Rallye Deutschland - LinkFang.de





Rallye Deutschland


Die Rallye Deutschland ist eine Motorsport-Veranstaltung, die vom ADAC ausgerichtet wird. 2001 wurde die Rallye Deutschland mit der Hunsrück-Rallye zusammengelegt. Seit der WRC-Saison 2002 gehört sie zu den jährlich stattfindenden Läufen der FIA Rallye-Weltmeisterschaft.

Geschichte

Die erste Deutschland-Rallye wurde bereits 1982 ausgetragen, Startort war damals Frankfurt am Main. Später waren auch Mainz, Koblenz, St. Wendel und Adenau Austragungsorte. Trier ist seit 2000 offizieller Start- und Zielort. Seit dem Jahr 2002 gehört die Rallye zum Programm der Rallye-Weltmeisterschaft. 2009 fand sie, bedingt durch das in dem Jahr angewandte Rotationsverfahren der FIA, nicht statt.

Erste Sieger waren der deutsche Rallyefahrer Erwin Weber und Beifahrer Matthias Berg mit einem Opel Ascona 400. 1983 folgte ihm Walter Röhrl mit Beifahrer Christian Geistdörfer auf einem Lancia Rally 037. Als erste und bisher einzige Frau konnte Michèle Mouton mit Beifahrer Terry Harryman die Rallye 1986 gewinnen. In diesem Jahr gewann sie auch mit dem Peugeot 205 T16 die Deutsche Rallye-Meisterschaft. 1997 konnte Dieter Depping seinen dritten Sieg bei der Rallye Deutschland einfahren und ist nach Sébastien Loeb, der die Rallye acht mal in Folge gewinnen konnte, zweithäufigster Sieger. [1] 2011 konnte Sébastien Ogier die Siegesserie von Loeb beenden und war somit der zweite Fahrer, der die Rallye Deutschland als Weltmeisterschaftslauf gewinnen konnte.

Streckencharakter

Die unterschiedliche Streckenführung macht sie zu einer „drei in eins“ Rallye. Nach dem so genannten Shakedown und traditionellen Showstart vor der Porta Nigra am Donnerstag findet die erste Etappe am Freitag in den Weinbergen statt. Die Kurse zeichnen sich durch kurze, schnelle Geraden gefolgt von scharfen Abzweigen und Spitzkehren in Hanglage aus.

Mit Beginn des zweiten Tages verlagert sich die Streckenführung weiter nach Süden auf den Truppenübungsplatz Baumholder. Hier steht insbesondere die Wertungsprüfung „Panzerplatte“ mit der Sprungkuppe „Gina“ auf dem Plan. Das Profil dieses Tages ist geprägt von mittelschnellen Strecken auf einem Gemisch von Asphalt und Betonplatten. An zahlreichen Stellen säumen sogenannte „Hinkelsteine“ die Fahrstrecke. Ursprünglich als Streckenbegrenzung für Militärfahrzeuge gedacht, stellen sie während der Rallye ein gefährliches Hindernis dar, so dass Fahrfehler schnell zu Unfällen und damit auch zu Ausfällen führen können.

Die dritte Etappe bestand hauptsächlich aus schnellen Prüfungen auf den Landstraßen der Region rund um St. Wendel. In den letzten Jahren wurden die Wertungsprüfungen des dritten Tages in die Nähe von Trier in die Weinberge an der Mosel gelegt. Den Abschluss der Veranstaltung bildet die Siegerehrung vor der Porta Nigra am Sonntagmittag bzw. -nachmittag. Neben der wechselnden Streckencharakteristik stellt das Wetter eine weitere Herausforderung dar.

Seit 2007 findet am Sonntag eine Super Special in Trier statt. Sie trägt den Namen „Circus Maximus“. Hier müssen die Teilnehmer drei Runden lang in 3er-Gruppen eine ca. 3 km lange Strecke durch enge Gassen in der Trierer Innenstadt bewältigen. Vor 2007 wurde die Super Special durch St. Wendel gefahren.

Organisation

Das Rallyezentrum befindet sich regelmäßig in Trier.

Der Servicepark war im Jahre 2001 an jedem Tag an einem anderen Ort (erster Tag in Trier, zweiter Tag im Lager Aulenbach in Baumholder und am dritten Tag am Ufer des Bostalsees in der Gemeinde Nohfelden im Saarland), im Jahre 2002 nur noch an zwei Orten (in Trier und am Bostalsee), von 2003 bis 2006 am Bostalsee auf einem Gelände, das sich vor allem bei Schlechtwetter und wegen schmaler Zufahrtsstrassen als problematisch erwies, zu finden. Seit 2007 ist er wieder in Trier untergebracht.

Der Parc Fermé ist, mit einer Ausnahme 2004, auf dem Trierer Viehmarkt eingerichtet.

Zuschauer

In den vergangenen Jahren wies die Rallye regelmäßig weit mehr als 200.000 Zuschauerbewegungen auf. Die Bewältigung der Zuschauerströme ist eine der jährlich erneut aufwändigsten organisatorischen Herausforderungen an den Veranstalter.

Nahe dem Parc Fermé auf dem Trierer Viehmarkt können die Fans den Abend beispielsweise beim alljährlichen Brauerfest ausklingen lassen. 2006 bot sich darüber hinaus während des gesamten Rallyewochenendes die Chance am Römerfestival „Brot und Spiele“ teilzunehmen.

Umwelt

Im Veranstaltungskalender zur Rallye-Weltmeisterschaft zeichnet sich die Rallye Deutschland durch ein besonders aufwändiges und effektives Umweltmanagement aus. Bereits in den Genehmigungsverfahren werden vom Veranstalter vor allem Belange des Naturschutzrechtes (es sind auch Schutzgebiete betroffen) und des Wasserrechtes (der Servicepark liegt z.B. im Wasserschutzgebiet) geprüft und den Genehmigungsbehörden geeignete Managementkonzepte unterbreitet. Während der Veranstaltung selbst greifen umfangreiche Umweltmanagementmaßnahmen im Veranstalter-, Zuschauer- und Teilnehmerbereich. Das Umweltmanagement der Rallye Deutschland wird als international beispielhaft angeführt.

Drei Umweltbeauftragte (ein Physiker, ein Agraringenieur und Naturschützer sowie ein Geologe) managen seit der Rallye 2002 die Umweltbelange von der Beratung bei der Zuschauerlenkung in ökologisch sensiblen Bereichen bis zu den naturschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren und der Überwachung vor Ort vor allem im Zuschauerbereich. Zusätzlich wurde 2006/2007 die Koordination Motorsport/Umweltaspekte/Naturschutz durch eine an der FH Trier vergebene Diplomarbeit unterstützt.

Gesamtsieger

Jahr Rallye Gesamtsieger Fahrzeug
Fahrer Beifahrer
19821 01. ADAC Rallye Deutschland Deutschland Erwin Weber Deutschland Matthias Berg Opel Ascona 400
19831 02. ADAC Rallye Deutschland Deutschland Walter Röhrl Deutschland Christian Geistdörfer Lancia Rally 037
19841 03. ADAC Rallye Deutschland Finnland Hannu Mikkola Deutschland Christian Geistdörfer Audi Sport Quattro
19851 04. ADAC Rallye Deutschland Schweden Kalle Grundel Deutschland Peter Diekmann Peugeot 205 T16
19861 05. ADAC Rallye Deutschland Frankreich Michèle Mouton Vereinigtes Konigreich Terry Harryman Peugeot 205 T16
19871 06. ADAC Rallye Deutschland Deutschland Jochi Kleint Deutschland Manfred Hiemer VW Golf GTI 16V
19881 07. ADAC Rallye Deutschland Belgien Robert Droogmans Belgien Ronny Joosten Ford Sierra Cosworth
19891 08. ADAC Rallye Deutschland Belgien Patrick Snijers Belgien Dany Colebunders Toyota Celica 4WD
19901 09. ADAC Rallye Deutschland Belgien Robert Droogmans Belgien Ronny Joosten Lancia Delta Integrale
19911 10. ADAC Rallye Deutschland Italien Piero Liatti Italien Luciano Tedeschini Lancia Delta Integrale
19921 11. ADAC Rallye Deutschland Deutschland Erwin Weber Deutschland Manfred Hiemer Mitsubishi Galant VR4
19931 12. ADAC Rallye Deutschland Belgien Patrick Snijers Belgien Dany Colebunders Ford Escort Cosworth
19941 13. ADAC Rallye Deutschland Deutschland Dieter Depping Deutschland Peter Thul Ford Escort Cosworth
19951 14. ADAC Rallye Deutschland Italien Enrico Bertone Italien Max Chiapponi Toyota Celica 4WD
19961 15. ADAC Rallye Deutschland Deutschland Dieter Depping Deutschland Fred Berssen Ford Escort Cosworth
19971 16. ADAC Rallye Deutschland Deutschland Dieter Depping Deutschland Dieter Hawranke Ford Escort Cosworth
19981 17. ADAC Rallye Deutschland Deutschland Matthias Kahle Deutschland Dieter Schneppenheim Toyota Corolla WRC
19991 18. ADAC Rallye Deutschland Deutschland Armin Kremer Deutschland Fred Berssen Subaru Impreza WRC
20001 19. ADAC Rallye Deutschland Danemark Henrik Lundgaard Danemark Jens Christian Anker Toyota Corolla WRC
20011 20. ADAC Rallye Deutschland Frankreich Philippe Bugalski Frankreich Jean-Paul Chiaroni Citroën Xsara WRC
2002 21. ADAC Rallye Deutschland Frankreich Sébastien Loeb Monaco Daniel Elena Citroën Xsara WRC
2003 22. ADAC Rallye Deutschland Frankreich Sébastien Loeb Monaco Daniel Elena Citroën Xsara WRC
2004 23. ADAC Rallye Deutschland Frankreich Sébastien Loeb Monaco Daniel Elena Citroën Xsara WRC
2005 24. ADAC Rallye Deutschland Frankreich Sébastien Loeb Monaco Daniel Elena Citroën Xsara WRC
2006 25. ADAC Rallye Deutschland Frankreich Sébastien Loeb Monaco Daniel Elena Citroën Xsara WRC
2007 26. ADAC Rallye Deutschland Frankreich Sébastien Loeb Monaco Daniel Elena Citroën C4 WRC
2008 27. ADAC Rallye Deutschland Frankreich Sébastien Loeb Monaco Daniel Elena Citroën C4 WRC
2009 keine Rallye Deutschland
2010 28. ADAC Rallye Deutschland Frankreich Sébastien Loeb Monaco Daniel Elena Citroën C4 WRC
2011 29. ADAC Rallye Deutschland Frankreich Sébastien Ogier Frankreich Julien Ingrassia Citroën DS3 WRC
2012 30. ADAC Rallye Deutschland Frankreich Sébastien Loeb Monaco Daniel Elena Citroën DS3 WRC
2013 31. ADAC Rallye Deutschland Spanien Daniel Sordo Spanien Carlos del Barrio Citroën DS3 WRC
2014 32. ADAC Rallye Deutschland Belgien Thierry Neuville Belgien Nicolas Gilsoul Hyundai i20 WRC
2015 33. ADAC Rallye Deutschland Frankreich Sébastien Ogier Frankreich Julien Ingrassia VW Polo R WRC

1 Kein WM-Status

Einzelnachweise

  1. ADAC Rallye Deutschland 23. - 26. August 2012. ADAC, 6. Juli 2012, abgerufen am 3. August 2012 (deutsch).

Weblinks

 Commons: Rallye Deutschland  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Kategorien: Rallye-WM-Lauf | Motorsportwettbewerb (Deutschland) | Sportveranstaltung in Rheinland-Pfalz | Sport (Trier)

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