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Röttingen


Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Stadt Röttingen im Landkreis Würzburg. Für den gleichnamigen Ortsteil der Stadt Lauchheim im Ostalbkreis in Baden-Württemberg siehe dort.
Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: WürzburgVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungs­gemeinschaft: Röttingen
Höhe: 243 m ü. NHN
Fläche: 27,19 km²
Einwohner: 1705 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97285
Vorwahl: 09338
Kfz-Kennzeichen: WÜ, OCH
Gemeindeschlüssel: 09 6 79 182
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
97285 Röttingen
Webpräsenz: www.roettingen.de
Bürgermeister: Martin Umscheid (CSU/Freie Bürger)
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Röttingen ist eine Landstadt im unterfränkischen Landkreis Würzburg und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Röttingen.

Geographie

Geographische Lage

Röttingen liegt etwa 35 Kilometer südlich von Würzburg in Bayern direkt an der Grenze zu Baden-Württemberg. Sie ist die südlichste Stadt im Landkreis Würzburg.

Stadtgliederung

Zu Röttingen gehören vier Stadtteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Aufstetten, Röttingen und Strüth.

Klima

Der Tauberraum gehört trotz des Wasserreichtums im Talbereich zu den relativ trockenen Gebieten Frankens und ist durch Merkmale des kontinentalen, trocken-warmen Klimatyps mit geringen Niederschlagsmengen gekennzeichnet. Es werden jährlich mehr als 30 Sommertage mit Temperaturen über 25 °C und weniger als zehn Frosttage mit Temperaturen unter 0 °C gezählt.

Geschichte

Die genaue Gründungszeit der Stadt liegt im Dunkeln. Erst im späten 5. Jahrhundert dürfte die alemannische Sippe der Ruoter Röttingen (Ruotingen) gegründet haben. Die erste sichere urkundliche Überlieferung stammt aus dem Jahre 1103. Seit 1275 besitzt Röttingen Stadtrechte. 1298 war die Stadt Ausgangspunkt des Rintfleisch-Pogroms und 1336 der ebenfalls judenfeindlichen Armledererhebung. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Franken.

Ursprünglich den Edlen von Hohenlohe gehörig, kam Röttingen unter die Landesherrlichkeit des Hochstifts Würzburg. Vom 14. Jahrhundert an war Röttingen Sitz eines Amtmannes, der als verlängerter Arm des Würzburger Fürstbischofs galt.

Der Bauernkrieg ging auch an Röttingen nicht spurlos vorbei und brachte das Wirtschaftsleben zum Erliegen. Erst unter dem langjährigen Regiment des Fürstbischofs Julius Echter von Mespelbrunn erstarkte die weitgehend vom Weinbau abhängige Wirtschaft der Stadt. Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) hatte Röttingen viel unter Plünderungen und Raub zu leiden, denn zur Zeit Gustav Adolfs war das Taubertal für längere Zeit Kriegsschauplatz. Die Kriege des 16. und 17. Jahrhunderts brachten Stadt und Bürger erneut an den Rand des Ruins. Es bedurfte eines Napoleon, um in den Jahren 1803 bis 1814 dem fränkischen Kleinstaatenindividualismus ein Ende zu bereiten.

Mit der Säkularisation wurde das geistliche Fürstentum aufgelöst und Röttingen dem bayerischen Untermainkreis zugeschlagen. Im Königreich Bayern wurde Franken 1837 in die Regierungsbezirke Ober-, Mittel- und Unterfranken gegliedert. 1919 kam für Röttingen die Selbstverwaltung.

Früher bestand mit der 36,5 km langen Gaubahn der Bayerischen Staatseisenbahnen vom 30. April 1907 ab ein Bahnanschluss von Ochsenfurt am Main zunächst bis Röttingen in Unterfranken, die am 17. November 1909 bis Weikersheim an der Taubertalbahn Lauda–Crailsheim und damit nach Württemberg verlängert wurde; außerdem erhielt sie gleichzeitig einen 6,1 km langen Abzweig von Bieberehren nach Creglingen im Taubertal, dessen geplante Verlängerung nach Rothenburg ob der Tauber aber nie Wirklichkeit wurde. Während der Personenverkehr schon 1974 bzw. 1967 endete, bestand bis Anfang der 1990er-Jahre Güterverkehr, der wegen einer maroden Brücke zwischen Röttingen–Schäftersheim vorzeitig endete. Danach wurde die Trasse abgebaut und zu großen Teilen zu einem Radweg (Taubertalradweg und Gaubahnradweg) umgebaut.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Strüth eingegliedert.[3] Am 1. Januar 1978 kam Aufstetten hinzu.[4]

Einwohnerentwicklung

  • 1961: 2024 Einwohner[4]
  • 1970: 1988 Einwohner[4]
  • 1987: 1733 Einwohner
  • 2000: 1789 Einwohner
  • 2006: 1663 Einwohner
  • 2008: 1781 Einwohner
  • 2011: 1642 Einwohner
  • 2013: 1711 Einwohner
  • 2014: 1687 Einwohner

Religion

Konfessionszugehörigkeit (gerundet):

  • römisch-katholisch 95 %
  • evangelisch 3 %
  • sonstige 2 %

Politik

Stadtrat

Sitzverteilung nach der Kommunalwahl am 16. März 2014 (in Klammern die Sitze nach der Wahl 2008):

  • CSU/Freie Bürger: 7 Sitze (9)
  • Unabhängige Bürger Röttingen (UBR): 5 Sitze (3)

Bürgermeister

Die Kommunalwahl am 2. März 2008 brachte folgendes Ergebnis:

Martin Umscheid (CSU / Freie Bürger) wurde zum neuen Bürgermeister mit 75,59 % der Stimmen gewählt. Er hat seit 2003 das Direktmandat für den unterfränkischen Bezirkstag und ist dort stellvertretender CSU-Fraktionsvorsitzender.

Röttingen ist Sitz einer Verwaltungsgemeinschaft mit folgenden Mitgliedsgemeinden: Bieberehren, Riedenheim, Röttingen, Tauberrettersheim.

Städtepartnerschaft

Eine Partnerschaft besteht mit Bad Mitterndorf in der Steiermark, Österreich

Wirtschaft

Röttingen ist ein Fränkischer Weinort an der Tauber. Es werden derzeit in der Lage „Röttinger Feuerstein“ ca. 30 ha Frankenwein angebaut: davon sind 70 % Müller-Thurgau, 20 % Silvaner; 10 % Sorten wie Riesling, Traminer, Kerner, Scheurebe, Bacchus, Schwarzriesling etc. Als Besonderheit pflegt man den Tauberschwarz, eine jahrhundertealte lokale Rebsorte, die ausschließlich in der Tauberregion an- und ausgebaut wird.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theaterfestspiele

Seit 1984 finden im Hof der Burg Brattenstein alljährlich die Röttinger Festspiele statt.

Museen

  • Kleines Weinbaumuseum im Bacchuskeller: dokumentiert die Geschichte des Weinbaus in Röttingen (Lagerweg bei Burg Brattenstein)
  • Museumsweinberg: In der Weinbaulage „Feuerstein“ wurde ein Museumsweinberg angelegt. Er dokumentiert auf einer Fläche von 1800 Quadratmetern mit drei Parzellen die Entwicklung des Weinbaues bis in die 1950er Jahre.
  • Im Rathaus Ausstellung von Gegenständen aus Volkskunde und Stadtgeschichte (alte Möbel, fränkische Trachten, Zunfttruhen und -fahnen, Waffen, Steinzeitfunde etc.). Außerdem gibt es eine Sonnenuhrenlehrschau zu besichtigen.

Historische Bauwerke

  • Eine stattliche Anzahl von sehenswerten Fachwerkhäusern rund um den Marktplatz und in der gesamten Altstadt
  • Barockes Rathaus (um 1750), Marktplatz 1, dreigeschossiger Massivbau, Hausteingliederung, Mansarddach mit Glockentürmchen, schmiedeeiserne Wasserspeier
  • Burg Brattenstein (1230 erstmals urkundlich erwähnt), Viereck-Anlage, im Kern 12./13. Jahrhundert, im frühen 17. Jahrhundert stark verändert, weitere Veränderungen im 19. Jahrhundert, Reste von Bergfried und Graben;
  • Pfarrkirche St. Kilian (13. Jahrhundert), Saalbau, im Kern spätromanisch, die Choranbauten 14. und 15. Jahrhundert, 1606–1614 umgestaltet; mit Ausstattung
  • Hoher Bau (13. Jahrhundert), turmartiger Steinbau mit Fachwerkobergeschoss des 15. Jahrhunderts, ehemaliger Besitzer: Deutscher Orden
  • St. Georgskapelle (15. Jahrhundert) katholische Friedhofskapelle, rechteckiger Saalbau, 1588, mit Ausstattung
  • Julius-Echter-Stift, zweigeschossiger, langgestreckter Renaissancebau, erbaut 1614/1615 durch Julius Echter von Mespelbrunn
  • Die fast vollständig erhaltene Stadtmauer besitzt noch sieben mittelalterliche Wehrtürme von ursprünglich 16 vorhandenen Türmen des 14./15. Jahrhunderts: Mühlenturm, alter und neuer Hundheimer Torturm, Schweinehirtenturm, Jakobsturm, Schneckenturm und Rippacher Turm. Für die gelungene Sanierung des Jakobsturms und des angrenzenden Hauses erhielt die Stadt 2009 den Förderpreis des Bezirks Unterfranken zur Erhaltung historischer Bausubstanz
  • Auf der Anhöhe nordöstlich der Ortschaft befindet sich das Röttinger Käppele

Sonstiges

  • Sonnenuhren-Rundweg (zwei Kilometer lang) mit 33 Sonnenuhr-Objekten (seit 1984)
  • Paracelsus-Gärtchen mit etwa 70 Heil- und Küchenkräutern direkt im Anschluss an die Burg Brattenstein

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Röttinger Festspiele: alljährlich von Mitte Juli bis Mitte August im Burghof von Burg Brattenstein, häufig mit Theaterstücken von Johann Nestroy, dazu Kindertheater
  • Europäisches Weinfest (Pfingsten)
  • Röttinger Gauvolksfest Ende August
  • Tag des offenen Denkmals
  • Kulturtage bzw. das Kulturwochenende im Herbst

Romantische Straße

Röttingen liegt an der vom Augsburger Bürgermeister Wegele 1950 aus Gründen der Fremdenverkehrsförderung Romantische Straße genannten touristischen Route. Sie verbindet eine Reihe von Städten mit weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Stadtkernen im zentralen Bereich zwischen Würzburg und Augsburg, u. a. Bad Mergentheim, Rothenburg ob der Tauber, Feuchtwangen, Dinkelsbühl, Nördlingen im Ries und Donauwörth.

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

 Commons: Röttingen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Röttingen in der Topographia Franconiae (Mathäus Merian) – Quellen und Volltexte
 Wikisource: Nachrichten von den Ruinen der alten Wasserleitung durch irdene Röhren bey der Stadt Röttingen im Taubergrund – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111110/211417&attr=OBJ&val=1817
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 545.
  4. 4,0 4,1 4,2 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 756.

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