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Rohr (Mittelfranken)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: RothVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 350 m ü. NHN
Fläche: 46,52 km²
Einwohner: 3637 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91189
Vorwahl: 09876
Kfz-Kennzeichen: RH, HIP
Gemeindeschlüssel: 09 5 76 142
Gemeindegliederung: 16 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Alte Gasse 1
91189 Rohr
Webpräsenz: www.rohr-mfr.de
Bürgermeister: Felix Fröhlich (SPD)
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Rohr ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Roth.

Geographie

Geographische Lage

Die Schwabach durchzieht das Gemeindegebiet in West-Ost-Richtung auf seiner gesamten Länge. Sie gehört zum Wassereinzugsgebiet der Rednitz und nimmt in der Gemeinde mehrere kleine Nebenbäche auf. Im Norden fließt der Zwieselbach mit seinem Nebengewässer, dem Regelsbach, durch die Ortsteile Regelsbach und Zwieselhof. Die Flusstäler und die bis auf 449 Meter aufsteigenden Hügel prägen die Gemeindelandschaft.

Geologie

Rohr liegt am Südrand des Mittelfränkischen Beckens. Innerhalb dieser Beckenlandschaft liegt Rohr auf der Bibert-Schwabach-Rezat-Platte, die sich deutlich über das Becken, in dem Nürnberg und Fürth liegen, erhebt.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt im Norden an Roßtal im Landkreis Fürth, im Nordosten an Stein (ebenfalls im Landkreis Fürth) und Nürnberg, im Osten an Schwabach, im Süden an Kammerstein und im Westen an Heilsbronn und Windsbach im Landkreis Ansbach.

Gemeindegliederung

Rohr besteht aus 16 Ortsteilen[2] (Ehemalige Gemeinden, dahinter ihre Ortsteile):

  • Gustenfelden mit Kottensdorf und Wildenbergen
  • Prünst mit Dechendorf, Gaulnhofen und Leuzdorf
  • Regelsbach mit Göckenhof, Hengdorf, Leitelshof, Nemsdorf und Zwieselhof
  • Rohr mit Christenmühle und Weiler

Die ehemaligen Regelsbacher Ortsteile Bertelsdorf und Eckershof gehören seit dem 1. Januar 1967 zur Stadt Stein.

Geschichte

Auf dem Gebiet der Gemeinde reichen Siedlungsspuren bis in die Mittlere Steinzeit zurück. Die damaligen Menschen waren allerdings Jäger und Sammler ohne festen Wohnsitz. Die erste nachweisliche geschichtliche Erfassung des Gebietes um Rohr befindet sich als Mark des heiligen St. Emmeram um das Jahr 800 in einer Niederschrift des Abtes Richolt des Klosters Sankt Emmeram in Regensburg. Bis ins 15. Jahrhundert sind aus der Gegend um Rohr nur vereinzelte Dokumente überliefert, so dass geschichtliche Ereignisse aus dieser Zeit nicht bekannt sind. Aus Urkunden und Testamenten sind aber zum Teil genaue Informationen über die Entstehungsgeschichte der Ortsteile ersichtlich.

Erst während der Markgrafenkriege (1449 und 1552) sind wieder genauere Zeugnisse über das Gemeindegebiet um Rohr vorhanden. Viele ländliche Anwesen wurden Opfer von Plünderungen und Zerstörungen. Im Jahr 1632 flüchteten fast alle Gemeindebürger wegen der Plünderungen im Zusammenhang mit der Schlacht bei der Alten Veste nach Nürnberg. Dort raffte die Pest einen großen Teil der Flüchtlinge dahin. Bereits sieben Jahre später ereignete sich bei einem Brand in der Ortschaft Rohr die größte Katastrophe in der Geschichte der Gemeinde.

Im 18. Jahrhundert war die Gemeindepolitik überwiegend von den Streitigkeiten der zahlreichen Grundherren geprägt, die sich die Fluren der Gemeinde teilten. Das änderte sich ab 1792 mit der Abdankung des Markgrafen Carl Alexander von Ansbach und Bayreuth. Nach mehreren Jahrhunderten unter markgräflicher Herrschaft fiel die Gemeinde Rohr 1797 an die Kreisdirektion Schwabach, als die preußischen Verwalter eine neue Ämterordnung einführten. Damit wurde auch die Teilung des Gemeindegebietes beendet. Früher waren die nördlichen Ortschaften den Direktionen Cadolzburg und Roßtal unterstellt. Seit der Auflösung des Ämterwesens im Jahr 1806 gehörte die Gemeinde zum Königreich Bayern.

Rohr

Der Ortsteil Rohr war im Mittelalter der Hauptort der Emmeramer Kloster Mark, einer Grenzbeschreibung aus dem 8. Jahrhundert. Die erste genauer datierbare Erwähnung stammt aus den Jahren 1166 und 1168. Bischof Otto aus Eichstätt weihte damals eine neue Kirche in Rohr (Rore). Der Ortsname Rohr leitet sich von über dem Rohr ab, zurückzuführen auf den Schilfrohrbewuchs am Ufer der Schwabach. Es ist wahrscheinlich, dass bereits eine Siedlung auf der nördlichen Bachseite existierte, bevor Rohr gegründet wurde. Der alte Name der Siedlung Am Sande ist nicht bekannt. Adelige Grundherren (de Rore) sind zwischen 1265 und 1412 nachgewiesen.

Am 14. März 1639 brannte ein Großteil von Rohr nieder, als eine Bewohnerin das Unkraut in ihrem Garten verbrennen wollte. Aus Berichten geht hervor, dass mindestens achtzig Häuser, die Kirche, Wirtsstuben, das Pfarrhaus und die Schule (Mesnerhaus) dem Feuer zum Opfer fielen. Wegen des Dreißigjährigen Krieges wurde das Dorf mindestens zehn Jahre nicht wieder aufgebaut und drohte zu verfallen. Erst nach dem Zuzug von österreichischen und oberpfälzischen Glaubensflüchtlingen konnten die Dörfer und die Kirche wieder aufgebaut werden.

Christenmühle, Gaulnhofen und Weiler

Die Geschichte des Ortsteils Christenmühle reicht mindestens bis ins Jahr 1404 zurück, da er damals als Obermühle erwähnt wurde. Der Name Christenmühle leitet sich von einer Besitzerin Christa Müller vor 1500 ab.

Gaulnhofen wurde im 11. Jahrhundert als Siedlung bei den Höfen des Gulo erstmals erwähnt. Damals lag der Weiler noch inmitten eines geschlossenen Waldgebietes, das sich südlich von Rohr erstreckte. Auch die Gründung von Weiler fiel in diesen Zeitraum.

Dechendorf, Prünst und Unterprünst

Dechendorf ist vermutlich der einzige Ort der Gemeinde, der vor der Gründung der Mark St. Emmeram bereits bestand. Seine Wurzeln gehen wahrscheinlich bis ins 8. Jahrhundert auf den Namensgeber Dago oder Tacho zurück. Das hohe Alter Dechendorfs wird mit dem Wandel des a zum e begründet, da bei einem geringeren Alter der Ort heute wahrscheinlich Dachendorf heißen würde.

Prünst entstand während des hochmittelalterlichen Landesausbaus. Der Name leitet sich von Brunst ab, einer alten Bezeichnung für Brandrodung. Erstmals erwähnt wurde Prünst im Jahre 1282 vom Reichsministerialen Ramung von Kammerstein. Ein im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg aufbewahrter Totenschild von 1410 erinnert an das Geschlecht der Prünsterer.

Der Weiler Unterprünst wurde erst im 19. Jahrhundert gegründet.

Göckenhof, Hengdorf, Nemsdorf und Zwieselhof

Hengdorf und Nemsdorf mit Göckenhof liegen im Tal des Zwieselbachs. Nördlich des Tals liegt der Weiler Zwieselhof, der im 15. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde. Man nimmt daher an, dass die Gründung des Weilers in die mittelalterlichen Siedlungsphasen fiel.

Nemsdorf wurde urkundlich erstmals 1225 in einem Schreiben König Heinrichs erwähnt, in dem er das Nürnberger Schottenkloster St. Egidien mit drei Lehen in Nemsdorf in seinen Schutz nahm. Die Gründung des Ortes dürfte viel früher, wahrscheinlich zwischen 800 und 1000 n. Ch., durch einen Siedler namens Nemoj erfolgt sein. Die intensivere Besiedelung der Gegend mit freien Bauern erfolgte erst im 11. und 12. Jahrhundert durch Reichsministeriale der damals herrschenden Hohenstaufen. Die Schreibweise Nemsdorfs änderte sich im Lauf der Jahrhunderte mehrmals: Nemszdorff wurde zu Nemstorf (1261), Memstorf (1340), Nemstorff (1425), Niembstorff (1530), Nembstorff (1548), Nembsdorff (1648) und Nembsdorf (1801). Es war von Anfang an kirchlich Dietersdorf zugeordnet, das eine Filialkirche von Schwabach war.

Die erste Erwähnung Göckenhofs stammt aus dem Jahre 1623. Damals war es wahrscheinlich ein Einödhof in der Nähe von Nemsdorf. Der Ortsname leitet sich vermutlich von Geck ab. Göckenhof gehört heute zu Nemsdorf und befindet sich nicht direkt im Zwieseltal sondern an dessen nördlichem Talhang. Ein in der Nemsdorfer Flur während des Zweiten Weltkriegs mit Beleuchtungskörpern simulierter Bahnhof und Flakstellungen sollten die angreifenden Feindflieger von Nürnberg ablenken. Bewirkt wurde jedoch, dass am 2. Januar und 20. Februar 1945 Feindflieger bei Göckenhof mehrere Brand- und Sprengbomben abwarfen, die im Anwesen Lösel einen Brand verursachten, beträchtliche Schäden an den Gebäuden anrichteten und auf den Äckern tiefe Bombenkrater hinterließen. Siebzehn heimatvertriebene und zwei einheimische Familien begannen ab 1960 in Göckenhof mit dem Bau einer landwirtschaftlichen Nebenerwerbssiedlung, die in den letzten Jahren deutlich erweitert wurde.

Hengdorf wurde urkundlich erstmals 1272 erwähnt. Ein Albrecht Rindsmaul verkauft alle seine Besitzungen in und um Hegendorf an den Nürnberger Bürger Nützel. Der Name Hengdorf wird gedeutet auf Heng/Hage, auch Hai, was so viel wie Umhege (Schutz durch Umzäunung oder dichte Hecken) bedeutete. Durchaus kann der Name auch auf Albrecht Rindsmaul zurückgehen, welcher auch in Heng (bei Neumarkt) Besitztümer hatte.

Zwieselhof, früher als Hof am Zwieselbach bezeichnet, wurde urkundlich erstmals 1413 als ein zum Halsgericht (Gericht für schwere Verbrechen wie Mord und Totschlag) Roßtal gehörender Hof erwähnt. Die Schreibweise des Hofes änderte sich mehrmals: Zwiselhof (1413), Zwisselhoff (1532), Zwiselhove (1616). Durch den Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 und die Pest starben ganze Familien aus. Auch der Zwieselhof war betroffen. In der Weihnachtszeit des Jahres 1626 starben innerhalb weniger Wochen der Zwieselhofbauer mit allen zehn Kindern, seine Mutter und die Tagelöhnerfamilie. Als einzige blieb die Bäuerin übrig, die zwei Jahre später wieder heiratete.

Hengdorf und Nemsdorf wurden durch Exulanten aus Oberösterreich wieder belebt, die in der Gegenreformation aus dem Land ob der Enns vertrieben worden waren.

Gustenfelden, Kottensdorf, Leuzdorf und Wildenbergen

Die erste Erwähnung Gustenfeldens datiert ins Jahr 1295, wobei eine mögliche Gründung bereits im 10. Jahrhundert stattgefunden haben könnte. 1406 weihte Weihbischof Seyfried von Eichstätt einen Altar und gewährte der Kirche einen Ablassbrief. Die heutige Kirche St. Bartholomäus entstand 1487. Die herrschaftlichen Rechte im Dorf teilten sich die Reichsstadt Nürnberg (Patronatsrecht zur Einsetzung des Pfarrers, Dorf- und Gemeindeherrschaft) und das Markgraftum Ansbach (Hochgerichtsbarkeit, Niedergerichtsbarkeit). Von 1527 bis 1528 bekleidete Sebastian Franck die Pfarrstelle.

1808 kam es zur Bildung der Gemeinde Gustenfelden, zu der die Nachbarorte Kottensdorf und Wildenbergen gehörten. Sie gehörten ab 1808 auch zur dortigen Kirchengemeinde. Im Kirchenkampf während des Nationalsozialismus wurde die Kirche von Gustenfelden zum Zentrum der Deutschen Christen aus Schwabach und Umgebung, was zur inneren Spaltung der Kirchengemeinde führte. Der zur Bekennenden Kirche zählende Teil der Gemeinde hielt seine Gottesdienste in der Filialkirche in Kottensdorf ab. Im Jahr 1978 verlor Gustenfelden im Zuge der Gemeindegebietsreform seine Selbständigkeit und wurde Teil der Gemeinde Rohr.

Die ersten Erwähnungen von Kottensdorf und Leuzdorf gehen ebenfalls auf Ramung von Kammerstein aus dem Jahre 1313 bzw. 1266 zurück. Früher bildete der Markbach bei Kottensdorf die Grenze des zu St. Emmeram gehörenden Gebietes. Eine Mühle fand dort schon um 800 Erwähnung.

Die erste schriftliche Erwähnung Wildenbergens datiert auf das Jahr 1394. An der Straße nach Wildenbergen befinden sich Reste einer Befestigung, die wohl von einer Fliehburg aus der Zeit der Ungarneinfälle stammen. Das abgelegene Dorf bewachte einst die Frankenstraße vom Main zur Rednitz, die noch als Fußweg von der Bundesstraße 14 über Leitelshof nach Schwabach nachweisbar ist.

Leitelshof und Regelsbach

Leitelshof wurde erstmals 1287 schriftlich erwähnt. Damit fällt seine Gründung in die Phase des hochmittelalterlichen Landesausbaus im 12. und 13. Jahrhundert.

Die erste Erwähnung Regelsbachs geht auf eine Schenkung des Adeligen Albrecht Rindsmaul im Jahre 1252 zurück. Der Ortsteil dürfte in fränkischer Zeit nahe einer Quelle gegründet worden sein. Regelsbach gehörte als einzige Pfarrei im weiten Umkreis zum Bistum Würzburg und hatte den heiligen Kilian als Patron. Eine zum Klarakloster Nürnberg gehörende Kirche wurde 1295 dem heiligen Georg geweiht. Die starken Befestigungsmauern um die Kirche mit den Torhäuschen lassen auf die Wehrhaftigkeit des Dorfes schließen. An Baulichkeiten blieben das Pfarrhaus von 1737, das markgräfliche Wildhüterhaus und bemerkenswerte Bauernhäuser erhalten. Bewahrt hat sich der Brauch des Neujahrsfeuers. Zu literarischem Ansehen gelangte der 1962 verstorbene Pfarrer Georg Türk durch seine Romane, Erzählungen und stimmungsvollen Gedichte.

Eingemeindungen

Anlässlich der Gemeindegebietsreform, die am 1. Mai 1978 in Kraft trat, wurden die Gemeinden Gustenfelden, Prünst, Regelsbach und Rohr zur neuen Gemeinde Rohr zusammengeschlossen.[3]

Einwohnerentwicklung

Über die Einwohnerzahlen in den Jahren vor 1500 ist nicht viel bekannt. Anzunehmen ist, dass die Ortschaften überwiegend einzelne Höfe oder Weiler waren. Nach dem Dreißigjährigen Krieg siedelten sich im Gemeindegebiet Exulanten aus Österreich an, was einen schnellen Ausgleich der Verluste aus dem Krieg ermöglichte. Gesichert ist überliefert, dass der Hauptort Rohr bereits im 15. Jahrhundert aus mehr als 30 Anwesen bestand.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Rohr setzt sich aus 16 Mitgliedern zusammen:

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Bürgermeister

  1. Felix Fröhlich SPD
  2. Klaus Popp FW
  3. Harald Hummel CSU

Wappen

Beschreibung: Geviert von Rot und Schwarz, belegt mit zwei schräg gekreuzten goldenen Rohrkolben, in der Mitte überdeckt von einem silbernen Balken.

Wappenerläuterung

Für Rohr ist seit 1285 ein Ortsadel namens de Ror oder Rorer urkundlich nachweisbar. Das Wappen dieser Familie zeigt einen von Rot und Schwarz gevierten Schild, der mit einem silbernen Balken belegt ist. Dieses Familienwappen bildet die Grundfigur des neuen Gemeindewappens. Als „redendes“ Bild wurden zusätzlich die Rohrkolben in das Wappen aufgenommen. Durch die Farben Silber und Schwarz wird an die einst starke grundherrschaftliche Abhängigkeit von den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach in den Gemeinden Rohr und Prünst erinnert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Amateurtheatergruppen der Gemeinde Rohr:

  • Theatergruppe Rohr e. V. (seit 1979)
  • Theatergruppe Regelsbach

Bauwerke

  • Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Emmeram im Ortsteil Rohr aus dem Jahre 1493
Im Jahre 1192 weihte Bischof Otto von Eichstätt in Rohr eine Steinkirche, die einen früheren Bau aus Holz ersetzte. Nach dem Dorfbrand von 1639 wurde die Kirche erst nach dem Krieg innerhalb weniger Monate im Jahre 1650 wieder (notdürftig) aufgebaut. Die benötigten Gelder stammten von den verbliebenen Bewohnern der Gemeinde und den umliegenden Amtsstädten. Der Turm und das Glockenhaus wurden erst im Jahre 1655 wieder aufgebaut. Neue Glocken erhielt die Rohrer Kirche am 19. Januar 1667. Als sie am 23. Januar zum ersten Mal erklangen, war Rohr beinahe 28 Jahre ohne Kirche gewesen. Die Form der Kirche ist unverändert erhalten geblieben.
Während das Langhaus der Kirche im barocken Stil errichtet wurde, stammen Chor und Turm aus der Gotik. Es ist anzunehmen, dass das Langhaus dem Feuer zum Opfer gefallen, der Chor jedoch verschont geblieben war. Für den Turm wurde die Kirche St. Johannes Baptist in Eibach als Vorlage verwendet.
Im Inneren dominiert eine weitläufige Emporenanlage an der Ost- und Nordostseite, die 1697 eingebaut wurde. Um diese Zeit wurde die Inneneinrichtung dem Stil der Zeit angepasst. 1696 wurde die Kanzel geschaffen, 1715 kam der Hochaltar hinzu, der vom Ansbacher Hofbildhauer Fischer und dem Maler Johann Roßbach entworfen wurde.
Die letzte größere Renovierung fand im Jahre 1912 statt, als das Niveau des Langhauses angehoben wurde. Die Orgel stammt aus dem Jahr 1989 und ist an den Rokoko-Prospekt aus dem Jahr 1749 angelehnt.
Die Kirche steht auf einer in das Schwabachtal hineinragenden Landzunge und prägt seit Jahrhunderten das Ortsbild von Rohr.
  • Evangelische Kirche und Pfarrhaus in Regelsbach
Das Pfarrhaus wurde 1737 erbaut. Es enthält Zimmer mit Stuckdecken und Wappen der Nürnberger Patrizierfamilie Ebner.
Die Wehrkirche St. Georg wurde im Jahr 1295 erbaut; ihr Langhaus stammt aus dem 15. Jahrhundert. Der reiche Rokokostuck wurde 1757 angebracht. Neben der Kirche befindet sich die Friedhofsbefestigung aus dem 15. Jahrhundert mit einer etwa vier Meter hohen Mauer und einem sieben Meter hohen Torturm.
  • Evangelische Kirche in Gustenfelden
Die Kirche St. Bartholomäus wurde 1487 erbaut. Bauliche Veränderungen stammen aus den Jahren 1692 und 1869 (neues Langhaus). Von der spätgotischen Ausstattung ist noch das Sakramentshäuschen (1487) vorhanden. Es wurde 1913 wie der Altar aus dem 18. Jahrhundert von einer späteren Übermalung befreit. Das Altarbild schuf 1869 Friedrich Kaulbach.
  • Wehrkirche in Kottensdorf
Die Wehrkirche in Kottensdorf wurde um 1400 erbaut. Die Außenfassade zeigt das Wappen des Markgrafen von Brandenburg und die Jahreszahl 1738. Am Altar, der 1521 gefertigt wurde, befindet sich eine Darstellung der Geburt Christi von Johannes Heidelberger aus Nürnberg. Der gleichen Zeit entstammt eine Holzfigur von St. Nikolaus und eine Selbdrittgruppe.
  • Zahlreiche Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die Christenmühle westlich von Rohr und die Stubensandsteinhöhle bei Wildenbergen gehören ebenfalls zu den Sehenswürdigkeiten der Gemeinde.

Baudenkmäler

Sport

  • 9-Loch-Golfanlage Nemsdorf
  • Turn- und Sportverein Rohr e. V.
  • Tennisclub Regelsbach e. V.
  • Modellflugclub Rohr e. V.
  • Sportschützengesellschaft Rohr e. V.
  • SV Großweismannsdorf-Regelsbach e. V.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Kirchweihen
  • Kulinarische Künstlermeile
  • Weihnachtsmarkt

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Die Gemeinde ist überwiegend ländlich geprägt. Zahlreiche Landwirte haben im Gemeindegebiet ihre Anbauflächen. Besonders der Anbau von Tabak nimmt noch eine wichtige Rolle ein. Einen hohen regionalen Bekanntheitsgrad hat der Apfelanbau in der Umgebung von Gustenfelden. Die Äpfel werden in Hofläden und am Markt in Schwabach angeboten. Das wohl bekannteste aus der Gemeinde Rohr stammende Produkt ist das Rohrer Kochbuch Wos gout is und schmeckt, das von der Kirchengemeinde Rohr herausgegeben wird. Die Sammlung mit handgeschriebenen Rezepten von Frauen aus der Region wurde seit der Erstauflage 1988 bisher über 130.000 mal in Länder auf der ganzen Welt verkauft.

Verkehr

Der Hauptort Rohr liegt an der Staatsstraße St 2239, die von Müncherlbach nach Altdorf bei Nürnberg verläuft. Zur Bundesstraße 14 Nürnberg-Ansbach sind es ca. drei Kilometer. Südlich des Gemeindegebietes verläuft die Autobahn A 6. Die Anschlussstellen Neuendettelsau (AS 54) und Schwabach West (AS 55) sind jeweils ca. zehn Kilometer entfernt. Die Entfernung zum Flughafen Nürnberg beträgt ca. 27 Kilometer. Über den Omnibuslinienverkehr der VGN ist der Bahnanschluss in Schwabach zu erreichen. Die Wasserhandelsroute des Main-Donau-Kanals mit dem Hafen Nürnberg befindet sich in ca. zwölf Kilometer Entfernung.

Bildung

  • Grundschule Regelsbach
  • Volkshochschule Rohr
  • Evangelischer Kindergarten Rohr

Literatur

  • Martin Schieber: Rohr. Aus der Geschichte einer Gemeinde im Herzen Mittelfrankens. Eigenverlag der Gemeinde Rohr i.Mfr., 2006, ohne ISBN

Bildergalerie

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111026/171900&attr=OBJ&val=1493
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 732.

Weblinks

 Commons: Rohr  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Rohr. In: Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn, Band 2 – Quellen und Volltexte

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