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Rothenklempenow


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-GreifswaldVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Amt: Löcknitz-Penkun
Höhe: 22 m ü. NHN
Fläche: 58,07 km²
Einwohner: 631 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 11 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 17321, 17322
Vorwahlen: 039744, 039754
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 119
Adresse der Amtsverwaltung: Chausseestraße 30
17321 Löcknitz
Webpräsenz: www.amt-loecknitz-penkun.de
Bürgermeister: Rainer Schulze
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Rothenklempenow ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald im äußersten Südosten Mecklenburg-Vorpommerns. Die Gemeinde gehört zum Amt Löcknitz-Penkun mit Sitz in der Gemeinde Löcknitz.

Geografie

Die Gemeinde liegt im südlichen Teil der Ueckermünder Heide am Rande des Randowbruches. Die Natur ist hier weitgehend intakt geblieben. In den weiten, wildreichen Mischwäldern, sumpfigen Niederungen und Seen nisten sogar Adler.

Gemeindegliederung

Ortsteile
  • Rothenklempenow
  • Dorotheenwalde
  • Mewegen
  • Glashütte
  • Grünhof
Wohnplätze und Wüstungen
  • Vorwerk
  • Fausthof (Lünschen Berge)
  • Theerofen (Revierförsterei)
  • Petersmoor (Wüstung)
Eingemeindungen
  • Glashütte mit Grünhof wurde am 31. Dezember 1999 als Ortsteil eingemeindet.[2]
  • Mewegen wurde am 1. Januar 2005 als Ortsteil nach Rothenklempenow eingemeindet.[3]

Geschichte

Rothenklempenow

1295 wurde das von den Herren von Eickstedt (Ritter Friedrich von Eickstedt † 1309) gegründete castrum clempenowe erstmals urkundlich erwähnt. Clempenowe war eine der nördlichen Grenzburgen entlang des Randowbruches. Die Randowniederung mit den Seen bildete über mehrere Jahrhunderte eine natürliche Grenze zwischen Pommern und Brandenburg. Das Anwesen des Adelsgeschlechts von Eickstedt wurde in den nächsten Jahrhunderten wiederholt von schwedischen, kaiserlichen und polnischen Truppen besetzt.

Das Gutshaus wurde 1609 von Hans von Eickstedt erbaut, der die Burg als Wohnstätte aufgab. Während des Dreißigjährigen Krieges zwischen 1625 und 1640 brannte Rothenklempenow bei verschiedenen Besetzungen fast vollständig nieder und das Rittergut Mewegen wurde zerstört. Georg und Dorothea von Eickstedt stifteten die Kirche, von 1638. Auch 1806/07, in der Zeit des Kriegs von Napoleon Bonaparte gegen Russland und Preußen wurde der Ort verheerend geplündert. 1761 entstand dann das heutige Schloss im Fachwerkstil mit Lehmputz. Die umfangreiche weiteren Gutsanlagen wurde zwischen 1850 und 1860 vorwiegend im Fachwerkstil errichtet. Nach der letzten Bauphase stellte auch die gutseigene Ziegelei ihre Produktion ein. In der Brennerei wurde aber noch bis in die 1950er Jahre Schnaps aus Kartoffeln und Korn gebrannt. 1866 gab es viele Opfer durch eine Cholera-Epidemie.

Bis 1934 bestand das gräflich Gut, das dann in einzelne Bauernsiedlungen aufgeteilt wurde. Diese wurden 1952 zu einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) zusammengeschlossen. Die Häuser, vor allem das Gutshaus (Schloss), verfielen zunehmend.

Seit 1993 wurde der historische Ortskern unter anderem im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert. Bei der Sanierung wurden am Schloss die alten roten Farbschichten mit dem aufgemalten Ziegelraster freigelegt und sichtbar gemacht. Im renovierten Schloss wurde eine „Europäische Jugendwerkstatt“ eröffnet. Auch der Fangelturm ist saniert und sehenswert.

Glashütte

Glashütte liegt am Nordostrand des Randowbruches in waldreicher Umgebung. Eingerahmt wird der Ort von zahlreichen Naturschutzgebieten (Gottes Heide mit Schlosssee, Lenzener Seebruch, Wildes Moor) und dem Landschaftsschutzgebiet Pommersche Boddenküste. 1999 wurde Glashütte nach Rothenklempenow eingegliedert.

Mewegen

Mewegen liegt südlich der Ueckermünder Heide. Der Ort gehörte seit dem Mittelalter zu den Eickstedtschen Gütern. 2005 wurde Mewegen nach Rothenklempenow eingegliedert.

→ Siehe Hauptartikel: Mewegen

Einwohnerentwicklung

Jahr Rothenklempenow Dorotheenwalde Fausthof Theerofen Mewegen Grünhof Glashütte Petersmoor Quelle[4]
1900 386 672 413 [5]
1925 456 50 656 513 [6]
1933 398 82 659 420 [7]
1939 657 66 657 371 [7]
1990 418 319 75
1995 378 307 86
1998 354 314 111
2000 468 330 ---
2004 418 304 ---
2005 716 --- ---
2010 659 --- ---
2014 631 --- ---

Die Einwohnerzahl ist seit 1993 rückläufig.

Politik

Bürgermeister

  • 1970 bis 2008 Egon Behm (* 1934 † 2008)
  • 2009 bis 2014 Rose-Marie Dömlang
  • seit 2014 Rainer Schulze

Wappen

Das Wappen wurde am 26. November 1999 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 200 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Unter dreifach gezinntem grünen Schildhaupt in Gold zwei schwarze Balken, der obere belegt mit zwei goldenen Rosen, der untere mit einer goldenen Rose.“

Das Wappen wurde von dem Schweriner Heraldiker Heinz Kippnick gestaltet.

Sehenswürdigkeiten, Kultur und Bildung

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Rothenklempenow

Rothenklempenow

  • Die evangelische Dorf-Kirche von 1638 wurde 1738 im barocken Stil erneuert. Über dem Südportal befindet sich eine große, von Pilastern gerahmte Inschriftkartusche mit dem Stifterwappen von Eickstedt. Der einschiffige Putzbau aus der Renaissance, mit einem fünfseitigen Ostabschluss, hat einen quadratischen Westturm mit einem barocken Turmhelm und einer hölzernen Laterne. Das Kirchenschiff wird von einem Tonnengewölbe überwölbt. Der große Kanzelaltar von 1738 weist eine aufwendige Akanthus-Schnitzerei am Kanzelkorb und den Wangen auf. Der Baldachin über der Kanzel mit reicher Bekrönung wird von Säulen getragen. Das Prospekt der „Herrscherloge“ stammt aus derselben Zeit.
  • Das Schloss im Fachwerkstil von 1761 wurde von 1995 bis 1998 saniert und eine Europäische Jugendwerkstatt darin eröffnet.
  • Der mächtige, runde Fangelturm ist als ehemaliger Bergfried begehbar.
  • Die Reste einer alten Gutsanlage mit Gutsarbeiterhäusern sowie einem Speicher aus dem 16. Jahrhundert. Die früher dem Gut zugehörenden Häuser weisen eine in Vorpommern seltene und interessante Architektur auf. Sie bestehen aus großen Feldsteinen in Verbindung mit Backsteinen (s. Hof- und Dorfstraße).
  • Ein kleines Dorfmuseum zeigt die Geschichte des Ortes anhand archäologischer Bodenfunde.
Glashütte
  • Ein kleines Museum (Heimatstube) zeigt Exponate aus der Produktion der ehemaligen Glashütte. Von 1665 bis 1929 bestand dieses Gewerbe, das dem Ort seinen Namen gab. Die Voraussetzungen damals: reiche Sand- und Mergelvorkommen, Brennholz und Pottasche. Das waren die Grundstoffe zur Herstellung des „Grünen Waldglases“. Später wurde Torf und Steinkohle als Brennmaterial verwendet. Ungefähr hundert Arbeiter waren zuletzt an sechs Öfen beschäftigt.
  • Der ehemalige, privat restaurierte und stilgerecht eingerichtete Bahnhof Stolzenburg-Glashütte. 1897 wurde die Randower Bahn nach Stettin eröffnet, was dem Ort wirtschaftlichen Aufschwung bescherte. Den Glashüttern war Stettin somit viel näher als der heutige Amtssitz Löcknitz oder die ehemalige Kreisstadt Pasewalk. 1945 wurde der Nord- und Mittelteil der Bahnstrecke abgebaut und als Reparation in die Sowjetunion verbracht - nicht zuletzt wegen der Grenzziehung - der größte Teil der Strecke verlief auf heute polnischem Gebiet (ein etwa zehn Kilometer langes Teilstück von Daber (polnisch Dobra ) nach Stöven (polnisch Stobno ) wurde bis Ende der 1960er Jahre von der Polnischen Staatsbahn betrieben).
Mewegen
  • Im Dorf gibt es eine über 500 Jahre alte Feldsteinkirche und ein bewohntes Storchennest.
Gewässer

Der Haussee, 34 Hektar groß, ist etwa ein Kilometer vom Ortszentrum entfernt.

Der Latzigsee, 43 Hektar groß, ist etwa drei Kilometer nördlich vom Ortszentrum entfernt.

Der Schwarze See, 1,2 Hektar groß, liegt bei Mewegen.

Bildung

Im Ortsteil Mewegen befindet sich die Kleine Grundschule auf dem Lande Mewegen.

Verkehrsanbindung

Sechs Kilometer südlich von Rothenklempenow, in Löcknitz besteht Bahnanschluss (Strecke Pasewalk - Stettin). In Richtung Norden wurde eine neue Straße nach Ueckermünde am Stettiner Haff gebaut. Die Entfernungen: nach Pasewalk 20 km, nach Stettin 30 km und nach Ueckermünde 30 km.

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005
  4. Der Bevölkerungsstand nach Gemeinden und Kreisen in Mecklenburg-Vorpommern, zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres, in: SIS-Datenbank des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommerns.
  5. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900. Kreis Randow.
  6. Informationssystem Pommern (ISP). Kreis Randow
  7. 7,0 7,1 Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichsgründung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Kreis Randow.

Weblinks

 Commons: Rothenklempenow  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Rothenklempenow (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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