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Römerberg (Frankfurt am Main)


Römerberg
Samstagsberg
Platz in Frankfurt am Main
Basisdaten
Ort Frankfurt am Main
Ortsteil Altstadt
Angelegt 12./13. Jahrhundert
Neugestaltet Nach 1945
Einmündende Straßen Paulsplatz, Neue Kräme, Braubachstraße, Markt, Flößergasse, Bendergasse, Saalgasse, Fahrtor, Limpurger Gasse
Bauwerke Römer, Frauenstein, Salzhaus, Großer und Kleiner Engel, Alte Nikolaikirche, Haus Lichtenstein (historisch)
Nutzung
Nutzergruppen Fußgängerzone
Platzgestaltung Gerechtigkeitsbrunnen, Minervabrunnen
Technische Daten
Platzfläche ca. 4000 Quadratmeter

Der Römerberg ist der Rathausplatz von Frankfurt am Main und seit dem Hochmittelalter das Zentrum der Altstadt. Der Name rührt von dem Haus Zum Römer her, seit dem 15. Jahrhundert das Frankfurter Rathaus. Der Platz ist seitdem Ort zahlreicher Veranstaltungen, beispielsweise zu den Kaiserkrönungen, zu den Frankfurter Messen und zum Frankfurter Weihnachtsmarkt. Der östliche Teil des Römerbergs heißt auch Samstagsberg. Spätestens seit der Rekonstruktion der historischen Gebäudezeile an der Ostseite des Platzes zu Beginn der 1980er Jahre ist der Römerberg ein beliebtes Touristenziel.

Lage

Der Römerberg liegt etwa im Zentrum der Frankfurter Altstadt zwischen der sogenannten Dominsel im Osten und dem Karmeliterhügel im Westen. Er erhebt sich an seinem höchsten Punkt, dem Samstagsberg, etwa vier Meter über die zwischen den benachbarten Anhebungen gelegenen Senken, die noch im frühen Mittelalter sumpfig oder von kleinen Wasserläufen durchzogen waren. Am Nordrand des Römerberges entlang der heutigen Braubachstraße verlief ursprünglich ein im Mittelalter verlandeter Mainarm, die sogenannte Braubach. Südlich des Römerberges fließt der früher viel breitere Main, dessen Nordufer im frühen Mittelalter etwa an der heutigen Saalgasse lag. Der Zugang zum Main war bis ins 19. Jahrhundert durch das Fahrtor geschützt, nach dem die Straße benannt ist, die seitdem vom Römerberg zum Mainufer verläuft.

Ursprünglich führte vom Römerberg nach Norden die Neue Kräme zum Liebfrauenberg, dem zweiten großen Platz der mittelalterlichen Altstadt. Durch die Ende des 19. Jahrhunderts erfolgten Straßendurchbrüche und -Erweiterungen geht der Römerberg seitdem direkt in den Paulsplatz über.

Während der Römerberg im Westen von einer fast geschlossenen Blockrandbebauung eingesäumt ist, die nur von der schmalen Limpurger Gasse unterbrochen wird, mündeten bis zur Zerstörung bei den Luftangriffen auf Frankfurt am Main mehrere breite Gassen von Osten her auf den Römerberg. Am Nordrand liegt der Markt, der wegen seiner Bedeutung bei den Kaiserkrönungen heute auch Krönungsweg genannt wird und im Rahmen des Dom-Römer-Projektes als Straßenzug rekonstruiert wird. Im Süden mündete die Bendergasse, die heute im Wesentlichen mit der Schirn Kunsthalle Frankfurt überbaut ist. Dazwischen lag noch die schmale Flößergasse, die vom Haus zum Schwarzen Stern zum kleinen Fünffingerplätzchen führte. Heute verläuft hier der Weg zur Schirn. Den südlichen Rand des Römerberges bildet der Straßenzug, der von der Saalgasse in östlicher Richtung und der Alten Mainzer Gasse in westlicher Richtung gebildet wird.

Gebäude

Die historische Bebauung des Römerbergs aus teils gotischen, teils barocken Häusern wurde 1944 bei den Luftangriffen auf Frankfurt weitgehend zerstört. Das heutige Platzbild ist das Ergebnis von äußerlich originalgetreuen Rekonstruktionen und Neubauten der 1950er und 1980er Jahre.

Auf der Westseite des Platzes steht das historische Rathaus und Wahrzeichen Frankfurts, der Römer. Das 1322 erstmals erwähnte Haus zum Römer ist das mittlere der drei Häuser mit dem charakteristischen gotischen Staffelgiebel; das südliche heißt Alt-Limpurg (ehemals Haus Laderam im Besitz der Hartrad mit der Francofurtia, der „weiblichen Verkörperung“ der Stadt), das nördliche Löwenstein. Nach Norden hin schließen sich zum Paulsplatz hin die beiden Häuser Frauenstein und Salzhaus an. Die Häuser südlich der Limpurger Gasse sind Neubauten aus den 1950er Jahren anstelle der im Krieg zerstörten Häuser Lichtenstein, Strahlenberg, Drachenfels und Schönstein.

Die Südseite des Platzes dominiert die frühgotische Alte Nikolaikirche. Das ebenfalls an der Südseite gelegene moderne Eingangsgebäude des Historischen Museums wurde im Mai 2011 abgerissen und wird bis voraussichtlich 2016 neu gebaut. Die Häuserzeile auf der Ostseite des Platzes, dem Samstagsberg, ist eine 1981 bis 1984 errichtete Rekonstruktion der historischen Vorbilder, zu der man sich nach langer Diskussion entschließen konnte. Die Namen dieser Gebäude sind von Norden nach Süden: Großer und Kleiner Engel, Goldener Greif, Wilder Mann, Kleiner Dachsberg, Großer Laubenberg, Kleiner Laubenberg, Schwarzer Stern. Eine aus den 1950er Jahren stammende Bebauung im schlichten Stil der Wiederaufbau-Zeit war bereits 1969 im Rahmen des U-Bahn-Baus wieder abgerissen worden.

Die ursprünglich an der Nordseite des Römerberges gelegenen Häuser Kranich, Peterweil, Goldenes Rad, Weiße Taube und Englischer Castorhut waren 1904 bis 1906 für den Durchbruch der Braubachstraße abgerissen worden, ebenso wie das östlich davon bereits am Markt gelegene Haus Goldenes Schaf. An Stelle dieser sechs teil gotischen, teils barocken Häuser entstanden vier Neubauten im Stil der Neugotik, Neorenaissance und des Neobarock. Das Eckhaus Römerberg 36 und das danebengelegene Haus Römerberg 34 übernahmen die alten Namen Kranich und Goldenes Rad. Das Haus Römerberg 30 erhielt den neuen Namen Zu den zwölf Himmelszeichen. Die heutigen Häuser entstanden beim Wiederaufbau 1952.

Auf dem Platz steht seit 1543 der Gerechtigkeitsbrunnen.[1]

Geschichte

Archäologische Funde zeigen, dass der Samstagsberg bereits in der Karolingerzeit von einer Mauer umgeben war, deren Südrand etwa entlang der Bendergasse und der ehemaligen Goldhutgasse zum Markt verlief. Die Mauer schützte eine kleine Siedlung, die sich vermutlich westlich der Königspfalz Frankfurt bis zu der sumpfigen Niederung am heutigen Westrand des Römerberges hinzog. Im Norden der Siedlung floß damals noch die Braubach, ein Nebenarm des Mains.

Die karolingische Pfalz verlor im 11. Jahrhundert an Bedeutung. Während sie den karolingischen und ottonischen Königen häufig als zeitweise Residenz gedient hatte, sind für die Zeit zwischen 1027 und 1140 nur drei Herrscherbesuche urkundlich bezeugt. Erst 1140 berief der staufische König Konrad III. einen Reichstag nach Frankfurt, dem bis 1152 sechs weitere Besuche folgten. 1147 brach er nach einer Predigt des Bernhard von Clairvaux von hier aus zum Zweiten Kreuzzug ins Heilige Land auf.

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstand der Saalhof, eine staufische Königsburg, etwa 200 Meter südwestlich der karolingischen Pfalz am Mainufer. Zur Burg gehörte auch eine kleine Kapelle für den Hofstaat und die Burgmannschaft, der Vorgängerbau der Alten Nikolaikirche, weil die Salvatorkirche zu dieser Zeit bereits baufällig geworden war. In dieser Zeit diente der nördlich der Burg gelegene Platz bereits als öffentliche Versammlungsstätte des kaiserlichen Hofstaates und der Reichstage. Auf dem Platz fanden Turniere statt und es wurde unter freiem Himmel Gericht gehalten.

1942 entdeckte man beim Bau eines Löschwasserteiches auf dem Römerberg ein riesiges ringförmiges Fundament mit einer Mauerstärke von 6,20 Metern und einem Durchmesser von 21,75 Meter. Es gehörte zum Bergfried des Saalhofes, der zwar seine geplante Höhe von 45 Meter nie erreichte, aber um 1240 der höchste Turm Deutschlands gewesen sein soll. Heute erinnert ein in die Pflasterung des Römerbergs eingelassener Steinring an den staufischen Wehrturm.

Um das Jahr 1200 entstanden die ersten Häuser an der Ostseite des Platzes, die Häuser an den übrigen Seiten erst einige Jahrzehnte später. Der Platz markierte nun die Grenze zwischen der vorwiegend von Handwerkern bewohnten Oberstadt im Osten und der Unterstadt hieß zunächst nur Berg oder Auf dem Berg[2]. Der Name Samstagsberg für den hochgelegenen östlichen Teil des Platzes, ein Hinweis auf den hier stattfindenden Wochenmarkt, ist bereits um 1350 in der Topographie des Baldemar von Petterweil belegt. Das über 150 Jahre entstandene Netz der Straßen und Plätze in der Altstadt blieb nun für über 500 Jahre bis zu den Straßendurchbrüchen am Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend unverändert.

Bedeutung

Seit dem Mittelalter ist der Platz die Bühne wichtiger Veranstaltungen. Bei insgesamt 10 Kaiserkrönungen zwischen 1562 und 1792 fand auf dem Platz ein großes Volksfest statt, während der neue Kaiser im Kaisersaal des Römers beim Krönungsmahl saß. Auf dem Platz war bei diesen Gelegenheiten eine Ochsenküche aufgebaut. Goethe beschreibt in Dichtung und Wahrheit die Krönungsfeier Kaiser Josephs II. (1764), die drittletzte vor Ende des Reichs. Für die Eigentümer der Häuser am Römerberg waren die Kaiserkrönungen den erhaltenen Abrechnungen zufolge äußerst lukrativ. Bei der Krönung Leopolds II. am 9. Oktober 1790 vermietete der Besitzer des Hauses Schwarzer Stern seine zahlreichen Fenster an Schaulustige, wobei er sogar noch einige zusätzliche Luken in das Dach brechen ließ. Insgesamt nahm er damit 2211 Gulden ein. Der Leinwandhändler Scheidler erhielt sogar über 6000 Gulden für die Vermietung der Fenster und der Tribüne vor seinem Haus Schieferstein (heute Goldener Greif).

Wirtschaftlich noch bedeutender als die aufwendigen, aber seltenen Kaiserkrönungen waren die Frankfurter Messen. Neben der seit 1240 bezeugten Herbstmesse von Mitte August bis Anfang September gab es seit 1330 auch eine Frühjahrsmesse in der Fastenzeit. Die Messen dauerten jeweils 14 Tage und zogen Tausende von Kaufleuten aus dem Reich und ganz Europa an, dazu zahllose Fuhrleute und bewaffneten Geleitschutz, denn die Messen standen unter dem Schutz des Kaisers. Während die Frankfurter Bürger ihre Wohnräume an die Gäste vermieteten, dienten ihre Ladengeschäfte und Kellergewölbe als Messehallen. Viele Kaufleute wohnten auch in den nahe am Römerberg gelegenen Messenhöfen, zum Beispiel dem Nürnberger Hof und dem Goldenen Lämmchen. Die Römerhallen dienten als exklusiver Handelsplatz der Gold- und Silberschmiede und der Diamantenhändler. Auf dem Platz selbst entstanden zahlreiche Verkaufsstände, in denen Groß- und Einzelhändler mit ihren Waren handelten.

Neben den Messen gab es ab 1393 noch den Frankfurter Weihnachtsmarkt, damit die Bürger sich mit dem nötigen Bedarf eindecken konnten, bevor die strengste Zeit des Winters begann. Anders als bei den Messen durften auf dem Weihnachtsmarkt keine auswärtigen Kaufleute ihre Waren feilbieten. Nur Frankfurter Bürger konnten einen Stand aufschlagen.

Mit dem Ende des Heiligen Römischen Reiches verlor der Römerberg seine Rolle als Schauplatz glanzvoller Feste und lebhaften Handels. Die Frankfurter Messen waren zu bloßen Jahrmärkten geworden, die lediglich noch dem Einzelhandel dienten. Wohlhabende Bürger zogen im 19. Jahrhundert aus der Altstadt in die neuen Wohngebiete entlang der Wallanlagen und in die neu entstehenden Vorstädte im Westend und Nordend. Das Stadtzentrum verlagerte sich in die Neustadt. Mit seinen zahlreichen klassizistischen Neubauten galt Frankfurt als Frankfurt als eine der schönsten Städte Deutschlands, während die mittelalterlich wirkende Altstadt als rückständig und veraltet angesehen wurde. Eduard Beurmann schrieb 1835 in seinen Frankfurter Bildern:

„Die Häuser daselbst, so schwarz eingeräuchert sie sind, so finster sie auf die Gasse herniederschauen, so gebückten Hauptes sie sich zueinander neigen, daß kaum ein Sonnenstrahl zwischen ihre Reihen fallen kann, gleichen mir alten Greisengestalten, die viel mitgemacht, die uns aus längst verflossenen Zeiten berichten können, (…). Die dem Römer-, Samstagsberg und Markt sich anschließenden Gassen treten uns also entgegen, sie bilden den ältesten Theil des alten Frankfurts. Der Römer, die Häuser Limburg und Frauenstein, das steinerne Haus, der Saalhof, die Bartholomäuskirche ragen als die Häuptlinge unter jenen Gebäuden hervor, und blicken düster, und Nachts sogar unheimlich, zu Einem herab. Sie sind aus einer Zeit, die längst im Grabe ruht, zu uns herübergeschritten; wie der ewige Jude blicken sie auf die lebende Zeit herab, und scheinen sich nicht hineinfinden zu können.“

Der Maler Carl Theodor Reiffenstein und der Photograph Carl Friedrich Mylius dokumentierten die malerischen und schönen Seiten des Römerberges, aber auch seinen allmählichen Verfall. Erst mit der Erneuerung des Gerechtigkeitsbrunnens 1887 und der Umgestaltung des Römers 1896 bis 1900 begann ein neuer Aufschwung des Platzes. 1904 bis 1906 wurden die alten Häuser an der Nordseite für den Durchbruch der Braubachstraße abgerissen und durch historisierende Neubauten ersetzt.

Im 20. Jahrhundert wurde der Römerberg wieder Schauplatz zahlreicher Großereignisse. Von 1932 bis 1939 wurden hier in jedem Sommer die international renommierten Römerberg-Festspiele abgehalten, bei denen in acht Jahren rund 350 Theateraufführungen unter freiem Himmel stattfanden.

Am 10. Mai 1933 fand am Römerberg die von der Deutschen Studentenschaft landesweit organisierte Bücherverbrennung statt. Daran erinnert heute eine am 10. Mai 2001 enthüllte bronzene Gedenktafel von Willi Schmidt zwischen alter Nikolaikirche und Gerechtigkeitsbrunnen mit dem Text „An dieser Stelle verbrannten am 10. Mai 1933 nationalsozialistische Studenten die Bücher von Schriftstellern Wissenschaftlern Publizisten und Philosophen. 2001“ und dem Zitat aus Heinrich Heines Almansor „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen. Heinrich Heine 1820“. In stilisierten Büchern stehen die Namen von 52 verfolgten Autoren.

Beim ersten großen Luftangriff auf Frankfurt am 4. Oktober 1943 wurde vor allem der Römer schwer beschädigt. Am 22. März 1944 ging die gesamte Altstadt im Feuersturm unter. Am Römerberg und im gesamten Viertel zwischen Dom und Römer brannten alle Häuser aus, doch konnten sich viele Menschen retten. De mittelalterlichen Gewölbekeller der meisten Gebäude hatten den Bomben standgehalten. Sie waren seit 1940 durch ein unterirdisches Netz miteinander verbunden worden und eröffneten über 800 Menschen einen Fluchtweg zum Notausstieg neben dem Löschwasserbecken am Gerechtigkeitsbrunnen.

1952 begann der Wiederaufbau der Gebäude um den Römerberg. In den 1960er Jahren musste die Dippemess vom Römerberg auf den Festplatz am Ratsweg umziehen, da die Fahrgeschäfte der Schausteller in der Altstadt keinen Platz mehr fanden. Am 25. Juni 1963 sprach der amerikanische Präsident Kennedy vor 150.000 Menschen. Er erinnerte an seinen Besuch als junger Abgeordneter des Kongresses 1948 im zerstörten Frankfurt und würdigte die Leistung der Bürger für den Wiederaufbau ihrer Stadt.

1956 und 1975 wurden die Eröffnungsgottesdienste des 7. und des 16. Evangelischen Kirchentages auf dem Römerberg abgehalten. Seit den 1970er Jahren fanden auf dem Römerberg auch Großdemonstrationen und Siegesfeiern erfolgreicher Auswahlmannschaften des Deutschen Fußball-Bundes statt, der seinen Sitz in Frankfurt hat. So feierte beispielsweise die Fußball-Nationalmannschaft der Männer ihre Erfolge bei der WM 1990, der EM 1996 und der WM 2002, die Fußball-Nationalmannschaft der Frauen ihre Siege bei den Weltmeisterschaften 2003 und 2007 sowie den Europameisterschaften 2009 und 2013. Am 4. März 2006 war der Römerberg Kulisse für die Stadtwette von Wetten, dass..?.

Während des Advents ist der Römerberg alljährlich Zentrum des Weihnachtsmarktes, der zu den größten und schönsten in Deutschland zählt.

Neben dem Pariser Platz in Berlin, dem Rathausmarkt in Hamburg und dem Marienplatz in München gehört der Römerberg zu den wichtigsten deutschen Stadtplätzen, als „gute Stube“ der Stadt und gelegentlich auch der ganzen Republik.

Der Samstagsberg

Der östliche Teil des Römerbergs wird auch Samstagsberg genannt. Dieser Name rührt möglicherweise davon her, dass hier schon während der Karolingerzeit, als sich östlich des Platzes die Königspfalz Frankfurt befand, jeden Samstag unter freiem Himmel öffentlich Gericht gehalten wurde. Die Frankfurter Juden durften nur zur Messezeit den Römerberg betreten, sonst mussten sie über den Samstagsmarkt gehen.

Im Oktober 1454 hielt der Franziskaner Johannes Capristano auf dem Samstagsberg von einem Gerüst herab eine Reihe von Bußpredigten, deren feurige Worte Reue und Einkehr bei den Bürgern der Stadt bewirkt haben sollen. Ein Fresko im Dom, das diese Szene zeigte, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Später wurden auf dem Samstagsmarkt Wochenmärkte abgehalten. Ein Brunnen ist dort schon 1481 in einer Urkunde über das Haus „zum Ullner“ belegt. An dem Brunnen wurde an den Wochenmärkten eine rote Fahne mit dem weißen Adler als Zeichen des freien Marktes aufgesteckt. In neuerer Zeit stand auf der Pumpensäule eine Figur der Minerva, der Göttin der Weisheit. In alten Zeiten soll an diesem Minerva-Brunnen das gemeine Volk in der Nacht zum ersten Mai die Walpurgisnacht gefeiert haben, während der Rat der Stadt ein Gelage gegenüber im Römer veranstaltete. Der von Friedrich Schierholz geschaffene Brunnen wurde 1944 zerstört. Die Neuaufstellung erfolgte 1983 nach einer historisch getreuen Kopie.[3]

Bis zur Zerstörung 1944 während der Luftangriffe auf Frankfurt am Main führte vom Samstagsberg eine schmale Gasse zum Fünffingerplätzchen, einem der malerischsten Plätze in der Frankfurter Altstadt.

Literatur

Weblinks

 Commons: Römerberg  – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Justitia- oder Gerechtigkeitsbrunnen auf der Webseite www.kunst-im-oeffentlichen-raum-frankfurt.de
  2. Z.B. in der von Battonn a.a.O. S. 118 zitierten Urkunde: „(domus) sita in Monte apud sanctum Nycolaum“ – (Haus) auf dem Berg bei St. Nicolai
  3. Minervabrunnen auf der Webseite www.kunst-im-oeffentlichen-raum-frankfurt.de


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