männer durch ein Militärkommando verhaften und auf die Festung Hohenasperg bringen, wo manche jahrelang in Gefangenschaft blieben. Da sich manche Eltern weigerten, ihre Kinder zur Schule zu schicken, nahm man die Kinder weg und brachte sie in das Stuttgarter Waisenhaus.

Im Jahr 1811 kauften einige Separatisten das Vogthaus neben der Kirche und lebten in einer Gütergemeinschaft zusammen. Schließlich erwarb eine Separatistengruppe aus Württemberg 1816 das Schlossgut Brandenburg bei Dietenheim an der Iller mit dem Ziel, eine radikalpietistische Kommunität zu gründen. Als König Friedrich das Ansinnen ablehnte, wanderten die Separatisten in die Vereinigten Staaten aus und gründeten in Ohio die Siedlung Zoar. Dort lebten sie als „Zoar Society“ in Gütergemeinschaft zusammen. Im Jahr 1898 musste die Zoar Society aufgelöst werden, nachdem eine nachwachsende Generation nicht mehr bereit war, auf privates Eigentum zu verzichten.[2]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Ulrich Tenngler (1447–1511), Landvogt und Autor „Der Laienspiegel“
  • Konrad Sam (um 1483–1533), Reformator. Er stand schon 1520 mit Martin Luther in Verbindung und wurde 1524 vom Rat der Stadt Ulm zum Prediger berufen
  • Franz Carl Hiemer (1768–1822), Maler, Librettist und Schauspieler.
  • Johannes Breimaier (1776–1834), religiöser Separatist. Er regte 1819 in Zoar die Einführung des Gemeineigentums an. Ein englischer Zeitungsbericht von 1845 über Zoar und vergleichbare religiöse Gemeinschaftssiedlungen in den USA beeindruckte Friedrich Engels im Vorfeld des Kommunistischen Manifests von 1848.
  • Christoph Diehm (1892–1960), SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS und Polizei, NSDAP-Politiker, Polizeipräsident sowie SS- und Polizeiführer
  • Gerhard Storz (1898–1983), Pädagoge, Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Kultusminister des Landes Baden-Württemberg
  • Martin Storz (1900–1995), Landwirt, Verwaltungsbeamter und Landtagsabgeordneter

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Rudolf Sturmberger: Das kommunistische Amerika. Auf den Spuren utopischer Kommunen in den USA. Mandelbaum, Wien 2015 ISBN 9783854766476 Zoar Society: S. 138 - 162

Literatur

  • Beschreibung des Oberamts Ehingen von 1826, Reprint von 1971 des Horst Bissinger Verlags, Magstadt, ISBN 3-7644-0003-X, Digitalisat in Wikisource.
  • Eberhard Fritz: Separatisten und Separatistinnen in Rottenacker. Eine örtliche Gruppe als Zentrum eines „Netzwerks“ im frühen 19. Jahrhundert. In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte 98/1998. S. 66–158.
  • Eberhard Fritz: Roots of Zoar, Ohio, in early 19th century Württemberg: The Separatist group of Rottenacker and its Circle. Part one. Communal Societies 22/2002. p. 27–44. Part two. Communal Societies 23/2003. p. 29–44.

Weblinks

 Commons: Rottenacker  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Rottenacker in der Beschreibung des Oberamts Ehingen von 1826 – Quellen und Volltexte

Kategorien: Ort im Alb-Donau-Kreis | Rottenacker | Gemeinde in Baden-Württemberg | Ort an der Donau

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Rottenacker (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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