Rathsfeld - LinkFang.de





Rathsfeld


Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur deutschen Schauspielerin siehe Anne Rathsfeld.
Rathsfeld
Höhe: 379 m ü. NN
Eingemeindet nach: Steinthaleben
Postleitzahl: 06567
Vorwahl: 034671

Lage von Rathsfeld in

Rathsfeld ist ein Ortsteil von Steinthaleben (Gemeinde Kyffhäuserland) im Kyffhäuserkreis in Thüringen.

Lage

Rathsfeld liegt etwa 5 Kilometer nördlich der Stadt Bad Frankenhausen auf einer gerodeten Hochfläche des Kyffhäusergebirges. An Rathsfeld führt die Bundesstraße 85 vorbei, die Landesstraße 2292 verbindet den Ort etwa 4 Kilometer westlich gelegenen Hauptort Steinthaleben mit Rathsfeld.

Geschichte

Bodenfunde aus der Flur Rathsfeld deuten auf eine erste Siedlungsperiode in der vorrömischen Eisenzeit, über die Höhen des Kyffhäusergebirges führte eine bedeutende Altstraße.[1] Der ursprüngliche Name der Rodungssiedlung im Burgbezirk der Reichsburg Kyffhausen ist unbekannt. Am 25. Februar 1268 wurde die Wüstung Rathsfeld vom Grafen Friedrich von Beichlingen an das Kloster Walkenried verschenkt.[2]

Die Beichlinger Grafen waren als Burggrafen der Reichsburg auch Verwalter des königlichen Forstbezirks auf dem Kyffhäuser, der die Hochfläche des Gebirges einnahm. 1341 teilte Graf Friedrich von Beichlingen mit, das er dem Grafen von Schwarzburg das halbe Rathsfeld verkauft habe. Die Schwarzburger Grafen nutzten die dauerhafte Schwäche ihrer Rivalen, um auch im nordthüringer Raum an Einfluss zu gewinnen. Im Ergebnis entstand die Herrschaft Schwarzburg-Sondershausen.[3]

Der Name „Rathsfeld“ deutet eine Beziehung zur nahen Stadt Frankenhausen an, möglicherweise hatte die Stadt Nutzungsrechte für die Weiden und Äcker erworben. Der häufige Mangel an Wasser wird als Grund für die Aufgabe der Siedlung genannt. Vom Kloster wurde ein Wirtschaftshof auf dem Rathsfeld errichtet. Dieser fiel nach der Reformation in den Besitz der Schwarzburger Grafen. Die Gebäude waren nach dem Bauernkrieg verlassen und wurden von den Grafen zum Bau eines Jagdschlosses genutzt. Das Jagdschloss Rathsfeld bot reichlich Gelegenheit zur „Sauhatz“, die angrenzenden Dörfer hatten noch im 19. Jahrhundert Treiber zur Wildschweinjagd zu stellen.[4]

In den Jahren 1839 bis 1842 wurde die kurvenreiche Kyffhäuserchaussee zwischen Frankenhausen und Kelbra errichtet, sie ersetzt eine bereits in vorgeschichtlicher Zeit bedeutsame Altstraße, die noch mit zahlreichen Hohlwegen im Gelände erkennbar ist und als eine Salzstraße (via salaris) in mittelalterlichen Urkunden genannt wird.[1]

Für die Hitlerjugend wurde ein Gebäudekomplex in den Jahren 1936 bis 1939 als Jugendlager erbaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Großgrundbesitz der Grafen enteignet. Bis 1952 wurden die Hauptgebäude als Forstamt genutzt. Die Infrastruktur des Jugendlagers wurde seit den 1950er Jahren zum Standort des PionierzeltlagersThomas Müntzer“ umgewidmet, daneben entstand ein Ferienplatz des Erfurter Industriebetriebes VEB Optima Erfurt und die Betriebsberufsschule für Forstarbeiter des Bezirkes Erfurt in Trägerschaft des ehemaligen Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes (StFB) Sangerhausen. Nach 1990 wurde bekannt, dass die Einrichtungen des Rathsfeldes im „Spannungsfall“ als Internierungslager für Oppositionelle verwendet werden sollten.

Nach der Wende übernahm das thüringische Forstamt Oldisleben den Gebäudekomplex. Das Jugendwaldheim Rathsfeld wurde am 15. November 1991 eröffnet.[5]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Max Prell: Der Salzweg im Kyffhäuser - ein Vorläufer der heutigen Kyffhäuserstraße von Frankenhausen nach Kelbra. In: Kreisheimatmuseum Bad Brankenhausen (Hrsg.): Beiträge zur Kyffhäuserlandschaft. Nr. 6. Bad Frankenhausen 1980, S. 59–71.
  2. Dolle, Josef (Bearb.): Urkundenbuch des Klosters Walkenried. Band 1. Von den Anfängen bis 1300. Hannover, 2002, ISBN 3-7752-6010-2.
  3. Liselotte Pflaumenbaum: Beziehungen zwischen Mensch und Wald im Kyffhäuser, ein Beitrag zur Waldgeschichte bis 1800. In: Kreisheimatmuseum Bad Brankenhausen (Hrsg.): Beiträge zur Kyffhäuserlandschaft. Nr. 6. Bad Frankenhausen 1980, S. 27–28.
  4. Heiko Laß: Jagd- und Lustschlösser des 17. und 18. Jahrhunderts in Thüringen. Michael Imhof Verlag, Petersberg, 2006, ISBN 3-86568-092-5, S.360/361
  5. Jugendwaldheim Rathsfeld. Landesforstverwaltung Thüringen, 2012, abgerufen am 16. Juni 2012.

Kategorien: Ort im Kyffhäuserkreis | Kyffhäuserland

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Rathsfeld (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

Änderungen: Alle Bilder mit den meisten Bildunterschriften wurden entfernt. Ebenso alle zu nicht-existierenden Artikeln/Kategorien gehenden internen Wikipedia-Links (Bsp. Portal-Links, Redlinks, Bearbeiten-Links). Entfernung von Navigationsframes, Geo & Normdaten, Mediadateien, gesprochene Versionen, z.T. ID&Class-Namen, Style von Div-Containern, Metadaten, Vorlagen, wie lesenwerte Artikel. Ansonsten sind keine Inhaltsänderungen vorgenommen worden. Weiterhin kann es durch die maschinelle Bearbeitung des Inhalts zu Fehlern gerade in der Darstellung kommen. Darum würden wir jeden Besucher unserer Seite darum bitten uns diese Fehler über den Support mittels einer Nachricht mit Link zu melden. Vielen Dank!

Stand der Informationen: August 201& - Wichtiger Hinweis: Da die Inhalte maschinell von Wikipedia übernommen wurden, ist eine manuelle Überprüfung nicht möglich. Somit garantiert LinkFang.de nicht die Richtigkeit und Aktualität der übernommenen Inhalte. Sollten die Informationen mittlerweile fehlerhaft sein, bitten wir Sie darum uns per Support oder E-Mail zu kontaktieren. Wir werden uns dann innerhalb von spätestens 10 Tagen um Ihr Anliegen kümmern. Auch ohne Anliegen erfolgt mindestens alle drei Monate ein Update der gesamten Inhalte.