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Reinfeld (Holstein)


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: StormarnVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 19 m ü. NHN
Fläche: 17,36 km²
Einwohner: 8878 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 511 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 23854–23858
Vorwahl: 04533
Kfz-Kennzeichen: OD
Gemeindeschlüssel: 01 0 62 061
Adresse der
Stadtverwaltung:
Paul-von-Schoenaich-Straße 14
23858 Reinfeld
Webpräsenz: www.reinfeld.de
Bürgermeister: Heiko Gerstmann (parteilos)
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Reinfeld (Holstein) ist eine Kleinstadt im Kreis Stormarn (Schleswig-Holstein) zwischen Bad Oldesloe und Lübeck. Sie ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und bekannt als Karpfenstadt. Reinfeld gehört zur Metropolregion Hamburg.

Geografie

Reinfeld liegt an der Heilsau, die im Stadtgebiet zum Herrenteich gestaut ist. Der Herrenteich hat eine Größe von ca. 39,5 ha.

Geschichte

Reinfelds Gründung geht auf das Jahr 1186 zurück, als auf Veranlassung von Graf Adolf III. von Schauenburg sich Zisterziensermönche aus dem Kloster Loccum hier niederließen und das Kloster Reynevelde gründeten.

Die Mönche legten zahlreiche Teiche an, welche sie zur Karpfenzucht nutzten. Die damals bis zu 60 Karpfenteiche reichten jedoch nicht aus, den Fischbedarf des Klosters zu decken, so dass zusätzlich noch größere Mengen Seefisch aus Lübeck hinzugekauft werden mussten, weil die Zisterzienser kein Fleisch essen durften. Das Kloster entwickelte sich Dank der Vorhersicht seiner Äbte rasch zu einem der reichsten und angesehensten in Norddeutschland mit umfangreichem Landbesitz bis hin in das Baltikum und wertvollen Beteiligungen an der Saline Lüneburg. Dies änderte sich aufgrund der Säkularisation im Zuge der Reformation. 1581 wird das Kloster an Herzog Johann d. J. von Plön übergeben.

Nachdem das Kloster im 16. Jahrhundert abgerissen wurde, wurde an selbiger Stelle in der Zeit von 1599 bis 1604 ein fürstliches Schloss errichtet. Dabei dienten dem abgeteilten Herzog die Überreste des Klosterkomplexes als Baumaterial. Die ansehnliche Klosterkirche wurde 1635 bei einem Dammbruch des gestauten Herrenteichs komplett zerstört. An ihrer Stelle wurde 1636 eine wesentlich kleinere auf dem Eichberg überflutungssicher errichtet.

Seit Johanns Tod 1622 gehörte Reinfeld zum kleinen Herzogtum Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön, das in der Zeit von 1676 bis 1729 auch Nordalsen und Teile von Ærø umfasste (Norburg-Plön). Als die Plöner Linie der Herzöge 1761 ausstarb, fiel das Herzogtum an König Friedrich V. von Dänemark.

Das Reinfelder Schloss wurde 1775 abgerissen, die übrig gebliebenen Steine fanden Verwendung zum Bau eines Verwaltungsgebäudes, welches als Forstamt verwendet wurde. In den Jahren 1762 bis 1867 stand Reinfeld unter dänischer Herrschaft. Der 1839 errichtete Bau der Alten Schule auf dem Gelände des ehemaligen Schlosses stammt noch aus dieser Zeit.[2]

Am 1. August 1865 wurde der Bahnbetrieb von der Lübeck-Büchener Eisenbahn aufgenommen, nachdem seit 1863 eine Bahntrasse von Hamburg über Bad Oldesloe nach Lübeck errichtet wurde. Das damals errichtete Bahnhofsgebäude besteht heute noch.

Seit Sommer 2003 gehört auch der Kreis Stormarn und damit Reinfeld zum Bereich des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV), in dem alle Verkehrsmittel des ÖPNV zu einheitlichen Tarifen verkehren.

Politik

Stadtvertretung

Von den 19 Sitzen in der Stadtvertretung hat seit der Kommunalwahl am 26. Mai 2013 die CDU sechs, die SPD ebenfalls sechs, die Wählergemeinschaft WIR vier und Bündnis90 / Die Grünen drei Sitze. Bürgervorsteher ist Gerd Hermann (SPD).

Bürgermeister ist Heiko Gerstmann (parteilos).

Wappen

Blasonierung: „Geteilt von Rot und Blau. Oben ein hervorkommender, linksgewendeter goldener Abtstab zwischen zwei auswärts geneigten goldenen Ähren; unten ein waagerechter silberner Fisch.“[3]

Flagge

Blasonierung: „Die Flagge zeigt inmitten eines weißen, oben und unten von je einem schmalen roten Streifen begrenzten Feldes das Stadtwappen, etwas zur Stange hin verschoben. Beim Banner wird das Wappen um 90° gedreht.“[3]

Städtepartnerschaften

Reinfeld unterhält Partnerschaften mit Saint-Pryvé-Saint-Mesmin in Frankreich sowie mit Kaliska in Polen und Neubukow in Mecklenburg-Vorpommern. Am 15. Oktober 2004 jährte sich die französische Städtepartnerschaft zum zehnten Mal. Am 1. November 2014 wurde die zwanzigjährige Städtepartnerschaft mit Saint-Pryvé-Saint-Mesmin gefeiert.

Jugendpolitisches Engagement

Reinfeld führte als eine der ersten Gemeinden in Schleswig-Holstein 1996 das Gremium des Kinder- und Jugendbeirates ein. Die bisherigen sechs gewählten Beiräte können auf eine sehr erfolgreiche Zeit zurückblicken. Im Jahr 2006 wurde das zehnjährige Jubiläum begangen, bei dem der damalige Vorsitzende Hendrik Schmidt erklärte, dass dieser Beirat in seinem Rahmen versucht der Politikverdrossenheit entgegenzuwirken. Dieses Ziel wurde bei den Wahlen im Herbst erreicht. So gab es zum ersten Mal seit vier Jahren eine Wahlbeteiligung von über 10 % und mehr als sieben Kandidaten.

Stolpersteine

Am 7. März 2014 wurden in Reinfeld auf Initiative von Schülern und Lehrern aus der Immanuel-Kant-Schule und Kommunalpolitikern unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit zwei Stolpersteine verlegt:

  • Carl-Harz-Straße 6: Für Carl Harz (geb. 1860), Autor sozialkritischer Schriften, Immobilienmakler und Förderer von Stadtentwicklung, Bebauung und Tourismus in Reinfeld. Veröffentlichungsverbot 1939, „Schutzhaft“ in Lübeck-Lauerhof 1943, dort Flucht in den Tod am 13. August 1943 im Alter von 83 Jahren.
  • Paul-von-Schoenaich-Straße 36: Für Richard Minkwitz (geb. 1886), Arbeiter, Kommunist. Am 7. September 1933 ist er im Gestapo-Gewahrsam („Schutzhaft“) im „Blauen Haus“ in Bad Oldesloe erschlagen worden – im Alter von 47 Jahren.

An den beiden Todestagen werden an den Stolpersteinen zum Gedenken Blumen niedergelegt.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirchen und Museen

  • Matthias-Claudius-Kirche, 1636 erbaut, mit mehreren Grabsteinen der Äbte des Klosters aus der 1635 zerstörten Klosterkirche und einer sehenswerten barocken Innenausstattung
  • Heimatmuseum[5]
  • Mühlenmuseum im Claudius-Hof, im Gebäude der ehemaligen Claudius-Mühle

Weitere Sehenswürdigkeiten

Die Liste der Kulturdenkmale in Reinfeld (Holstein) umfasst die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Sport

Der SV Preußen von 1909 e.V. hat rund 2.500 Mitglieder in 23 Sparten. Die größte Sparte ist der Bereich Fußball mit drei Herrenmannschaften, einer Alt-Herren-Mannschaft, einer Damenmannschaft und einer Vielzahl von Jugendmannschaften. Die I. Herren spielt in der Kreisliga, die II. Herren in der Kreisklasse A und die III. Herren in der Kreisklasse C.

Die Reinfelder Rudergemeinschaft von 1963 e.V. zeichnet sich durch eine erfolgreiche Jugendarbeit aus. Weiterhin ist der Tennis-Club Reinfeld e.V. aktiv, der fünf Tennisplätzen und ca. 200 Mitgliedern hat.

Wirtschaft und Infrastruktur

Medien

In Reinfeld wird das „Stormarner Tageblatt“ als Lokalausgabe des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z) sowie der Lokalausgabe der Lübecker Nachrichten veröffentlicht. Auch das Hamburger Abendblatt veröffentlicht eine Lokalausgabe für den Kreis Stormarn, deren Redaktion jedoch in Ahrensburg beheimatet ist. In Reinfeld werden kostenlos die Zeitungen „Markt“, „Wochenblatt“ und „Blickpunkt“ verteilt.

Bildung

Verkehr

Reinfeld bietet eine direkte Anbindung an die Bundesautobahn 1 und liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Lübeck, von dem aus die Bundesautobahn 20 Richtung Rostock/Stettin beginnt. Darüber hinaus liegt Reinfeld an der Bundesstraße 75, sowie an Landesstraßen nach Bad Segeberg, Ratzeburg und Ahrensbök. Zwischen dem Ort und der BAB liegen Gewerbegebiete.

Vom Reinfelder Bahnhof fahren halbstündlich Züge auf der Bahnstrecke Lübeck–Hamburg in Richtung Hamburg (HVV-Regionalbahn-Linie R8) und Lübeck.

Persönlichkeiten

  • Martin Clasen (1882–1962), evangelisch-lutherischer Geistlicher, Genealoge und Heimatforscher
  • Matthias Claudius (* 15. August 1740; † 21. Januar 1815 in Hamburg), deutscher Dichter (Der Wandsbecker Bothe)
  • Ludwig Balemann (1787–1866), Parlamentspräsident und Kieler Bürgermeister
  • Paul Freiherr von Schoenaich (* 16. Februar 1866 in Klein Tromnau (Lkr. Rosenberg in Westpreußen); † 7. Januar 1954 in Reinfeld (Holstein)), deutscher Generalmajor und später Pazifist
  • Joachim Mähl (1854−1889), Lehrer in Reinfeld, plattdeutscher Dichter
  • Gerd Ehlers (* 21. Mai 1924; † 27. Juni 1988 in Berlin), deutscher Schauspieler

Literatur

  • Unvergessene Heimat. 50 Jahre Vereinigte Landsmannschaften und Heimatbund Ortsverband Reinfeld (Holstein) 1950−2000. Texte Thea Buhr und Günter Graf. Masuhr Druck- und VerlagsGmbH, Reinfeld 2002.
  • Bodo Zunk: Reinfeld im 20.Jahrhundert 1900−1999. Chronik einer kleinen Stadt. Masuhr Druck- und Verlags GmbH, Reinfeld 2001
  • Bodo Zunk: Reinfeld im Wandel der Zeit (von den Anfängen bis 1900). Masuhr Druck- und Verlags GmbH, Reinfeld 1996
  • Erich Katzschke: Reinfelder Geschichte. Veröffentlichungen von 1951−1990. Zusammengestellt von Hannelor Kramer. 1995
  • Reineke Voss von Joachim Mähl, Bilder von A. Paul Weber. Nachdruck der Ausgabe von 1878. Hrsg. Wilfried Burkhardt, 1986.
  • Infobroschüre Stadt Reinfeld (Holstein)

Weblinks

 Commons: Reinfeld (Holstein)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2014 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Informationen zum Schloss Reinfeld
  3. 3,0 3,1 Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  4. Damit der braune Spuck nicht zurückkehrt, Lübecker Nachrichten, 8. März 2014.
  5. Heimatmuseum Reinfeld , abgerufen am 9. Mai 2016.
  6. KGS Reinfeld soll nach Immanuel Kant benannt werden. In Lübecker Nachrichten (www.ln-online.de), 9. Februar 2010 (online )

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