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Richtenberg


Dieser Artikel beschreibt die Stadt Richtenberg in Mecklenburg-Vorpommern. Für den gleichnamigen Ortsteil von Burg-Reuland in Belgien, siehe Richtenberg (Burg-Reuland).
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-RügenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Amt: Franzburg-Richtenberg
Höhe: 13 m ü. NHN
Fläche: 15,63 km²
Einwohner: 1353 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18461
Vorwahl: 038322
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 076
Adresse der Amtsverwaltung: Ernst-Thälmann-Str. 71
18461 Franzburg
Webpräsenz: www.amt-franzburg-richtenberg.de
Bürgermeister: Karldiether Wegner
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Richtenberg ist eine Stadt im Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Landstadt wird vom Amt Franzburg-Richtenberg mit Sitz in der Stadt Franzburg verwaltet. Richtenberg und Franzburg bilden für ihre Umgebung ein Grundzentrum.[2]

Geografie

Richtenberg, die kleinste Stadt Mecklenburg-Vorpommerns, liegt mittig zwischen Barth, Stralsund, Grimmen und Tribsees, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Landstadt Franzburg. Das flachwellige, waldreiche Gebiet der vorpommerschen Ebene weist nur wenige Höhenunterschiede auf (bis 38 m ü. NN). Sie liegt zwischen dem Feuchtgebiet des Richtenberger Sees und den beiden Waldgebieten Schuenhagener und dem Abtshagener Forst. Die Stadt ist etwa 22 km vom Strelasund entfernt.

Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: Stadt Franzburg, Wittenhagen, Gremersdorf-Buchholz und Millienhagen-Oebelitz. Zwischen Franzburg und Richtenberg wurde 2006 durch eine Ausgleichsmaßnahme mittels Aufstauung der alte Richtenberger See wiederhergestellt.

Zu Richtenberg gehört der Ortsteil Zandershagen.

Geschichte

Ältere Geschichte

Richtenberg wurde erstmals in der Gründungsurkunde des Klosters Neuenkamp (heute Franzburg) vom 8. November 1231 erwähnt. Er ist der älteste urkundlich bekannte Ort der Region. In der Stiftungsurkunde des rügischen Fürsten Wizlaw I. wurde dem Kloster neben dem Patronat über die Richtenberger Kirche auch eine örtliche Salzquelle zugesprochen.[3]

1231 hieß der Ort noch Richeberg, dann Rikenberg (1242), Rychenbergk (1352) und um 1508 Richtenberghe. Das niederdeutsche riko für reich könnte dem Namen zugrunde gelegen haben, aber auch das altpolabische Rikenbrega für Seeufer. 1297 wurde Richtenberg erstmals als oppidum, also als städtische Siedlung genannt. Die Einwohner der kleinen, sehr langgestreckten Siedlung bauten in der Mitte des 13. Jahrhunderts aus Feld- und Backsteinen eine frühgotische Pfarrkirche auf der höchsten Stelle des Ortes. Richtenberg war bis zur Säkularisierung von 1535 dem Kloster Neuenkamp zugeordnet und blieb anschließend lange Zeit herzoglich pommersche Amtsstadt.

Neuere Geschichte

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt von kaiserlichen und danach schwedischen Truppen besetzt und geplündert. 1648 fiel die Stadt im Westfälischen Frieden an die Schweden. Während des Großen Nordischen Krieges wurde Richtenberg 1711, vor allem die Kirche, von den russischen "Moskowitern" geplündert und teilweise zerstört. Ab 1721 gehörte Richtenberg zum Distrikt Franzburg-Barth in Schwedisch-Pommern. 1763 ließ sich die Brennerei Andreas Daniel Saß im Ort nieder, die hier bis 1948 produzierte.

Erst ab 1815 wurde die pommersche Stadt preußisch. 1818 gehörte sie zum neu gebildeten Landkreis Franzburg. 1820 hatte sie 1195 Einwohner. Um 1826 entstand die Wallstraße, die heutige Wasserstraße. Bald darauf starben durch eine Choleraepidemie 94 Menschen. 1895 wurde das Rathaus gebaut. Ab 1928 gehörte Richtenberg zum neu geordneten Landkreis Franzburg-Barth.

Zur Zeit der DDR gehörte Richtenberg zum Landkreis Stralsund im Bezirk Rostock. Um 1950 entstand das mahnende Denkmal für 16 gefallene Soldaten der Sowjetunion.

Nach der Wende wurde der historische Ortskern im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 grundlegend saniert. Richtenberg wurde 1994 Teil des neuen Landkreises Nordvorpommern.

Der 1936 trockengelegte Richtenberger See (zwischen Richtenberg und Franzburg), der damals zu verlanden drohte, wurde im Rahmen von ökologischen Ausgleichsmaßnahmen für den Bau der A 20 auf einer Fläche von 128 Hektar wieder zu einem Gewässer. Die Flutung ist 2012 weitgehend abgeschlossen.

Wappen

Das Wappen wurde unter der Nr. 46 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Blau ein schwebender, betagleuchteter silberner Turm mit schindelgedecktem roten Spitzdach, goldenem Knauf, offenem Tor und zwei Fenstern.“

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Bauwerke

  • Gründerzeitliches Rathaus von 1895, saniert
  • Stadtpfarrkirche St. Nikolai auf dem Clusenberg von um 1220. Die aus Feld- und Backsteinen bestehende dreischiffige Kirche mit drei Jochen vereint romanische und gotische Stilelemente mit einem gotischen Rippengewölbe
  • Langgestreckter, dreieckiger Marktplatz mit dem bemerkenwertem, sowjetischem Ehrenmal
  • Kriegerdenkmal (1866, 1870/71 und Erster Weltkrieg) auf dem Kirchhof
  • Pfarrhaus Lange Straße 2 von um 1800
  • Landschaftsschutzgebiet Hellberge

Kultur

Der Verein dient der Förderung des kulturellen, sportlichen und gesellschaftlichen Lebens in der strukturschwachen Region.

Verkehr

Über den 20 Kilometer entfernten Anschluss Tribsees ist Richtenberg an das Autobahnnetz angebunden Ostseeautobahn A 20. Es bestehen gute Verbindungsstraßen nach Tribsees, Grimmen, Stralsund und Barth. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Wittenhagen an der Strecke Stralsund–Berlin sowie Velgast an der Strecke Rostock–Stralsund.

Wirtschaft

Die Stadt Richtenberg wurde während des Bestehens DDR durch die VEB Mühlenwerke, VEB Sonne (Getränke) und VEB Metallverarbeitung sowie einige Handwerksbetriebe geprägt, von denen viele auf der Volkswerft Stralsund arbeiteten. Heute gibt es ein Gewerbegebiet mit Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben.

Persönlichkeiten

Bilder

Fußnoten

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Regionales Raumentwicklungsprogramm Vorpommern (RREP) 2010 - zentralörtliche Gliederung mit Ober-, Mittel- und Grundzentren, abgerufen am 12. Juli 2015
  3. Joachim Wächter: Entwicklung der deutschen Besiedlung und der Christianisierung des vorpommerschen Raums bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts. In: Beiträge zur Geschichte Vorpommerns; Die Demminer Kolloquien 1985-1994, S. 119., Thomas Helms Verlag, Schwerin 1997, ISBN 3-931185-11-7

Literatur

  • Wolfgang Fiedler: Das Wirken August Oetkens in Sankt Nikolai Richtenberg. Ein Beispiel zur Bedeutung von Archivalien für den Denkmalschutz in: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte. 45 (2007), S. 33–38.
  • Klaus-Peter Zoellner: Eine Chronik der Stadt Richtenberg. In: Greifswald-Stralsunder Jahrbuch, Band 6, VEB Hinstorff-Verlag, Rostock 1966.
  • Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern: Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S. 325–326. (Volltext )

Weblinks

 Commons: Richtenberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Ort im Landkreis Vorpommern-Rügen | Richtenberg | Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern | Ort in Pommern

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Richtenberg (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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