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Reißzwecke


Eine Reißzwecke ist ein kurzer Nagel mit großem, gewölbtem Kopf aus Blech, der für den Aushang von Schriftstücken verwendet wird und leicht von Hand wieder entfernt werden kann. Die Reißzwecke wird auch als Pinnnadel, Reißnagel, Reißbrettstift, Heftzwecke, Wanze, Reißzwecknadel oder Pinne bezeichnet. Letzterer Begriff bezeichnet oft auch spezifisch die Pinnwand-Zwecken mit einem höheren Vollplastik-Kopf.

Der Reißzwecke ähnlich und für den gleichen Einsatz vorgesehen, ist die Stoßnadel (auch Pushpin genannt), eine kurze, kräftige Nadel mit einem Griff aus Plastik, Glas oder Metall

Bedeutung

Die ursprüngliche Bestimmung der Reißzwecke war das Befestigen von Zeichnungen auf Reißbrettern. Diese Reißzwecken bestanden aus einer kurzen sehr spitzen Stahlnadel, die von einem flachen Kopf (über die Zeichenschienen und Schablonen gleiten können) aus Messing gehalten wurde. Moderne Reißzwecken haben in der Regel einen kleinen Plastiküberzug über dem Kopf, der die Verletzungsgefahr reduziert, wenn der Nagel sich vom Kopf löst und nach hinten durchrutscht.

Erfindung

Die Reißzwecke soll vom Uhrmacher Johann Kirsten zwischen 1902 und 1903 in der Stadt Lychen in der Uckermark in Brandenburg erfunden worden sein.[1] Nach neuesten Forschungen könnte das ein Irrtum sein.[2]

In der Nähe von Lychen befindet sich auch ein Reißzweckendenkmal. Seine Idee verkaufte Kirsten 1903 für wenig Geld an den Kaufmann Otto Lindstedt, der eine Kurzwarenfabrik besaß. Dessen Bruder Paul meldete sie im Jahr 1904 zum Patent an. Die Patentschrift lautet auf die Bezeichnung Heftzwecke. Die Patentanmeldung machte die Lindstedts zu Millionären.[3] Der Uhrmacher wurde an den Gewinnen nicht beteiligt.

Andere Quellen schreiben dem österreichischen Fabrikbesitzer Heinrich Sachs die Erfindung des Reißnagels aus nur einem Stück Bandstahl und die fabriksmäßige Fertigung (pro Aushub 5 fertige Reißnägel) im Jahre 1888 zu.[4] Der wesentliche Unterschied lag darin, dass der Reißnagel aus Österreich aus einem Stück gearbeitet wurde und alle Entwürfe und Modelle vorher immer aus zwei Teilen bestanden, nämlich aus Kopf und Nagel. Das Vermächtnis von Heinrich Sachs besteht heute in der Brevillier Urban & Sachs GmbH & Co KG in Wien weiter.

Als Erfinder der modernen Reißzwecke kämen demnach mindestens zwei Personen in Frage, die das praktische Utensil unabhängig voneinander entwickelt und verbreitet haben. Zweifel über das genaue Erfindungsjahr der Reißzwecke bereiten zudem Lexikoneinträge, die bis ins Jahr 1887 zurückführen und den Gegenstand als Zeichenutensil beschreiben.

Herstellung

Ein Großteil der Reißzwecken werden hergestellt, indem ein Stück festen Drahtes durch ein Loch im gestanzten Blechkopf durchgezogen wird und dann das hervorstehende Ende plattgedrückt wird. Dabei „verschmelzen“ Kopf und Draht. Die Spitze entsteht durch schräges Abschneiden des Drahtes. Danach wird durch Elektrolyse eine Rostschutz-Legierung mit Messing auf die Reißzwecke aufgebracht. Die Plastikkäppchen für den Kopf werden mit Hilfe eines Zylinders aus Plastikfolie ausgestanzt und durch einen zweiten Zylinder innerhalb des ersten ausgewölbt.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Reißzwecken  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Reißzwecke – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Katrin Bischoff, Jürgen Schwenkenbecher. Die Reißzwecke von Lychen In: Berliner Zeitung, 11. November 2003; abgerufen am 4. Oktober 2013.
  2. Helmut Borth: Die falsche Geschichte um einen Erfinder. Die kleine uckermärkische Stadt Lychen sonnt sich im Licht des Erfinders der Reißzwecke. Stimmt das? Zumal man sich zu DDR-Zeiten einen Bären hat aufbinden lassen. In: Nordkurier / Heimat, 24. August 2015, S. 27.
  3. Johannes Gernert: Eine ziemlich verzwickte Geschichte auf taz.de, 28. November 2003; abgerufen 28. November 2009.
  4. Chronik der Heinrich Sachs KG .

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Reißzwecke (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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