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Prijedor


Prijedor
Приједор
Basisdaten
Staat: Bosnien und Herzegowina
Entität: Republika Srpska
Gemeinde: Prijedor
Koordinaten:
Höhe: 136 m. i. J.
Fläche: 834 km²
Einwohner: 97.588 (2013)
Bevölkerungsdichte: 117 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: +387 (0) 52
Postleitzahl: 79101
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Bürgermeister: Marko Pavić (DNS)
Webpräsenz:

Prijedor (serbisch-kyrillisch Приједор ) ist der Verwaltungssitz der gleichnamigen Opština (Großgemeinde) im nordwestlichen Teil Bosnien und Herzegowinas. Sie gehört zur Entität Republika Srpska.

Geografie

Der nördliche Teil der Gemeinde beinhaltet zum größten Teil das Kozara-Gebirge mit dem gleichnamigen Nationalpark, während sich südlich der Stadt eine landwirtschaftlich genutzte Ebene, das sogenannte Prijedorfeld (Prijedorsko polje), befindet.

Die Stadt Prijedor liegt am nördlichen Rand des Prijedorfeldes. Sie liegt auf rund 136 m. i. J. am Fluss Sana, rund 48 Kilometer nordwestlich von Banja Luka und rund 110 Kilometer südöstlich von Zagreb.

Die Gemeinde hat eine Fläche von 834 km².

Klima

Es herrscht ein gemäßigtes kontinentales Klima mit den für Europa üblichen vier Jahreszeiten. Die maximalen Temperaturen reichen von −30 bis +40 °C. Die Niederschlagsmenge beträgt rund 1000 L/m². Durchschnittlich fällt an 26 Tagen Schnee, welcher rund 40 Tage liegenbleibt. Aufgrund des nahegelegenen Fischweiers Ribnjak Saničani und dem Fluss Sana bilden sich bis zu 80 Nebeltage pro Jahr.

Gemeindegliederung

In der Gemeinde Prijedor gibt es insgesamt 71 Ansiedlungen, die in 48 sogenannten Mjesne zajednice (örtliche Gemeinschaften), zusammengefasst sind. Die Ansiedlungen sind:

Ališići, Babići, Bistrica, Bišćani, Božići, Brđani, Brezičani, Briševo, Busnovi, Cikote, Crna Dolina, Čarakovo, Čejreci, Čirkin Polje, Ćela, Dera, Donja Dragotinja, Donja Ravska, Donji Garevci, Donji Orlovci, Donji Volar, Gaćani, Gomjenica, Gornja Dragotinja, Gornja Jutrogošta, Gornja Puharska, Gornja Ravska, Gornji Garevci, Gornji Jelovac, Gornji Orlovci, Gornji Volar, Gradina, Hambarine, Hrnići, Jaruge, Jelićka, Jugovci, Kalajevo, Kamičani, Kevljani, Kozarac, Kozaruša, Krivaja, Lamovita, Ljeskare, Ljubija, Malo Palančište, Marićka, Marini, Miljakovci, Miska Glava, Niševići, Ništavci, Omarska, Orlovača, Pejići, Petrov Gaj, Prijedor, Rakelići, Rakovčani, Raljaš, Rasavci, Rizvanovići, Saničani, Šurkovac, Tisova, Tomašica, Trnopolje, Veliko Palančište, Zecovi und Žune.

Geschichte

Zeugnisse aus der Frühgeschichte deuten darauf hin, dass es auf dem Gebiet der Stadt schon zu Zeiten des Römischen Reiches Siedlungen gab. In Ljubija gibt es Funde aus römischer Zeit, als Beleg für eine damals existierende Eisenproduktion in der Region. Auch in Zecovi wurde ein illyrischer Begräbnisplatz gefunden. Erstmals erwähnt wurde Prijedor als Grundfestung in Briefen des Grafs Adam Bacani aus der Zeit des sogenannten Wiener Krieges in den Jahren 1683 bis 1699.

Während des Bosnienkrieges nahmen ab Mai 1992 serbische Truppen sogenannte ethnische Säuberungen an der muslimischen und kroatischen Zivilbevölkerung vor und verübten Massaker. In der Nähe befanden sich die Lager Omarska, Keraterm und Trnopolje. In der Umgebung von Prijedor wurden ca. 3.300 Kroaten und Bosniaken ermordet.[1]

Ab Juli 2015 sind in der Ortschaft Jakarina Kosa Leichenteile in bis zu 5 m Tiefe gefunden worden, ein sekundäres Massengrab von vermutlich um 1992 Ermordeter.[2]

Bevölkerungsentwicklung

In der Gemeinde leben 97.588 Einwohner,[3] in der eigentlichen Stadt Prijedor 65.000 Menschen. Auf dem Gebiet der Gemeinde wohnen etwa 17.000 Menschen, die während des Bosnienkrieges geflohen sind.[4]

In Prijedor lebten vor dem Ausbruch des Krieges vor allem Jugoslawen, Bosniaken, Kroaten und Serben. Der größte Teil der bosniakischen und kroatischen Bevölkerung floh während des Bosnienkriegs oder wurde vertrieben. Nach dem Krieg sind ungefähr 24.000 Bosniaken und Kroaten wieder zurückgekehrt. Die bosnischen Serben bilden heute die Mehrheit der Bevölkerung, Minderheiten sind neben Bosniaken und Kroaten sowie Roma auch Tschechen, Ukrainer, Rumänen und Slowenen.[4]

Serben Bosniaken Kroaten Jugoslawen andere
1971 46.487 (47,47 %) 39.190 (40,02 %) 8.845 (9,03 %) 1.458 (1,48 %) 1.941 (2,00 %)
1981 45.279 (41,59 %) 42.129 (38,69 %) 7.297 (6,70 %) 10.556 (9,69 %) 3.607 (3,33 %)
1991 47.745 (42,45 %) 49.454 (43,97 %) 6.300 (5,60 %) 6.371 (5,66 %) 2.600 (2,32 %)

Wirtschaft

Die Industrialisierung auf dem Gebiet der Gemeinde Prijedor begann mit einer Sägemühle, die 1883 in der Nähe von Kozarac gegründet wurde. Daneben gab es hier den im austroungarischen Bosnien einzigen landwirtschaftlicher Verband und Geflügelbauernhof.

Zu den ersten Anfang des 20. Jahrhunderts gebauten Industriebetrieben gehört die Prva krajiška tvornica cigle i crijepa (Erste krainische Ziegelstein- und Dachziegel-Fabrik) sowie eine vom Händler Zarija Gašić gegründete Nahrungsmittel- und Geflügel-Exportfirma, die die erste dieser Art in Europa war. Auch entstand in Prijedor mit der Firma Ćetić die erste Plätzchenbäckerei in Bosnien. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt sie den Namen „Mira Cikota“. Diese Firma ist auch heute eine der größten Fabriken für Süßigkeiten im Land.

Verkehr

Prijedor liegt an der von Novi Grad nach Banja Luka führenden bosnischen Magistralstraße 4, die entlang des Flusses Sana führt.

Die Stadt wurde bereits 1873 mit der ersten Bahnlinie Bosniens und Herzegowinas an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Infolge der Kriegseinwirkungen wurde der Eisenbahnverkehr 1992 unterbrochen. Seit 2001 gibt es wieder eine Bahnverbindung von Zagreb über Prijedor-Omarska nach Banja Luka und über Doboj weiter nach Sarajevo.

Darüber hinaus gibt es ein gut ausgebautes Busnetz, das auch einige internationale Verbindungen, so beispielsweise nach Deutschland, umfasst.

Kultur

Die wichtigste kulturellen Einrichtungen in der Stadt und der Gemeinde sind das Kozaragebirgsmuseum, die Stadtbibliothek „Kyrill und Method“, das Stadttheater sowie der kulturell-künstlerische Mladen-Stojanović-Verein, der vor einem Jahrhundert als serbisches Gesangsensemble „Vila“ gegründet wurde.

Sehenswürdigkeiten

Die Stadt verfügt über eine Vielzahl alter Kirchen. Zu Beginn der 1990er Jahre wurde im Bosnienkrieg mehrere katholische Kirchen und das Gros der Moscheen zerstört. Nach dem Krieg wurden viele von ihnen wieder aufgebaut bzw. renoviert.

In der Umgebung ist besonders das Kozara-Gebirge mit einem Nationalpark als Ausflugsgebiet erwähnenswert. Auf dessen Gipfeln Mrakovica (804 m) und Patrija, befinden sich Denkmäler für die Opfer des Zweiten Weltkrieges. Daneben sind noch die Klöster Moštanica aus dem 12. Jahrhundert sowie Klisina von Bedeutung.

Sport

Erste Aufzeichnungen über sportliche Aktivitäten in Prijedor gibt es aus dem 19. Jahrhundert. Die Gesellschaft der Leibeserziehung wurde im Jahre 1907 unter der Bezeichnung Sokol gegründet.

Prijedors älteste Sportvereine sind der Tennisverein, gegründet im Jahre 1914 und der Fußballverein „Prijedor“, gegründet im Jahre 1919.

Der lokale Fußballverein FK Rudar Prijedor spielte von 2009 bis 2015 in der Premijer Liga, der höchsten Spielklasse in Bosnien und Herzegowina. Aktuell ist der Verein in der Prva Liga FBiH aktiv.

Persönlichkeiten

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.hrw.org/reports/1997/bosnia/Bosnia-03.htm
  2. http://orf.at/#/stories/2300101/ Hunderte Leichenteile in bosnischem Massengrab, orf.at, 21. September 2015, abgerufen 21. September 2015.
  3. http://www.bhas.ba/obavjestenja/Preliminarni_rezultati_bos.pdf
  4. 4,0 4,1 http://www.visitprijedor.com/cms/index.php?option=com_content&view=article&id=51&Itemid=57&lang=sr

Kategorien: Ort in der Republika Srpska | Gemeinde in Bosnien und Herzegowina

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Prijedor (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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