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Präfektur Saitama


Saitama-ken
埼玉県
Basisdaten
Verwaltungssitz: Saitama
Region: Kantō
Hauptinsel: Honshū
Fläche: 3.798,13 km²
Wasseranteil: 0,5 %
Einwohner: 7.277.247
(1. Juni 2016 )
Bevölkerungsdichte: 1916 Einw. pro km²
Landkreise: 9
Gemeinden: 63
ISO 3166-2: JP-11
Gouverneur: Kiyoshi Ueda
Website: www.pref.saitama.lg.jp
Symbole
Präfekturflagge:
Präfekturbaum: Japanische Zelkove
Präfekturblume: Siebolds Primel
Präfekturvogel: Türkentaube
Präfekturfisch: Pungitius sp.
Präfekturlied: Saitama-kenminka
(„Lied der Bürger von Saitama“)
Schmetterling: Neozephyrus japonicus
Maskottchen: Kobaton
Tag der Bürger: 14. November

Die Präfektur Saitama (jap. 埼玉県, Saitama-ken) ist eine der Präfekturen Japans. Sie liegt in der Region Kantō im Großraum Tokio. Ihr Verwaltungssitz ist die Stadt Saitama.

Die Präfektur Saitama schließt nördlich an die Präfektur Tokio an, und vor allem die Stadt Saitama und der Osten der Präfektur sind eine beddotaun (ベッドタウン, bed town in japanischem Englisch), eine große Schlafstadt für Tokio. Größter Bahnhof mit 310.400 Passagieren pro Tag ist Ōmiya. Kawaguchi und Kawagoe passieren mehr als 75.000 pro Tag, weitere zehn Stationen mehr als 50.000. Wichtige Verbindungen nach Tokio sind die Keihin-Tōhoku-, die Saikyō-, die Utsunomiya-, die Tōjō-Haupt- und die Saitama-Kōsoku-Linie.

Geografie

Umgeben von den sieben Nachbarpräfekturen Tokio, Chiba, Ibaraki, Tochigi, Gunma, Nagano und Yamanashi ist Saitama eine Inlandspräfektur ohne Küste im Mittelwesten der Kantō-Ebene. Ganz Saitama liegt vom Zentrum der Stadt Tokio aus in einem Radius von 100 Kilometern. Saitama erstreckt sich 103 Kilometer in Ost-West- und 52 in Nord-Süd-Richtung. Sie nimmt eine Fläche von 3.797,25 Quadratkilometern ein (etwa 1 % von Japan) und damit auf Platz 39 der 47 Präfekturen des Landes. Saitamas Landschaft bietet hohe Berge im Westen, die nach und nach Richtung Osten zur Ebene abflachen. 32,5 % der Fläche ist bewaldet, 23,1 % sind Agrikultur, 18,3 % Bebauung, 8,5 % Straßen, 5,0 % Wasser und Wasserwege und 12,7 % anderweitig genutzt. 2001 hatte Saitama 75 Tage klaren Sonnenschein (im Schnitt jeder fünfte Tag) und damit mehr als jede andere Präfektur in Japan (Chiba hat die zweitmeisten mit 69 Tagen, Okinawa liegt an letzter Stelle mit nur sieben).

Saitama war ursprünglich (zusammen mit Teilen Tokios und anderen Gebieten) Teil der alten Provinz Musashi. Sie war bekannt als Gegend für Agrikultur, die Lebensmittel für die Kantō-Region produzierte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs durch das expandierende Tokio, die Landknappheit in der Hauptstadt und moderne, schnelle und weitreichende Zugverbindungen auch Saitama.

Geschichte

Vor der Meiji-Restauration befanden sich auf dem Gebiet der heutigen Präfektur (-ken) Saitama die Lehen (-han) Kawagoe, Oshi und Iwatsuki sowie direkt vom Shōgun kontrollierte Gebiete. Letztere wurden schon kurz nach dem Sturz der Tokugawa als Präfektur Urawa (zunächst für einige Monate: Ōmiya) direkt der neuen Zentralregierung unterstellt. Bei der Abschaffung der Han 1871 wurde diese um Oshi und Iwatsuki erweitert und in Saitama umbenannt. Sie bestand aus den Kreisen (-gun) Saitama sowie zum Teil Adachi und Katsushika. Verwaltungssitz war zunächst Iwatsuki, dann Urawa. Aus dem Lehen Kawagoe entstand 1871 die Präfektur Iruma, die 13 Kreise umfasste, mit Verwaltungssitz in Kawagoe. 1873 wurde Iruma mit der (ersten) Präfektur Gunma zur Präfektur Kumagaya fusioniert, die aber 1876 wieder geteilt wurde; die ehemalige Präfektur Iruma wurde in Saitama eingegliedert, das damit bis auf kleinere Veränderungen seinen heutigen Gebietsstand erreichte. Sitz der Präfekturverwaltung blieb Urawa, das 2001 in der neuen Stadt Saitama aufging. Nach der Modernisierung der Kommunalordnungen 1889 gab es in Saitama zunächst lange keine kreisfreie Stadt (-shi), die erste wurde 1922 Kawagoe, die Hauptstadt Urawa und weitere Städte folgten in den 1930er Jahren.[1][2]

Politik

Fraktionsstärken im Präfekturparlament
(Stand: 27. Mai 2015)[3]
      

Gouverneur von Saitama ist seit 2003 der ehemalige Demokrat Kiyoshi Ueda, der bei der Gouverneurswahl im August 2015 mit Unterstützung der Ishin no Tō und aus der Demokratischen Partei Saitama gegen den LDP-gestützten Keisuke Tsukada und weitere Kandidaten für eine vierte Amtszeit wiedergewählt wurde. Die Wahlbeteiligung erholte sich mit 26,6 % nur leicht vom landesweiten Rekordtief bei der Wahl 2011.[4][5] Im Parlament hielt die Liberaldemokratische Partei bei den einheitlichen Regionalwahlen im April 2015 ihre absolute Mehrheit.

In das nationale Parlament wählt Saitama 15 Abgeordnete direkt ins Shūgiin – zuletzt 2014 zwölf Liberaldemokraten, zwei Demokraten und einen Unabhängigen – und pro Wahl drei ins Sangiin, nach den Wahlen 2010 und 2013 vertreten dort zwei Liberaldemokraten, zwei Kōmeitō-Abgeordnete, ein Demokrat und eine Unabhängige die Präfektur.

Verwaltungsgliederung

Kreisfreie Städte (, shi)
Landkreise (, gun)

Liste der Landkreise der Präfektur Saitama, sowie deren Städte (, machi) und Dörfer (, mura).

Demografie

Über eine Million Menschen (Stand: 1. Juli 2004), etwa ein Drittel der arbeitenden Einwohner Saitamas, nutzen die Nähe und gute Anbindung an die Hauptstadt Japans, um dorthin zur Arbeit oder zur Universität zu pendeln (etwa 10.000 pendeln in die Präfekturen Gunma, Tochigi, Ibaraki, Chiba und Kanagawa). Tagsüber schrumpft die Bevölkerung so auf 86,4 % (knapp 6 Millionen, der niedrigste Prozentsatz der Tokio umgebenden Präfekturen), die von Tokio steigt auf 122 % (die höchste in ganz Japan).

Die Bevölkerung hat sich seit 1960 fast verdreifacht, insgesamt wohnten im Jahr 2001 7.064.132 Menschen in Saitama (88.993 davon Ausländer, knapp 1,3 %), die fünfthöchste Einwohnerzahl aller Präfekturen. Das Bevölkerungswachstum ist antiproportional dazu von fast 30 % im Jahr 1960 stetig auf 2,6 % im Jahr 2001 geschrumpft. Mit einer Geburtenrate von im Schnitt 1,24 Kindern pro Frau (Mitte der Sechziger waren es noch 2,4) liegt Saitama leicht unter dem Landesdurchschnitt von 1,33 Ab- und Zuwanderung halten sich etwa die Waage, 2001 verließ 2,57 % (177.307 Personen) der Bevölkerung Saitamas die Präfektur, dafür zogen 2,67 % (184.174) hinzu.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

2001 besuchten oder bereisten 101 Millionen Menschen Saitama, zwei Drittel davon lockte jedoch nicht der Sonnenschein, sondern Feste und Veranstaltungen (vor allem in der Saitama Super Arena), Sport und Vergnügungsparks. Durch seine Entwicklung zu einem Konglomerat von Schlafstädten von Tokio, deren Vorzüge schnelle Verbindungen in das Zentrum und zu den Arbeitsplätzen Tokios und günstigere Grundstückspreise sind, hat Saitama touristisch weniger zu bieten als zum Beispiel Tokio selbst, Yokohama oder Kamakura. Beliebt für kurze Tagestrips ist der bergige nordwestliche Teil der Präfektur, die Chichibu-Region. Westlich von Saitama-Stadt liegt Kawagoe, das während der Edo-Zeit (1603–1867) als Burgstadt eine wichtige Verteidigungsanlage von Edo war. Die weitgehende Abtragung der Burg während der Meiji-Zeit im späten 19. Jahrhundert haben Eingang und Haupthalle Honmaru Goten (erbaut 1848) schadlos überstanden. Außerdem gut erhalten ist die Kurazukuri-Straße mit Warenhäusern aus der Edo-Zeit (etwa 30 Häuser wurden in den Stand eines nationalen kulturellen Schatzes erhoben), die die Atmosphäre dieser Periode weitgehend konserviert hat. Nationaler Kulturschatz ist auch der Kita-in, dessen Ursprünge zurück bis ins Jahr 830 führen. Nach einem Brand 1638 wurde er wieder aufgebaut und ist heute noch so zu sehen. Bemerkenswert sind die 540 steinernen Buddhastatuen im Tempelgarten, jede mit einem individuellen Gesichtsausdruck.

Saitama hat Städtepartnerschaften mit dem Staat México in Mexiko (seit 1979), der Shanxi-Provinz in der Volksrepublik China (1982), Queensland in Australien (1984), Ohio in den Vereinigten Staaten von Amerika (1990) und dem deutschen Bundesland Brandenburg (1998). Eine Partnerschaft mit dem US-Bundesstaat Kalifornien ist in Vorbereitung.

Wirtschaft

Gemessen am Ertragsvolumen hat Saitama fünf Hauptwirtschaftszweige, (2000: 61,1 % der Wirtschaftsleistung). Diese sind Elektronische Anlagen (18,2 %), Transportmaschinen (14,6 %). Maschinen (9,7 %), Chemie (9,6 %) und Lebensmittel (9,0 %), jede mit einem Ertragsvolumen von mehr als einer Billion Yen. Das gesamte Ertragsvolumen von Saitamas Wirtschaft betrug 2000 14,47 Billionen Yen. Sie hält den höchsten Anteil in Japan an verkauftem Speiseeis, vorgefertigten Gerichten, Futons und Matratzen, Plastikverpackungen sowie Puppen.

Der gesetzliche Mindestlohn in Saitama beträgt seit Oktober 2015 820 Yen und gehört damit zu den höchsten im Land – nur in Tokio (907 ¥), Kanagawa (905 ¥) und Ōsaka (858 ¥) liegt er derzeit höher, in Aichi beträgt er ebenfalls 820 ¥.[6][7]

Persönlichkeiten

Film

Miyazaki Hayaos Animationsfilm Mein Nachbar Totoro spielt in Saitama, nahe Tokorozawa.

Weblinks

 Commons: Präfektur Saitama  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Präfekturverwaltung Saitama: 埼玉県近現代史主要年表(明治元年~平成23年)
  2. 地理データ集
  3. Präfekturparlament Saitama: Abgeordnete nach Fraktion
  4. Präfekturwahlaufsichtskommission Saitama: 埼玉県知事選挙(平成27年8月9日執行)結果
  5. Saitama governor wins fourth term, downplays term limit ordinance. In: The Japan Times. 10. August 2015, abgerufen am 10. September 2015 (english).
  6. Präfekturverwaltung Saitama: 埼玉県の最低賃金・最低工賃
  7. Sozial- und Arbeitsministerium: 地域別最低賃金の全国一覧 ; für die in einzelnen Branchen geltenden höheren Mindestlöhne, siehe Saitama rōdō-kyoku: 埼玉県の最低賃金

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Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Präfektur Saitama (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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