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Randolph Churchill


Dieser Artikel beschreibt den britischen Politiker des 19. Jahrhunderts. Sein gleichnamiger Enkel ist unter Randolph Frederick Churchill zu finden.

Lord Randolph Henry Spencer-Churchill (* 13. Februar 1849 in Blenheim Palace, Woodstock, Oxfordshire; † 24. Januar 1895 in London) war ein britischer konservativer Politiker im 19. Jahrhundert. Er gehörte zu Begründern der modernen Konservativen Partei und war zeitweilig Staatssekretär für Indien und Schatzkanzler. Er war der Vater von Winston Churchill.

Leben

Herkunft und Familie

Als jüngerer Sohn von John Winston Spencer-Churchill, 7. Duke of Marlborough, gehörte Lord Randolph nicht dem Peersstand an und strebte daher eine Karriere im Unterhaus an. Als Mitglied der Tory-Partei wurde er 1874 für den Wahlkreis Woodstock ins Parlament gewählt. Im Juni desselben Jahres heiratete er die US-amerikanische Millionärstochter Jennie Jerome, ihr Vater war der Börsenspekulant Leonard Jerome, der den Spitznamen „The King of Wall Street“ trug. Sie hatten zwei Söhne, der ältere der beiden war der spätere Premierminister Sir Winston Churchill, der jüngere John Strange Spencer-Churchill.

Aufstieg in der Konservativen Partei

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Lord Randolph erst 1878 bekannt, als er im Unterhaus die alte Garde der Tories heftig attackierte. Auch im neuen 1880 gewählten Parlament tat er sich als unabhängiger Konservativer hervor und kritisierte die liberale Regierung Gladstone ebenso scharf wie Mitglieder seiner eigenen Partei. Die Gruppe junger, progressiver Konservativer, der er angehörte, wurde bald als „vierte Partei“ bezeichnet. Er formulierte deren Programm, das unter dem Schlagwort „Tory Democracy“ bekannt wurde. Es sah vor, dass die Konservativen notwendige Reformen zu mehr Demokratie unterstützen sollten, anstatt sie - wie es bis dahin die Regel war - zu bremsen. Lord Randolph argumentierte, nur so könne die Partei eine ähnliche Massenbasis gewinnen wie die regierenden Liberalen. Um den Einfluss der Parteibasis gegenüber der parlamentarischen Führung unter Lord Salisbury zu vergrößern und neue konservative Wählerschichten für die Partei zu gewinnen, gründete Churchill 1883 die Primrose League.

1884 setzte sich diese Richtung in der Partei durch, und Lord Randolph wurde gegen den Widerstand der Unterhausfraktion zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Er gehörte nun zu den führenden Köpfen der Konservativen und galt als aussichtsreicher zukünftiger Kandidat für das Amt des Premierministers. Im Jahr 1885 war er maßgeblich am Sturz Gladstones beteiligt und übernahm im ersten Kabinett des neuen, konservativen Premiers Lord Salisbury das Amt des Staatssekretärs für Indien, war also Minister in Kabinettsrang. Nach der nur wenige Monate währenden 3. Amtszeit Gladstones von Februar bis August 1886 stieg er im 2. Kabinett Salisbury zum Schatzkanzler, d.h. zum Finanzminister und Mehrheitsführer des Unterhauses auf.

Rücktritt

Doch bereits am 20. Dezember desselben Jahres endete die Karriere Lord Randolphs abrupt, indem er sich selbst ins politische Abseits beförderte: Aufgrund von Unstimmigkeiten mit der eigenen Regierung erklärte er seinen Rücktritt als Schatzkanzler. Dies geschah wohl aus dem Kalkül heraus, dass man ihn als einflussreichen Parteistrategen sofort zu seinen Bedingungen zurückrufen müsse. Stattdessen ersetzte Salisbury den ehrgeizigen Rivalen kurzerhand durch Lord Goschen. Auch seine Karriere als Parteichef war damit beendet. Wann immer in den folgenden Jahren ein Kabinettsmitglied aus der Regierung ausschied, wurde Lord Randolph als Ministerkandidat gehandelt, aber die Rückkehr an die Macht gelang ihm nicht mehr. Er blieb einfacher Parlamentsabgeordneter.

Zu Beginn der 1890er Jahre verschlechterte sich zudem sein Gesundheitszustand. Ein mehrjähriger Aufenthalt in Südafrika brachte keine Besserung. Seine letzten Auftritte im Unterhaus im Jahr 1894 machten seinen von der Syphilis verursachten körperlichen Verfall offensichtlich. Im Herbst 1894 trat er eine Weltreise an, von der er sich Erholung versprach; er musste aber schon in Kairo umkehren. Er starb wenige Wochen nach seiner Rückkehr nach Großbritannien.

Literatur

Weblinks

 Commons: Randolph Churchill  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Randolph Churchill (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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