Potsdam Hauptbahnhof - LinkFang.de





Potsdam Hauptbahnhof


Dieser Artikel beschreibt den heutigen Potsdamer Hauptbahnhof. Zum von 1961 bis 1993 so bezeichneten Bahnhof am Berliner Außenring siehe Bahnhof Potsdam Pirschheide.
Potsdam Hauptbahnhof
Daten
Lage im Netz Zwischenbahnhof
(Berlin–Magdeburg)
Endbahnhof (Wannseebahn)
Bauform Reiterbahnhof
Bahnsteiggleise

4 (Fernbahn)
2 (S-Bahn)

Abkürzung

BPD (Fernbahn)
BPDH (S-Bahn)

IBNR 8012666
Vorlage:Infobox Bahnhof/Wartung/IBNR in Wikidata verschieden von lokaler IBNR
Kategorie

2

Eröffnung

22. November 1838

Profil auf Bahnhof.de Potsdam_Hbf
Lage
Stadt/Gemeinde

Potsdam

Land Brandenburg
Staat Deutschland
}
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Brandenburg
i16i16i18

Potsdam Hauptbahnhof ist der wichtigste Bahnhof in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam. Er liegt an der Bahnstrecke Berlin–Magdeburg und besteht seit 1838. Allerdings trägt er diesen Namen erst seit 1999. Sein Vorläufer war über Jahrzehnte der Bahnhof Potsdam, ab 1960 Potsdam Stadt. Der Bahnhof ist Endpunkt der aus Ahrensfelde über Berlin kommenden S-Bahnlinie S7. Gleichzeitig ist er mit dem angeschlossenen ZOB und der Straßenbahnanbindung zentraler Umsteigepunkt für Potsdam und das südwestliche Berliner Umland (siehe auch Nahverkehr in Potsdam).

Geschichte

Die erste Eisenbahn verkehrte von Berlin nach Potsdam am 22. September 1838. Das war die in Preußen erste Eisenbahn und ist heute eine der ältesten noch in Betrieb befindlichen Eisenbahnstrecken Deutschlands. Ihr Endbahnhof lag an der Stelle des heutigen Hauptbahnhofs. Vom Bahnhof führte noch ein Hafengleis zum damaligen Dampfschiffanleger westlich der Langen Brücke. Mit der Inbetriebnahme der Potsdamer Eisenbahnbrücke über die Havel durch die Potsdam-Magdeburger Eisenbahngesellschaft am 7. August 1846 wurde der bisherige Endbahnhof zum Zwischenbahnhof (Karte von 1848 siehe [1]), hatte allerdings bis 1997/1999 nur wenige Durchgangsgleise. Es wurde ein klassizistisches Empfangsgebäude errichtet. Dieses und der Bahnhofsvorplatz lagen nun nördlich der Gleise. 1928 erfolgte der Anschluss an das Berliner S-Bahnnetz. Die komplette Umstellung des Vorortverkehrs auf elektrischen Betrieb dauerte nahezu ein Jahr. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bahnhof zerstört, in der Nachkriegszeit wurde ein neues Empfangsgebäude gebaut.

Von 1953 bis 1958 gab es S-Bahn „Durchläuferzüge“ nach Ost-Berlin ohne Halt im Westteil von Berlin. Ab 1958 erfolgte die Verlagerung des Binnenverkehrs der DDR zum neu entstehenden Berliner Außenring. Nach der Inbetriebnahme des Außenrings fuhren vom neuen Bahnhof Potsdam Süd (am südwestlichen Stadtrand, heute: Potsdam Pirschheide) sogenannte „Sputnik“-Züge über Flughafen Schönefeld in den Ostteil Berlins. Fernzüge des Binnenverkehrs und später auch Interzonenzüge (Aachen – Görlitz) und (München – Rostock) wurden ebenfalls über den Außenring geleitet. 1960 erfolgte die Umbenennung des Bahnhofs in „Potsdam Stadt“, 1961 wurde der Südbahnhof in „Potsdam Hauptbahnhof“ umbenannt. Der elektrische S-Bahn Verkehr nach Potsdam wurde 1961 durch den Bau der Berliner Mauer unterbrochen und wenige Monate später eingestellt. Die Bahnhöfe Potsdam Stadt und Babelsberg konnten nur noch mit Nahverkehrszügen u. a. vom damaligen Potsdamer Hauptbahnhof aus erreicht werden. Die Transitzüge nach West-Berlin fuhren in Potsdam Stadt durch und hatten für den Aus- bzw. Einstieg des Überwachungspersonals einen Betriebshalt in Potsdam Griebnitzsee. Passagiere durften dort nicht ein-, bis 1963 allerdings noch aussteigen.

Ab Januar 1990 fuhren wieder Nahverkehrszüge nach Berlin-Wannsee, der uneingeschränkte S-Bahn Verkehr wurde 1992 wieder aufgenommen. 1997 begann man den alten Bahnhof Potsdam Stadt mit seinem Empfangsgebäude, den Lokschuppen und den Abstellgleisen abzureißen und durch neue Gebäude zu ersetzen. Die Neuplanung erfolgte durch das Büro Gerkan, Marg und Partner. Es entstanden zwei langgestreckte Gebäudekomplexe, die durch eine Spange, erkennbar an einem wellenförmigen Dach, verbunden sind. Die Zugänge zu den Bahnsteigen wurden in die Spange integriert. Der S-Bahnsteig wurde komplett neu gebaut, ein Regionalbahnsteig wurde um ein Gleis aufgewertet. Am Südeingang entstand ein neuer Bahnhofsvorplatz mit Bus- sowie Straßenbahnsteigen und ein Busparkplatz. Unter dem Namen „Bahnhofspassagen Potsdam“ wurde ein neues Einkaufszentrum, sowie ein Kino eröffnet, zusätzlich entstanden Büro- und Geschäftsräume. Am 1. September 1999 erfolgte die Umbenennung des Bahnhofs Potsdam Stadt in Potsdam Hauptbahnhof. Er ist im Betriebsstellenverzeichnis unter BPD geführt.

Der Bau des Bahnhofs war heftig umstritten und wurde lange diskutiert. Die Fassadengestaltung mit gelbem Klinkermauerwerk stieß auf Ablehnung und die Dimensionen der Gebäude ließen den Eindruck von Bürokomplexen entstehen, die – wie die Kritiker meinten – den maßstäblichen Rahmen der historischen Stadt Potsdam sprengen. Die UNESCO überlegte, Potsdam wegen des Umbaus auf die Rote Liste des Weltkulturerbes zu setzen. Durch nachträgliche Änderungen bei der Bauausführung und den Verzicht auf noch nicht begonnene Bauabschnitte konnte dies jedoch verhindert werden.

Seit Dezember 2014 erfolgt auf dem S-Bahnsteig die Zugabfertigung durch den Triebfahrzeugführer mittels Führerraum-Monitor (ZAT-FM).[2]

Eine Radstation mit 557 Stellplätzen für Fahrräder ist seit Anfang 2016 in Betrieb. Diese bietet auch einen Reparaturservice sowie kostenlose Schließ- und Akkuladefächer.[3]

Zugangebot

Zum Fahrplanwechsel im Mai 2006 wurde das letzte ICE-Zugpaar abgezogen, das im Bahnhof hielt. Der Grund hierfür ist, dass alle ICE und fast alle IC zwischen Berlin und den westlichen Bundesländern über die Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin geführt werden und die Fahrt von Potsdam in die westlichen Bundesländer mittels eines Umwegs über Berlin schneller ist, als es eine Fahrt auf der Strecke über Magdeburg wäre. Im Fahrplanjahr 2016 hält ein ICE-Zug in der Nacht von Sonntag auf Montag nach München in Potsdam.

Verkehr

Linie Verlauf Takt
ICE 11 BerlinPotsdamMagdeburgKassel-WilhelmshöheWürzburgMünchen ein Zug pro Woche
IC 56 Norddeich MoleOldenburgBremenHannover – Magdeburg – PotsdamBerlinLübbenCottbus ein Zugpaar täglich
EN KölnDüsseldorfHannover – Magdeburg – PotsdamBerlin-WannseeFrankfurt (Oder) – Posen – Warschau ein Zugpaar täglich; Zusammen mit CNL nach Prag; Zugneubildung bzw. Teilung in Berlin-Wannsee; kein Halt in Berlin Hbf
CNL KölnDüsseldorfHannover – Magdeburg – PotsdamBerlin-WannseeBerlinBerlin SüdkreuzDresdenPrag ein Zugpaar täglich; Zusammen mit EN nach Warschau; Zugneubildung / Teilung in Berlin-Wannsee
HBX Harz-Berlin-Express
Berlin – Potsdam – Magdeburg – Halberstadt (Zugteilung)QuedlinburgThale / Wernigerode – Ilsenburg – VienenburgGoslar
drei Zugpaare am Wochenende
RE 1 Magdeburg – Brandenburg – Werder – Potsdam – Berlin – ErknerFürstenwaldeFrankfurt (Oder) (– Eisenhüttenstadt – Cottbus) halbstündlich
RB 20 Potsdam – Golm – HennigsdorfBirkenwerderOranienburg stündlich
RB 21 Berlin FriedrichstraßeBerlin-WannseePotsdam – Golm – Wustermark stündlich (in HVZ halbstündlich teils bis Berlin-Friedrichstraße)
RB 22 Berlin Friedrichstraße – Berlin-Wannsee – Potsdam – Golm – Saarmund – Berlin-Schönefeld FlughafenKönigs Wusterhausen stündlich (in HVZ bis Berlin-Friedrichstraße)
RB 23 PotsdamPotsdam Pirschheide – Caputh-Geltow – Beelitz-Heilstätten stündlich alle 10 Minuten

Literatur

  • Paul Sigel, Silke Dähmlow, Frank Seehausen, Lucas Elmenhorst: Architekturführer Potsdam. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-496-01325-7.
  • Deutscher Bahnkunden-Verband: Potsdams Hauptbahnhöfe Verlag GVE, Berlin 2001, ISBN 3-89218-070-9.

Weblinks

 Commons: Potsdam Hauptbahnhof  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Geobasis Brandenburg, Musterseite historischer Karten: Potsdam 1786/1848/1966
  2. Kurzmeldungen – S-Bahn. In: Berliner Verkehrsblätter. Februar 2015, S. 30.
  3. Wettergeschützt und sicher – das Potsdamer Parkhaus für Fahrräder. In: punkt 3. Nr. 4, 2016, S. 20 (online [abgerufen am 26. Februar 2016]).

Kategorien: Verkehrsbauwerk in Potsdam | Bahnhof der S-Bahn Berlin | Bahnhof in Brandenburg | Hauptbahnhof in Deutschland | Bahnhof in Europa

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Potsdam Hauptbahnhof (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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