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Räckelwitz


Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: BautzenVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Landkreis existiert nicht
Verwaltungsverband: Am Klosterwasser
Höhe: 164 m ü. NHN
Fläche: 11,51 km²
Einwohner: 1103 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01920
Vorwahl: 035796
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 470
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 41
01920 Räckelwitz
Webpräsenz: www.raeckelwitz.de
Bürgermeister: Franz Brußk (CDU)
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Räckelwitz, sorbisch Worklecy, ist eine Gemeinde in der sächsischen Oberlausitz. Sie ist Mitglied im Verwaltungsverband Am Klosterwasser (Zarjadniski zwjazk „Při Klóšterskej wodźe“). Der Ort Räckelwitz selbst hat 504 Einwohner[2] und liegt im sorbischen Kernsiedlungsgebiet. Im Jahre 2001 waren 63,2 % der Einwohner der Gemeinde des Sorbischen mächtig[3].

Geographie und Verkehr

Die Gemeinde befindet sich im Zentrum des Landkreises Bautzen, ca. 8 km östlich der Stadt Kamenz und ca. 15 km nordwestlich von Bautzen im Süden des „Niederlandes“ (Delany) der ehemaligen Klosterpflege St. Marienstern. Die A 4 ist über den Anschluss Uhyst (ca. 6 km) zu erreichen. Räckelwitz liegt in der westlichen Oberlausitz am Rande des Westlausitzer Hügel- und Berglandes, im Übergang zwischen der flachen Teichlandschaft im Norden und dem Lausitzer Bergland im Süden. Östlich am Ort Räckelwitz vorbei fließt das Klosterwasser, ein Nebengewässer der Schwarzen Elster.

Wappen

Beschreibung: Auf dem zweimal geteilten Wappen in Blau, Rot und Weiß mit dem roten Malteserkreuz liegen zwei Schildlein über die erste Teilung. Rechts in Weiß ein roter schräger Sechs-Rautenbalken und links in Gold ein springender schwarzer Hirsch.

Die Verwendung der sorbischen Trikolore zeigt die Verankerung der Gemeinde im sorbisch-katholischen Kernland am Klosterwasser.

Geschichte

Räckelwitz wurde im Jahr 1280 als Rokolewicz erstmals urkundlich erwähnt. Seit dem Jahr 1304 befand sich hier ein Rittergut. Das heute bestehende Herrenhaus des Schlosses Räckelwitz wurde um 1750 errichtet und gelangte 1784 in den Besitz der Grafen zu Stolberg. Die letzte Eigentümerin dieses Gutes, Gräfin Monika zu Stolberg, eine Ordensfrau in Belgien, ließ zwischen 1883 und 1885 die Schlosskapelle errichten und vererbte das Rittergut dem Malteserorden.[4] Im Zeitraum von 1903 bis 2000 befand sich im ehemaligen Herrenhaus ein katholisches Krankenhaus dieses Ordens. Nach der Restaurierung des Gebäudes befindet sich dort seit dem Jahr 2008 ein großer ambulanter Pflegedienst der Malteser und ein Schwesternkonvent der Vorsehungsschwestern mit Kapelle.

Bevölkerung und Sprache

Laut der Volkszählung von 2011 waren zu diesem Zeitpunkt von 1.118 Einwohnern 921 römisch-katholisch (82,4 %), 75 evangelisch (6,7 %) und 122 gehörten einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an (10,9 %).[5]

Im Rahmen seiner Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts für Räckelwitz mit Neudörfel eine Bevölkerungszahl von 539, darunter 522 Sorben (97 %) und 17 Deutsche.[6] Ernst Tschernik zählte 1956 in der Gemeinde einen sorbischsprachigen Bevölkerungsanteil von 86,4 %.[7]

Ortsgliederung

Die Gemeinde Räckelwitz hat folgende Ortsteile (Einwohnerzahlen von 2014)[8]:

Politik

Der Gemeinderat von Räckelwitz besteht momentan aus zwölf Mitgliedern. Die Kommunalwahl 2014 ergab folgende Stimm- bzw. Sitzverteilung:

Parteien und Wählergemeinschaften 2014 2009
 % Sitze  % Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 70,6 9 70,6 9
Freie Sorbische Wählervereinigung (FSW) 29,4 3 25,4 3
gesamt 100,0 12 100,0 12
Wahlbeteiligung 62,2 % 64,8 %

Bürgermeister ist bereits seit 1974 Franz Brußk. Der dienstälteste Bürgermeister des Landkreises wurde zuletzt am 7. Juni 2015 mit 79,8 % der Stimmen im Amt bestätigt (2008: 94,7 %).[9]

Sehenswürdigkeiten

  • Barockes Herrenhaus mit neun Achsen und einer Freitreppe. Bemerkenswert ist die Schlosskapelle im Stil der Beuroner Kunstschule. Im Herrenhaus war ein Krankenhaus eingerichtet, dort wurden mehrere 10.000 Menschen geboren. Die Anbauten des 20. Jahrhunderts wurden im Jahr 2009 entfernt. Im Gartenhaus leben die Schwestern von der Göttlichen Vorsehung (Vorsehungsschwestern), die bis zu ihrem Ruhestand im Krankenhaus gearbeitet haben. Im Haus selbst ist eine Pflegestation der Malteser untergebracht, geplant ist eine Tagespflege und Alten-gerechtes-Wohnen. Am Haus befinden sich mehrere Wappen und Monogrammsteine der Grafen zu Stolberg-Stolberg.

Bildung

Die Gemeinde Räckelwitz verfügt über eine Grundschule und die Oberschule „Michał Hórnik“, eine von vier verbliebenen sorbischen Oberschulen in Sachsen.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Vorabbemerkung: Auf Grund der Geburtsstation des katholischen Krankenhauses sind ein Großteil der Einwohner der umliegenden Gemeinden, einschließlich der ehemaligen Kreisstadt Kamenz – dessen Krankenhaus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts keine Geburtsstation hatte – in Räckelwitz zur Welt gekommen.

Literatur

  • Cornelius Gurlitt: Räckelwitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 35. Heft: Amtshauptmannschaft Kamenz (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1912, S. 289.

Einzelnachweise

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Angabe für 2012 von am-klosterwasser.de
  3. Walde, Martin: Demographisch-statistische Betrachtungen im Gemeindeverband "Am Klosterwasser" in: Lětopis 51 (2004), Heft 1
  4. Schloss Räckelwitz
  5. Zensusdatenbank auf zensus2011.de
  6. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954, S. 100.
  7. Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 251.
  8. Angaben auf am-klosterwasser.de
  9. Ergebnisse der Bürgermeisterwahl auf statistik.sachsen.de

Weblinks

 Commons: Räckelwitz  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Räckelwitz (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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