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Praetorius Musikpreis


Der Praetorius Musikpreis Niedersachsen wird seit 2005 jährlich vom Land Niedersachsen in mehreren Kategorien an Künstler vergeben, die regional und international das facettenreiche Musikleben Niedersachsens repräsentieren. Über die Preisvergabe entscheidet eine unabhängige Fachjury, die sich aus Experten des internationalen Musiklebens, renommierten Musikjournalisten und Künstlern zusammensetzt. Der Preis ist nach Michael Praetorius benannt, der ab 1604 in Wolfenbüttel als bedeutender Komponist und führender Musiktheoretiker seiner Zeit wirkte. Die Auszeichnung nimmt das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur im Rahmen einer festlichen Veranstaltung vor.

Preisgelder

Der Praetorius Musikpreis ist derzeit (2012) mit insgesamt 56.000 Euro dotiert. Davon entfallen je 10.000 Euro auf den Preis für herausragende künstlerische Leistung und den Internationalen Friedensmusikpreis. Das Preisgeld für den Musikinnovationspreis und den Niedersächsischen Kompositionspreis beträgt je 8.000 Euro. Die drei Förderpreise und der Preis für Ehrenamtliches Engagement belaufen sich auf je 5.000 Euro.

Preisträger

2005

Jahr Preisträger Kategorie
2005 Eiji Ōue Praetorius Musikpreis
2005 Mousse T. Sonderpreis
2005 Almadin Quartett, Jens Eckhoff und Igor Levit Praetorius-Förderpreise
2005 Eberhardt Schmidt Ehrenamtliches Engagement

2006

Jahr Preisträger Kategorie
2006 Heinz Rudolf Kunze Praetorius Musikpreis
2006 Wilhelm Schimmel Pianofortefabrik, Grotrian-Steinweg Sonderpreise
2006 Nabil Shehata, Claudius Müller und Tee mit Sahne Praetorius-Förderpreise
2006 Ballettgesellschaft Hannover Ehrenamtliches Engagement

2007

Jahr Preisträger Kategorie
2007 Sabine Meyer Praetorius Musikpreis
2007 Hans-Peter Lehmann, Familie Sennheiser Sonderpreise
2007 Anne-Sophie Brüning und Madsen Praetorius-Förderpreise
2007 Oldenburger Promenade Ehrenamtliches Engagement

2008

Jahr Preisträger Kategorie
2008 Andreas Staier Praetorius Musikpreis
2008 Tinariwen Internationaler Friedensmusikpreis
2008 Hans-Joachim Hespos, Jennifer Walshe Niedersächsischer Kompositionspreise
2008 Mike Svoboda Musikinnovationspreis
2008 Thomas Posth und Duo Charlotte Greve & Dierk Peters Praetorius-Förderpreise
2008 Lore Auerbach Ehrenamtliches Engagement

2009

Jahr Preisträger Kategorie
2009 Ingo Metzmacher Praetorius Musikpreis
2009 Michael Dreyer Internationaler Friedensmusikpreis
2009 Johannes Schöllhorn Niedersächsischer Kompositionspreis
2009 Int. Ensemble Modern Akademie Musikinnovationspreis
2009 Joana Mallwitz, Alexej Gorlatch und Stefan Kellner Praetorius-Förderpreise
2009 Ursula Hansen Ehrenamtliches Engagement

2010

Die Preisverleihung fand im Rahmen einer festlichen Gala am 13. November 2010 durch die Niedersächsische Kulturministerin Johanna Wanka im Schauspielhaus Hannover statt. Thomas Quasthoff nahm aufgrund des Todes seines Bruders Michael Quasthoff einige Tage vorher nicht persönlich teil.[1]

Jahr Preisträger Kategorie
2010 Thomas Quasthoff Praetorius Musikpreis
2010 Jordi Savall Internationaler Friedensmusikpreis
2010 Gunter Hampel Musikinnovationspreis
2010 Charlotte Seither Niedersächsischer Kompositionspreis
2010 Ania Vegry, Maria Sournatcheva und News from the North (Fabian Arends, Anna-Lena Schnabel, Janning Trumann) Praetorius-Förderpreise
2010 Internationale Fredener Musiktage Ehrenamtliches Engagement

2012

Die Preisverleihung fand im Rahmen einer festlichen Gala am 24. März 2012 durch die Niedersächsische Kulturministerin Johanna Wanka im Schauspielhaus Hannover statt.

Jahr Preisträger Kategorie
2012 Thomas Hengelbrock Praetorius Musikpreis
2012 Dissidenten Internationaler Friedensmusikpreis
2012 Patricia Kopatchinskaja Musikinnovationspreis
2012 Harald Weiss Niedersächsischer Kompositionspreis
2012
Tritonüsse, Elisabeth Brauß,
Simon Etzold
Praetorius-
Förderpreise
2012 Institut zur Früh-Förderung
musikalisch Hochbegabter
Ehrenamtliches Engagement

Thomas Hengelbrock wurde für herausragende künstlerische Leistung mit dem Praetorius Musikpreis 2012 geehrt. Laut der Jury vereine er unkonventionelle Programmgestaltung, interpretatorische Experimentierfreude und innovative Musikvermittlung. Der derzeitige Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters in Hamburg arbeitete mit Künstlern von Weltrang, wie Cecilia Bartoli und Plácido Domingo, zusammen. International hat er sich einen Namen mit seinem Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble gemacht.[2]

Der Preis in der Kategorie „Internationaler Friedensmusikpreis“ ging an die Dissidenten, weil sie zwischen unterschiedlichen Kulturen vermitteln. Laut der Jury stehen sie seit Jahren für Völkerverständigung und eine gleichwertige Vermischung musikalischer Stile. Auch hätte die 1981 gegründete Gruppe den Begriff Weltmusik geprägt lange bevor dieser Europa erreicht habe.

Den Musikinnovationspreis erhielt die Violinistin Patricia Kopatchinskaja für ihr innovatives Musikverständnis und ihre außergewöhnliche Kreativität. Laut der Jury stehe sie für einen unkonventionellen, charmant eigensinnigen Stil. Ihre Aufführungen, die immer barfuß erfolgen, erfassen die Bandbreite des Violinrepertoires von Barock bis zur Neuen Musik.

Der Niedersächsische Kompositionspreis wurde dem Komponisten Harald Weiss für ausgeprägte Individualität bei seinen Kompositionen verliehen. Laut der Jury ist sein Werk durch Unabhängigkeit von dogmatischen Strömungen der Neuen Musik gekennzeichnet. Sein künstlerisches Schaffen sei fortschrittlich und vielseitig. Er schuf experimentelle Werke, wie instrumentale Theaterstücke, szenische Klangprojekte, Happenings, Performances und wandte sich in den 1990er Jahren der Oper zu.

Mit den drei Förderpreisen unterstützt das Land Niedersachsen junge Nachwuchstalente in ihrer künstlerischen Entwicklung. Ausgezeichnet wurden das Jazztrio Tritonüsse, die Pianistin Elisabeth Brauß und der Schlagzeuger Simon Etzold. Die jungen Künstler haben bereits in nationalen, wie Jugend musiziert, und internationalen Wettbewerben herausragende musikalische Leistungen gezeigt. Bei der Jazzformation Tritonüsse würdigte die Jury den außerordentlichen Sound mit Einflüssen aus Orient, Afrika, Pop- und Kirchenmusik. Auch sei die Besetzung, bestehend aus der Vokalistin Katharina Knaus, dem Posaunisten Matthias Wagemann und dem Vibraphonisten Henning Brungs, ungewöhnlich. Die Jury sieht Elisabeth Brauß als virtuose Interpretin und hochtalentierte Pianistin mit einer aufstrebenden internationalen Karriere an. Simon Etzold gilt laut der Jury als einer der begabtesten Nachwuchsschlagzeuger, der bereits über viel Orchestererfahrung verfügt.

In der Kategorie Ehrenamtliches Engagement wurde das im Jahre 2000 gegründete Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter (IFF) ausgezeichnet. Als Teil der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover fördert es die professionelle Ausbildung musikalisch hochbegabter Kinder und Jugendlicher als potenzielle Musikstudierende.

Sonstiges

Neben dem Praetorius Musikpreis werden vom Land Niedersachsen im kulturellen Bereich Preise für Literatur (Nicolas-Born-Preis) und Bildende Kunst (Niedersächsischer Kunstpreis) mit ihren jeweiligen Förderpreisen sowie der Niedersächsische Staatspreis vergeben.

Weblinks

 Commons: Praetorius Musikpreis  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Stefan Arndt: Erleuchtete Gesellschaft, in: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 15. November 2010, S. 8
  2. Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur zur Verleihung des Praetorius Musikpreis 2012

Kategorien: Musikpreis (Deutschland) | Auszeichnung (Niedersachsen) | Musik (Niedersachsen)

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Praetorius Musikpreis (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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