Rezeptgebühr - LinkFang.de





Rezeptgebühr


Die Rezeptgebühr ist eine Zuzahlung, die von Patienten für Medikamente auf Rezept bezahlt werden muss. Sie stellt eine Form des fixen Selbstbehaltes (Selbstbeteiligung) dar. Die Rezeptgebühr wird im Allgemeinen in der Apotheke bezahlt, die das Medikament abgibt.

Nationales

Deutschland

Die Rezeptgebühr in Deutschland wird zu Gunsten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erhoben. Für jedes verschreibungspflichtige Arzneimittel muss der Patient 10 Prozent des Verkaufspreises bezahlen (auch wenn mehrere Arzneimittel auf einem Rezept notiert sind).

Die Gebühr wird von der Krankenkasse durch die Apotheke eingezogen und fließt zu 100 Prozent der jeweiligen Krankenkasse zu.

Bis 2003 und dem Inkrafttreten des GKV-Modernisierungsgesetz galt die so genannte Rezeptgebühr in Abhängigkeit zur Packungsgröße.

Durch das GKV-Modernisierungsgesetz, das zum 1. Januar 2004 in Kraft trat, wurde die Rezeptgebühr auf 10 Prozent des Arzneimittelabgabepreises festgelegt und somit für viele Medikamente erhöht. Die Rezeptgebühr ist aber auf mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro begrenzt.

Ausnahmen sind:

  • Der Abgabepreis des Medikaments in der Apotheke liegt unter 5 Euro. So muss nur der für den Patienten maßgebliche Abgabepreis gezahlt werden. Bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ist dies allerdings unmöglich, da durch die zum 1. Januar 2004 in Kraft getretene neue Arzneimittelpreisverordnung der Abgabepreis wie folgt berechnet wurde: Apothekeneinkaufspreis (netto) + 3 % + 8,35 Euro + Umsatzsteuer
  • Die Zuzahlung für ein Medikament kann dann über 10 Euro liegen, wenn der Arzt ein Medikament verordnet, das über dem von den Kassen erstatteten Festbetrag liegt. Verschreibt der Arzt ein Medikament, das teurer ist, als der Festbetrag, so muss der Patient in der Apotheke die gesetzliche Zuzahlung und den Differenzbetrag zum Festbetrag bezahlen.

In besonderen Härtefällen und bei chronischen Erkrankungen ist es jedoch möglich, sich von der Rezeptgebühr befreien zu lassen.

Werden die Kosten der Heilbehandlung nach einem Arbeits- oder Schulunfall von der gesetzlichen Unfallversicherung übernommen, muss auch der Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung keine Rezeptgebühr für Arznei- und Heilmittel zahlen.

2012 hat jeder Patient laut dem Deutschen Apothekenverband (DAV) im Durchschnitt 2,60 Euro pro Arzneipackung gezahlt. Bislang wurde der Packungspreis jährlich erhöht, was dazu führte dass seit dem Jahr 2009 der Preis um 13 Prozent gestiegen ist.[1]

Österreich

 
 
 
Privat­versich­erung
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kranken­kassen
(Pflicht­vers.)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Steuern
FA
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
BM (Fin) Länder
BGA
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Bud­get
 
 
 
 
Länder­fonds
(LGF)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  
 
 
 
 
Bevölk­erung
 
 
Fonds-KA
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Privat-KA
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
PRIKRAF
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Aufwands­deckung
 
 
 
 
bzw.
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Ambula­torium
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
(←)
(praktizier­ender)
Arzt
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Rezept­gebühr**
 
         
 
 
 
 
 
 
 
Patient
(←)
Apotheke
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

(Fin) Finanzministerium verteilt das Budget für das Gesundheitsministerium;
* fließt direkt an KV-Träger;
** fließt via Apotheke an KV-Träger;
(←) teils direkte Rückerstattung oder Befreiung bei Pflichtvers.
Rottöne:Staatlicher Sektor,
Gelbtöne:Privatwirtschaftlicher Sektor

Diagramm nach Ziniel (2005)[2]

In Österreich[3][4][5] zahlen Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen (Pflichtversicherung) – sofern sie nicht von der Rezeptgebühr befreit wurden – bei auf einem Kassenrezept verschriebenen Medikament eine Rezeptgebühr. Sie wird von der Apotheke eingehoben und mit der Krankenkasse gegenverrechnet (von den Krankenkassen bekommen die Apotheken den Aufwand für Medikamente und die Apothekenleistung ersetzt).

Die Rezeptgebühr beträgt unabhängig vom tatsächlichen Preis des Medikaments, 5,70 Euro (Stand 1. Januar 2016)[3] pro Medikamentenpackung. Liegt der volle Preis der Packung jedoch unter der Rezeptgebühr, ist nur dieser zu entrichten.

Eingeführt wurden die Rezeptgebühren in Österreich 1956 (seinerzeit 2 Schilling).[6]

Befreiungen von der Rezeptgebühr:[3][7]

  • Seit dem 1. Januar 2008 wurde eine Obergrenze für die Rezeptgebühr von 2 % des Jahresnettoeinkommens des Patienten eingeführt. Das heißt, dass innerhalb eines Kalenderjahres nur so lange die Rezeptgebühr entrichtet werden muss, bis die gezahlten Gebühren insgesamt eine Höhe erreicht haben, die 2 % des Jahresnettoeinkommens entspricht. Ab diesem Zeitpunkt ist der Patient automatisch für den Rest des Jahres von der Rezeptgebühr befreit. Parallel besteht aber eine Mindestgrenze von 38 Rezeptgebühren, die auf jeden Fall pro Jahr gezahlt werden müssen (etwa 1 je 10 Tagen). Dadurch kommt diese Form der Befreiung hauptsächlich dauermedikamentierten Personen zugute. Mitversicherte Angehörige werden jedoch eingerechnet. Zu diesem Zweck legt der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger für alle Versicherten ein Rezeptgebührenkonto an. Es wird elektronisch geführt und über die e-card verrechnet. Das Rezeptgebührenkonto kann von jeden Versicherten online eingesehen werden (Anmeldung mit Bürgerkarte oder Handy-Signatur).[8][7][5]
  • Bestimmte Gruppen sind generell von der Rezeptgebühr[9] befreit, so etwa Personen mit anzeigepflichtigen übertragbaren Krankheiten, Zivildiener und Teilnehmer an Freiwilligendiensten, Kriegsopfer.[10]
  • Eine Befreiung von der Rezeptgebühr[9] wird auch unter bestimmten Voraussetzungen besonderer sozialer Schutzbedürftigkeit, etwa bei Bezug einer Ausgleichszulage, gewährt.[10]

Einzelnachweise

  1. ZDF 2010 , abda.de (pdf)
  2. Wiedergegeben in:Ch. Herber; J. Weidenholzer (Hrsg.):Beurteilungsansatz der Umsetzung der Gesundheitsreform 2005 . Linz 2007, S. 133 (pdf, ooegkk.at, abgerufen 20. Juli 2014) – dort „Ziniel (2005)“ ohne nähere Angabe.
  3. 3,0 3,1 3,2 HELP.gv.at: Rezeptgebühren.
  4. Rezeptgebühr , Österreichische Apothekerkammer, apotheker.or.at
  5. 5,0 5,1 Rezeptgebühr/Rezeptgebührenbefreiung , Webseite der NÖGKK – mit Rechner Online-Ratgeber
  6. Rezeptgebühren 1956 – 2014 , apotheker.or.at
  7. 7,0 7,1 Obergrenze für Rezeptgebühren , sozialversicherung.at (auch in mehreren Sprachen inkl. Gebärdensprache).
  8. Rezeptgebührenkonto login, auf sozialversicherung.at (Webseite des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger, https)
  9. 9,0 9,1 und vom Serviceentgelt für die e-card
  10. 10,0 10,1 Rezeptgebührenbefreiung , sozialversicherung.at

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Rezeptgebühr (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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