Rollermobil - LinkFang.de





Rollermobil


Ein Rollermobil ist ein Kleinstwagen aus den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, als diese Fahrzeuge als preisgünstige Alternative zum Automobil entstanden. Sie basieren teilweise auf Motorrad- bzw. Motorroller-Technik.

Geschichte

Die Bezeichnung Rollermobil entstand in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg im damaligen Westdeutschland für extrem kleine Automobile, als herkömmliche Autos nur für wenige erschwinglich waren. Es entstand daher der Bedarf nach einer preisgünstigen Alternative zum Pkw, wobei die entsprechenden Fahrzeuge wegen der geringen Größe und einfachen Konzeption vor allem zu Beginn zum Teil ganz eigenwillige Formen annahmen. Es entstanden aber auch Rollermobile, die wie verkleinerte Autos aussahen (etwa Lloyd 300, Kleinschnittger F 125 (1950) oder Goggomobil(1955)).

Motorisiert waren die Rollermobile meist mit luftgekühlten Einzylinder-Zweitaktmotoren aus dem Motorradbau, manchmal auch mit Zweizylindermotoren. Bei dreirädrigen Rollermobilen wurde fast immer das einzelne Hinterrad über eine Kette angetrieben. Mit einem Hubraum bis 250 Kubikzentimeter durften sie mit der damaligen Fahrerlaubnis der Klasse 4 ohne praktische Fahrprüfung gefahren werden. Es gab aber auch sehr kleine und leichte Rollermobile mit Motorrollermotoren mit noch kleineren Hubräumen. Die kleinsten Mobile wurden auch Mopedauto genannt, die Brütsch Mopetta hatte einen daran angelehnten Modellnamen.

Zu ihrer Zeit wurden sie auch als Kleinwagen bezeichnet, dieser Begriff bezeichnet heute jedoch eine größere Fahrzeugklasse, die noch über jener der Kleinstwagen liegt. In der damaligen Werbung traten auch Bezeichnungen wie „4-Rad-Motorroller“ (z. B. in der Werbung für den Kleinschnittger F 125) auf, viele Modelle waren aber auch Dreiräder. Eines der bekanntesten Rollermobile ist der Messerschmitt Kabinenroller, der diese Automobilbauart über die Grenzen von Westdeutschland hinaus bekannt machte. In der zentral gelenkten Wirtschaft der DDR erachtete man die Rollermobile als unzweckmäßig und forcierte daher von Anfang an die Entwicklung eines vollwertigen Pkw zur Massenmotorisierung.[1], die nach langjähriger Entwicklungszeit schließlich im Trabant mündete, der 1958 erschien.

Ebenfalls ein sehr bekanntes Rollermobil ist die ursprünglich von dem Mailänder Hersteller Iso Rivolta entwickelte Isetta, die außer von BMW auch in Frankreich, Spanien, Großbritannien und Argentinien in Lizenz hergestellt wurde. Parallel kam es durch Weiterentwicklung dieser Vorlage zur Heinkel Kabine. Dreirädrige Fahrzeuge (nicht nur Rollermobile) waren lange Zeit vor allem in Großbritannien populär, da sie gering (wie ein Motorrad) besteuert wurden und mit Motorradführerschein gefahren werden konnten. Einige dieser Bubble cars (Blasen-Autos) wurden auch dort entwickelt und gebaut.

In Spanien entstanden eine Reihe von im eigenen Land entwickelten und gebauten Rollermobilen. Ein weiteres Land, in dem Rollermobile weit verbreitet waren und sich wegen der extrem hohen Besteuerung vierrädriger Pkw in den 1950er und 1960er Jahren zudem noch besonders lange halten konnten, ist Griechenland. Hier wurden verschiedene Fahrzeuge dieser Art meist als Dreirad gebaut, wobei die bekanntesten die Alta 200 und Attica 200 sein dürften, die beide auf einer Lizenz für das Fuldamobil basierten.

Mit dem dreirädrigen italienischen Piaggio Ape, der in seinem Heimatland seit Jahrzehnten zum Straßenbild gehört und in geringerer Stückzahl auch in den Export gelangte, wird auch heute noch ein solches Fahrzeug hergestellt.

Den früheren Rollermobilen ähnlich sind die heute noch in Süd- und Südostasien verbreiteten Autorikschas oder Tuk-Tuks, da sie ähnlich wie der Piaggio Ape auf Motorrad- und Motorroller-Technik basieren.

Bilder

Bekannte Rollermobile

Bekannte historische Rollermobile und Kabinenroller sowie Nachkriegskleinwagen sind:

Deutschland

Großbritannien

Italien

Spanien

Tschechoslowakei

USA

Rollermobile heute

Die Rollermobile der Nachkriegszeit sind heute beliebte Oldtimer. Zu den noch regelmäßig eingesetzten Rollermobilen gehören die dreirädrigen Autorikschas bzw. Tuk-Tuks aus Süd- und Südostasien sowie der dreirädrige Kleintransporter Piaggio Ape aus Italien, den es auch in einer vierrädrigen Version gibt (Ape Poker), jedoch in dieser Form kein Rollermobil im eigentlichen Sinne mehr ist.

An historische Vorlagen angelehnte Konzeptfahrzeuge sind der Loremo, der Toyota i-Road[2], die Aptera 2 Series, der Torq EV[3] und ein Threewheeler von Elio Motors[4].

Modelle

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Realitäten und Irrwege im Kleinwagenbau. In: Kraftfahrzeugtechnik 5/1954, S. 145–150.
  2. Toyota i-Road – Elektrodreirad – E-Kabinenroller . In: motomobil. Abgerufen am 5. Oktober 2014.
  3. Ex-Aptera Founder Reveals New Electric Sports Car, TORQ Roadster . In: Green Car Reports. 25. März 2013. Abgerufen am 11. Januar 2014.
  4. Elio Takes Another Step Toward Building 3-Wheeler In Ex-GM Plant . In: Green Car Reports. 9. Januar 2014. Abgerufen am 11. Januar 2014.
fr:Minivoiture

Kategorien: Fahrzeugklasse | 1950er

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Rollermobil (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.