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Reichsschule Feldafing


Die Reichsschule Feldafing wurde am 10. April 1934 als neunklassige Nationalsozialistische Deutsche Oberschule Starnberger See gegründet und befand sich zunächst in mehreren Villen in Feldafing am Starnberger See.[1]

Geschichte

Die Reichsschule Feldafing hatte zunächst ihren Sitz in einer Villa über dem Starnberger See, bevor sie zu einer Privatschule der SA-Führung wurde. Sie wurde am 1. April 1934 von Ernst Röhm eröffnet. Die Schule wurde zu Anfang mit Militärspinden und -betten eingerichtet. Die Lehrer waren SA-Mitglieder und es wurde nach staatlichen Lehrplänen mit Wehrsport unterrichtet. Nach dem Reichsausleseverfahren konnte jeder Reichsgau jährlich drei Kandidaten nach Feldafing schicken, nur Berlin und München je fünf. Das ehemalige, heute zu Appartement-Wohnungen umgebaute Schulgebäude diente als Verwaltungsgebäude für die Reichsschule. Nach dem Krieg wurde das Gebäude bis 1978 als Schulhaus des Internats „Institut Dr. Greite“[2] genutzt, das von dem ehemaligen SS-Sturmbannführer Dr. Walter Greite (1907–1984) geleitet wurde.[3]

1938 bezog die Schule nach Plänen von Alois Degano einen Neubau und wurde in Reichsschule der NSDAP Feldafing (RSF) umbenannt. Die Schule stand unter der Schirmherrschaft der Parteikanzlei der NSDAP. Auf einem benachbarten Grundstück wurde 1942 ein Außenlager des Konzentrationslagers Dachau eingerichtet.

Die Schule wurde am 23. April 1945 aufgelöst, ihre Schüler wurden nach dem Zweiten Weltkrieg auf Anordnung der Besatzungsmächte bis zum Jahre 1949 vom höheren Bildungsweg ausgeschlossen.

Auf dem Gelände der Reichsschule wurde von der US-Militärverwaltung ein DP-Lager zur Unterbringung jüdischer so genannter Displaced Persons eingerichtet. Nach der Auflösung des Lagers 1951 übernahm die Bundeswehr das Gebäude. Das Gelände steht zum Verkauf und wird nur noch bis 2011 von der Bundeswehr genutzt. Auf dem Gelände befindet sich auch das „Villino“, ein 1912 errichtetes Haus, an dem auch der Schriftsteller Thomas Mann zeitweise einen Anteil besessen hatte.

Funktion

Die Schule war Teil des Systems der nationalsozialistischen Ausleseschulen zur Heranbildung einer Elite im Sinne des nationalsozialistischen Erziehungssystems.

Ehemalige Schüler

Bekannte Schüler der Reichsschule waren unter anderen Alfred Herrhausen und Adolf Martin Bormann (Sohn Martin Bormanns).

Literatur

  • Johannes Leeb: Wir waren Hitlers Eliteschüler. Ehemalige Zöglinge der NS-Ausleseschulen brechen ihr Schweigen; München: Heyne, 1999; ISBN 3-453-16504-7
  • Dirk Heisserer (Hrsg.): Thomas Manns „Villino“ am Starnberger See 1919–1923; München: Kirchheim Verlag, 2001; ISBN 3-87410-089-8

Einzelnachweise

  1. Die Jungmannen von Feldafing. 10 Jahre Reichsschule. In: Der Freiheitskampf, Amtliche Zeitung. Dresden, Ostern 1944, Seite 3.
  2. Institut Dr. Greite
  3. Michael Grüttner: Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik, Heidelberg 2004, S. 63 f.

Kategorien: Bildungseinrichtung (Nationalsozialismus) | Internat in Bayern | Feldafing

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsschule Feldafing (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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