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Ranger (Schutzgebietsbetreuer)


Dieser Artikel oder Abschnitt stellt vorwiegend nur die Situation in Deutschland dar.

Die ursprüngliche Bedeutung von Ranger (von engl. range für „Gebiet, Bereich“) ist „Hüter eines Landschaftsraumes“. Inhaltlich entstand der Beruf aus dem des Wildhüters. Im nordamerikanischen Raum werden heute die Bediensteten des National Park Service, des United States Forest Service, von Parks Canada und einigen weiteren, auch subnationalen und kommunalen Behörden als Ranger bezeichnet. Da der Beruf dort eine hohe Wertschätzung genießt und der Begriff Ranger auch in Europa mit positiven Assoziationen verknüpft ist, wurde er ins Deutsche übernommen.

Geschichte

1872 wurde in den USA der erste Nationalpark ausgewiesen, der Yellowstone-Nationalpark. Acht Jahre später nahm dort Harry Yount als erster Nationalpark-Ranger der Welt seine Arbeit auf.

Ranger in Deutschland

Als hauptamtliche Betreuer eines Schutzgebietes arbeiten Ranger in Deutschland insbesondere in Nationalen Naturlandschaften (Nationalparke, Biosphärenreservate, Naturparke). Darüber hinaus sind sie in Naturschutzgebieten, in Biologischen Stationen, für Kommunen, für Stiftungen oder auch freiberuflich tätig. Regional verschieden werden sie auch „Naturwächter“, „Nationalparkwart“ oder „Naturschutzwart“ genannt.

Aufgabenbereiche

Der Ranger versteht sich als Mittler zwischen Mensch und Natur. Daraus ergeben sich für ihn folgende Tätigkeitsfelder:

  1. Besucherbetreuung: Unter Anwendung von Mitteln der Interpretation führt er Exkursionen, Führungen, Projekttage, naturkundliche Schul- und Bildungsprogramme und Großveranstaltungen durch.
  2. Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit: Er gibt Informationen an Besucher und die örtliche Bevölkerung weiter, leitet Vorträge und Informationsstände und berät Landnutzer bei Maßnahmen des Vertragsnaturschutzes.
  3. Pflege- und Reparaturarbeiten: Er nimmt Pflanzungen, Hecken- und Baumschnitt, Wiesenpflege und Artenschutz­maßnahmen vor, kontrolliert die Besuchereinrichtungen und ist für Gefahrensicherung, Abfallbeseitigung, Maschinen- und Gerätewartung zuständig.
  4. Wissenschaftliche Untersuchungen: Er führt Monitoring-Programme für Tier- und Pflanzenarten durch, unterstützt Forschungsprojekte, nimmt Proben, erfasst Daten und wertet sie aus.
  5. Überwachung und Schutz: Er kontrolliert der Einhaltung von Schutzbestimmungen, unterstützt Polizei, Feuerwehr und Behörden und ist ausgebildet in Erster Hilfe.

Berufliche Qualifizierung

Der Ranger repräsentiert in Deutschland den ersten nichtakademischen Naturschutzberuf. Die staatliche Anerkennung des Berufes geschah am 14. März 1998 mit Inkrafttreten der Fortbildungsverordnung (Bundesgesetzblatt Nr. 14 vom 13. März 1998) zum/r „Geprüften Natur- und Landschaftspfleger/in“[1]. Darin wurde die berufliche Qualifizierung für die Tätigkeit als Ranger bundesweit einheitlich geregelt. Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung ist die Herkunft aus einem „grünen“ Beruf. Zudem gibt es eine Seiteneinstiegsklausel, die es auch Menschen mit anderer beruflicher Vorbildung ermöglicht, den Beruf auszuüben. Das bedeutet, dass die notwendigen Kenntnisse auch auf andere Weise erworben und nachgewiesen werden können.

Gebietsbetreuung in Bayern

In Bayern wurde 1997 mit Einrichtung eines entsprechenden Förderbereichs beim Bayerischen Naturschutzfonds der Grundstein für die hauptberufliche Betreuung ökologisch sensibler Gebiete gelegt. Da aus finanziellen Gründen keine staatlichen Stellen geschaffen werden konnten, wurde ein Modell entwickelt, bei dem Kommunen, Naturschutz- oder Landschaftspflegeverbände als Träger und Arbeitgeber fungieren. Die fachlich durch einen entsprechenden Studienabschluss qualifizierten Gebietsbetreuer in derzeit 35 Gebieten Bayerns (z.B. Allgäuer Alpen, Ammersee und Sandmagerrasengebiete bei Erlangen) wirken neben ihren Tätigkeiten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung auch im Monitoring seltener und gefährdeter Arten sowie im Gebietsmanagement (z.B. Besucherlenkung und Initiierung von Landschaftspflegemaßnahmen) mit. Der erste derartige Gebietsbetreuer wurde für die Naturschutzgebiete des Ammersees eingerichtet, seine Stelle war beim Landesbund für Vogelschutz in Bayern angesiedelt.[2]

Literatur

  • Manfred Lütkepohl: Naturwacht Brandenburg. In: Nationalpark. Nr. 134, 2006, S. 28–31.
  • Hannes Krauss und Georg Schlapp: Gebietsbetreuerinnen und Gebietsbetreuer in Bayern. In: Natur und Landschaft. Nr. 6, 2013, S. 242–250.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bundesgesetzblatt, Nr. 14 vom 13. März 1998 (abgerufen am 7. März 2010; PDF; 236 kB)
  2. Augsburger Allgemeine: Sag’ mir, wo die blaue Blume ist , 4. September 2014
es:Guardabosques

eo:Arbargardisto id:Jagawana it:Guardiaparco uk:Рейнджер парку


Kategorien: Umwelt- und Naturschutz | Dienstleistungsberuf | Nationalpark

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Ranger (Schutzgebietsbetreuer) (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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