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Riedlingen


Dieser Artikel behandelt die Stadt Riedlingen im Landkreis Biberach, für andere Orte siehe Riedlingen (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: BiberachVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 540 m ü. NHN
Fläche: 64,97 km²
Einwohner: 10.170 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 157 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88499
Vorwahl: 07371
Kfz-Kennzeichen: BC
Gemeindeschlüssel: 08 4 26 097
Stadtgliederung: 7 Teilgemeinden
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
88499 Riedlingen
Webpräsenz: www.riedlingen.de
Bürgermeister: Marcus Oliver Schafft (CDU)
}

Riedlingen ist eine Stadt in Baden-Württemberg, am Südrand der Schwäbischen Alb und an der Donau gelegen.

Geographie

Geographische Lage

Riedlingen liegt in einem weiten Talgebiet der Donau, am südlichen Fuß der Schwäbischen Alb. Im Westen und Norden erreicht es die Albausläufer zum ganz bewaldeten Teutschbuch (734 m) und zum Österberg (652 m). Im Osten erhebt sich in Sichtweite von Riedlingen der oberschwäbische Hausberg Bussen (767 m), der auch „Heiliger Berg Oberschwabens“ genannt wird.

Auf der linken Uferseite münden bei Altheim die Biber, bei Riedlingen der Zollhauser Bach und bei Zwiefaltendorf die Zwiefalter Aach in die Donau. Rechtsseitig nimmt das Gewässer flussabwärts die Schwarzach beim Vöhringer Hof und die Kanzach bei Daugendorf auf.

Stadtgliederung

Die Stadt besteht zunächst aus der Kernstadt, hinzu kommen die im Rahmen der Gemeindereform der 1970er Jahre eingegliederten sieben Gemeinden Bechingen, Daugendorf, Grüningen, Neufra, Pflummern, Zell und Zwiefaltendorf. Jede Teilgemeinde verfügt über eine Ortsverwaltung, jeweils unter der Leitung eines Ortsvorstehers.

Raumplanung

Riedlingen bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Donau-Iller, dessen Oberzentrum die Stadt Ulm ist. Zum Mittelbereich Riedlingen gehören neben der Gemeinde selbst die Städte und Gemeinden des westlichen Landkreises Biberach. Im Einzelnen sind dies die Stadt Bad Buchau sowie die Gemeinden Alleshausen, Altheim, Betzenweiler, Dürmentingen, Dürnau, Ertingen, Kanzach, Langenenslingen, Moosburg, Oggelshausen, Seekirch, Tiefenbach, Unlingen und Uttenweiler.

Geschichte

Mittelalter und Frühe Neuzeit

Riedlingen ist vermutlich eine alemannische Gründung. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 835. Die mittelalterliche Stadt wurde zwischen 1247 und 1255 östlich des Weilers von den Grafen von Veringen angelegt. Sie war eine typische Gründerstadt in rechteckiger Form und mit rechtwinklig geführten Straßen, die Hauptstraße wurde zum Marktplatz hin immer breiter. Riedlingens Lage an der schon damals viel genutzten Donaustraße begünstigte diesen Standort als Marktstadt. Noch im ausgehenden 13. Jahrhundert kam die Stadt in den Besitz der Habsburger, die sie jedoch bald wieder verpfändeten. 1314 kam sie an die Grafen von Hohenberg, später an die Herren von Ellerbach, 1384 schließlich an die Truchsessen von Waldburg.[2] 1434 erhielt die Stadt den Blutbann, d. h. das Recht, Verbrecher abzuurteilen und hinzurichten.

Hauptartikel: Wasserburg Asenheim, Burg Dietenburg, Wasserburg Grüningen, Ranzenburg, Burg Neuveringen, Burg Zwiefaltendorf

Die Reformation im 16. Jahrhundert hatte zunächst einen starken Rückhalt in der Bevölkerung, konnte sich jedoch gegen den Willen der Waldburger Herrschaft nicht durchsetzen. 1654–1658 wurde in Riedlingen ein Kapuzinerkloster (Kapuzinerkloster Riedlingen) erbaut, das um 1806 wieder aufgehoben wurde. Im Jahr 1680 gelang es der Stadt, sich zusammen mit den übrigen sogenannten Donaustädten[3] von der ungeliebten Waldburger Herrschaft zu befreien und direkt wieder Österreich unterstellt zu werden. Bis zum Pressburger Frieden 1805 gehörte Riedlingen daher zu Vorderösterreich.

Riedlingen war 1585–1604 von der Hexenverfolgung betroffen. Im Zuge eines Hexenprozesses wurden in Riedlingen drei Menschen hingerichtet. Die letzte Vollstreckung fand 1604 statt: Agatha Mahler.[4]

Neuzeit bis heute

1806 kam Riedlingen zum Königreich Württemberg und wurde Sitz des gleichnamigen Oberamtes. 1873 begründeten in Riedlingen Christian Schmidt und Heinrich Stoll die Vorgängerfirma der späteren NSU Motorenwerke, die "mechanische Werkstätte zur Herstellung von Strickmaschinen". Sie wurde 1880 nach Neckarsulm verlegt, da in Riedlingen Platz und Energie fehlten.

1938 wurde das Oberamt Riedlingen mit dem Oberamt Saulgau zum Landkreis Saulgau mit Sitz in Saulgau zusammengelegt. Den Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt fast unbeschadet – zumindest in architektonischer Hinsicht. Lediglich die Donaubrücke wurde in den letzten Kriegstagen im April 1945 noch gesprengt, kurz bevor französische Truppen einmarschierten. Gesellschaftliche Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs ergaben sich in anderer Hinsicht: Im Oktober 1949 kamen nach fünfjährigem Zwischenaufenthalt in Niederbayern Heimatvertriebene nach Riedlingen. Dabei handelte es sich um Nachkommen deutscher Auswanderer, die 1944 in Südwestungarn ihre Heimat aufgeben mussten. Bis Sommer 1951 entstand so oberhalb des Vöhringerhofes der neue Stadtteil Eichenau.[5]

Seit 1973 gehört Riedlingen samt seinem Umland zum Landkreis Biberach. Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Daugendorf (1. Mai 1972), Neufra (1. Juni 1972) sowie – jeweils zum 1. Oktober 1974 - Bechingen, Grüningen, Pflummern, Zell und Zwiefaltendorf nach Riedlingen eingemeindet.

Geschichte der Ortsteile

Die Ortsteile sind:[6]

Bechingen
bereits 758 urkundlich erwähnt. Zwischen 1292 und 1342 kommt nach und nach der gesamte Ort an das Kloster Zwiefalten, dem er bis zur Säkularisation 1803 angehört. Zusammen mit Zell bildet er danach eine eigenständige Gemeinde im Oberamt Riedlingen.

Zell bildete zusammen mit Bechingen eine selbständige Gemeinde.

Daugendorf
wird erstmals 805 erwähnt (in frühen Urkunden häufig Taugendorf geschrieben), als der Ort an das Kloster Sankt Gallen verschenkt wurde. Wie er später in der Besitz der Grafen von Veringen geriet, ist nicht bekannt. 1415 verkaufte Rudolph von Veringen Daugendorf an Zwiefalten. Nach der Säkularisation wird der Ort eine selbständige Gemeinde.
siehe auch Burg Daugendorf, Wasserburg Daugendorf, Herren vom Stain (Wappen)
Grüningen
kam über die Grafen von Veringen Ende des 12. Jahrhunderts an die Grafen von Württemberg, welche dort die Linie der Grafen von Grüningen-Landau begründeten. Sitz der Grafen wurde das „obere Schloss“ nahe der Kirche, dessen Bergfried wie auch die aus romanischer Zeit stammenden Grundmauern noch an diese Zeit erinnern. Das auf einem künstlichen Erdhügel mitten im Dorf errichtete „untere Schloss“ wurde hingegen Sitz der grünenbergischen Ministerialität. Grüningen kam später an die Freiherren von Hornstein (Wappen!), denen es auch zum Zeitpunkt der Mediatisierung 1806 noch gehörte, als der Ort (wieder) unter württembergische Oberherrschaft fiel. Auch Grüningen wurde danach eine selbständige Gemeinde.
Neufra an der Donau
- nicht zu verwechseln mit der Gemeinde im Landkreis Sigmaringen gleichen Namens – in frühen Urkunden auch Neufrach, Neufern oder Niverun geschrieben, gehörte einst den Herren von Gundelfingen (Wappen gezahnter Schrägbalken), ab 1546 den Herren von Helfenstein (Elefant) sowie ab 1627 den Fürsten von Fürstenberg. Auf dem Gebiet standen zwei Schlösser. Der Pfarrer von Neufra, das 1806 eigenständige Gemeinde wurde, bezog noch 1827 den sogenannten „Springhaber“ in Höhe von drei 'Simri' Hafer, den Bürger für uneheliche Schwängerungen zu entrichten hatten.
Pflummern
war die einzige evangelische Gemeinde im Oberamt Riedlingen; außerdem einst Sitz eines Adelsgeschlechts, deren letzte Erbinnen den Ort 1605 an den Herzog Friedrich von Württemberg verkauften. Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurde Pflummern gebrandschatzt und entvölkert, musste also komplett neu besiedelt werden; bereits 1825 wies es wieder etwa 500 Einwohner auf. 1829 war Eduard Mörike für ein paar Monate als Pfarrverweser in Pflummern tätig, in dieser Zeit soll er am 9. März jenes Jahres mit „Er ist’s“ eines der meistzitierten deutschsprachigen Gedichte geschaffen haben. Es leben ca. 400 Menschen in Pflummern.[7][8][9]
Zwiefaltendorf
Grundherr dieses gegenüber dem Kloster Zwiefalten gelegenen Ortes war der Freiherr von Spät. Die dortige Michaelskirche ist in einer Urkunde des Klosters Sankt Gallen bereits 776 als Schenkung erwähnt.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1871 ¹ 4909
1880 ¹ 5183
1890 ¹ 5085
1900 ¹ 4851
1910 ¹ 5155
1925 ¹ 5229
Jahr Einwohner
1933 ¹ 5142
1939 ¹ 5144
1950 ¹ 6498
1956 ¹ 7334
1961 7993
1965 8550
Jahr Einwohner
1970 ¹ 8712
1975 8779
1980 8536
1985 8426
1990 8684
1995 9499
Jahr Einwohner
2000 10.169
2005 10.376
2009² 10.301
¹ Volkszählungsergebnis
² Stand 31. März 2009[10]

Politik

Gemeinderat

Die letzte Gemeinderatswahl fand am 7. Juni 2009 statt. Sie ergab folgende Sitzverteilung:

Partei Stimmenanteil 2004 Sitze 2004 Stimmenanteil 2009 Sitze 2009
CDU 33,7 % (+2,2) 9 34,0 % (+0,3) 9
FW 30,6 % (+0,3) 8 29,7 % (-0,9) 8
WIR 11,5 % (+0,0) 3 17,5 % (+6,0) 4
SPD 11,1 % (-3,9) 2 11,2 % (+0,1) 3
Unabhängige Bürger 7,6 % (+0,5) 2 0,0 % (-7,6) 0
Grüne 5,5 % (+1,1) 1 7,6 % (+2,1) 2
Gesamt 25 26

Bürgermeister

Am 6. November 2005 wurde Hans Petermann mit 70,9 Prozent der Stimmen als Bürgermeister der Stadt Riedlingen wiedergewählt.[11] Petermann, der bis dahin Bürgermeister der Nachbargemeinde Ertingen war, hatte zum 2. Februar 1998 die Nachfolge von Hans-Georg Bosem angetreten.[12] Am 16. Januar 2006 wurde er für weitere acht Jahre vereidigt.[13]

Am 3. November 2013 erhielt Hans Petermann nur 28,6 Prozent der Stimmen und trat zum zweiten Wahlgang am 17. November nicht mehr an. Diesen gewann überraschend Marcus Schafft gegen Dr. Wolfram Jänisch, der im ersten Wahlgang mit 44,3 Prozent noch klar vorn gelegen hatte.[14]

  • bis 1990: Ernst Wetzel
  • 1990–1998: Hans-Georg Bosem (CDU)
  • 1998–2013: Hans Petermann (FWV)
  • 2014: Marcus Schafft (CDU)

Stadtwappen

Die Blasonierung des Riedlinger Stadtwappens lautet: In gespaltenem Schild vorne in Rot ein silberner Balken, überdeckt von zwei schräggekreuzten goldenen Rudern, hinten in Gold ein roter Löwe. Das älteste bekannte Siegel stammt aus dem Jahr 1303. Der rot-weiß-rote Grund wird als österreichische Binde bezeichnet und stellt die Farben Österreichs dar. Sie wurde erst im 16. Jahrhundert hinzugefügt. Der rote Löwe, den auch Bad Saulgau, Mengen und Munderkingen im Stadtwappen tragen, ist das Wappen der Habsburger.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Riedlingen liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße, der Deutschen Fachwerkstraße, am Donauradweg und am Radwanderweg Donau-Bodensee. Seit 2009 verläuft der Oberschwäbische Pilgerweg, ein spiritueller Wanderweg, mit seiner Schleife 1 ebenfalls durch Riedlingen.

Museen und Gedenkstätten

Das städtische Museum Schöne Stiege ist das Heimatmuseum der Stadt Riedlingen und wurde Ende 2002 in dem 1556 erbauten Fachwerkgebäude Schöne Stiege in der Rösslegasse 1 eingerichtet.

In Nähe des Museums Schöne Stiege befindet sich im Spital zum Heiligen Geist am Wochenmarkt die städtische Galerie.

In der Stadtbücherei, im ehemaligen Kapuzinerkloster, wurde eine Gedenkstätte für den Schriftsteller Werner Dürrson eingerichtet.

Am Eingang zum Klärwerk Riedlingen befindet sich ein Mahnmal zur Erinnerung an die Ermordung dreier Häftlinge aus der Zeit des Nationalsozialismus. Am 19. April 1945 wurden Hermann Schlotterbeck (Mitglied der Widerstandsgruppe Luginsland), der Fallschirmagent Andreas Wiedemann-Stadler und der Kommunist Gottlieb Aberle auf Befehl der Gestapo von einem Kommando der Stapoleitstelle Stuttgart unter Leitung von Friedrich Mußgay im Wald bei Riedlingen erschossen.[15][16]

Im Feuerwehrmuseum von Günther Hübler befindet sich eine private Feuerwehrsammlung.

Bauwerke

Die historische Altstadt von Riedlingen besticht durch ihren historischen Marktplatz mit Bürgerhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert sowie dem „Wahrzeichen“ Riedlingens, der katholischen Pfarrkirche St. Georg, deren älteste Darstellung aus dem Jahr 1589 stammt. Eine überregionale Attraktion ist die 1997 von Hartwig Späth erbaute Orgel. Das im Jahr 1556 erstellte Ackerbürgerhaus Schöne Stiege gehört zu den bauhistorisch wichtigsten und am besten erhaltenen Fachwerkbauten Oberschwabens aus dem 16. Jahrhundert. Heute ist dort das Stadtmuseum (s. o.) untergebracht.

Im Riedlinger Teilort Neufra an der Donau findet man einen Renaissancegarten, der 1569–1573 von Graf Georg von Helfenstein als „Hängegarten“ auf einer eigens errichteten Erweiterung des natürlichen Schlossberges angelegt wurde. Der Garten wird von 14 bis zu neun Meter hohen Gewölben getragen. Der historische Garten wurde 1988 von Waltraud Johannsen nach einer Zeichnung aus dem Archiv der Fürsten zu Fürstenberg mit Hilfe des Denkmalamts saniert.

Sehenswert ist auch das etwa zehn Kilometer nördlich von Riedlingen, direkt am Fuße der Schwäbischen Alb, malerisch bei der Mündung der Zwiefalter Aach in die Donau gelegene Schloss Zwiefaltendorf, dessen Geschichte bis in das 11. Jahrhundert zurückreicht. Das Kloster Zwiefalten mit seinem imposanten spätbarocken Münster befindet sich nur wenige Kilometer westlich davon.

Jährliche Veranstaltungen

Die Riedlinger Fasnet ist eine schwäbisch-alemannische Fasnacht mit der Hauptfigur Gole. Die „Narrenzunft Gole“ wurde 1865 gegründet und zählt heute mehr als 1.300 Mitglieder.

Jährlich am dritten Samstag im Mai wird in der Riedlinger Altstadt ein Flohmarkt abgehalten, der zu den größten Flohmärkten Süddeutschlands zählt.

An dem Montag vor dem Fest des heiligen Gallus (16. Oktober) findet jedes Jahr der Gallusmarkt als großer Jahrmarkt statt. Schon Tradition hat dabei das am Vorabend abgehaltene große Feuerwerk am Donauufer.

Jeden letzten Donnerstag im August zieht der Fohlenmarkt Gäste aus ganz Europa an, der als größter Warmblut-Fohlenmarkt Deutschlands gilt. Der Stadtlauf, der immer Ende April durchgeführt wird, findet seit 1999 regen Anklang bei Spitzen- und sonstigen Sportlern aus der Region. Start und Ziel des Laufes sind in der Altstadt Riedlingens.

Jeweils am ersten Sonntag der Sommerferien findet auf dem Flugplatz das Riedlinger Oldtimer-Treffen statt, das 2010 mit 300 Oldtimern und 50 Flugzeugen bestückt war und mehr als 2.000 Besucher zählte.[17]

Sport

In der Nähe des Gymnasiums wurde ein Lehrpfad angelegt. Barfuß werden unterschiedliche Untergründe getestet und die Balance ausprobiert.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Riedlingen liegt an der Donautalbahn von Donaueschingen nach Ulm und ist Haltestelle des Regionalexpress. Nach Ulm und Sigmaringen besteht ein Stunden-Takt, für die Zielorte Donaueschingen und Neustadt (Schwarzwald) nur ein Zwei-Stunden-Takt. Darüber hinaus gibt es direkte Busverbindungen in die Kreisstadt Biberach und nach Stuttgart. Riedlingen gehört zum Donau-Iller-Nahverkehrsverbund.

Die Stadt verfügt außerdem über ein Segelfluggelände, das auch mit Ultraleichtflugzeugen und Motorseglern angeflogen werden kann.

1916 wurde die Federseebahn (Kanzachtalbahn) Schussenried – Riedlingen als letzte Schmalspurstrecke Baden-Württembergs mit dem letzten Teilstück von Dürmentingen bis Riedlingen eröffnet. Bereits 1960 wurde allerdings der gesamte Verkehr auf diesem Streckenteil eingestellt und die Strecke rückgebaut.

In Riedlingen kreuzen sich die Bundesstraßen 312 (StuttgartReutlingenBiberachMemmingen) und 311 (DonaueschingenTuttlingenUlm).

Ansässige Unternehmen

  • Silit (Hersteller des Schnellkochtopfs Sicomatic)
  • Feinguss Blank
  • Allgäuland Käsereien (Nur Verkauf der Produkte. Herstellung wurde eingestellt.)
  • Dairyfood GmbH (Milchprodukte)
  • Karl Schlegel OHG mit Gartencenter-Shop 24
  • Linzmeier Bauelemente GmbH

Riedlingen verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Ravensburg und zum Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört.

Die Stadt ist auch Sitz des Dekanats Riedlingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart, das zum Dekanatsverband Biberach gehört.

Bildungseinrichtungen

Die Stadt ist Sitz der SRH Fernhochschule Riedlingen, einer staatlich anerkannten Hochschule für Wirtschaft.

Die Wirtschaftsoberschule Riedlingen bietet auf dem zweiten Bildungsweg die Chance, in zwei Jahren die Allgemeine Hochschulreife zu erlangen.

Riedlingen ist auch Schulstadt von regionaler Bedeutung. Neben allgemeinbildenden Schulen aller Schularten gibt es eine berufliche Schule und eine Jugendmusikschule. Das Einzugsgebiet des Riedlinger Kreisgymnasiums reicht bis Bad Buchau und bis weit auf die Schwäbische Alb. Neben den staatlichen Schulen wurde 2004 die Freie Schule Riedlingen gegründet, die sich an der Waldorfpädagogik orientierte; die Betriebsgenehmigung wurde jedoch 2008 widerrufen und die Schule musste schließen.[18]

In der Erwachsenenbildung betätigen sich das Kolping-Bildungswerk und die Volkshochschule Donau-Bussen e. V.

Seniorengenossenschaft

Die 1991 gegründete Seniorengenossenschaft ist eine bürgerschaftliche Selbsthilfeeinrichtung. Das Modellprojekt in Riedlingen war das erste seiner Art in ganz Deutschland. Zweck der Genossenschaft ist es, ältere, auf Hilfe angewiesene Mitglieder so zu unterstützen, dass diese bis zum Lebensende in ihrem vertrauten Wohnumfeld verbleiben können; für die jüngeren Mitglieder bietet sich so die Möglichkeit, zusätzlich fürs Alter vorzusorgen. Der Verein erhielt 2004 den Zukunftspreis vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

In der Geschichte der Stadt Riedlingen sind bislang nur elf Personen so geehrt worden. Wilfried Steuer und Winfried Aßfalg sind die einzigen noch lebenden Ehrenbürger.[19]

  • 1914: Adolf Gröber (1854–1919), Reichstags- u. Landtagsabgeordneter (Zentrumspartei)
  • 1917: Carl Buz (1853–1919), Professor
  • 1926: Franz Xaver Maier (1859–1931), Bürgermeister a. D.
  • 1953: Theodor Selig (1874–1967), Pfarrer
  • 1959: Josef Kohler (1879–1967), Obersteuersekretär
  • 1964: Kilian Fischer (1886–1975), Bürgermeister a. D.
  • 1967: Franz Zeller (1879–1953), Studiendirektor a. D.
  • 1967: Odilo Burkart (1899–1979), Generaldirektor
  • 1981: Albert Burkart (1898–1982), Maler
  • 1992: Wilfried Steuer (* 1933), Altlandrat, Politiker (CDU) und ehemaliger Manager in der Energiewirtschaft
  • 2010: Winfried Aßfalg, Sonderschulrektor a. D., Museumsleiter, Autor, Fotograf, Heimatforscher und Storchenbeauftragter

Söhne und Töchter der Stadt

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Kaspar von Karpfen zu Pflummern (um 1580), Lehensherr von Pflummern
  • Richard Lohrmann (1896–1970), Forstmann und Naturschützer, leitete von 1946 bis 1961 das Forstamt Riedlingen
  • Johannes Zwick (um 1496–1542), Pfarrer in Riedlingen 1522, Reformationsversuch
  • Ernst Jünger (1895–1998), Schriftsteller, Philosoph, Offizier und Insektenkundler; verstarb im Kreiskrankenhaus Riedlingen

Weblinks

 Commons: Riedlingen  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Riedlingen in der Beschreibung des Oberamts Riedlingen von 1827 – Quellen und Volltexte

dito von Bechingen und Zell, Daugendorf, Grüningen, Neufra, Pflummern und Zwiefaltendorf.

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Maurer, Hans-Martin: Artikel Riedlingen, in: Müller Max (Hg.): Baden-Württemberg (= Handbuch der historischen Stätten Deutschlands; Bd. 6). Stuttgart 1965.
  3. Dies waren neben Riedlingen die Städte Mengen, Munderkingen, Saulgau und Waldsee
  4. Mario Zeck: „Im Rauch gehen Himmel geschüggt“, Hexenverfolgung in der Reichsstadt Rottweil. Stuttgart 2000, S. 145-177
  5. vgl. Walter Haag: Riedlingen. Stadt an der Donau. Riedlingen 1983, S. 31–33.
  6. Nähere Informationen zur Geschichte dieser Teilorte sind in der 1827 erschienenen Beschreibung des Oberamts Riedlingen (siehe Literatur) nachzulesen.
    siehe auch Ruine Hassenberg
  7. Südkurier http://www.lona-liest.de/pressearchiv/190104.pdf
  8. Mörike-Gesellschaft http://www.moerike-gesellschaft.de/2007.pdf
  9. Christine Bührlen-Grabinger Zur Geschichte von Ort und Stabsamt Pflummern. Landesarchiv Baden-Württemberg, Oktober 1999.
  10. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/srdb
  11. uno: Petermann siegt souverän. In: Schwäbische Zeitung vom 7. Januar 2006
  12. Petermann feiert 40-jähriges Dienstjubiläum. In: Schwäbische Zeitung vom 15. Februar 2008
  13. Petermann tritt neue Amtszeit an. In: Schwäbische Zeitung vom 12. Januar 2006
  14. Alles im Fluss. In: Blix Dezember 2013
  15. Ingrid Bauz, Sigrid Brüggemann, Roland Maier (Hg.): Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenzollern. Stuttgart 2013, ISBN 3-89657-145-1, S. 409f.
  16. Südwest Presse Online-Dienste: Erinnern an die Opfer. In: swp.de. 26. November 2009, abgerufen am 9. Februar 2016.
  17. SZON.DE vom 04.08.10http://www.schwaebische.de/deutschland+welt/fotoreportagen_galid,3830.html
  18. Schwäbische Zeitung, 5. September 2008
  19. „Ein Glücksfall für Riedlingen“. Ehrenbürger Winfried Aßfalg , abgerufen am 4. Dezember 2010

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