Romanos I. - LinkFang.de





Romanos I.


Romanos I. Lakapenos bzw. Romanos Lekapenos (mittelgriechisch Ρωμανὸς A' Λεκαπηνός; * um 870 in Lekapa in Kappadokien; † 15. Juni 948 auf Proti) war ein byzantinischer Kaiser. Er teilte sich formal den Thron mit Konstantin VII., übte aber tatsächlich von 920 bis 944 die alleinige Macht im Reich aus.

Leben

Romanos hatte in der byzantinischen Flotte Karriere gemacht und war 917 zum Befehlshaber der gesamten Flotte aufgestiegen. 918/19 oder 919/20 soll sich der minderjährige Kaiser Konstantin VII. an Romanos gewandt und ihn um Beistand gebeten haben, da er eine Machtübernahme durch den Domestikos Leon Phokas befürchtete. Romanos stimmte schließlich zu; die Regentschaft wurde der Kaisermutter entzogen und Romanos übertragen. Gegen Romanos erhob sich bald Widerstand. Der mächtige Domestikos Leon Phokas erhob sich gegen ihn mit der Begründung, für Konstantin gegen den Usurpator vorzugehen, doch wurde der Aufstand bald niedergeschlagen.

Nach der Verheiratung seiner Tochter Helena mit Konstantin VII. wurde Romanos erst zum Basileopator (Vater des Kaisers, siehe Ämter und Titel im byzantinischen Reich), dann (wohl 920) zum Mitkaiser ernannt. Tatsächlich führte nun Romanos faktisch die Regierungsgeschäfte. Um seine Position zu sichern und wohl die makedonische Dynastie durch seine eigene Familie zu ersetzen, erhob er 921 seinen ältesten Sohn Christophoros, Ende 923 seine jüngeren Söhne Stephanos und Konstantin sowie kurz darauf auch seinen Enkel Romanos zu Mitkaisern. Bereits Ende 921 hatte es Romanos geschafft, sich als Seniorkaiser durchzusetzen, Konstantin VII. wurde in der Rangfolge nachgeordnet. Offenbar plante Romanos, dass sein Sohn Christophoros nach ihm neuer Kaiser werden sollte, denn in diplomatischen Protokollen wurde nun auch Christophoros vor Konstantin gesetzt, doch verstarb sein ältester Sohn im August 931. Im Anschluss daran rückte wieder Konstantin an die zweite Stelle der Rangfolge.

Romanos versuchte innenpolitisch, die Anhäufung von Grundbesitz zu kontrollieren, hatte damit aber nur wenig Erfolg. Er reformierte aber einige der Militärdistrikte (Themen), wobei möglicherweise die Rebellionen des Bardas Boilas in Chaldia (um 923/24) und des Basileios Chalkocheir in Opsikion (um 930/32) eine Rolle gespielt haben. Des Weiteren sind verschiedene Baumaßnahmen des Kaisers belegt. Kirchenpolitisch von Bedeutung war, dass er 920 das Schisma zwischen den Anhängern des abgesetzten Patriarchen Euthymios und denen des Nikolaos Mystikos beenden konnte.

Außenpolitisch schloss Romanos 927 Frieden mit den Bulgaren und zerschlug 941 einen Angriff der Waräger auf Konstantinopel. Der Frieden im Westen erlaubte ihm, seine Streitkräfte im Osten zu konzentrieren, wo General Johannes Kurkuas nach schweren Kämpfen das Emirat von Malatya/Melitene und andere Gebiete eroberte sowie viele der Prinzen Armeniens zu byzantinischen Vasallen machte. Ein besonderer Triumph war die Rückgewinnung des sogenannten Mandylion von Edessa im Jahr 944.

Romanos wurde im Dezember 944 von seinen Söhnen Stephan und Konstantin, eventuell sogar im Einvernehmen mit Konstantin VII., abgesetzt. Romanos verbrachte seine letzten Lebensjahre als Mönch auf der Insel Proti. Im weiteren Machtkampf in Konstantinopel konnte sich Konstantin VII. durchsetzen, der Romanos′ illegitimen Sohn Basileios Lakapenos zu seinem engsten Berater machte. In den Quellen wird Romanos zwiespältig bewertet: Für die einen galt er als Thronräuber, andere Quellen jedoch schildern ihn ausgesprochen positiv.

Literatur

  • Otto Kresten, Andreas E. Müller: Samtherrschaft, Legitimationsprinzip und kaiserlicher Urkundentitel in Byzanz in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts (= Sitzungsberichte Österreichische Akademie der Wissenschaften, philosophisch-historische Klasse. Band 630). Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1995, ISBN 3-70-012226-8.
  • Ralph-Johannes Lilie, Claudia Ludwig, Thomas Pratsch, Beate Zielke, Harald Bichlmeier, Bettina Krönung, Daniel Föller, Alexander Beihammer, Günter Prinzing: Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit. 2. Abteilung: (867–1025). Band 5: Niketas (#25702) – Sinapes (#27088). Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt. Herausgegeben von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. De Gruyter, Berlin 2013, ISBN 978-3-11-016670-5, S. 578−594 Nr. 26833.
  • Steven Runciman: The Emperor Romanus Lecapenus and His Reign. Cambridge University Press, Cambridge 1929 (ND 1963).

Weblinks

 Commons: Romanos I.  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
VorgängerAmtNachfolger
Konstantin VII.Kaiser von Byzanz
920–944
Konstantin VII.


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