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Portugiesische Revolution von 1383


Mit Revolution von 1383 bezeichnet man in der Geschichte Portugals die Ereignisse, die zur Machtübernahme des Hauses Avis geführt haben.

1383 war mit Ferdinand I., dem Schönen, der letzte Burgunderherrscher in Portugal ohne männlichen Erben gestorben. Da Ferdinands Tochter Beatrix mit Johann I. von Kastilien verheiratet war, sollte Portugal daraufhin als Erbschaft an die kastilischen Könige fallen. Nach dem Tod des Königs übernahm zunächst seine Witwe, Leonore Teles de Menezes, die Macht und regierte zusammen mit ihrem Liebhaber, dem Grafen von Ourém. Sowohl Leonore als auch ihr Liebhaber waren pro-kastilisch eingestellt. Im Volk misstraute man Kastilien und den von kastilischer Seite gemachten Autonomieversprechen. In Lissabon kam es zu einem Aufstand der Handwerkerzünfte, mit dem Leonore nach sechs Wochen Regentschaft gestürzt wurde.

Johann von Avis, ein nichtehelicher Sohn König Peters I. und somit Halbbruder Ferdinands I., stellte sich an die Spitze des Aufstands und tötete eigenhändig den Grafen von Ourém. Kastilien sah diese Entwicklungen zu Recht als eine Bedrohung seiner Ansprüche auf Portugal an. Der kastilische König marschierte daraufhin mit einer großen Armee nach Portugal ein. Die Cortes, das portugiesische Adelsparlament, erklärten Johann von Avis zum „Verteidiger des Vaterlands“. In der Auseinandersetzung spielte auch der Gegensatz zwischen Adel und Königshaus in Portugal eine Rolle. Auf Seiten Kastiliens stand damals vor allem der portugiesische Hochadel, der sich von Johann I. von Kastilien die Wiederherstellung alter, inzwischen von den portugiesischen Königen usurpierter Privilegien erhoffte. Auf Seiten Johann von Avis’ stand dagegen vor allem der niedere Adel und das Bürger- und Bauerntum.

Am 14. August 1385 kam es bei der Schlacht von Aljubarrota zur Entscheidung. Unter dem Oberkommando von Nuno Álvares Pereira, der später zu einem Heiligen der römisch-katholischen Kirche wurde, gelang es den portugiesischen Streitkräften, das zahlenmäßig größere und besser ausgerüstete kastilische Heer zu schlagen. Damit waren die Ansprüche Kastiliens auf den portugiesischen Thron für fast zweihundert Jahre abgewehrt, die portugiesische Unabhängigkeit blieb gesichert. Die Cortes wählten daraufhin Johann von Avis zum König (Johann I.), er gründete die Dynastie Avis, die Portugal von 1385 bis 1580 regierte.

Siehe auch: Zeittafel Portugal

Kategorien: Portugiesische Geschichte | Revolution | Konflikt (14. Jahrhundert)

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