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Poti


Dieser Artikel befasst sich mit der georgischen Stadt; für andere Bedeutungen siehe Poti (Begriffsklärung).
Poti
ფოთი

Wappen

Flagge
Staat: Georgien Georgien
Region: Mingrelien und Oberswanetien
Koordinaten:
Höhe: m. ü. M.
 
Einwohner: 48.002 (2009)
 
Zeitzone: Georgian Time (UTC+4)
Telefonvorwahl: (+995) 293
 
Gemeindeart: Stadt
Webpräsenz:

Poti (georgisch ფოთი ) ist eine Hafenstadt in der Region Mingrelien und Oberswanetien (historische Region Mingrelien) in Georgien. Sie hat 47.149 Einwohner (Volkszählung 2002) und liegt am Schwarzen Meer an der Mündung des Flusses Rioni im kolchischen Tiefland.

Geschichte

In unmittelbarer Nähe der heutigen Stadt befand sich seit dem frühen 6. Jahrhundert v. Chr. eine griechische Kolonie mit der antiken Stadt Phasis (griechisch Φάσις). Laut der griechischen Argonautensage war bereits zuvor die Mündung des Flusses Phasis, des heutigen Rioni, das Ziel Jasons und der Argonauten auf der Suche nach dem Goldenen Vlies in der Kolchis. Die an einer Flussmündung gelegene Stadt bestand noch bis in die byzantinische Zeit, doch war der Siedlungsplatz durch die Lage in der Nähe ausgedehnter Sümpfe beschränkt, zudem bestand eine latente Bedrohung durch Malaria. Archäologen haben einen Teil der Siedlung unter der Oberfläche des Sees Paliostomi in der Nähe von Poti gefunden. In Phasis stand ein Apollon-Tempel, der unter anderem von einer Inschrift auf einer Silberschale aus Subow (Kuban) bekannt ist[1]. Berühmtheit hatte auch die kolchische Akademie in Phasis. Die bis zum 6. Jahrhundert nachweisbare Bildungsstätte unterrichtete in georgischer und griechischer Sprache, byzantinische Historiker lobten ihre hohe Blüte auf den Gebieten Arithmetik und Rhetorik.[2] Die Hafenstadt bildete eine Station der Seidenstraße über das Schwarzen Meer. Phasis war im 5. Jahrhundert eine Drehscheibe für Güter aus Indien, Zentralasien, dem Nahen Osten und dem Mittelmeerraum, auch Münzfunde belegen den regen Handel.

Als Folge der Eroberungen des Sassanidenreiches wurde Abchasien ein isolierter Teil des Byzantinischen Reiches. Mit dem Vormarsch der Araber wurde das Gebiet zeitweise Bestandteil des Abbasidenkalifates. Nach dem Einfall der Mongolen folgte seit dem 13. Jahrhundert der Zerfall in kleine Fürstentümer, die den Türken tributpflichtig waren. Zum Schutz des Hinterlandes von Poti errichteten die Türken eine Festung.[2]

Das zaristische Russland nahm Poti 1828 ein. Die heutige Stadt entwickelte sich in den 1880er Jahren, nachdem 1872 Georgiens erste Eisenbahnstrecke zwischen Poti und Tiflis fertiggestellt und ein Seehafen angelegt worden waren. 1876 wurden 3026 Einwohner gezählt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahm Poti als Ausfuhrhafen für Manganerz einen enormen Aufschwung. Georgien war damals der Welt zweitgrößter Lieferant von Manganerz, das zur Stahlherstellung in der Schwerindustrie benötigt wird.

Zu sowjetischen Zeiten war die Stadt ein wichtiger Marinestützpunkt. Die damalige Verwaltung veranlasste die weitgehende Trockenlegung der Sümpfe und schuf damit eine Grundlage für das Wachstum der heutigen Stadt. Die letzten Reste dieser mit dichten Wäldern bestandenen Flächen befinden sich als Naturschutzgebiet am Ostufer des Paleostomi See (17,3 km²), der noch in der Antike eine Lagune des Schwarzen Meeres war.[2]

Der Obus-Betrieb wurde 2004 stillgelegt.

Während des Kaukasuskriegs 2008 wurde Poti in der Nacht vom 8. zum 9. August von Russlands Streitkräften bombardiert. Dabei wurde unter anderem der Hafen getroffen[3][4]. Am 14. August rückten vorgeschobene Einheiten der russischen Armee[5] mit Panzern und Infanterie nach Poti ein und zerstörten im Hafen mehrere Schiffe der Streitkräfte Georgiens und der Küstenwache an ihren Liegeplätzen.[6] Am 13. September 2008 zogen die russischen Truppen auf internationalen Druck hin aus der Stadt ab.

Hafen

Poti ist neben Batumi einer der zwei großen Seehäfen Georgiens und deshalb von großer Bedeutung für seinen Handel mit der Außenwelt. Über Poti werden Mangan, Mais, Bauholz und Wein ausgeführt.

Der Hafen verfügt heute über mehrere Terminals für 20.000-Tonnen-Tanker und ein Marine-Aquatorium. Nach einer Stagnationsphase in den 1990er Jahren verzeichnet Poti inzwischen neues Wirtschaftswachstum. Im Jahr 2002 wurden 4 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Bis zum Frühjahr 2008 steigerte sich der Güterumschlag auf 7,7 Millionen Tonnen.

Seit April 2008 gehören 51 % des Geländes der Investment-Behörde des Emirats Ra’s al-Chaima (RAK). Damit verbunden ist eine auf 49 Jahre gültige Betreiber-Konzession. Das Hafengelände soll in eine Freihandelszone umgewandelt werden und erhält einen neuen Terminal.

Georgiens südliches Nachbarland Armenien verfügt als Binnenstaat über keinen eigenen Zugang zum Meer. Ein großer Teil der Importe nach Armenien verläuft deshalb über den Hafen Poti und von dort weiter per Eisenbahn durch Georgien.[7]

Die georgische Küstenwache hat ihre ständige Basis in Poti.

Poti ist Mitglied der Internationalen Vereinigung von Städten und Häfen, der auch Dünkirchen (Frankreich), Bari (Italien), Rijeka (Kroatien) und Curaçao (Niederländische Antillen) angehören.

In Poti befindet sich eine Kunstakademie.

Partnerstädte

Söhne und Töchter der Stadt

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Poti, Georgia  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Otar Lordkipanidse: Archäologie in Georgien, von der Altsteinzeit zum Mittelalter. Quellen und Forschungen zur prähistorischen und provinzialrömischen Archäologie. Weinheim, VCH, 13
  2. 2,0 2,1 2,2 Tessa Hofmann: Armenien und Georgien. In: Express Reisehandbuch. Mundo-Verlag, Leer 1990, ISBN 3-87322-001-6, Poti, S. 339.
  3. Russische Kampfflugzeuge bombardieren den Hafen von Poti und eine georgische Militärbasis Meldung auf www.izvestia.ru vom 8. August 2008.
  4. Russische Luftwaffe bombardiert Poti – Tote und Verletzte Meldung auf www.georgien-nachrichten.de vom 8. August 2008, auf Berufung von Civil Georgia
  5. Medwedew stoppt Militäraktion . Stern. 12. August 2008. Abgerufen am 14. August 2008.
  6. Russian tanks enter Georgia's Poti (englisch) Reuters. 14. August 2008. Abgerufen am 18. August 2008.
  7. armenialiberty.org: Armenia Faces Trade Blockade As Russia Widens Georgia Assault , abgerufen am 12. August 2008

Kategorien: Ionische Stadtgründung | Ort in Mingrelien und Oberswanetien | Ort mit Seehafen

Quelle: Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Poti (Vollständige Liste der Autoren des Textes [Versionsgeschichte])    Lizenz: CC-by-sa-3.0

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