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Reutin (Lindau)


Reutin ist seit der Eingemeindung 1922 ein Stadtteil der Kreisstadt Lindau, die am nördlichen Ufer und fast am Ostende des Bodensees liegt. Der Stadtteil liegt auf dem Festland, nächst der auf der Insel liegenden Altstadt von Lindau, und ist Bregenz benachbart. In Reutin befinden sich einige wichtige Infrastruktureinrichtungen der Stadt wie die Stadtverwaltung. An Reutin grenzt westlich der Lindauer Ach der Stadtteil Aeschach.

Lage

  • Im Süden ist Reutin durch das Bodenseeufer begrenzt. Inmitten der Reutiner Bucht liegt die Galgeninsel. Westlich davon liegt die winzige Insel Hoy. Beide gehören zum Stadtteil Reutin.
  • Im Südosten liegt der Lindauer Stadtteil Zech. Er gehörte früher ebenfalls zur Gemeinde Reutin.
  • Im Osten liegt die österreichische Marktgemeinde Hörbranz, und im Nordosten Sigmarszell.
  • Im Norden und Westen liegen die Lindauer Stadtteile Hochbuch und Aeschach (beide Gemarkung und frühere Gemeinde Aeschach).

Ortsgliederung

Östlich neben der Kemptener Straße – von der Insel aus gesehen – zieht sich Reutin ostwärts entlang der Köchlinstraße den Hang zur Steig und zum Lugeck hoch. Die abzweigende Straße nach Motzach erschließt Oberreutin. Westlich neben der Bundesstraße 12 in Richtung Kempten liegen seit etwa 2000 die Siedlungsgebiete Senftenau und Bleichenwiese Nord. Das Köchlin ist ein Wiesengebiet entlang der Ach. Hier entstanden erste Industrieansiedlungen.

Eine andere Entwicklungslinie in der Bebauung folgt vom Berliner Platz quasi auf Seeniveau der Rickenbacher Straße, bis sich diese mit der Steigstraße als Fortsetzung der Köchlinstraße trifft. Südlich davon zieht sich am See das ehemalige Bahngelände hin. Der Güterbahnhof von Lindau lag in Reutin.

Hieran schließen sich Strandbad Eichwald und weitere Uferzonen an, die mit zu den Naherholungsgebieten Lindaus zählen. Die ehemalige Hauptverbindung Bregenzer Straße wurde zurückgebaut.

Wichtige bebaute Bereiche sind noch das Wannental, die Robert-Bosch-Straße (Gewerbe und Industrie) und Rickenbach. Hier folgt der Stadtteil Zech.

Das Neue Schulzentrum im Achtal hat inzwischen Dienstfunktionen für die Gesamtstadt und liegt halbwegs nach Aeschach. Nach Westen trennen die Ach und die Hügel beidseits des Bachs Reutin von Aeschach. Nach Norden sind es die Hügelketten hinter Heimesreutin (Aeschach), den Weilern Motzach und Streitelsfingen, die als natürliche Grenzen zum Umland hin wirken.

Geschichte

1275/1278 von wird der Name erstmals urkundlich erwähnt. Reutin bedeutet gerodetes Land, und verweist darauf, dass ein Großteil des Lindauer Umlandes während des Hochmittelalters urbar gemacht wurde. Damals war von einer St.Verenen-Kirche zu Reutin die Rede. Die Kirchengemeinde wurde bereits 1528 evangelisch.

1818 verlor die Stadt Lindau ihr Landgebiet und Reutin wurde zur selbstständigen Gemeinde. Am 1. Februar 1922 kam es zur erneuten Eingliederung in die Stadt Lindau (Bodensee).[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Villa Leuchtenberg
Die Villa Leuchtenberg am Seeufer wurde von 1853 bis 1855 im sogenannten „Maximilian-Stil“ für Prinzessin Théodelinde von Württemberg (1814–1857; Prinzessin von Leuchtenberg) errichtet. Nach ihrem frühen Tod ging die Residenz an den Kennelbacher Textilfabrikanten Cosmus Schindler, dessen Bruder, der österreichische Elektropionier Friedrich Wilhelm Schindler die Villa als erstem Gebäude Süddeutschlands mit einer Elektrizitätsversorgung ausstattete.
Reutiner Bucht
Dieses Gebiet ist heute als NaturschutzgebietReutiner Bucht“ ausgewiesen. Inmitten der Bucht liegt die Galgeninsel und westlich davon liegt die winzige Insel Hoy.
Montfort Schlössle
Gasthof Köchlin
Dieser Gasthof war über Jahrhunderte die Post- und Zollstation in Richtung München.
Rathaus und Feuerwehrhaus
Mischstil mit Jugendstilelementen
Bauernhaus
Mitten im Ortskern (Köchlinstraße 23) befindet sich noch ein altes Bauernhaus mit einem sehenswerten Bauerngarten, das von einem Verein betrieben wird.
St. Verena
Die Evang.-Luth. Pfarrkirche hat Architekt Anton Harrer 1870/71 als Saalkirche im neugotischen Stil erbaut. Sie steht teilweise auf älteren Fundamenten, Chormauern und Turmunterbau stammen aus dem 15., der obere Turmabschluss vom Ende des 18. Jahrhunderts. Kirchhof mit alten Grabmalen.
Wankel-Gebäude
Felix Wankel (1902–1988) kam im Jahre 1936 von Lahr nach Lindau an den Bodensee. Einer der Gründe für seine Ansiedlung hier am See dürfte wohl auch seine Leidenschaft für den Bau und die Entwicklung von schnellen Booten gewesen sein – so konstruierte er hier am See in der Bregenzer Straße mehrzylindrische Flugmotoren und eine neue Bootsform, das Spaltgleitkufenboot „Zisch“. 1945 beschlagnahmten die Franzosen Wankels Versuchswerkstätten und demontierten diese. Wankel selbst wurde inhaftiert und erhielt Forschungsverbot.
Felix Wankel richtete 1951 die neue Technische Entwicklungsstelle (TES) in seinem Privathaus in Lindau in Seenähe ein. 1961 erfolgte der Umzug in einen architektonisch eigenständigen Neubau am Bodenseeufer.[2]

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Lokaler Teil des Lindauer Kinderfests an der Schulstraße bei der Hauptschule Reutin

Literatur

  • Lucrezia Hartmann: Die Villa Leuchtenberg in Lindau. Zur Geschichte des Hauses und seiner Bewohner. In: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 128. Jg. 2010, S. 139–168. (Digitalisat )
  • Markus Traub, Christoph Hölz (Hrsg.): Weite Blicke – Landhäuser und Gärten am bayerischen Bodenseeufer. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2009, ISBN 978-3-422-06800-1. (Nennt Eduard Rüber & Anton Harrer als Architekten der Villa Leuchtenberg.)

Weblinks

 Commons: Reutin (Lindau)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 513.
  2. Felix Wankel – Ein Mann und seine Maschine

Kategorien: Ortsteil von Lindau (Bodensee) | Ort im Landkreis Lindau (Bodensee) | Ehemalige Gemeinde (Landkreis Lindau (Bodensee)) | Ort in Oberschwaben

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Reutin (Lindau) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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