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Radibor


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: BautzenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Höhe: 165 m ü. NHN
Fläche: 61,93 km²
Einwohner: 3166 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km²
Postleitzahl: 02627
Vorwahlen: 035935, 035934 (Droben, Lippitsch, Lomske, Luppa, Luppedubrau, Milkel, Teicha, Wessel)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 490
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Alois-Andritzki-Straße 2
02627 Radibor
Webpräsenz: www.radibor.de
Bürgermeister: Vinzenz Baberschke (CDU)
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Radibor, obersorbisch Radwor?/i, ist ein Ort und die zugehörige Gemeinde im Landkreis Bautzen in der Oberlausitz, etwa 10 km nördlich von Bautzen. Der Ort selbst hat rund 700 Einwohner, die Gemeinde etwa 3200. Ein großer Teil der Bevölkerung spricht Sorbisch als Muttersprache.

Geschichte

Radibor wird im Jahre 1359 erstmals urkundlich erwähnt. Jedoch bestand bereits um 1220 eine Pfarrgemeinde. Die Herkunft des Ortsnamens ist nicht abschließend geklärt, in jedem Fall stammt er aus dem Sorbischen. Ausgehend von der ältesten bekannten Erwähnung als Ratibor halten Etymologen heute eine Zusammensetzung aus rat (Krieg) und boriti se (sich streiten, kämpfen) für wahrscheinlich. Für Theorien, die von dem Namen eines Helden, der „gerne kämpft“, ausgehen, finden sich in der restlichen Lausitz keine Parallelen.

Die Kirchgemeinde Radibor war die einzige in Sachsen unter weltlicher Feudalherrschaft, die nach der Reformation katholisch blieb. Der Übertritt zum Protestantismus wurde im 16. und 17. Jahrhundert mehrfach von den evangelischen Grundherren des Gutes angestrengt, scheiterte jedoch immer am massiven Widerstand der Bevölkerung.

1890 erhielt Radibor einen Bahnhof an der Bahnstrecke Bautzen–Königswartha, die später nach Hoyerswerda erweitert wurde. Ab 1906 war es über die Bahnstrecke Löbau–Radibor auch mit Weißenberg und Löbau verbunden. Geplant war eine Erweiterung der Sächsischen Nordostbahn über Crostwitz nach Kamenz, die jedoch nie realisiert wurde. Der Personenverkehr in Richtung Löbau wurde 1972 eingestellt, jener zwischen Bautzen und Hoyerswerda 1999. Die beiden Strecken wurden 1998 bzw. 2001 stillgelegt und in der Folge abgebaut.

1895/96 wurde die neue Pfarrkirche Maria Rosenkranzkönigin (Cyrkej swj. Marije, kralowny swjateho róžowca) im südlichen Teil des Ortes zusätzlich zu den bereits bestehenden Gotteshäusern – Alte Pfarrkirche (13. Jh.) und Kreuzkirche (1397) – errichtet. Ihr markanter Turm ist von weither sichtbar.

Die Orte Luppa und Luttowitz wurden am 1. Januar 1994 eingegliedert.[2] Es folgten am 1. Oktober 1998 die drei Ortsteile Cölln, Großbrösern und Milkwitz der damaligen Gemeinde Kleinwelka. Milkel kam am 1. Januar 1999 hinzu.[3]

Bevölkerung und Sprache

Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine Bevölkerungszahl von 571 Einwohnern; davon waren 548 Sorben (96 %) und 23 Deutsche.[4] Ernst Tschernik zählte in der Gemeinde Radibor 1956 noch einen sorbischsprachigen Anteil von 73,2 % der Bevölkerung.[5]

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Radibor hat folgende Ortsteile:

Bevölkerung

Laut der Volkszählung von 2011 waren zu diesem Zeitpunkt von 3.299 Einwohnern 1.137 römisch-katholisch (34,5 %), 1.081 evangelisch (32,8 %) und ebenfalls 1.081 gehörten einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an (32,8 %).[7]

Politik

Der Gemeinderat von Radibor besteht momentan aus 16 Mitgliedern. Die Kommunalwahl 2014 ergab folgende Stimm- bzw. Sitzverteilung:

Parteien und Wählergemeinschaften 2014 2009
 % Sitze  % Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 45,9 8 57,5 10
Wählervereinigung Heimatfreunde Milkel (HFM) 22,0 4 22,5 3
Freie Wähler 15,8 2
Sorbische Wählervereinigung 13,2 2 20,0 3
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 3,1 0
gesamt 100,0 16 100,0 16
Wahlbeteiligung 59,5 % 53,5 %

Im Zusammenhang mit der Sächsischen Kreisreform strebte die Gemeindeverwaltung 2008 eine Fusion mit der Nachbargemeinde Großdubrau an. Am 2. März 2008 wurde aus diesem Grund ein Bürgerentscheid zur Gemeindefusion durchgeführt. Dabei stimmte in Radibor eine knappe Mehrheit für den Schritt, während sich eine deutliche Mehrheit der Großdubrauer Wähler gegen den Zusammenschluss entschied.

Bürgermeister von Radibor ist Vinzenz Baberschke. Er wurde zuletzt am 3. März 2013 mit 78,3 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,2 Prozent.[8]

Bildung

Die Gemeinde Radibor verfügt über die sorbische Grund- und Oberschule „Dr. Marja Grólmusec“. Die Oberschule sollte nach den Plänen des sächsischen Kultusministeriums aufgrund sinkender Schülerzahlen geschlossen werden. Die Gemeinde konnte sich jedoch vor dem Oberverwaltungsgericht gegen diese Entscheidung durchsetzen. Die Oberschule ist eine von vier verbliebenen sorbischen Oberschulen in Sachsen.

Persönlichkeiten

Gedenkstätten

Literatur

  • Hańža Winarjec-Orsesowa: Radwor – ze stawiznow wjesneje šule. Radibor – aus der Geschichte einer Dorfschule. (Sorb./Dt.) Bautzen 2006, ISBN 3-7420-2030-7.
  • Walter von Boetticher: Geschichte des Oberlausitzischen Adels und seiner Güter. 4 Bände, 1912/1913/1919/1923 (Zur Geschichte des Ortes und der Grundherrschaft).
  • Cornelius Gurlitt: Radibor. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 32. Heft: Amtshauptmannschaft Bautzen (II. Teil). C. C. Meinhold, Dresden 1908, S. 235.

Weblinks

 Commons: Radibor  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten und Einzelnachweise

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  4. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954, S. 59.
  5. Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 246.
  6. Stand: 1. März 2010; Angaben der Gemeindeverwaltung Radibor.
  7. Zensusdatenbank auf zensus2011.de
  8. Ergebnis der Bürgermeisterwahlen in Radibor am 3. März 2013

Kategorien: Radibor | Ort im Landkreis Bautzen | Ort in der Oberlausitz | Ort im sorbischen Siedlungsgebiet | Gemeinde in Sachsen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Radibor (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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