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Reichsregierung (Weimarer Republik)


Die Reichsregierung bestand in der Weimarer Republik aus dem Reichskanzler und den Reichsministern. Der Reichspräsident wählte und ernannte den Reichskanzler und auf Vorschlag des Reichskanzlers die Reichsminister. Allerdings musste ein Mitglied der Reichsregierung zurücktreten, wenn das Parlament dies verlangte.

Übersicht

Reichstagswahlergebnisse der größeren Parteien der Weimarer Republik
Parteienblock Partei März 1933 Nov. 1932 Juli 1932 Sep. 1930 Mai 1928 Dez. 1924 Mai 1924 Juni 1920 Rang
Radikale Rechte NSDAP 43,9 33,1 37,3 18,3 2,6 1
DNVP 7,9 8,3 5,9 7,0 14,3 20,5 19,5 14,4
Katholiken Zentrum 11,3 12,0 12,4 11,8 12,1 13,6 13,4 13,6 2
BVP 2,7 3,1 3,2 3,0 3,1 3,7 3,2 4,5
Liberale DDP / DStP 0,9 1,0 1,0 3,8 4,8 6,3 5,7 8,5 3
Nationalliberale DVP 1,1 1,9 1,2 4,5 8,7 10,0 9,2 13,9
Sozialdemokraten SPD[1] 18,3 20,0 21,6 24,6 29,8 26,0 20,6 21,7 4
Radikale Linke USPD 0,3 0,8 18,8
KPD 12,3 16,9 14,3 13,1 10,6 8,9 12,6 2,1 5
Sonstige 1,6 3,7 3,1 13,9 14 10,7 15 2,5
Regierungen der Weimarer Republik
Regierungen (Koalitionen) Dauer Deutscher Reichstag
Kabinett Fehrenbach (Z, DDP, DVP)

Kabinett Wirth I ((M)SPD, Z, DDP)
Kabinett Wirth II ((M)SPD, Z, DDP)
Kabinett Cuno (Z, DDP, DVP, BVP)
Kab. Stresem. I (DVP, SPD, Z, DDP)
Kab. Stresem. II (DVP, Z, DDP, SPD)
Kabinett Marx I (Z, DDP, DVP, BVP)

25.06.1920–04.05.1921

10.05.1921–25.10.1921
26.10.1921–22.11.1922
22.11.1922–12.08.1923
13.08.1923–06.10.1923
06.10.1923–30.11.1923
30.11.1923–26.05.1924

Reichstagswahl 1920
zum 1.
Deutschen Reichstag
Kabinett Marx II (Z, DDP, DVP, BVP) 27.05.1924–15.01.1925 Reichstagswahl Mai 1924
zum 2.
Deutschen Reichstag
Kabinett Luther I (Z, DVP, BVP, DNVP)

Kabinett Luther II (Z, DDP, DVP, BVP)
Kabinett Marx III (Z, DDP, DVP, BVP)
Kabinett Marx IV (Z, DNVP, DVP, BVP)

16.01.1925–20.01.1926

20.01.1926–18.05.1926
18.05.1926–01.02.1927
01.02.1927–28.06.1928

Reichstagswahl Dezember 1924
zum 3.
Deutschen Reichstag
Kabinett Müller II (SPD, Z, DVP, DDP)

Kabinett Brüning I (Präsidialkabinett)

28.06.1928–27.03.1930

31.03.1930–09.10.1931

Reichstagswahl 1928
zum 4.
Deutschen Reichstag
Kabinett Brüning II (Präsidialkabinett)

Kabinett Papen (Präsidialkabinett)

10.10.1931–01.06.1932

01.06.1932–…

Reichstagswahl 1930
zum 5.
Deutschen Reichstag
Kabinett Papen (Präsidialkabinett) Reichstagswahl Juli 1932
zum 6.
Deutschen Reichstag
Kabinett Papen (Präsidialkabinett)

Kabinett Schleicher (Präsidialkabinett)
Kabinett Hitler (Präsidialkabinett)

…–03.12.1932

03.12.1932–30.01.1933
30.01.1933–…

Reichstagswahl November 1932
zum 7.
Deutschen Reichstag
Kabinett Hitler
seit 24.03.1933 mit
Gesetzgebungskompetenz
Reichstagswahl März 1933
zum 8.
Deutschen Reichstag

Der Reichskanzler wurde vom Reichspräsidenten ernannt, die Reichsminister wurden vom Reichskanzler vorgeschlagen und vom Reichspräsidenten ernannt (Art. 53). Allerdings musste ein Kanzler oder Minister zurücktreten, wenn der Reichstag es verlangte (Art. 54). Der Vorsitz in der Reichsregierung lag beim Reichskanzler, der auch die Richtlinien der Politik bestimmte. Jeder Reichsminister leitete ein Ressort selbständig.

Die meisten Regierungen der Weimarer Zeit hatten keine parlamentarische Mehrheit hinter sich. Ausnahmen waren die Regierungen bis zur Wahl von 1920 und die Große Koalition von 1923. Im Kabinett Müller II von 1928–30 befanden sich zwar Angehörige von Parteien, die zusammen eine absolute Mehrheit im Parlament hatten, doch die Parteien sahen die Minister zum Teil nicht als ihre Vertreter an, und sie sahen sich nicht verpflichtet an, die Regierung zu unterstützen. Seit dem Kabinett Papen im Jahre 1932 unterstützte nur die DNVP die Regierung. Auch das Kabinett Hitler vom 30. Januar 1933 hatte zunächst, bis zur Wahl im März, keine Mehrheit im Parlament.

Im Vergleich zu den Bundesregierungen seit 1949 waren die meisten Weimarer Kabinette eher klein, mit nur neun bis 14 Mitgliedern. Zeittypische Ministerressorts waren die für Kolonien (1919), für Wiederaufbau (1919 bis 1924) und für die besetzten Gebiete im Rheinland (1923 bis 1930).

Regierungsbeteiligung der Parteien

Als Weimarer Koalition bezeichnet man die Parteien SPD, Zentrum und DDP. Eine Große Koalition nannte man damals eine der drei genannten Parteien zusammen mit der DVP. Typisch für die damalige Zeit waren hingegen Minderheitskabinette von Zentrum, DDP und DVP unter Beteiligung (Koalition oder Tolerierung) der SPD oder der DNVP.

An den Weimarer Regierungen waren beteiligt:

Kabinette nach Parteien und Ministern

Nach der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung im Januar 1919:

  • Kabinett Scheidemann (13. Februar 1919 bis 20. Juni 1919); Tage: 97; 14 Angehörige: 7 SPD, 3 Z, 3 DDP, 1 parteilos
  • Kabinett Bauer (21. Juni 1919 bis 27. März 1920); Tage: 277; 13 Angehörige: 7 SPD, 4 Z, 2 DDP
  • Kabinett Müller I (27. März 1920 bis 21. Juni 1920); Tage: 72; 14 Angehörige: 6 SPD, 5 Z, 3 DDP

Nach der Reichstagswahl im Juni 1920:

  • Kabinett Fehrenbach (25. Juni 1920 bis 4. Mai 1921); Tage: 313; 12 Angehörige: 5 Z, 3 DVP, 2 DDP, 2 parteilos
  • Kabinett Wirth I (10. Mai 1921 bis 25. Oktober 1921); Tage: 165; 13 Angehörige: 4 Z, 4 SPD, 3 DDP, 2 parteilos
  • Kabinett Wirth II (26. Oktober 1921 bis 22. November 1922); Tage: 384; 11 Angehörige: 4 Z, 4 SPD, 2 DDP, 1 parteilos (später zus. 1 BBB)
  • Kabinett Cuno (22. November 1922 bis 12. August 1923); Tage: 263; 12 Angehörige: 3 Z, 2 DDP, 2 DVP, 1 BVP, 4 parteilos
  • Kabinett Stresemann I (13. August 1923 bis 6. Oktober 1923); Tage: 51; 12 Angehörige: 4 SPD, 3 Zentrum, 2 DVP, 2 DDP, 1 parteilos
  • Kabinett Stresemann II (6. Oktober 1923 bis 30. November 1923); Tage: 48; 12 Angehörige: 3 Z, 3 SPD, 2 DDP, 1 DVP, 3 parteilos
  • Kabinett Marx I (30. November 1923 bis 26. Mai 1924); Tage: 177; 12 Angehörige: 3 Z, 3 DDP, 2 DVP, 1 BVP, 3 parteilos

Nach der Reichstagswahl im Mai 1924:

  • Kabinett Marx II (27. Mai 1924 bis 15. Januar 1925); Tage: 195; 10 Angehörige: 3 Z, 2 DVP, 3 DDP, 2 parteilos

Nach der Reichstagswahl im Dezember 1924:

  • Kabinett Luther I (16. Januar 1925 bis 20. Januar 1926); Tage: 223; 11 Angehörige: 3 DNVP, 2 Z, 2 DVP, 1 DDP, 1 BVP, 2 parteilos
  • Kabinett Luther II (20. Januar 1926 bis 18. Mai 1926); Tage: 112; 11 Angehörige: 3 Z, 3 DDP, 3 DVP, 1 BVP, 1 parteilos
  • Kabinett Marx III (18. Mai 1926 bis 1. Februar 1927); Tage: 214: 11 Angehörige: 4 Z, 3 DDP, 3 DVP, 1 BVP
  • Kabinett Marx IV (1. Februar 1927 bis 28. Juni 1928); Tage: 499; 11 Angehörige: 4 DNVP, 3 Z, 2 DVP, 1 DDP, 1 BVP (DDP bis 20. Januar 1928, danach 1 parteilos)

Nach der Reichstagswahl im Mai 1928:

  • Kabinett Müller II (28. Juni 1928 bis 27. März 1930); Tage: 636; 11 Angehörige: 4 SPD, 2 DVP, 2 DDP, 1 Z, 1 BVP, 1 parteilos
  • Kabinett Brüning I (31. März 1930 bis 9. Oktober 1931); Tage: 556; 12 Angehörige: 4 Z, 2 DVP, 1 DDP, 1 BVP, 1 WP, 1 DNVP (ab 22. Juli 1930: CNBL), 1 KVP, 1 parteilos

Nach der Reichstagswahl im September 1930:

  • Kabinett Brüning II (10. Oktober 1931 bis 1. Juni 1932); Tage: 233; 9 Angehörige: 2 Z, 2 DDP, 1 BVP, 1 KVP, 1 CNBL, 2 parteilos
  • Kabinett Papen (1. Juni 1932 bis 3. Dezember 1932); Tage: 170; 10 Angehörige: 3 DNVP, 7 parteilos

Nach den Reichstagswahlen im Juli 1932 und November 1932:

  • Kabinett Schleicher (3. Dezember 1932 bis 30. Januar 1933); Tage: 57; 10 Angehörige: 2 DNVP, 8 parteilos

Zeit des Nationalsozialismus mit den Reichstagswahlen im März 1933, November 1933, März 1936 und April/Dezember 1938:

Siehe auch

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. Von 1917 bis 1922 führte die SPD den Namen Mehrheitssozialdemokratische Partei Deutschlands (MSPD), um die Abgrenzung zur Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (USPD) zu verdeutlichen.
cs:Seznam vlád Německa

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