Qualitätsstandards in der Übersetzung - LinkFang.de





Qualitätsstandards in der Übersetzung


Unter Qualitätsstandards in der Übersetzung versteht man, dass es auch in der Linguistik ein Mindestmaß an Qualität gibt. Dieses muss erreicht werden, um etwas zu bestehen oder zugelassen zu werden.[1] Die Qualitätsstandards gelten als Orientierung in Sachen Qualitätsmanagement und dienen dem Übersetzer sowohl als ethische als auch rechtliche Verpflichtung gegenüber seinem Auftraggeber.

DIN EN 15038:2006

Die Norm DIN EN 15038 wurde vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) am 13. April 2006 verabschiedet und im Mai 2006 offiziell bekannt gegeben. Die Normungsinstitute von 30 Mitgliedsländern sind gehalten, diese Norm zu übernehmen.[2] Demnach ersetzt diese Norm die deutsche Vorläufernorm DIN 2345, die zum 31. Dezember 2006 vom Deutschen Institut für Normung zurückgezogen wurde.

Dabei stellt die Norm klar:

  • persönliche Kompetenz und Qualifikation von Übersetzern, Korrekturlesern und anderen am Übersetzungsprozess Beteiligten (z. B. höhere Übersetzungsausbildung, Hochschulabschluss oder fünf Jahre nachweisliche professionelle Übersetzungserfahrung)
  • ein dokumentiertes System qualitätssichernder Maßnahmen (Dokumentation der Ausbildung, der regelmäßigen Weiterbildung und des Kundenfeedbacks)
  • angemessene technische Ausstattung des Übersetzungsdienstleisters
  • Dokumentation der Einhaltung der festgelegten Übersetzungsprozesse
  • Einhaltung der Kundenanforderungen hinsichtlich Sprache, Stil, Terminologie
  • Vier-Augen-Prinzip: die Kontrolle der übersetzten Texte durch eine andere Person als den Übersetzer, allerdings sollte diese die gleiche Kompetenz wie der Übersetzer selbst aufweisen und zusätzlich Übersetzungserfahrung in den relevanten Themenbereichen haben.

In Deutschland können Übersetzungsdienstleister, die sich selbst verpflichten, nach dieser Norm zu arbeiten, sich beim Zertifizierungsunternehmen DIN CERTO registrieren lassen und damit das DIN-geprüft-Zeichen verwenden. Dieses Zeichen kann wiederum bei nachweisbaren Verstößen gegen die Norm aberkannt werden.[3]

Um zu überprüfen, ob den Anforderungen nachgegangen wird, kann sich ein Übersetzer bei einem Zertifizierungsunternehmen (beispielsweise bei Language Industry Certification System (LICS)) zertifizieren lassen.[4]

Bund der deutschen Übersetzer (BDÜ)

Des Weiteren existiert in Deutschland der Bund der deutschen Übersetzer, worin circa 7500 Dolmetscher vereint sind. Für die Mitglieder dieses Bundes soll der Hauptvorteil darin bestehen, dass sie in der Internetdatenbank des BDÜs vertreten sind und somit von potentiellen Kunden gesucht werden können. Vor der Aufnahme in den Bund der deutschen Übersetzer wird jeder Übersetzer auf die Einhaltung der oben genannten Normen überprüft und nur dann aufgenommen, wenn diese eingehalten werden.[5]

CGSB 131.10-2008

Der kanadische Übersetzungsstandard erfolgt nach der CAN/CGSB-131.10-2008 und wurde vom Canadian General Standards Board (kanadisches Normungsgremium) entwickelt und durch den Standards Council of Canada genehmigt. Dieser Standard ist eine Abänderung des europäischen Standards EN 15038:2006. Er kombiniert die Maßgaben des europäischen Standards sowohl mit sprachlichen als auch inhaltlichen Anpassungen, die die kanadische Perspektive widerspiegeln sollen.[6]

In Kanada lassen sich immer mehr Übersetzungsunternehmen, beispielsweise durch die AILIA (Language Industry Association of Canada), zertifizieren. Dieses Zertifikat basiert auf der CGSB-131.10-2008 und ist mittlerweile in der Übersetzungsbranche fast unverzichtbar geworden. Anhand der Prüfungen der Qualität der Übersetzer durch die AILIA wird eine hohe Professionalität bei den bewerbenden Übersetzern sichergestellt. Da hierdurch den potentiellen Kunden auf transparente Art und Weise gezeigt wird, dass man nach dem standardisierten Prozess vorgeht, können die zertifizierten Unternehmen sowohl innerhalb als auch außerhalb Kanadas mit der Aufnahme in die AILIA werben.[7]

ASTM F2575-06

Der amerikanische Übersetzungsstandard, der 2006 entwickelt wurde, ist der ASTM F2575-06 Standard Guide for Quality Assurance in Translation.[8] Er dient als eine Art Leitlinie für Kunden und alle am Übersetzungsprozess Beteiligten, enthält jedoch keine spezifischen Kriterien für die Übersetzung beziehungsweise die Qualität dieser. In den USA gibt es keinen nationalen Standard, nach dem sich Übersetzungsunternehmen zertifizieren lassen können.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Qualitätsstandard , Abgerufen am 31. Mai 2016.
  2. DIN:EN 15038:2006 . Der europäische Qualitätsstandard DIN:EN 15038:2006, Abgerufen am 31. Mai 2016.
  3. Norm für Übersetzungsmitglieder . Website des Bundesverbands für Dolmetscher und Übersetzer, Abgerufen am 31. Mai 2016
  4. LICS . Website des Language Industry Certification System, Abgerufen am 31. Mai 2016
  5. BDÜ . Website des Bundesverbands für Dolmetscher und Übersetzer, Abgerufen am 31. Mai 2016
  6. CGSB 131.10-2008 , Abgerufen am 28. Mai 2016.
  7. Certification for CAN/CGSB-131.10-2008 . Website de Language Industry Association of Canada, Abgerufen am 28. Mai 2016
  8. ASTM F2575-06 , Abgerufen am 28. Mai 2016

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Qualitätsstandards in der Übersetzung (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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