Pro Bahn - LinkFang.de





Pro Bahn


Pro Bahn
Vorsitzender Logo

Detlef Neuß
Basisdaten
Ausrichtung Verkehrspolitik

Verbraucherschutz

Verbreitung Deutschland
Gründungsdatum 28. März 1981
Gründungsort Köln
Vorsitzender Detlef Neuß
Ehrenvorsitzende Kurt Bielecki († 1999),

Karl-Peter Naumann

Stellvertreter Stefan Barkleit, Lukas Iffländer, Jörg Bruchertseifer
Schatzmeister Marcel Drews
Sprecher Karl-Peter Naumann, Bundespressesprecher
Adressen
Adresse Friedrichstr. 95, 10117 Berlin
Website www.pro-bahn.de
Struktur
Mitglieder ca. 4000
Gliederung Bundesverband, 12 Landesverbände
Mitgliedschaften ApS, EPF, vzbv

Der Fahrgastverband Pro Bahn (Deutschland, im deutschen Vereinsregister eingetragen als Fahrgastverband PRO BAHN e.V.) ist ein Verein mit dem Zweck, die Interessen von Fahrgästen des Öffentlichen Verkehrs zu vertreten.

Der deutschlandweit tätige Fahrgastverband ist laut Satzung politisch und wirtschaftlich unabhängig und parteipolitisch neutral, arbeitet ehrenamtlich und verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.[1]

Zurzeit (2015) hat der Fahrgastverband Pro Bahn bundesweit rund 4000 Mitglieder. Das höchste Organ ist der Bundesverbandstag, welcher als Delegiertenversammlung mindestens einmal jährlich tagt. Die Bundesgeschäftsstelle von Pro Bahn befindet sich in Berlin, die Mitgliederverwaltung ist in München.

In Österreich und der Schweiz gibt es Vereine, die sich ebenfalls „Pro Bahn“ nennen und vergleichbare Positionen vertreten. Sowohl die österreichische als auch die schweizerische Vereinigung sind als Verein organisiert. Die Schweizer Vereinigung heißt Pro Bahn Schweiz, in Österreich heisst der Verein probahn.

Geschichte

Pro Bahn wurde 1981[2] von Paul-Heinz Straka in Köln als eingetragener Verein gegründet und ist heute als Bundesverband mit 12 Landesverbänden und zahlreichen Regionalverbänden sowie Bezirksgruppen organisiert. Der Sitz des Bundesverbandes war früher in Bonn. Der Bundesverbandstag 2015 beschloss die Verlegung des Sitzes nach Berlin. Gleichzeitig wurde eine neue Satzung für den Bundesverband beschlossen, wodurch ein umfassender Umbau der internen Strukturen erfolgte.

Aufsehen erregte der Verein unter anderem durch einen Konflikt mit der Deutschen Bahn über das neue Preissystem 2003. Im Zuge der Auseinandersetzungen verklagte Hartmut Mehdorn Karl-Peter Naumann wegen geschäftsschädigender Aussagen.[3]

Von 1989 bis 1996 war Kurt Bielecki Bundesvorsitzender, nach seinem Tode wurde Karl-Peter Naumann in dieses Amt gewählt. Vom 24. März 2012 bis zum 12. März 2016 hatte Jörg_Bruchertseifer [4] das Amt des Bundesvorsitzenden inne. Der ordentliche Bundesverbandstag 2016 wählte Detlef_Neuß, aus dem Landesverband Nordrhein-Westfalen zu seinem Nachfolger.

Themenschwerpunkte

Nach der Satzung[1] sind die Zwecke des Verbands

  • die Verbraucherberatung über günstige Reisemöglichkeiten und Fahrgastrechte und die Beteiligung an der öffentlichen Diskussion zu Fahrgastthemen und Mitarbeit in Gremien wie Fahrgastbeiräten;
  • die Förderung der Volksbildung durch Vortragsveranstaltungen, Veröffentlichungen etc.;
  • die Förderung eines funktionsfähigen und für jedermann attraktiven öffentlichen Verkehrs im Sinn der Allgemeinheit und des Umweltschutzes
  • in Zusammenarbeit mit seinen Untergliederungen und anderen Organisationen.

Schwerpunkte der aktuellen Tätigkeit sind unter anderen die Themen

Erfolge, an denen Pro Bahn beteiligt war, waren zum Beispiel

Aktivitäten

Die aktiven Pro Bahn-Mitglieder arbeiten ehrenamtlich in verschiedenen Aktionsformen.

Verbraucherberatung

Pro Bahn berät die Verbraucher über günstige Reisemöglichkeiten und informiert sie über die Vorteile der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Die Fahrgäste werden mit Öffentlichkeitsarbeit, Ausflugsfahrten und Exkursionen, Vortragsveranstaltungen, Fahrgast-Stammtischen, Infoständen und Automatenschulungen angesprochen.

Fahrgast-Kummerkasten

Für Beschwerden, Anfragen und Anregungen von Fahrgästen steht der Kummerkasten zur Verfügung. Sie werden als wichtige Grundlage für die Arbeit des Verbands verwendet. Konkrete Beschwerden werden an die zuständigen Verkehrsbetriebe oder Schlichtungsstellen weitergeleitet.

Publikationen

Als Mitgliederzeitschrift, die auch freiverkäuflich erhältlich ist, erscheint seit 2002 vierteljährlich der Fahrgast (ISSN 0941-3227 )[8], Nachfolger der von 1981 bis 2001 erschienenen Pro-Bahn-Zeitung.[9] Seit 2013 wird die Druckausgabe durch den Newsletter Fahrgast aktuell ergänzt, der sich besonders an Entscheidungsträger in Politik, Verkehrsbetrieben und Verwaltung wendet.[10] Zahlreiche regionale Untergliederungen geben eigene Publikationen heraus.[11]

Auf der Internetseite www.pro-bahn.de werden neben Informationen zum Verband selbst und seiner Arbeit auch Informationen für Fahrgäste angeboten.

Vertretung der Fahrgastinteressen bei Entscheidern

Pro Bahn verhandelt mit Verkehrsbetrieben, Behörden und Politikern. Vertreter des Verbands sind in Fahrgastbeiräten und ähnlichen Beratungsgremien vertreten.

Pressearbeit

Pro Bahn gibt regelmäßig Pressemitteilungen heraus[12] und bezieht im Rundfunk und Fernsehen Stellung zu Fahrgastthemen.

Fahrgastpreis

Seit 2005 verleiht Pro Bahn den Fahrgastpreis, mit dem Persönlichkeiten und Institutionen für vorbildhaften Einsatz für die Belange der Fahrgäste ausgezeichnet werden.[13]

Regionale Gliederungen

In allen Bundesländern bestehen Landesverbände, die in Regionalverbände (in Bayern Bezirksgruppen) gegliedert sind. Häufig gibt es innerhalb der Regionalverbände weitere örtliche Gruppen.

Mitarbeit in Verbänden

Pro Bahn arbeitet mit befreundeten Organisationen zusammen. Der Verband ist Mitglied

Sicherheit von Fahrgästen

Forsa-Umfragen

Der Fahrgastverband beteiligt sich an den jährlichen Umfragen des Meinungsforschungsinstitutes Forsa zum Sicherheitsgefühl der Fahrgäste. Die repräsentative Umfrage zum Sicherheitsempfinden der Kunden in Bahnen und Bussen nach ihren Ängsten. Weiterhin werden sie nach dem bevorzugten Mittel zur Stärkung ihres Sicherheitsgefühls in Fahrzeugen und an Bahnhöfen befragt. Auch das Thema Alkoholverbot in den Zügen ist eine Frage an die Reisenden.[14] [15][16]

Projekt Security

2012 führte das Vorhaben des damaligen Vereinsvorsitzenden Naumann, unmittelbar nach Ende seiner Vorstandstätigkeit als Berater für die Deutsche Bahn in Sicherheitsfragen arbeiten zu wollen, innerhalb und außerhalb des Verbands zu Kritik.[17] Daraufhin brachen beide Seiten die Verhandlungen ab.[18]

Daraus[18] ging schließlich das im August 2013 gestartete Projekt „Security für Mitarbeiter und Fahrgäste von Verkehrsbetrieben“ hervor, ein Gemeinschaftsprojekt von Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, Pro Bahn und der Gewerkschaft der Polizei unter dem Management des IMU-Institutes. Es soll bis März 2016 laufen und Erkenntnisse bringen, wie man eine größere Sicherheit und ein höheres Sicherheitsempfinden im Öffentlichen Verkehr erreichen kann. Für den Teil von Pro Bahn wird es von Karl-Peter Naumann geleitet.[19] Das Projekt wird aus dem Fonds soziale Sicherung finanziert, einer gemeinsamen Einrichtung der Tarifvertragsparteien.[20] Die Mittel des Fonds werden laut Medienberichten fast vollständig von der Deutschen Bahn finanziert.[18][21][22]

Kritiker sahen durch die Finanzierung dieses Projektes die Unabhängigkeit des Verbandes gefährdet. Nach monatelangen Kontroversen in dieser Sache trat der seit 24. März 2012 amtierende[23] stellvertretende Bundesvorsitzende Heiner Monheim im Januar 2013 zurück.[17] Im März 2013 stimmte eine große Mehrheit der Delegierten des Pro-Bahn-Bundesverbandstages 2013 dem Projekt zu.[24]

Das Projekt wurde schließlich im August 2013 begonnen.[25] Im Februar und März 2014 fanden dazu öffentliche Auftaktveranstaltungen mit Beteiligung der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft und der Gewerkschaft der Polizei statt.[26]

Politik und Kritik

Politisch positioniert sich der Bundesverband anders als die Landesverbände Berlin-Brandenburg und Hessen. Diese Landesverbände sind Mitglied im Bündnis Bahn für Alle, welches alljährlich die „Alternativen Geschäftsberichte“ zur Deutschen Bahn herausgibt[27]. Der Berliner Landesverband unterstützt den S-Bahn-Tisch, einem informellen Bündnis verschiedener Gruppierungen, die für die Berliner S-Bahn eine Direktvergabe an die Deutsche Bahn fordern. Für den Fall, dass der Ausschluss des Landesverbandes Berlin-Brandenburg aus dem Bundesverband scheitere, kündigte der Bundesvorstand laut einigen Medienberichten an, nicht für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stehen.[28] Dennoch kandidierte er und wurde 2014 für weitere zwei Jahre in seinem Amt mit großer Mehrheit bestätigt.[29] In der Folgezeit schied jedoch der größte Teil des damaligen Bundesvorstandes, teils während der Amtsperiode, aus den einzelnen Funktionen aus.

Literatur

  • Jansen, Holger: Fahrgastverbände in Deutschland. In: Schiefelbusch, Martin; Hans-Liudger Dienel (Hg.): Kundeninteressen im öffentlichen Verkehr. Verbraucherschutz und Verbraucherbeteiligung. Schriftenreihe für Verkehr und Technik. Erich Schmidt Verlag, Berlin, 2009, ISBN 978-3503110094. Seite 201 bis 209.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Satzung von Pro Bahn (PDF, 75 kB)
  2. Bus- und Bahnfahrer erhalten eine Lobby. In: Bonner Generalanzeiger, Stadtausgabe Bonn. 29. Dezember 1984, S. 4.
  3. Ausgerechnet Mehdorn wird Flughafen-Chef . Braunschweiger Zeitung (online), 8. März 2013.
  4. / Neuer Bundesvorstand gewählt
  5. Bayerischer ÖPNV-Preis 2012 . Presseinformation der Bayerischen Eisenbahngesellschaft.
  6. Pro Bahn erwartet Verbesserungen , Bayerischer Rundfunk vom 28. November 2013.
  7. "PRO BAHN erreicht familienfreundliches Angebot" , Pressemeldung vom 26. Juni 2014.
  8. ZDB-ID 2071483-X
  9. ZDB-ID 913521-2
  10. Website von Fahrgast aktuell
  11. PRO BAHN: Regionale Mitteilungsblätter auf der Pro-Bahn-Website
  12. Liste der Pressemitteilungen des Bundesverbands , Pressemitteilungen der regionalen Gliederungen
  13. Fahrgastpreis: Auszeichnung des Fahrgastverbands Pro Bahn auf der Pro-Bahn-Website
  14. "Reisende wollen Video, mehr Personal und Alkoholverbot" Pressemeldung vom 1. April 2014.
  15. "Sicherheitsgefühl im öffentlichen Verkehr 2013 besser" Pressemitteilung vom 29. Mai 2013
  16. "Forsa-Umfrage: Wie sicher fühlt sich der ÖV an?" Pressekonferenz am 1. April 2014
  17. 17,0 17,1 Thomas Wüpper: Der interne Streit bei den Bahn-Kritikern eskaliert. In: Stuttgarter Zeitung. 16. Januar 2013, S. 9 (online ).
  18. 18,0 18,1 18,2 Daniela Kuhr: Eklat bei Pro Bahn. In: Süddeutsche Zeitung. 16. Januar 2013, ISSN 0174-4917 , S. 17 (online ).
  19. Sicherheits-Projekt gestartet . Pressemeldung vom 26. September 2013.
  20. Fonds soziale Sicherung (Hrsg.): "Wir über uns" . Website.
  21. Josef Otto Freudenreich: Pro Bahn entgleist . In: Kontext, 26. Januar 2013, S. 1.
  22. Vize von Fahrgastverband wirft hin . Spiegel online, 16. Januar 2013.
  23. PRO BAHN Bundesvorstand . Internetseite, abgerufen am 23. Oktober 2013.
  24. PRO BAHN-Vorstand wieder komplett . Pressemeldung vom 10. März 2013.
  25. Website zum Projekt Security beim Fonds Soziale Sicherung
  26. Bericht der Gewerkschaft der Polizei über die Security-Auftaktveranstaltung am 5. Februar 2014 in Köln
  27. Bahn für alle
  28. Pro Bahn: Bruchertseifer bestätigt – Eisenbahnjournal Zughalt.de
  29. /PRO BAHN-Vorstandswahl: Bruchertseifer bleibt Vorsitzender

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