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Robert Franz Schmidt

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Robert Franz Schmidt (* 16. September 1932 in Ludwigshafen am Rhein) ist ein deutscher Physiologe und emeritierter Professor. Er war von 1982 bis 2000 Vorstand des Physiologischen Instituts der Universität Würzburg.

Leben

Die Reifeprüfung hat Schmidt 1953 am Neusprachlichen Gymnasium in Frankenthal abgelegt. Im gleichen Jahr begann er das Studium der Humanmedizin an der Universität Heidelberg, das zum Wintersemester 1958/59 abgeschlossen war. Seine erste Promotion zum Dr. med. am 22. April 1959 in Heidelberg folgte nach der Medizinalassistentenzeit und Chirurgischenzeit vom 1. Mai 1959 bis zum 31. Oktober 1960 an der Universität Heidelberg und Abteilung des Krankenhauses Bethanien in Heidelberg eine zweite Promotion zum Ph.D. am 21. März 1963 an der Australian National University in Canberra. Die Approbation wurde am 8. August 1963 durch das Innenministerium Baden-Württemberg mit Wirkung vom 14. Mai 1961 ausgestellt.

Von 1956 bis 1959 war er Doktorand und studentische Hilfskraft am Physiologischen Institut der Universität Heidelberg. Von 1960 bis 1962 war er Research Scholar am Dept. of Physiology, Australian National Univ. Canberra, Australien und anschließend bis 1966 Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Allgemeine Physiologie der Universität Heidelberg.

Am 4. Juni 1964 erfolgte seine Habilitation für Physiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. 1966 erhielt er eine Ernennung zum Wissenschaftlichen Rat am II. Physiologischen Institut der Universität Heidelberg und zum Beamten auf Lebenszeit.

Am 28. Januar 1970 folgte eine Ernennung zum apl. Professor, Med. Fak. d. Universität Heidelberg. Von 1970 bis 1971 war er Visiting Research Associate Professor, am Department of Physiology, State University of New York at Buffalo, N.Y., USA. 1979 war er Vorsitzender der Deutschen Physiologischen Gesellschaft.

Von 1971 bis 1982 wirkte Schmidt als Professor und Direktor beim Physiologischen Institut der Universität Kiel und von 1982 bis 2000 als Professor and Vorstand des Physiologischen Instituts der Universität Würzburg. Ab 1. Oktober 2000 ist er Prof. em. für Physiologie der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg. 2001 erhielt er eine Ernennung zum Honorarprofessor durch die Medizinische Fakultät der Universität Tübingen.

Wirken

Wissenschaft

Von 1956 bis 1960 beschäftigte er sich mit Elektrophysiologie und Pharmakologie des Herzens, von 1960 bis 1970 mit Mechanismen und Funktionen präsynaptischer Hemmung im Rückenmark und seit 1965 mit somatosympathischen Interaktionen. Weitere Themen waren von 1970 bis 1973 Physiologie des Kleinhirns, von 1972 bis 1981 rezeptive Eigenschaften und zentrale Verschaltung feiner Muskelafferenzen und 2012 Neurophysiologie der Nozizeption und des Schmerzes, insbesondere des Gelenkschmerzes.

Er hat vorwiegend die Eigenschaften von Schmerzrezeptoren und die Verarbeitung der von ihnen ausgehenden Signale im Rückenmark erforscht. So hat er zum Beispiel „schlafende Schmerzrezeptoren“ entdeckt, die ihre Tätigkeit erst aufnehmen, wenn Gewebe entzündet ist. Auch den Zeitverlauf und die Gründe für die Zunahme der Empfindlichkeit von Schmerzrezeptoren in entzündetem Gewebe, etwa beim Sonnenbrand, hat er aufgeklärt.

Lehre

Neben seiner Forschungstätigkeit hat Schmidt eine Reihe von Lehrbüchern (mit)herausgegeben und selbst geschrieben, von denen die Physiologie des Menschen das bekannteste ist. Das Buch liegt in der 31. Ausgabe vor (Herausgeber Robert Franz Schmidt, Florian Lang, Manfred Heckmann), es gilt als Standardwerk der Physiologie.[1] Seit 2007 ist Robert F. Schmidt federführend bei der Entwicklung eines laienverständlichen Patienteninformations- und kommunikationssystems engagiert. [2]

Auszeichnungen und Ehrungen

  • 1977 Fellowship der Japan Society for the Promotion of Science
  • 1985/1986 Akademie-Stipendium der Volkswagenstiftung
  • 1985 Warner-Lambert Lectureship for a Distinguished Foreign Scientist, Society for Neuroscience
  • 1987 Wahl zum ordentlichen Mitglied, Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz
  • 1990 Hartmann-Müller-Preis, Zürich
  • 1991 Max-Planck-Forschungspreis (für herausragende internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit zusammen mit Akio Sato, Tokyo)
  • 1993 Adrian-Zottermann Memorial Lecture, Glasgow, Int. Union Physiolog. Sciences
  • 1994 Deutscher Schmerzpreis - Deutscher Förderpreis für Schmerzforschung und Schmerztherapie
  • 1994 Wahl zum Ehrenmitglied der Columbian Society for the Study of Pain, Bogota, Kolumbien
  • 1996 Doctor of Science honoris causa, University of New South Wales, Sydney, Australia[3]
  • 1996 Wahl zum Ehrenmitglied der Academia Nacional de Medicina, Mexiko, Mexiko-Stadt, D.F.
  • 1996 Honorary Member, Japan Physiological Society (Wahl zum Ehrenmitglied der japanischen Physiologischen Gesellschaft)[4]
  • 1997–2008 Investigador Asociado, Instituto de Neurosciencias, Universidad Miguel Hernándes, San Juan de Alicante, Spanien
  • 1999 Alexander von Humboldt-J.C. Mutis Preis, verliehen durch das spanische Kultusministerium, Madrid, Spanien [5]
  • 2000 Wahl zum Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes Section der International Association for the Study of Pain (IASP), Hamburg, e.V.,
  • 2000 Bundesverdienstkreuz 1.Klasse, Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, Berlin
  • 2002 Ernennung zum Ehrenmitglied der Deutschen Physiologischen Gesellschaft (3. März)
  • 2003 Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V., Oberursel
  • 2008 Ehrenmitgliedschaft der Intern. Assoc. for the Study of Pain [6]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Rezension: Physiologie Des Menschen: Mit Pathophysiologie , abgerufen am 14. September 2012
  2. enpenet:über uns , abgerufen am 14. September 2012
  3. juraforum.de , abgerufen am 14. September 2012
  4. Japanische Physiologische Gesellschaft abgerufen am 14. September 2012
  5. uni-protokolle.de , abgerufen am 14. September 2012
  6. IASP , abgerufen am 14. September 2012


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Robert Franz Schmidt (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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