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Ribeauvillé


Ribeauvillé
Region Elsass
Département Haut-Rhin
Arrondissement Colmar-Ribeauvillé
Kanton Sainte-Marie-aux-Mines
Gemeindeverband Pays de Ribeauvillé
Koordinaten
Höhe 188–989 m
Fläche 32,21 km²
Einwohner 4.773 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 148 Einw./km²
Postleitzahl 68150
INSEE-Code
Website http://www.ribeauville.net/

Luftbild

Ribeauvillé (deutsch Rappoltsweiler; elsässisch Rappschwihr) ist eine französische Stadt mit 4773 Einwohnern (1. Januar 2013 ) im Département Haut-Rhin in der Region Elsass. Die Stadt gehört zum Kanton Sainte-Marie-aux-Mines und ist Sitz des Gemeindeverbandes Pays de Ribeauvillé. Sie war bis zum 31. Dezember 2014 Sitz der Unterpräfektur (frz. Sous-préfecture) des Arrondissements Ribeauvillé.

Geografie

Ribeauvillé liegt 15 Kilometer nordwestlich von Colmar am Ostrand der Vogesen am Talausgang des Strengbachs. Das Gemeindegebiet gehört zum Regionalen Naturpark Ballons des Vosges und erstreckt sich von der Rheinebene über die von Weinkulturen geprägte Vorbergzone bis auf den Gipfel des 992 m hohen Taennchel im Westen. Durch die Stadt verläuft die Elsässer Weinstraße (Route des Vins d’Alsace). Wenige Kilometer östlich liegt der Bahnhof Ribeauvillé an der Bahnstrecke Strasbourg–Basel.

Geschichte

Ribeauvillé wird erstmals 759 als Ratbaldouilare erwähnt; weitere Nennungen sind Ratbertouillare (768), Ratpoldesuilare (896) und Rapolswilre (1162). Auch der französische Ortsname wird schon im späten Mittelalter genannt (1344 Ribauvillers). 1290 ist Ribeauvillé erstmals als Stadt bezeugt. Seit 1038 sind die Herren zu Rappoltstein urkundlich fassbar, die bis 1673 die Rechte der Stadtherren ausübten. Nach deren Aussterben fiel die Herrschaft Rappoltstein (Ribeaupierre) und mit ihr die Stadt an Pfalz-Birkenfeld, ab 1734 Pfalz-Birkenfeld-Zweibrücken.
1680/81 kamen die Stadt und die Herrschaft Rappoltstein vom Heiligen Römischen Reich unter die Souveränität Frankreichs, jedoch wurde die französische Verwaltung erst im Zuge der Auflösung der Feudalherrschaften mit der französischen Revolution 1789 eingeführt und dies 1801 auch völkerrechtlich sanktioniert.

Von 1871 bis 1918 war die Stadt Verwaltungssitz des elsässisch-lothringischen Kreises Rappoltsweiler.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 4314 4137 4282 4506 4774 4929 4916

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Stadtbild

Die Altstadt von Ribeauvillé zeichnet sich durch zahlreiche Häuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert aus. Dominierende mittelalterliche Baudenkmäler sind die Pfarrkirche St.-Grégoire-le-Grand und der Metzgerturm (Tour des Bouchers; beide aus dem 13. Jahrhundert). Überragt wird der Ort von den drei Burgruinen Ulrichsburg (Stammsitz der Herren zu Rappoltstein), Girsberg und Hohrappoltstein.

St.-Gregor-Kirche

Die St.-Gregor-Kirche ist dem Hl. Gregor dem Großen (540-604) gewidmet und geht bis auf das 13. Jahrhundert zurück. Das Gebäude ist gotischen Stils und von der rheinischen Schule beeinflusst. Die Kirche hat ein Haupt- und zwei Seitenschiffe. Einige seiner architektonischen Eigenheiten sind als historische Baudenkmäler eingestuft. Die beiden Kirchportale an der Seite und hinten stammen aus dem 14. Jahrhundert. Das hintere Portal weist im Tympanon ein Bas-Relief mit der sitzenden Jungfrau auf, die Jesus auf den Knien trägt. Darunter ist der gekreuzigte Erlöser, zu seiner Rechten mit Maria und der Hl. Katharina mit ihren Folterinstrumenten Rad und Schwert. Zu seiner Linken stehen der Hl. Johannes der Täufer, das Lamm Gottes tragend, und Johannes der Evangelist. Zu beiden Seiten des Portals im Inneren befinden sich zwei Grabsteine an der Wand aus dem Ende des 18. Jahrhunderts.
Die Orgeln der Kirche stammen aus dem Temple Neuf aus Straßburg und wurden vom Orgelbauer Rinck im Jahre 1700 geschaffen, von Legros im Jahre 1702 fertiggestellt und von Andreas Silbermann 1708 überprüft. Sie enthalten einige der ältesten elsässischen Orgelpfeifen nach denen der Kirche von Bouxwiller. Das Musikinstrument wurde 1984 vollständig vom Orgelbauer Dieter Kern restauriert. Das polychrome Orgelgehäuse barocken Stils verstärkt den prachtvollen Eindruck der Orgeln.

Brauchtum

Am ersten Sonntag im September ist Ribeauvillé bis heute Schauplatz eines traditionellen Fests, des „Pfifferdaj“ (Fête des Ménétriers, auch Jour des Fifres; dt. Pfeifertag), an dem Straßenmusikanten aus der gesamten Region ihrem einstigen adligen Schutzherrn, dem Seigneur de Ribeaupierre, den Treueid bestätigen.

Siehe auch: Pfeiferrecht

Wirtschaft

Wegen seiner reizvollen landschaftlichen Lage an der Elsässer Weinstraße, der Nähe zu den Vogesen und der zahlreichen Baudenkmäler ist Ribeauvillé ein beliebtes Ausflugsziel, der Fremdenverkehr daher ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Eine wichtige Rolle spielen auch der Weinbau (auf 321 Hektar Rebfläche); bekannte Alsace Grand Cru-Weinlagen sind Geisberg, Kirchberg und Osterberg. Auch die Gastronomie ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. In der Stadt ist ferner der Mineralwasserabfüller Société des Eaux (Markenname „Carola“) ansässig. Der japanische Elektronikkonzern Sony hat in Ribeauvillé eine Niederlassung.

Persönlichkeiten

Städtepartnerschaft

Mit Landau in der Pfalz besteht seit 1960 eine Städtepartnerschaft.

Weblinks

 Commons: Ribeauvillé  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Ribeauvillé in der Topographia Alsatiae (M. Merian) – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Ribeauvillé – Reiseführer

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ribeauvillé (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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