Rhein-Neckar-Variobahn - LinkFang.de





Rhein-Neckar-Variobahn


Rhein-Neckar-Variobahn
OEG-Wagen 137 in RNV-Lackierung in Viernheim
Nummerierung: 2215–2222 (RNV6ER),
3273–3288 (RNV8ZR),
4123–4162 (RNV6ZR),
5701–5716 (RNV8ER),
5761–5763 (RNV6ZR),
4349
Anzahl: 89
Hersteller: Bombardier Transportation
Baujahr(e): 1998–2013
Spurweite: 1000 mm
Länge: 30 530 mm (RNV6ER)
39 420 mm (RNV8ZR)
30 530 mm (RNV6ZR)
42 780 mm (RNV8ER)
Breite: 2 400 mm
Kleinster bef. Halbmesser: <15 m
Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h
Dauerleistung: 6 × 95 kW (RNV8ER)
Stromsystem: 750 Volt Gleichspannung
Stromübertragung: Oberleitung: SA Stemmann FB700
Anzahl der Fahrmotoren: 6 (RNV8ER)
Kupplungstyp: Scharfenberg (RNV6ZR),
Albertkupplung (sonstige)
Sitzplätze: 76 (RNV6ZR)
240 (RNV8ER mit Stehplätzen)
Stehplätze: 90 (RNV6ZR)
Niederfluranteil: 70 % (RNV6ZR)

Die Rhein-Neckar-Variobahn (kurz RNV) ist ein Straßenbahnfahrzeug, das von 1998 bis 2013 von Bombardier Transportation für die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH bzw ihre Vorgänger hergestellt wurde.

Geschichte

Im Jahr 1998 unternahmen die damals noch selbständigen Verkehrsbetriebe von Mannheim (MVV Verkehr AG), Ludwigshafen (VBL), Oberrheinische Eisenbahn (OEG) und Heidelberg (HSB) den Vorstoß zur Beschaffung eines gemeinsamen Fahrzeugtyps. Zuvor waren 1996 von der OEG sechs Variobahnen anderer Bauform beschafft worden, zum Vergleich zu diesem wurden der Siemens-Combino-Prototyp und der Darmstädter Wagen 9864 des Herstellers Alstom auf verschiedenen Strecken aller beteiligten Betriebe getestet. Die Ergebnisse der Probefahrten führten im Dezember 1998 zur Bestellung von zunächst 36 Variobahnen eines gemeinsamen Typs beim Hersteller ADtranz, später Bombardier, nach einem gemeinsamen Lastenheft.

Im Hinblick auf die netzweite Einsetzbarkeit wurde die Wagenbreite gegenüber den ersten OEG-Variobahnen aus dem Jahr 1996 um zehn Zentimeter auf 2,4 Meter zurückgenommen. Die gemeinsam bestellten Wagen tragen den Namen Rhein-Neckar-Variobahn, das Außendesign wurde neu entworfen. Mit der Abkürzung RNV für die Fahrzeuge wurde die Bezeichnung des damals noch nicht existenten gemeinsamen Verkehrsbetriebs vorweggenommen. Sie gliedern sich in vier Varianten durch unterschiedliche Wagenlängen (fünfteilig oder siebenteilig) und die Ausführung als Ein- und Zweirichtungswagen (siehe Abschnitte Oberrheinische Eisenbahn, Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen).

Mit der Bestellung der ersten Fahrzeuge wurden außerdem umfangreiche Optionen auf weitere Fahrzeuge mit dem Hersteller ADtranz vereinbart. In zwei Optionslieferungen wurden bis Ende 2013 insgesamt 83 Fahrzeuge hergestellt. Als Rechtsnachfolger von ADtranz wurden sowohl die Erstlieferung als auch die Optionslieferungen durch den Hersteller Bombardier im Werk Bautzen gefertigt.[1]

Obwohl die RNV im Jahr 2010 die Ablieferung von 71 Rhein-Neckar-Variobahnen gefeiert hatte, gelangte das Fahrzeug Nr. 4149 damals nicht ins Rhein-Neckar-Dreieck. Es wurde im Herbst 2010 direkt aus dem Werk Bautzen nach Augsburg geliefert. Dort diente der Wagen als Versuchsträger zur berührungslosen Energieübertragung nach dem Primove-System. Er wurde zu diesem Zweck von Bombardier entsprechend ausgerüstet.[2] Nach Abschluss der Versuche sollte der Wagen zur Serienausführung zurückgebaut und an die RNV geliefert werden. Da er im Werk Bautzen beim Hochwasser im August 2010 beschädigt wurde, wurde er jedoch nicht von der RNV übernommen.[3] Im Jahr 2013 wurde er dennoch nach Mannheim geliefert, verblieb aber im Eigentum der Herstellerfirma, die ihn zeitweise als Versuchsträger nutzt. Außerhalb dieser Zeiten steht er der RNV als Fahrschulwagen zur Verfügung, wofür er entsprechend ausgerüstet wurde. Zur Unterscheidung von den Linienfahrzeugen erhielt er die abweichende Betriebsnummer 4349.

Am 5. April 2011 gab die RNV die Einlösung einer erneuten Optionsbestellung über elf weitere Fahrzeuge vom Typ RNV6ZR bekannt,[4] ein zwölfter Wagen wurde in dieser Bauserie als Ersatz für den zunächst nicht übernommenen Wagen 4149 mitgeliefert.

Während die 36 Fahrzeuge der Erstlieferung noch in den „Hausfarben“ der einzelnen Verkehrsbetriebe abgeliefert wurden, erfolgte die Lieferung aller Optionsfahrzeuge in der RNV-Lackierung weiß / orange / blau. Alle Fahrzeuge der zweiten und dritten Optionslieferungen sind mit Energiespeichern Mitrac Energy Saver des Herstellers Bombardier ausgerüstet.

Oberrheinische Eisenbahn

Mit der Bestellung der Rhein-Neckar-Variobahnen im Jahr 1998 erhielt die OEG ab 2003 zehn fünfteilige, 30,5 Meter lange Zweirichtungswagen des Rhein-Neckar-Typs (Wagennummern 123–132, betriebliche Bezeichnung RNV6ZR). Mit der ersten Optionslieferung kamen ab 2006 zehn weitere Fahrzeuge (Wagennummern 133–142) in den Bestand. Die acht Wagen der zweiten Optionslieferung aus dem Jahr 2009 (Wagennummern 4143–4150) wurden durch das Nachfolgeunternehmen RNV beschafft und sind mit Energiespeichern MITRAC Energy Saver ausgestattet.[5] Entgegen der Bestellung wurde der Wagen 4149 zunächst nicht an die RNV ausgeliefert, da er im Herstellerwerk in Bautzen einen Hochwasserschaden erlitten hatte. Er diente stattdessen zeitweilig in Augsburg als Versuchsträger für kontaktlose Energieübertragung nach dem System Primove. Als dritte und letzte Optionslieferung wurden zwischen Januar und Juli 2013 zwölf weitere Fahrzeuge geliefert (Wagennummern 4151–4162). Eines dieser Fahrzeuge wurde als Ersatz für den nicht übernommenen Wagen 4149 gebaut.

Als einzige Unterbauart der Rhein-Neckar-Variobahnen verfügen die Wagen vom Typ RNV6ZR über automatische Scharfenbergkupplungen zur Zugbildung. Entsprechend ihrem Einsatzstandort wurden den Wagennummern der durch die OEG beschafften Fahrzeuge in der gemeinsamen Nummerierung der Rhein-Neckar-Verkehr (RNV) mittlerweile eine 4 vorangestellt (Wagennummer 4123–4142).

Das Einsatzgebiet dieser Fahrzeuge ist – gemeinsam mit den drei Mannheimer Wagen des gleichen Typs (Nr. 5761–5763) – schwerpunktmäßig die RNV-Linie 5 in Einzel- und Doppeltraktion. Einsätze im gesamten übrigen RNV-Liniennetz sind möglich und üblich.

Heidelberg

Mit der Bestellung der Rhein-Neckar-Variobahnen im Jahr 1998 erhielt die Straßenbahn Heidelberg ab 2003 acht siebenteilige, knapp 40 Meter lange Zweirichtungswagen des Rhein-Neckar-Typs (Wagennummern 273–280, betriebliche Bezeichnung RNV8ZR).

Ab Dezember 2009 wurden in Heidelberg weitere acht Variobahnen aus der zweiten Optionslieferung (Wagennummern 3281–3288) mit dem Energiespeicher-System MITRAC Energy Saver in Betrieb genommen. Sie wurden vom Nachfolgeunternehmen RNV beschafft.[6]

Die Fahrzeuge mit Energiespeichern können auf einer Strecke von bis zu 2,4 km[7] ohne Oberleitung verkehren und beziehen dann ihren Fahrstrom aus den Kondensatoren des Energiespeichers. Ein entsprechend ausgerüsteter Streckenabschnitt ist für eine Neubaustrecke im Bereich der Universität Heidelberg im Neuenheimer Feld geplant. Derzeit wird die Möglichkeit des fahrleitungslosen Betriebs aber noch nicht planmäßig genutzt,[8] und ist mit der Aufhebung des Planfeststellungsbechlusses der Campusbahn Anfang 2016 nicht abzusehen. Ein so ausgestatteter Triebzug kostete etwa 200 k€ mehr, und es wird erwartet, dass dadurch im normalen Betrieb mit aktivierten Energy-Savern in 15 Jahren 300 k€ Stromkosten gespart werden.[7]

Entsprechend ihrem Einsatzstandort wurde auch den Wagennummern der ersten acht Heidelberger Fahrzeuge in der gemeinsamen Nummerierung der RNV mittlerweile eine 3 vorangestellt (Wagennummern 3273–3280).

Mannheim

Für den Einsatz im Stadtnetz Mannheim / Ludwigshafen erhielt die MVV Verkehr AG aus der gemeinsamen Bestellung des Rhein-Neckar-Typs zehn siebenteilige Einrichtungsfahrzeuge von ca. 42 Metern Länge (Wagennummern 701–710, betriebliche Bezeichnung RNV8ER). Wagen 701 wurde als erstes Fahrzeug des gemeinsamen Typs am 1. August 2002 im Bahnhof Mannheim-Seckenheim OEG während eines Festaktes in Empfang genommen und abgeladen.

Drei gleichartige Fahrzeuge (Nr. 711–713) entstammen der ersten Optionslieferung und wurden im Mai 2007 in Betrieb genommen.[9] Dieser Lieferung entstammen auch drei fünfteilige, 30,5 Meter lange Zweirichtungsfahrzeuge vom Typ RNV6ZR (Wagen-Nr. 761–763), die baugleich mit den an die OEG gelieferten Bahnen sind und mit diesen im Pool eingesetzt werden.[10]

Der zweiten Optionslieferung aus dem Jahr 2010 entstammen die Wagen 5714–5716, die vom Nachfolgeunternehmen RNV beschafft wurden. Wie die übrigen Wagen dieser Lieferung sind sie mit Energiespeichern MITRAC Energy Saver ausgerüstet. Entsprechend ihrem Einsatzstandort wurden den Wagennummern der durch die MVV Verkehr AG beschafften Fahrzeuge in der gemeinsamen Nummerierung der RNV mittlerweile eine 5 vorangestellt (Wagennummer 5701–5713 und 5761–5763). Das Einsatzgebiet der siebenteiligen Fahrzeuge sind schwerpunktmäßig die RNV-Linien 1, 3 und 4. Einsätze auf allen übrigen Linien im Verkehrsgebiet Mannheim/Ludwigshafen (außer Linie 5) sind möglich.

Ludwigshafen

Für den Einsatz im Stadtnetz Mannheim/Ludwigshafen erhielten die Verkehrsbetriebe Ludwigshafen am Rhein GmbH im Jahr 2003 aus der gemeinsamen Bestellung des Rhein-Neckar-Typs acht fünfteilige Einrichtungsfahrzeuge von ca. 30,5 Metern Länge (Wagennummern 215–222, betriebliche Bezeichnung RNV6ER). Nachlieferungen dieses Typs aus Optionsbestellungen erfolgten bisher nicht.

Entsprechend ihrem Einsatzstandort wurde den Wagennummern der durch die VBL beschafften Fahrzeuge in der gemeinsamen Nummerierung der RNV mittlerweile eine 2 vorangestellt (Wagennummer 2215–2222). Die Fahrzeuge kommen im gesamten Verkehrsgebiet Mannheim/Ludwigshafen auf allen Linien, außer den Linien 4 und 5, zum Einsatz.

Weblinks

 Commons: Rhein-Neckar Variobahn  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Pressemitteilung RNV, 2. Dezember 2010: Letzte Niederflur-Straßenbahn für die Rhein-Neckar-Region ausgeliefert
  2. Webseite der Stadtwerke Augsburg: Oberleitungsfreie Straßenbahn
  3. Märkische Oderzeitung, 9. August 2010: Hochwasser beschädigt Bombardier-Werk
  4. RNV erweitert Bombardier-Flotte auf insgesamt 82 Straßenbahnen. Rhein-Neckar-Verkehr GmbH, 5. April 2011, abgerufen am 1. Dezember 2015.
  5. Pressemitteilung RNV, 21. Dezember 2009: Erste RNV-Energiespeicherbahnen gehen in den Einsatz
  6. Pressemitteilung Bombardier, 18. Dezember 2009: Neue Bombardier Straßenbahnen der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH gehen mit innovativem Energiespeicher an den Start
  7. 7,0 7,1 Holger Buchwald: Was wird aus den Super-Bahnen? In: Rhein-Neckar-Zeitung. Nr. 126, 3. Juni 2016, S. 8 (rnz.de [abgerufen am 4. Juni 2016]).
  8. Pressemitteilung RNV, 21. Dezember 2009: Erste RNV-Energiespeicherbahnen gehen in den Einsatz
  9. Pressemitteilung RNV, 27. Juli 2006: Die Fahrzeugflotte mit Niederflurkomfort auf Erweiterungskurs
  10. Pressemitteilung RNV, 14. Juni 2007: Neue Fahrzeugfamilie bietet mehr Komfort für ÖPNV-Kunden

Kategorien: Oberrheinische Eisenbahn | Straßenbahn Mannheim/Ludwigshafen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Rhein-Neckar-Variobahn (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.